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Category:
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Characters:
Additional Tags:
Language:
Deutsch
Series:
Part 2 of Be here for me
Stats:
Published:
2023-02-23
Words:
1,976
Chapters:
1/1
Comments:
9
Kudos:
48
Bookmarks:
2
Hits:
321

Nach diesem Erlebnis hatte sich ihr Verhältnis geändert

Summary:

Irgendwie können Adam und Vincent nicht mehr ohne einander. Sie sind nicht zusammen, aber man könnte es fast denken.

Notes:

Ich hatte schon lange geplant, dass es hier noch einen zweiten Teil geben sollte. Ich empfehle, die erste Story der Serie zu lesen, zum Verständnis.
Und ich führe das weiter, dass ich einfach den ersten Satz als Titel nehme, weil honestly ich hab doch keine Ahnung, wie ich den Kram nennen soll.

Work Text:

Nach diesem Erlebnis hatte sich ihr Verhältnis geändert. Mann konnte nicht so etwas erleben, dann verzweifelt aneinander hängen, gemeinsam duschen, die Nacht aneinander gekuschelt im Bett verbringen und danach wieder einfach nur Kollegen sein. Zu eindeutig hatten sie sich mehr Sorgen umeinander gemacht, als von Kollegen zu erwarten war. Und sie waren einfach insgesamt näher zusammengerückt. Es war ganz langsam passiert.

Sie hatten in der besagten Nacht beide nicht geschlafen, auch kaum geredet, sie hatten nur beieinander gelegen und einander gehalten. Immer wieder waren ihre Hände über das Gesicht oder den Oberkörper des anderen geglitten, um sich zu versichern, dass er wirklich noch da war. Am Morgen hatten sie beide eine Nachricht von Pawlak gehabt, dass sie bitte zu Hause bleiben sollten und falls nötig sich ein paar Tage krankschreiben lassen sollten. Letzteres hatten sie nicht getan, aber den Tag hatten sie zusammen bei Adam verbracht. Und nicht nur den Tag.

Vincent mochte seine Wohnung nicht, sie war an sich nicht besonders schön und die Sache mit dem Mord in der Wohnung über ihm, in seiner ersten Nacht machte das alles nicht besser. Nur hatte er keine Zeit gefunden, vielleicht auch keine Kraft, um sich nach einer neuen Wohnung umzusehen und irgendwie war es jetzt passiert, dass er nach der Arbeit einfach immer öfter mit in Adams Frankfurter Wohnung gefahren ist. Am ersten Abend hatten sie beide sich etwas überfordert angesehen, als es darum ging, wie sie jetzt schlafen sollten. Eine Nacht hatte Vincent es in seiner Wohnung ausgehalten, bevor er wieder bei Adam war.

„Ach komm, wir haben vorletzte Nacht auch in deinem Bett geschlafen…“ setzte Vincent an.

„Gelegen“, unterbrach Adam ihn mit einem schiefen Lächeln. Vincent musste ein wenig grinsen. Adam hatte natürlich recht, sie hatten wach gelegen.

„…in deinem Bett gelegen, dann können wir uns jetzt auch dein Bett teilen“, argumentierte er. Wie selbstverständlich hatte Adam ihm wieder ein Shirt und eine Jogginghose gegeben und Vincent hatte es angezogen, ohne es zu hinterfragen. Und so verbrachten sie die zweite Nacht in Adams Bett. Diesmal schliefen sie sogar. Und obwohl es keinen Grund dafür gab, rutschten sie zusammen, ihre Arme schlangen sich umeinander, Beine verhakten sich ineinander. Vincent spürte Adams Atem in seiner Halsbeuge und er war selten so entspannt gewesen.






Und dann waren zwei Wochen vergangen, Vincent hatte drei Nächte in seiner Wohnung verbracht, jede einzelne davon hatte er gehasst. Morgens hatte Adam ihn zu seiner eigenen Wohnung gefahren, damit er frische Kleidung holen konnte. Vor zwei Tagen hatte er einfach eine Reisetasche gepackt, weil das langsam doch albern wurde. Manchmal dachte er daran, wie er und Adam in der Dusche gestanden hatten, wie warm und vertraut sich das angefühlt hatte. Wie sehr er das genossen hätte, wären die Umstände anders gewesen.

Sie redeten nicht darüber. Der Inhalt von Adams Kühlschrank war diverser geworden, sie wechselten sich mit dem kochen ab. Oder sie kochten gemeinsam, so wie heute. Vincent stand am Küchenschrank und schnitt eine Zucchini, schon wieder. Wenn das so weiter ging, mit den Zucchinis aus Adams Garten, würde er bald keine mehr sehen können. Adam schob sich an ihm vorbei, dabei lag seine Hand für einen Moment auf Vincents Hüfte, bis er vorbei war und die Zwiebeln in die Pfanne schüttete. Vincent ertappte sich dabei, wie er leicht lächelte und sein Herz ein wenig schneller klopfte.

Als Adam sich wieder in die andere Richtung an ihm vorbei schob, lehnt Vincent sich kurz nach hinten, gegen Adam, bevor er sich wieder seiner Arbeit zuwandte. Adams Finger strichen noch kurz über Vincents Rücken, bevor er anfing, Kartoffeln zu schälen.






„Wie lange sind du und Adam eigentlich schon zusammen?“ fragte Wiktor Vincent plötzlich, als sie sich zusammen in der Kaffeeküche trafen. Vincent sah ihn verwirrt an.

„Also geht mich vielleicht auch nichts an, aber ich freu mich für euch. Adam scheint es so viel besser zu gehen, jetzt.“

„Wir sind nicht zusammen“, sagte Vincent. Wiktor blinzelte ihn verwirrt an.

„Sorry, ich dachte… weil ihr fast jeden Tag zusammen kommt und wie ihr miteinander umgeht. Aber ich freue mich, dass ihr euch so gut versteht.“

Vincent freute sich auch. Vermutlich dachten alle Kollegen schon, dass sie zusammen waren und eigentlich wollte Vincent das auch sehr gerne. Wiktor sah ihn für einen Moment genau an und er schien seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Aber Vincent war dankbar, dass er nichts sagte.

Niemand anders sprach ihn darauf an, aber Vincent bemerkte jetzt doch immer wieder, wie die anderen sie ansahen, dass sie sich definitiv fragten, was zwischen ihm und Adam war.






Vincent war sich nicht ganz sicher, wie er das alles einordnen sollte. Und er wusste auch gar nicht, ob er das wollte. Eigentlich lebten sie zusammen. Hin und wieder war Vincent noch in seiner Wohnung, manchmal sogar über Nacht. Dass er dort schlief konnte er aber nicht behaupten. Er fühlte sich unwohl und lag die ganze Nacht wach und am nächsten Tag war er doch wieder bei Adam, der ihm mehr oder weniger wortlos irgendwann einen Schlüssel in die Hand gedrückt hatte.

Vincent hatte länger gearbeitet als Adam und war automatisch zu Adams Wohnung gefahren, er schloss die Tür auf. Adam kam gerade aus dem Bad, als Vincent sich die Schuhe auszog. Er lächelte ihn an.

„Du bist zu Hause“, sagte er in einer unglaublich sanften Stimme, Vincent fühlte sich plötzlich sehr warm. Und wie Adam ‘zu Hause‘ gesagt hatte. Adam sah seine Wohnung als Vincents zu Hause an. Vincent irgendwie auch. Er schob sich an Adam vorbei, blieb kurz stehen, streckte sich ein wenig und drückte Adam einen Kuss auf die Wange.

„Hi“, sagte Vincent und drehte sich schnell weg. Bei allem, das sie bisher gemacht hatten, war das irgendwie noch neu. Sein Herz klopfte schnell und bevor er ins Wohnzimmer ging drehte er sich nochmal um, Adam stand da, sah immer noch dahin, wo Vincent eben gestanden hatte, seine Fingerspitzen lagen auf seiner Wange.

„Kommst du, Adam?“ fragte er. Adam zuckte ein bisschen zusammen, drehte sich dann zu Vincent und folgte ihm ins Wohnzimmer.






Die Zucchinis waren ihm irgendwann wirklich über gewesen, aber zum Glück war die Zeit dann auch endlich vorbei, draußen war es zu kalt für Adams Gartengemüse geworden. Eigentlich ja schade, weil generell mochte er Gemüse, nur eben nicht immer das gleiche.

Jetzt stolperten sie mit tauben Fingern und Füßen und an sich komplett durchgefroren in Adams Wohnung. Oder war es inzwischen ihre Wohnung? Vincent zahlte keine Miete, jedenfalls nicht für diese Wohnung, aber immer noch für seine, das wurde langsam auch wirklich fast sinnlos. Aber sie wohnten ja nicht wirklich zusammen. Aber irgendwie schon. Vielleicht sollten sie doch mal drüber reden. Aber nicht jetzt.

Jetzt kamen sie gerade von einer absolut nicht erfolgreichen Observation zurück. Trotzdem sie dick angezogen waren, war ihnen die Kälte schließlich doch tief in die Knochen gekrochen. Sie zitterten beide und Adam bekam den Schlüssel kaum ins Schloss. Drinnen zog Vincent Schuhe und Jacke aus, die Wohnung war angenehm warm, aber es würde dauern, bis er wieder aufgewärmt war. Kuscheln würde sicher helfen, aber Adam war ja ebenso ausgekühlt.

„Komm wir gehen warm duschen“, sagte Adam und zog ihn durch den Flur.

„Ja okay, willst du zuerst?“ fragte Vincent. Adam blieb stehen und drehte sich zu Vincent. Für einen Moment sahen sie sich schweigend an.

„Nein“, sagte Adam und griff nach Vincents Hand. Ihre Finger verschlangen sich automatisch ineinander und Vincent folgte Adam einfach ins Bad. Das hatten sie nicht mehr getan, seit dem einen Mal, als sie blutverschmiert und völlig fertig in Adams Wohnung gelandet waren. Adam zog seinen Pullover aus und den darunter. Vincent musste etwas grinsen, es hatte eine gewisse Komik, zu sehen, wie Adam sich ein Kleidungsstück auszog und darunter ein weiteres zum Vorschein kam. Nicht dass es bei Vincent anders aussah. Er wollte nicht wissen, wie es ihnen gehen würde, hätten sie weniger angehabt. Schließlich lagen ihre Kleider um sie herum auf dem Boden verteilt. Diesmal griff Vincent nach Adams Hand und zog ihn in die Dusche. Wieder standen sie dicht voreinander. Das warme Wasser vertrieb nach und nach die Kälte.

„Scheiße, ich hoffe wir werden nicht krank“, sagte Vincent mit einem leichten Lachen und lehnte seine Stirn gegen Adams Schulter, wie automatisch landeten Adams Hände auf Vincents Taille. Vincent schlang seine Arme um Adam und drückte seinen Körper an ihn. Er schloss die Augen und genoss das Gefühl für einen Moment. Adam so dicht bei sich zu spüren war wahnsinnig schön. Sie schliefen zwar immer aneinander gekuschelt und umarmten sich auch sonst oft, aber sonst waren immer noch Klamotten zwischen ihnen. Das hier fühlte sich so unglaublich intim an. Er schob eine Hand nach oben, über Adams Nacken und in seine Haare. Adam schlang seine Arme um Vincent, strich ihm langsam über den Rücken.

Vincent bewegte sich ein wenig und presste einen Kuss auf Adams Hals. Adam spannte sich kurz an und Vincent zog sein Gesicht etwas zurück. War er jetzt doch zu weit gegangen? Die Küsse auf die Wange waren in Ordnung gewesen, irgendwann hatte auch Adam ihn auf die Wange geküsst. Aber Adam wich nicht zurück, hielt ihn weiterhin fest und entspannte sich wieder. Vincent sah Adam jetzt an, seine Hand immer noch in Adams Haaren. Adam kaute sich etwas auf der Unterlippe herum.

„Wenn du das nochmal machst, geht das hier gleich in eine andere Richtung“, sagte Adam und wich Vincents Blick aus.

Oh.

Oh.

Er legte Adam eine Hand auf die Wange und strich sanft mit dem Daumen durch den Bart.

„Sieh mich bitte an, Adam“, sagte er sanft. Adam atmete einmal tief durch, Vincent spürte die Bewegung seines Brustkorbs, dann sah er auf.

„Ich würde dich gerade sehr gern küssen“, sagte er. Sein Herz klopfte verdammt schnell. Adam lachte auf.

„Wird Zeit, dass sich das mal einer von uns traut“, antwortete er. Jetzt musste Vincent auch lachen. Es war schon seltsam, dass sie sich noch nicht geküsst hatten. Sie schliefen seit mehreren Monaten fast jede Nacht kuschelnd ein, standen gerade nackt, aneinander gedrückt in der Dusche, aber das war jetzt das, bei dem er Angst hatte, dass er zu weit ging. Er reckte sich Adam entgegen und endlich trafen sich ihre Lippen. Er hatte Adam schon so oft angesehen und sich gewünscht, ihn einfach küssen zu können. Aber jetzt endlich konnte er und Adams Lippen fühlten sich so gut an. Sie waren wieder aufgewärmt und das Wasser lief über sie.

Plötzlich zog Adam zurück, trat einen Schritt zurück und begann zu husten.

„Scheiße“, sagte er halb lachen, halb hustend. „Wasser in der Nase.“

Vincent hatte für einen Moment Sorge gehabt, dass Adam doch nicht wollte. Er musste jetzt auch lachen und klopfte Adam auf den Rücken.

Das war jetzt ihr Zeichen, dass es vielleicht Zeit war, die Dusche zu verlassen.





Sie lagen wie so oft zusammen im Bett, Vincent lag auf dem Rücken, Adam mit dem Kopf auf seiner Brust. Vincent hatte seine Hände um Adam gelegt.

„Vielleicht sollten wir langsam mal darüber reden, was genau das hier zwischen uns eigentlich ist“, sagte er.

„Hmmm“, machte Adam. Das sagte Vincent jetzt nicht besonders viel.

„Ich hab ab und zu darüber nachgedacht, ob ich meine Wohnung kündigen soll, ich bin ja eigentlich schon längst hier eingezogen. Also wenn du das auch willst.“ Adam richtete sich auf und sah Vincent an. Vincent setzte sich ebenfalls auf.

„Willst du das denn? So richtig mit mir zusammenwohnen?“ fragte Adam.

„Würde ich gerne. Und ich würde auch gerne so richtig mit dir zusammen sein.“ Adams Augen weiteten sich überrascht. Adam schien nachzudenken. Ein paar Sekunden war Stille zwischen ihnen.

„Würde ich auch gerne“, sagte Adam dann. Und Vincent merkte erst jetzt, wie angespannt er gewesen war. „Ich hätte jetzt fast gefragt, ob du dir sicher bist, aber dann hättest du mir wieder was von Selbstwert erklärt.“ Vincent lachte auf.

„Recht hast du“, bestätigte er. Adam grinste ihn schief an, dann lehnte er sich nach vorne und küsste Vincent noch einmal.

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