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Mann Gegen Mann

Summary:

Brad schien ausschließlich besorgt darüber, dass Mikes neuer Freund bei ihnen auf der Gehaltsliste stand.
Dave hatte sich bereits mit ihm angefreundet, bevor er sich das Hotelzimmer mit Mike zu teilen begann, und lange vor ihrem Emcee gewusst, dass er sich in ihn verguckt hatte.
Joe zeigte sich überrascht, dass Chester überrascht war. "Weiß doch jeder, dass Mike auch auf Männer steht."
Rob lächelte bloß und freute sich für Mike.

Chester dagegen wurde jedes Mal mulmig, wenn er Mike und dessen neuen Freund zusammen sah.

 

(crossposted von fanfiktion.de; ursprünglich hochgeladen 2012)

Work Text:

Chester wurde jedes Mal mulmig, wenn er Mike und dessen neuen Freund zusammen sah.

Matthew war der Sohn eines Freundes ihres Tourmanagers, 22 Jahre alt, 2,15m groß, Amateur-Bodybuilder, Hobby-Fotograf und -Bildhauer, und seit der zurückliegenden Europatournee Teil ihres Securityteams. Wenn er und Mike sich küssten, umfasste er oft die Taille des Älteren und hob ihn mühelos in einer fließenden Bewegung zu sich hoch, damit Mike dabei die Arme um seinen Hals schlingen konnte, und wenn sie Händchen hielten, verschwand Mikes Hand nahezu komplett in seiner riesiger Pranke.

Eldona und Mutsuo Shinoda kannten den neuen Freund ihres Sohnes bisher nur von den Fotos, die Mike ihnen geschickt hatte.

Chester war von der Selbstverständlichkeit, mit der sie Matthew akzeptierten, fasziniert und irritiert zugleich.
Ebenso von den (ausbleibenden) Reaktionen der Band.

Brad schien höchstens besorgt darüber, dass Mikes Freund bei ihnen auf der Gehaltsliste stand.
Dave hatte sich bereits mit ihrem neuen Securitymann angefreundet, bevor dieser sich das Hotelzimmer mit Mike zu teilen begann, und lange vor ihrem Emcee gewusst, dass Matthew sich in ihn verguckt hatte.
Joe zeigte sich überrascht, dass Chester überrascht war. "Weiß doch jeder, dass Mike auch auf Männer steht."
Rob lächelte bloß und freute sich für Mike und dessen neuen Freund.

Zumindest die Öffentlichkeit teilte Chesters Irritation, wenn auch nur kurz.

Ein Paparazzifoto von Mike und Matthew, Hand in Hand bei der Erkundung Berlins, das erst seine Runde durch das Internet machte, dann durch die Teenie-Zeitschriften, den MTV News Flash... eine Woche hitzige Diskussionen in Fankreisen... Dann hatte jeder sich mehr oder weniger damit abgefunden.

Selbst Jay-Z zeigte sich unbeeindruckt, als er während eines Interviews darauf angesprochen wurde, mit einem Schwulen zusammengearbeitet zu haben. Busta Rhymes zuckte zwar ebenfalls mit den Schultern, aber sein Grinsen sprach für sich, und Chester wurde klar, dass er nicht bloß einen Schuss ins Blaue gewagt hatte, als er sie damals während ihrer gemeinsamen Projekt Revolution Tour als "Schwuchtelband" bezeichnet hatte.

Chester tat sein Möglichstes, auch einfach mit den Schultern zu zucken, wenn man ihn auf das Thema ansprach, zu behaupten, er hätte gewusst, dass sein bester Freund bisexuell war, spielte doch keine Rolle, mit wem er zusammen war, Hauptsache glücklich, und sich mit Matthew anzufreunden. So wie jeder sich mit Matthew anfreundete, der ihn kennen lernte.

Es änderte jedoch nichts daran, dass er weder ihn mochte, noch die Art und Weise, wie Mike sich von ihm ansehen und anfassen ließ. Umso kräftiger das Strahlen in Mikes Augen wurde, wenn er von Matthew redete, umso stärker stellten die feinen Härchen in Chesters Nacken sich auf, und er erkannte bald, dass er sich bedeutend wohler fühlte, wenn er die Umarmung mit Mike am Ende einer jeden Show möglichst kurz hielt und ihm allgemein etwas aus dem Weg ging.

Als Mike ihn irgendwann deswegen zur Rede stellte, und irgendetwas davon faselte, dass ihn diese plötzliche Distanz verletzte, verdrehte Chester bloß die Augen, empfahl seinem Kumpel, "nicht so eine Pussy" zu sein und sich vielleicht allgemein einfach mal ein bisschen "weniger schwuchtelig" anzustellen, und fing sich dafür eine gebrochene Nase ein. Hätte statt Mikes Faust Matthews ihren Weg in Chesters Gesicht gefunden...

Er verdrängte diesen Gedanken lieber, zuckte fortan wieder artig mit den Schultern, wenn man ihn auf das Liebesleben seines besten Freundes ansprach, und zählte schweigend die Tage bis zur nächsten Präsidentschaftswahl.