Chapter Text
Letter from Helene Rathen to Johanna, Baroness von Wittenbrock, written while the latter was still in Hannover, to surprise her on her return home:
Verehrte Baroneß,
Vermutlich sehen wir uns noch ein oder zwei Male, bevor Sie abreisen, dennoch ist es mir ein Herzensanliegen, Ihnen auch auf diesem Wege für Ihre Güte zu danken, für die Zeit, die Sie so willig mit mir verbracht haben. Selten habe ich eine größere Ehre empfunden.
Da die Straßen noch schnee- und eisbedeckt sind, vor allem in den ländlichen Regionen, hoffe ich, daß Sie sicher nach Hause kommen.
Darf ich Sie um einen Gefallen bitten?
Teilen Sie mir bitte Ihre sichere Ankunft daheim mit, damit ich mich nicht sorgen muß. Wenn Sie darüber hinaus den Kontakt nicht aufrecht erhalten wollen, teilen Sie mir dies bitte kurz mit. Ich verstehe es, ich gehöre nicht in Ihre Welt.
Ich verbleibe
mit den ergebensten Grüßen,
Helene Rathen
Letter from Friedrich Georg von Lossow to Johanna, Baroness von Wittenbrock, written as soon as he returned home from his visit to town:
Sehr verehrte Baroneß Johanna,
Die Ehre, die Sie mir erwiesen haben, mit Ihnen korrespondieren zu dürfen, ist nach den Demütigungen der letzten zwei Jahre beinahe zu viel für mein Gemüt. Bitte erlauben Sie mir, Ihnen und Ihrem Herrn Vater noch einmal von ganzem Herzen für die Güte und Freundlichkeit, die Sie mir in der Stadt erwiesen haben, zu danken.
Ich hoffe von ganzem Herzen, daß dieser Brief Sie bei Ihrer Rückkehr aus der Stadt bei bester Gesundheit findet und warte bangen Herzens auf ein paar Zeilen von Ihnen, in denen Sie mir versichern, daß ich mich unnötigerweise um Ihr Wohlbefinden sorge.
Bitte richten Sie Ihrem Herrn Vater meine Grüße aus und leiten Sie bitte auch an Ihre verehrte Frau Mutter meinen ergebensten Gruß weiter. Sicherlich hat Ihre Frau Mutter nicht erwartet, daß Sie bereits nach so kurzer Zeit einem Herrn erlauben, mit Ihnen zu korrespondieren.
Ich verbleibe
als Ihr sehr ergebener
Friedrich Georg von Lossow
Letter from Hermann Wilhelm von Lossow to Johanna, Baroness von Wittenbrock, never received by the young lady but read and dealt with by her father:
Verehrte Baroneß,
Noch immer fällt es mir schwer zu glauben, daß sich unsere Wege gekreuzt haben. Wie kann ich Sie davon überzeugen, daß ich die bessere Partie bin als mein jüngerer Bruder, der mit seinem schlechten Ruf unseren Namen und unsere Familie in den Dreck zieht und nicht einmal über ausreichende Einnahmen verfügt, für eine Dame von Stand sorgen zu können? Auch in der Zukunft wird seine Rolle bescheiden sein, Ihrer unwürdig.
Als Baroneß haben Sie es verdient, einen künftigen Baron zu ehelichen und später den Familientitel zu führen. Der jüngere Bruder, der keinen Titel führen wird, ist Ihrer unwürdig.
Bedenken Sie bitte noch einmal Ihre überstürzte Entscheidung.
Wenn Sie uns auf unserem Gut besuchen sollten, werde ich mich Ihrer als würdig erweisen. Soweit ich weiß, gibt es kein Verlöbnis zwischen Ihnen und meinem Bruder, so daß eine kleine Meinungsänderung Ihrerseits keinerlei Schaden verursachen würde.
In der Hoffnung auf eine Zukunft an Ihrer Seite
verbleibe ich
Hermann Wilhelm von Lossow
Letter from Carl-Christian, Baron von Wittenbrock to Hermann Wilhelm von Lossow:
Herr von Lossow,
Soll ich Sie für Ihre Dreistigkeit bewundern oder verachten? Trotz der klaren Ansage meiner Tochter, keine Briefe von Ihnen empfangen zu wollen, haben Sie geschrieben. Im Gegensatz zu meiner Tochter, die sich geweigert hat, den Brief auch nur anzufassen, habe ich ihn gelesen. Ihr Verhalten sowohl Ihrem Bruder als auch meiner Tochter gegenüber ist nicht nur unerfreulich, sondern geradezu verachtenswert. Ein junger Herr Ihres Standes weiß sich besser zu benehmen und richtet sich danach!
In einer Sache haben Sie recht: Aktuell gibt es kein Verlöbnis zwischen meiner Tochter und Ihrem Bruder, und auf Grund Ihres Briefes bin ich versucht, meine Tochter weit weg zu verheiraten, daß sie nie wieder auch nur in Ihre Nähe kommt. Jedoch würde dies zwei unschuldige junge Menschen härter treffen, als es für sie gut wäre. Daher appelliere ich an Ihre Ehre: Zeigen Sie sich als ein großzügiger Mann und gewähren Sie den beiden ihr privates Glück. Vergessen Sie nicht, daß Sie bereits eine so viel bessere Zukunft in Aussicht haben als Ihr Bruder.
Ich verbleibe,
Carl-Christian von Wittenbrock
Letter from Johanna, Baroness von Wittenbrock to Friedrich Georg von Lossow, written on the day of her return to Holstein from Hannover:
Verehrter Herr von Lossow,
Ihre freundlichen Zeilen haben mich zutiefst gerührt. Ich danke Ihnen von Herzen, daß Sie Ihr Wort gehalten haben und mich Ihr Brief bereits bei meiner Ankunft vor einigen Stunden erwartete. Ich antworte Ihnen nur deshalb umgehend, damit Sie wissen, daß mein Vater und ich heil und sicher in Holstein angekommen sind. Endlich wieder die frische Luft der Marschen einzuatmen, hat mich befreit.
Ich bin nicht mehr in dem Gefängnis namens Stadt!
Mein Vater wird unsere Korrespondenz begleiten, ansonsten hätte meine Mutter nie ihr Einverständnis gegeben. Ich hoffe, es stört Sie nicht allzu sehr.
Da ich weiß, daß Sie in den nächsten Wochen mehr Zeit als sonst mit Ihren Pflichten verbringen werden, werde ich mich in Geduld fassen und nicht täglich eine Antwort von Ihnen erwarten. Ich bitte nur darum, daß Sie mich ein wenig an den Fohlen teilhaben lassen.
Ich verbleibe
ergebenstfreundlichst,Johanna Magdalena von Wittenbrock
Letter from Johanna von Wittenbrock to Helene Rathen, her new friend in Hannover, right after she had finished her letter to Friedrich:
Meine liebe Helene,
ich hoffe, Sie sehen mir nach, daß ich Sie mit Ihrem Rufnamen anrede; die Konventionen hätten vermutlich vorgesehen, daß ich zunächst “verehrtes Fräulein Rathen” schreibe. Das erscheint mir jedoch auf Grund unserer Liebe für die schönsten Tiere der Welt unangemessener als alles andere.
Endlich bin ich wieder auf dem Land und kann täglich ausreiten, sofern meine Mutter mich nicht für irgendwelche wohltätigen Projekte oder Besuche in der Nachbarschaft benötigt. Solange ich nicht den ganzen Tag hinter verschlossenen Türen verbringen muß, ist mir alles recht!
Ich kann es kaum erwarten, Ihnen die Schönheit meiner Heimat zu zeigen! Wenn es warm genug für längere Pausen wird, werde ich mein Skizzenbuch mitnehmen und zeichnen. Zeichnen Sie auch? Darüber haben wir bisher noch nie gesprochen! Falls ja, würde ich mich freuen, wenn Sie mir einen Einblick in Ihre Kunst gewähren.
Ich werde jeden Tag sehnsüchtig auf Ihre Ankunft warten
und verbleibe,
Ihre Johanna von Wittenbrock
Letter from Helene Rathen to Johanna von Wittenbrock, telling her of the conditions her parents have for the visit:
Verehrte Baroneß,
kaum hätte ich es je zu hoffen gewagt, daß Sie mir schreiben würden, sobald sich unsere Wege trennten! Dazu ist ihr Brief äußerst freundlich und gütig, beinahe schon freundschaftlich. Dieser Ehre versuche ich mich würdig zu erweisen, ich verspreche es Ihnen.
Meine Eltern haben unter Vorbehalt zugestimmt, daß ich Sie besuchen darf. Jedoch wünschen sie eine eine schriftliche Einladung des Herrn Barons und bitten darum, mich begleiten und selbst ein paar Nächte bleiben zu dürfen, um überzeugt zu sein, daß es mir an nichts fehlen mag. Für die Umstände bitte ich um Verzeihung.
Hier in Hannover gibt es seit Ihrer Abreise wenig neues. Das einzige, worüber im Moment jeder hier redet, ist der Schweizerische Konditor. Ich weiß nicht, ob Ihnen bekannt ist, um wen es sich handelt. Jedenfalls bietet dieser Herr seit kurzem in seinem Geschäft sogar Mandarinen und Orangen an! Im Winter frisches Obst zu haben, ist ein Segen, auch wenn es schrecklich teuer ist. Ich wüßte sehr gern, wie er auf diese Idee gekommen ist.
Ich verbleibe mit den ergebensten Grüßen,
Ihre Helene Rathen
Letter from Carl-Christian, Freiherr von Wittenbrock, to Helene Rathen’s father:
Sehr geehrter Herr Rathen,
meine Tochter hat mich gebeten, Ihre Tochter für einen Monat auf unser Gestüt einzuladen, um ihr während der Fohlzeit, zu der niemand genügend Zeit für sie hat, Gesellschaft zu leisten. Diese Idee unterstütze ich und lade Ihre Tochter hiermit herzlich für einen Monat zu uns ein. Die beiden jungen Damen werden einander reichlich zu erzählen haben, wenn sie sich wiedersehen.
Leisten Sie Ihrer Tochter doch gern Gesellschaft und bleiben Sie ebenfalls bei uns, dann können Sie sich davon überzeugen, daß es ihr bei uns an nichts mangeln wird.
Wir erwarten Sie Mitte April für einen Monat. Bitte sorgen Sie sich nicht um die sichere Rückkehr Ihrer Tochter: Johanna wird Mitte Mai zu meiner Schwester reisen und Ihre Tochter begleiten.
Ich verbleibe,
Ihr Carl-Christian von Wittenbrock
Letter from Johanna to her Aunt Cäcilie:
Geliebte Tante,
ich hoffe, Sie sind mir nicht allzu böse, daß ich diese formlose Anrede verwende. Mein Dank für die Zeit bei Ihnen in Hannover wird ewig währen.
Von Helene habe ich gehört, daß Ihr Orangengeschäft mit dem Konditor Fahrt aufgenommen hat, und Helene ist sehr dankbar für den unbekannten ‚Einflüsterer‘. Selbstverständlich habe ich Ihre Rolle nicht verraten.
Helene kommt mich übrigens bald besuchen, und ich hoffe, daß mein Vater Herrn Rathen überzeugen kann, daß auch Helene mit zu den Lossows reisen darf. Könnten Sie eventuell einmal nachhaken? Ich hätte gern eine Freundin in meinem Alter vor Ort.
Besuchen Sie uns auch bald wieder? Charlotte würde gern näher mit Ihnen bekannt werden, jetzt, da sie selbst langsam ans Erwachsensein herangeführt wird.
Ich freue mich darauf, Sie bald wiedersehen zu dürfen
und verbleibe als Ihre liebe Nichte
Johanna
Letter from Friedrich von Lossow to Johanna von Wittenbrock, written in several parts as foaling time means almost no time for leasure:
Verehrte Baroneß Johanna,
noch nie hat mich ein Brief so bewegt wie der Ihre. Ich bin dankbar und glücklich, daß Sie sicher im Schoß Ihrer Familie angekommen sind. Für die rücksichtsvolle Anteilnahme Ihres Herrn Vaters kann ich Ihnen beiden nur danken. Bitte richten Sie ihm erneut meine ergebenen Grüße aus.
Bitte entschuldigen Sie, daß der Brief so lange liegebenblieb und die Tinte inzwischen eine andere Farbe hat. Aktuell wird jedes Paar Hände in den Ställen gebraucht, und auch die Bücher haben aktuell nur eine untergeordnete Bedeutung. Nichtsdestotrotz kümmere ich mich auch weiterhin um meine üblichen Pflichten. In dieser Zeit kommt der Schlaf etwas kurz, aber es ist bald geschafft, und dann kann ich mich wieder meiner eigentlichen Aufgabe mit der Energie widmen, die sie verdient hat.
Wieder sind ein paar Tage vergangen, und ich bitte Sie aufrichtig um Verzeihung, daß ich Sie so lange warten lasse. Das ist unhöflich und gehört sich nicht.
Als junge Dame dürften Sie wenig von der eigentlichen Arbeit betroffen sein; ich hoffe nur, daß Sie trotz der vielen Arbeit, die jetzt auf Ihrem Familiengut genauso zu finden ist wie auf unserem, ein wenig Zeit für die Ausritte finden, die Ihnen so wichtig sind.
Ich werde nun diesen Brief mit einem warmen Gruß schließen und bitte Sie, mich bei Ihren verehrten Eltern in Erinnerung rufen zu dürfen.
Ich verbleibe
als Ihr sehr erbebener
Friedrich Georg von Lossow
Letter from Johanna von Wittenbrock to Friedrich Georg von Lossow as a reply to his last letter. This letter was never sent:
Mein lieber Lossow,
ich weiß noch nicht, ob ich diesen Brief abschicken darf mit dieser formlosen Anrede, aber ich versuche es. Es gibt niemanden auf dieser Welt, dem ich lieber diese Anrede gewähre.
Erinnern Sie sich an Helene Rathen? Die junge Dame, die bei dem Ausritt nach meinem Sturz an meiner Seite blieb, während Sie sich freundlicherweise auf die Suche nach meinem Pferd gemacht haben, ist zu Besuch bei meinen Eltern. Wir reiten jeden Tag morgens und nachmittags aus. Ich glaube, meine Eltern sind froh, daß somit täglich sechs Pferde bewegt werden, und unsere Männer mehr Zeit für die Fohlen und Mutterstuten haben. Helene sendet ebenfalls ihre ergebenen Grüße.
Ihr Vater war so gütig, die Einladung auf Helene auszuweiten, so daß wir eventuell auch einmal ohne die Anwesenheit meiner allgegenwärtigen Tante auskommen können. Ich freue mich darauf, Ihr Gut besuchen zu dürfen und endlich auch Ihre Eltern kennenlernen zu können.
Ich verbleibe
freundlichst
Johanna Magdalena von Wittenbrock
Letter from Johanna von Wittenbrock to Friedrich von Lossow, the second attempt passed her father’s sharp eyes:
Sehr geehrter Herr Lossow,
den Brief, den ich ursprünglich geschrieben habe, durfte ich nicht abschicken. Daher folgt nun mit etwas Verspätung der zweite Versuch, von dem ich hoffe, daß mein Vater ihn genehmigt.
Erinnern Sie sich an Helene Rathen? Die junge Dame hat mit ihren Eltern bei dem Ausritt in die Eilenriede teilgenommen. Aktuell ist sie zu Besuch auf unserem Gut, und unsere Freundschaft festigt sich täglich. Ich bin so dankbar, eine gute Freundin in der Stadt gefunden zu haben! Wir reiten täglich morgens und nachmittags aus. Für unsere Sicherheit ist gesorgt, da uns immer einer unserer Männer begleitet. So werden täglich sechs Pferde bewegt, wofür meine Eltern dankbar sind, denn so bleibt den Männern mehr Zeit, sich um die Fohlen zu kümmern. Helene hofft, daß Sie sich auch an sie erinnern und sendet ihre ergebenen Grüße.
Ihr Vater war so gütig, die Einladung, die ursprünglich nur mir und meiner Tante galt, auch auf Helene auszuweiten. Sofern ihre Eltern dem zustimmen, werden wir sie mitnehmen. Wir werden also zunächst nach Hannover zurückreisen, dort kommt meine Tante dazu. Und entweder kommen wir zu zweit oder zu dritt.
Ich bin sicher, daß mein Vater und meine Tante mit Ihren Eltern in Kontakt stehen.
Ich verbleibe
freundlichst
Johanna Magdalena von Wittenbrock
Worried reply from Friedrich von Lossow to Johanna von Wittenbrock,
Verehrte Baroneß Johanna,
bitte bringen Sie sich nicht in Schwierigkeiten durch Ihre Korrespondenz mit mir! Nichts läge mir ferner, als Ihnen Ungemach zu verursachen. Falls etwas derartiges der Fall gewesen sein sollte, bitte ich Sie aufrichtig um Vergebung.
Aufrichtig versichere ich Ihnen, daß wir für Sie, Ihre verehrte Frau Tante und Fräulein Rathen drei äußerst komfortable Zimmer vorbereitet haben, so daß es Ihnen an nichts mangeln wird.
Die ärgste Aufregung im Rahmen der Fohlzeit ist bald vorbei, so daß ich mir sicher bin, diesen Brief auch heute beenden zu können.
Die gesamte Familie von Lossow heißt Sie drei heute schon aufs herzlichste willkommen.
Marschlandschaften kann ich Ihnen zwar nicht bieten, aber die malerischsten Stellen der benachbarten Heide zeige ich Ihnen sehr gern, sofern mein Vater mir meinen Dienst stundenweise erläßt. Andernfalls werden Sie von einem unserer besten Männer begleitet und befinden sich, dies versichere ich Ihnen aufrichtig, in den besten Händen.
Ich verbleibe
ergebenst
Friedrich Georg von Lossow
Letter from Johanna von Wittenbrock to Friedrich von Lossow, sent immediately after she had received his third letter. This letter arrived on the day after the young man’s collapse and he was only handed it out once he was recovered and taking on light duty again.
Sehr geehrter Herr von Lossow,
bitte sorgen Sie sich meinetwegen nicht zu sehr. Ich bin mir bewußt, daß ich sehr impulsiv bin und mich damit in Schwierigkeiten bringe. Das ist mein Charakter, und ich arbeite daran, mich zu zügeln und Ihnen keine Schande zu machen. Nichts läge mir ferner, als Ihnen Ungemach zu verursachen.
Ich habe einmal bei einer befreundeten Familie ein Bild von der blühenden Heide gesehen und war davon sehr beindruckt. Kaum kann ich es erwarten, dieses Wunder der Natur mit eigenen Augen sehen zu dürfen!
Nun dauert es zum Glück nicht mehr allzu lange, bis wir nach Hannover aufbrechen. Ich hoffe noch immer, daß Helene uns begleiten darf, da ich ungern auf eine Freundin verzichten möchte, nachdem ich sie gerade erst gefunden habe.
Bitte machen Sie sich nicht die Mühe, auf diesen Brief noch einmal zu antworten; vermutlich sind wir bereits auf dem Weg gen Süden, wenn Ihre Antwort hier ankommt. Ich schreibe Ihnen nur, weil ich mich Ihnen auf diesem Wege ein wenig näher fühle.
Ich verbleibe
freundlichst
Johanna von Wittenbrock
Letter from Johanna von Wittenbrock to Friedrich von Lossow, written and sent to the postal office two days before she and Helene leave for town.
Sehr geehrter Herr von Lossow,
schnell widme ich Ihnen noch ein paar Zeilen, bevor wir aufbrechen. Da ich diesen Brief per Express schicke, wird er auf jeden Fall vor mir ankommen. Insbesondere, da wir noch ein oder zwei Nächte in der Stadt verbringen werden. So sehr mir Hannover als Stadt zuwider ist, so sehr freue ich mich darauf, meine Tante wiedersehen zu dürfen.
Natürlich freue ich mich noch mehr, zusammen mit meiner Tante und hoffentlich auch Helene die Stadt zu verlassen und ein wenig Zeit mit Ihrer Familie verbringen zu dürfen.
Bis dahin wünsche ich Ihnen eine angenehme Zeit
und verbleibe wie immer
freundlichst
Johanna von Wittenbrock
