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as summer ends

Summary:

Bob wusste nicht, wie lange er schon so fühlte. Wie lange er ES schon fühlte, wenn er da war. Dieses Gefühl von... ja was war es nun? Geborgenheit? Zufriedenheit? Pures Glück? Er wusste nicht genau, wann es begonnen hatte, aber als er es zum ersten Mal so richtig bemerkte, war es schon um ihn geschehen. Es war der zweite Sommer, nachdem sie ihre Detektei gegründet hatten. In der einen Sommerferienwoche, in der es keinen Fall gab und sie zu dritt einfach nur von morgens bis abends am Strand lagen. So konnte Justus im Schatten eines Sonnenschirms lesen, Bob konnte sich sonnen, und …Peter?
Peter surfte in der heißen Mittagssonne, in den glitzernden Wellen des Pazifischen Ozeans, die er zu beherrschen schien; sie sein Eigen machte, wenn er mit seinem Surfboard über das tiefblaue Wasser glitt.

Chapter Text

Bob wusste nicht, wie lange er schon so fühlte. Wie lange er es schon fühlte, wenn er da war.

Dieses Gefühl von... ja was war es nun? Geborgenheit? Zufriedenheit? Pures Glück? Er wusste nicht genau, wann es begonnen hatte, aber als er es zum ersten Mal so richtig bemerkte, war es schon um ihn geschehen.

Es war der zweite Sommer, nachdem sie ihre Detektei gegründet hatten. In der einen Sommerferienwoche, in der es keinen Fall gab und sie zu dritt einfach nur von morgens bis abends am Strand lagen.

So konnte Justus im Schatten eines Sonnenschirms lesen, Bob konnte sich sonnen, und …Peter?

Peter surfte in der heißen Mittagssonne, in den glitzernden Wellen des Pazifischen Ozeans, die er zu beherrschen schien; sie sein Eigen machte, wenn er mit seinem Surfboard über das tiefblaue Wasser glitt.

Bob beschlich dabei immer mehr dieses warme Gefühl im Bauch.

Diese Aufregung,

…wenn Bob ihn aus dem Wasser zu ihm hinüber joggen sah. Da fiel ihm zum ersten Mal so richtig auf, wie er aussah...

Sein Aussehen, seine roten Haare, die grün-blauen Augen, seine dünnen Lippen, die Sommersprossen an seinem Körper. 

…wenn Bob ihn ansah, war es wie ein Traum, aus dem er nicht mehr aufwachen wollte. In der Woche am Strand hatte er zum Glück immer eine Sonnenbrille auf. So war seine Blickrichtung immerhin ein bisschen versteckt. 

…wenn er ihn beim Surfen beobachtete, wie er mit Jeffrey für sich und die anderen Eis holte, wie ihm beim Wasser trinken das Meerwasser den Hals und die Brust herunter tropfte.

„Hey Leute!“

Bob wurde aus seiner Schmacht gerissen.

Jeffrey war schon wieder im Wasser und winkte ihnen zu.

„Jeffrey will wohl, dass ihr mit ins Wasser kommt!“, meinte Peter.

„Nein, danke, ich bin mit dem Eis genug abgekühlt“, sagte Justus und vertiefte sich wieder in sein Buch.

„Tja Bob, dann musst du wohl alleine mit mir mit", kündigte Peter an und hielt Bob seine Hand hin, um ihm aufzuhelfen. 

„Also weißt du...“ Bob suchte vergeblich nach einer Ausrede, doch er wurde unterbrochen. 

„Nanu? Bob? Dein Gesicht ist ja ganz rot! Hast du Sonnenbrand?“ 

Peter hatte sich vor ihn gekniet, einen Arm auf seinem Knie abgestützt, um sich Bobs Gesicht genauer anzusehen. „Dann wäre es wohl besser, wenn du hier bleibst und dich zu Justus in den Schatten setzt. Sonst bekommst du noch einen Sonnenstich.“ 

Peter griff nach vorne, um Bob die Haare aus der Stirn zu streifen. Dann griff er in seinen Rucksack und holte seine Kappe hervor. Er setzte sie Bob schräg auf dessen Kopf auf. „Hier,“ sagte Peter. „Behalt die auf, und trink genug Wasser!“ 

Mit den Worten stand er auf und joggte zu Jeffrey in die hohen Wellen.

Was war gerade passiert? Verdattert bewegte sich Bob, wie befohlen, neben Justus unter dem Sonnenschirm und starrte Peter hinterher. Kraftlos ließ er sich neben seinem besten Freund in den Sand plumpsen.

„Dir scheint es wirklich nicht ganz gut zu gehen,“ sagte Justus, ohne seinen Blick von seinem Buch abzuwenden.

„In meinem Rucksack ist noch eine ungeöffnete Flasche Wasser, die kannst du haben.“

„Mhm...“ Wie in Trance, kramte Bob in Justus Tasche herum, bis er die Flasche fand und sie öffnete.

Er hatte sich erst wieder gefangen, nachdem er den Liter Wasser fast ausgetrunken hatte. Er blinzelte und setzte die Flasche ab.

Er riss sich Peters Kappe herunter und kippte sich den letzten Schluck Wasser über den Kopf.

Die Abkühlung tat tatsächlich gut, doch heute konnte er definitiv nicht mehr ins Meer springen, ohne sich ein weiteres Mal zu blamieren. Warum hatte ihn Peters Frage so nervös gemacht? Eine Frage, die ihm die nächsten Wochen noch zu schaffen machen würde.

„Worum geht es in deinem Buch?“ fragte Bob und wollte sich selbst etwas ablenken. „Forensische Medizin und ihre neuen Methoden. Ist echt interessant“, meinte Justus. „Sind da Bilder drin?“ fragte Bob zögerlich.

„Warum? Möchtest du sie sehen?“ neckte Justus.

„Nein!... nein danke.“

Damit brauchte sich Bob nun wirklich nicht auch noch seinen Magen verderben. Danach war es wieder still.

Sein kläglicher Versuch, mit Justus ein längeres Gespräch aufzubauen, war gescheitert. Und so beobachtete er die Menschen am Strand und im Meer.

Stark darauf bedacht nicht in Richtung Peter und Jeffrey zu sehen. Etwas weiter den Strand herunter erkannte er eine Gruppe Menschen wieder. 

“Hey, schau mal Just, wer auch da ist!” sagte Bob, der von Justus nur ein, “hm,”bekam.

Die Mädels Clique aus ihrer Klasse kamen gerade am Wasser an und bauten einen Sonnenschirm und ein paar Liegen auf.

Allerdings hatte der Wind wenig später einen anderen Plan. Der Sonnenschirm wurde von einer Bö, davon geweht und auch die Liegen kippten mitsamt der vier Mädchen mit dem Wind um.

„Bin gleich wieder da!“ Bob sprang auf und rannte in Richtung der Mädels. Justus hob nicht einmal den Kopf aus seinem Buch.

Die Mädchen schrien wild durcheinander, als sie versuchten, Schirm und Liegen zu retten. Bob rannte an ihnen vorbei und schaffte es gerade so, den Schirm am Stiel zu fassen, bevor der nächste Windstoß ihn erwischte.

Bob hatte den Schirm in der Hand, aber dieser war immer noch aufgeklappt und so wurde er weiter über den Strand gezogen.

„Warte Bob! Wir helfen dir!“ Elizabeth und Kelly liefen ihm zur Seite und versuchten, den Schirm zusammenzuklappen.

Kelly erwischte ein Stück des Spannlakens und drehte den Schirm entgegen dem Wind. Elizabeth drückte den Knopf am Stiel, um den Schirm zusammen zu klappen.

Damit dieser wirklich liegen blieb, warf sich Bob samt Schirm in den Sand. Auch Kelly und Elizabeth hielten den Schirm eisern am Boden fest.

Einen Moment gab es eine unsichere Stille, als ob sie abwarten würden, dass der Schirm erneut ein Eigenleben entwickeln würde. Dann brachen sie in schallendes Gelächter aus; und Lys und Madison kamen dazu.

„Danke Bob, der wäre uns ja wirklich fast weggeflogen", rief Lys ihm zu. 

Bob, der als erster aufgestanden war, half Elizabeth auch wieder auf die Beine.

„Ach kein Ding, stellt eure Sachen hoch zu unseren, da ist es weniger windi- ‚‘‘. „Oh, ist Peter auch hier?“ fragte Kelly. Bei dem Namen zuckte Bob zusammen.

„Em ja, er ist gerade noch mit Jeffrey im Wasser.“ „Oh, dann muss ich ihm eben ‚Hallo‘ sagen! Vielen Dank für deine Hilfe, Bob!“ Kelly umarmte ihn von der Seite und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

Dann war sie auch schon außer Sichtweise Richtung Meer. 

Bob versuchte nicht weiter an den Anflug von Eifersucht zu denken und setzte sein charmantestes Lächeln auf. 

„So Ladies, wollen wir mal euer Camp in unserer Nähe aufschlagen? Da ist es auf jeden Fall sicherer vor Wind und Sonne“

 


 

Dass die Mädchen sich nun neben ihnen sonnten, schien Justus zu Beginn sichtlich zu nerven. Er konnte über das Geschnatter und die Flirterei mit Bob kaum seine eigenen Gedanken hören, geschweige denn lesen.

Doch als Lys sich zu ihm gesellte und ihn über sein Buch ausfragte, schien die Welt wieder in Ordnung.

„Habt ihr aktuell keinen Fall?“, wollte Elisabeth von Bob wissen. „Nein, aktuell nicht. Diese Woche sind Ferien angesagt.“

„Wie schön“, meinte Beth.

Darauf folgte eine unangenehme Stille.

Madison, die bislang mit Eincremen beschäftigt gewesen war, sah auf und zeigte Richtung Strand. ,,Oh! Jeffrey und Peter kommen mit Kelly zurück! Kelly! Ich hab dir einen Sonnenplatz frei gehalten.”

Das letzte Stück joggten Peter und Jeffrey mit ihren Surfbrettern unterm Arm die Düne hoch. Normalerweise, wenn die beiden trainierten, hatten sie Neoprenanzüge an.

Aber an so einem freien Tag, waren sie nur in lockeren Badehosen surfen. Bob suchte nach einem interessanten Fleck im Sand zum Hingucken, als sein bester Freund wie in Zeitlupe auf ihn zugelaufen kam.

Peter kam genau vor Bob stehen.

“Geht es dir besser?”, wollte er von Bob wissen, während er sich neben ihn in den Sand setzte. “Hi Mädels, cool, dass ihr auch alle hier seid!” Peter nickte Beth und Madison zu.

Lys war zu sehr mit Justus in sein Buch vertieft.

Bob setzte an: “Ja, mir geht’s besser, ich-“

 “Peter! Komm her! Leg dich doch zu mir”, rief Kelly zu ihnen herüber. Sie sonnte sich auf einer der zwei Liegen, die sie mitgebracht hatten.

"Ja, warte", meinte Peter. “Wirklich alles gut?” fragte er Bob noch einmal eindringlich, als er ihm auf die Schulter klopfte und aufstand.

Bob nickte nur kurz. “Alles klar, Kumpel”, und mit diesen Worten machte sich Peter auf zu Kelly. Gleichzeitig sprang auch Madison auf und zerrte Beth mit zum Wasser.

“Komm! Wer schneller da ist!” Vor Freude kreischend rannten die Mädchen ins Meer. Bob schaute ihnen nach.

Ihn überforderte die Situation ungemein. Er wusste auf einmal nicht mehr, wie ein normaler Mensch zu handeln, leben und atmen. Wenn er in seiner Nähe war, war irgendwie alles anders. 

Er drehte seinen Kopf und schaute hinüber zu Peter und Kelly. Die waren mit heftigem Flirten beschäftigt. Mit geröteten Wangen und beide grinsend bis zu beiden Ohren, konnte man das Knistern zwischen ihnen förmlich hören.

“Schon echt süß, die beiden.” Jeffrey hatte es sich unbemerkt neben Bob auf dem Boden bequem gemacht.

“Man könnte ja fast meinen, sie wären füreinander geschaffen.” Irgendwas an Jeffreys Stimme verwirrte Bob.

Hauptsächlich war es ein Tonfall der Zustimmung, aber da war dieser Hauch von etwas anderem.

War es Neid? Eifersucht? Er wusste es nicht. “Hm”, sagte er nur und drehte sich wieder Richtung Meer.

Er hatte keine Lust über Peter und Kelly nachzudenken und ließ den Wind seine Gedanken davontragen.