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Für Feinde

Summary:

Wie werden eigentlich Zaubersprüche entwickelt? Diese Frage stellt sich auch Severus Snape, allerdings nicht um die Welt zu retten, sondern um seine eigene Welt zu retten oder besser gesagt, um sich zu verteidigen. Dabei rutscht er immer tiefer in einen Sumpf aus Dunkler Magie, unerwiderter Liebe und zerbrochener Freundschaft...

[Beitrag zum Projekt: Schokofroschkarten sammeln von Chincilla auf fanfiktion.de]

Notes:

Disclaimer: Weder Charaktere noch die Geschichte gehören mir, sie sind Eigentum von J.K. Rowling. Ich leihe sie mir unkommerziell aus.

Work Text:

┌──── F Ü R  F E I N D E  ────┐

 

„Unser Schicksal steht nicht in den Sternen,

sondern in uns selbst.“

(Shakespeare)

 

„When trust is broken,

sorry means nothing.“

(unbekannt)

„Ich kann nicht lange bleiben…“,

flüsterte der Glücksmoment,

„…aber ich lege dir eine Erinnerung ins Herz!“

 

Severus konnte einfach nicht verstehen, wieso Lily so sehr von diesem Potter angetan war. Allein bei den Gedanken an James zog sich in Severus alles zusammen. Ihm wurde nicht nur körperlich übel.

 

Severus atmete schwer aus. Die nächste Mobbingattacke würde nicht lange auf sich warten lassen, das wusste er und darum hatte er sich vorbereitet und einen Abwehrzauber entwickelt.

 

Hätte ich doch nur etwas mehr Zeit ihn zu perfektionieren…, dachte er sich und starrte in sein Tränkebuch. Anstatt beim Unterricht aufzupassen, verfeinerte er seinen eigenen Zauberspruch.

 

Er feilte schon sehr lange an seinen Zauberspruch:

 

Hier eine Zauberstabbewegung, da eine veränderte Aussprache, hier die Gedanken konzentrieren, da die eigene Vorstellungskraft aktivieren, Notizen aufschreiben, durchstreichen, verfeinern… Die Entwicklung war kein leichter Akt, aber Severus hatte einen Hang dazu.

 

„Mr. Snape, wie lauten die Zutaten für den Ausdauertrank?“

 

Severus ratterte die Zutaten ohne aufzublicken monoton runter:

 

„Libellenthorax, fliegendes Seepferdchen, Doxyeier und Feenflügel.“

 

„Außerordentlich! 5 Punkte für Slytherin!“

 

Severus nickte kaum merklich. Zu tief war er in Gedanken versunken.

 

Lily…

 

Wie er sie vermisste, es schmerzte ihn sehr.

 

Zu sehr.

 

Sie an der Seite von James Potter zu sehen, versetzte ihn mehr als nur ein paar Dolchstöße. Seine Seele fing an zu splittern. Diese Splitter hatte er anfangs als er Lily kennen lernte noch zusammenhalten können. Sie war sozusagen sein Kleber, der die Splitter miteinander verband, was sein gewalttätiger Vater nicht grade erleichterte.

 

Sobald sich die Gelegenheit bot, wurde Severus von ihm misshandelt, körperlich wie psychisch, doch Lily war stets sein Sonnenschein zwischen all den tristen grauen Wolken, welcher sich aber später leider von ihm abwand und zum Sturm namens James zog, der seine Wolken nur noch mehr aufpeitschte und diese schließlich zu einem Gewitter werden ließen.

 

Mittlerweile hatte James Severus mit seiner Gang so weit getrieben, dass er härtere Maßnahmen auffahren musste. Die Schmach des Kopf-über-Hängens hatte er nicht vergessen und selbst wenn er wollte, konnte er es nicht.

 

Was er auch nicht vergessen konnte und was ihn sehr traf war, dass James seinen eigenen Zauber – Levicorpus - gegen ihn verwendet hatte.

 

Aber dank Muffliato würde James Sectumsempra nicht kommen sehen, dessen war sich Severus sicher.

 

Muffliato war im Vergleich zu Levicorpus eher einfacher zu entwickeln. Getrieben durch Wut, Pein und Ohnmacht war Muffliato auch sehr schnell ausgereift gewesen. Selbst Severus war erstaunt.

 

Levicorpus war da schon eine andere Hausnummer.

 

Severus musste sich erst einmal genau vorstellen, was er mit diesem Zauber genau bewirken wollte und zumal das sein erster erfundener Zauber war, bedurfte es noch mehr an Arbeit, Fantasie und Durchhaltevermögen.

 

Es gab viele Rückschläge, die er einsteckte. Beim Üben an Tierwesen beispielsweise ist ihm einmal ein Knarl direkt ins Gesicht geschleudert worden, anstatt Kopfüber in der Luft zu hängen. Sein Gesicht sah hinterher ziemlich zerkratzt und mitgenommen aus.

 

Wer hätte gedacht, das Knarle solche Schmerzen zufügen konnten? Severus zumindest nicht.

 

Nach monatelangem Üben, an der Technik feilen, die Fantasie ankurbeln – dank seines Tränkewissens wusste er wie er das so manches Male besser hinbekam – war Levicorpus fertig.

 

Severus war mehr als zufrieden, was selten vorkam.

 

Und dann war da noch Sectumsempra, dieser Zauber würde sein ganzer Stolz werden.

 

Es hätte alles nicht so weit kommen müssen. Severus stieß etliche Mahnungen gegenüber James und seiner Clique aus und schaffte es sogar so manches Male sich passabel gegen seine Peiniger zur Wehr zu setzen, zum Beispiel mit Tränken, die den Darm anregten, doch lange würde er die Pein und Schmach nicht mehr aushalten können.

 

Alles, was sie mir angetan haben, werden sie büßen! Allen voran dieser verdammte Potter…

 

In Gedanken versunken tippte er mit seiner Federspitze gegen die offene Seite seines Buches.

 

Der Zauberspruch, den er entwickelte, ist für Feinde, soviel stand fest und Potter war sein Feind, allein schon wegen dem, was er Severus alles angetan hatte…

 

Nur konnte er keine der unverzeihlichen Flüche in seinen eigenen Zauber mit einfließen lassen.

 

Dolohov, Wilkes, Avery, Rosier and Mulciber hatten ihn indirekt beim Entwickeln des Zaubers geholfen, indem sie sich beschwert hatten, dass die drei unverzeihlichen Flüche an Hogwarts nicht gelehrt würden.

 

Da kam Severus die einschneidende Idee.

 

Er würde einen Zauber entwickeln, der Feinde mehr als nur abschrecken würde, welcher aber kein dunkler Fluch sein würde.

 

Dies war zumindest der anfängliche Plan.

 

Mittlerweile schreckte er auch nicht mehr vor Dunkler Magie zurück. Er war sogar regelrecht angetan von ihr. Weitaus weniger angetan war er von Muggeln. Diese verachtete er abscheulich, was mitunter mit seinem Vater zu tun hatte.

 

Für Feinde kritzelte er schonmal ins Buch. Seine Mundwinkel zuckten kurz zu einem Lächeln auf.

 

Potter und Konsorten sollen ihn gefälligst in Ruhe lassen. Das ständige Piesacken und Auflauern machte ihn mehr als nur zu schaffen.

 

Er ballte wütend die Fäuste, lange genug war er ohnmächtig vor lauter Hilflosigkeit gewesen. Hinzu kam, dass Lily nicht nur seine Liebe sondern auch seine Freundschaft verschmähte.

 

Severus spürte, wie sie sich immer mehr von ihm entfernte. Es tat weh. Und dieser Schmerz, den er durch sie verspürte, war mit keiner Sache der Welt zu vergleichen. Sobald er sie ansah, ja nur an sie dachte, überkam ihn ein tiefes Gefühl der Trauer.

 

Er musste nur die Augen schließen und da war Lily.

 

Immer.

 

Die Gedanken kreisten nicht nur um seine bessere Hälfte, sondern auch um Schwarze Magie. Diese schwebten in seinem Kopf wie ein Geier über verwesendem Aas. Die Gedanken ließen ihn innerlich auch verwesen. Sie vergifteten ihn.

 

 Severus dachte sich förmlich in Rage:

 

Lily, Potter, Schniefelus, Schlammblut, Lily, Potter, Schniefelus, Schlammblut

 

Der Spitzname setzte dem Ganzen noch die Krone auf, aber es zerriss ihn innerlich weitaus mehr, dass er seine großen Liebe Schlammblut genannt hatte. Im Nachhinein wusste er, dass sie ihm nur helfen wollte, doch da es war bereits zu spät.

 

Ihr Band der Freundschaft war wie sein Inneres bereits zerrissen.

 

~

 

Es klingelte und Severus schreckte hoch. Schnell packte er seine Sachen zusammen und eilte aus dem Keller. Sein Ziel war eine kleine Lichtung im Verbotenem Wald, um seinen Zauber an Tierwesen zu üben.

 

Die nächste Begegnung mit Severus würde James nicht so schnell vergesse

 

 

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