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Robin starrte ungeduldig aus dem Fenster. Das Handy in seiner Hand gab bereits zum fünften Mal das Freizeichen von sich.
Als am anderen Ende der Leitung endlich abgehoben wurde, liess Robin keine Zeit für eine Begrüssung: "Ich stecke sowas von in der Klemme! Michi, ich hab Scheisse gebaut!"
Michi sagte nichts.
"Hallo? Hörst du mir überhaupt zu? Michi?", Robin brüllte nun fast in seinen Lautsprecher.
"Es gibt Leute, die haben bis gerade eben noch geschlafen", murmelte Michi dann und fügte hinzu, "und ausserdem, was kann so schlimm sein, dass du mich am Sonntag um acht Uhr anrufen musst? Wir haben uns doch gestern erst gesehen."
Robin seufzte, leicht verzweifelt: "Genau das ist ja das Problem Michi! Wir haben uns gestern gesehen und wir haben uns geküsst und morgen soll ich Kim küssen!"
"Warte, was?!", Michi hörte sich schlagartig hellwach an, "wie muss ich das denn jetzt verstehen? Wir hatten doch ausgemacht, Kim da rauszulassen! Robin, du hast mir versprochen, das du Kim nichts sagen wirst."
"Ich habe ihr nichts gesagt, keine Sorge. Aber ich mache doch bei dieser Foto-Love-Story mit und die haben mir eine Mail geschickt und gesagt, dass sie meine Partnerin beim Shooting sein wird. Ich weiss nicht was ich tun soll, Michi..., ich kann doch jetzt nicht mehr so einfach absagen."
Robin hörte Michi am anderen Ende tief einatmen: "Dann wird es wohl bald Zeit, dass ich ihr das von uns erzähle was?"
Robin wollte etwas erwidern, doch Michi redete einfach weiter: "Ich werde ihr sagen müssen, dass ich mich in jemand anderen verliebt habe... Oh Gott, wie stellt man sowas überhaupt an? Sie liebt mich doch..."
"Hey ich habe dich angerufen, damit du mir hilfst!", Robin lachte unsicher, "immerhin muss ich morgen deine Freundin küssen."
Und wenn du endlich mit ihr Schluss machen würdest, könnte ich auch offiziell dich küssen, dachte er.
