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Hilf Mir - jung, Hase, verzweifelt

Summary:

Der Osterhase ist ein abgehalfterter Promi, der neben einem latenten Alkoholproblem auch noch einen Schuldenberg mit sich herumschleppt. Mit den Tantiemen seiner Songs kann er sich gerade so über Wasser halten.

Aber zum Glück kommt Zeke ihn mit einer Lösung für seine Probleme besuchen!

(Spielt vor ‚der letzte Song des Osterhasen‘)

Notes:

(See the end of the work for notes.)

Chapter 1: Der Besuch

Chapter Text

Fips öffnete die Augen.
Erstmal sah er fast nichts, nur verschwommene Umrisse eines Tisches, der voller leerer Dosen war. Die Sonne kitzelte seine Nase und er musste niesen, woraufhin sein Staubsaugerroboter, der gerade vergebens versuchte, über den Teppich zu fahren, „Gesundheit“ sagte. Warum zur Hölle konnte das Teil eigentlich sprechen?

Egal, er war gerade zu verkatert um darüber nachzudenken und drehte sich einfach wieder um. Da sprach wieder eine Stimme:
„Jetzt schlaf doch nicht einfach weiter, wo ich schonmal hergereist bin.“
Immer noch schlaftrunken öffnete Fips seine Augen.
War das.. Zeke?

Die Person vor ihm schnipste vor seinem Gesicht. Jap, das war definitiv Zeke.
„Hätte auch nicht gedacht, dass ich mich mal in der Pflicht sehen würde, jemanden aufzuwecken. Aber wenn du so weiter machst vermüllt dein Haus noch.“
Zeke schaute sich um, dey hatte schon irgendwie recht. Wenn man ihn so sah, konnte man fast meinen, der Osterhase wäre irgendein dahergelaufener Penner.

Aber nur fast immerhin war er der Osterhase.

„Mach mal halblang, Zeke. Wie kommst du überhaupt hier rein?“
Zeke wich Fips‘ Blick aus.
„Ach, ich hab da schon so meine Wege.“
„Aber mach hier nicht alles voller Sand, das bekommt mein Staubsauger nicht mehr weg.“ war Fips Reaktion auf diese halbgare Erklärung.
Das einzige, was Zeke darauf antwortete war ein vielsagender Blick ins Wohnzimmer, in dem Fips übrigens auch die Nacht verbracht hatte.

„Und warum bitte bist du jetzt hier? Willst du mir von den anderen ausrichten, dass sie mich enterbt haben, oder was?“ Fips versuchte verächtlich zu lachen, aber der Gedanke daran machte ihn schon etwas trauriger, als vermutet.
Zeke rollte mit den Augen und warf Fips mit einer Ausgabe der „Woche am Sonntag“ ab.

„Hey!“ rief dieser, aber dann sah er auch schon, warum Zeke das getan hatte.
‚Endgültiger Absturz? - So verschuldet lebt der Osterhase‘ war die erste Überschrift, die ihm förmlich ins Gesicht sprang. Daneben war ein gephotoshopptes Bild von ihm selbst, das ganz grauenhaft aussah.

“Ach komm, warum legst du so viel Wert darauf, was irgendein Müllblatt über mich schreibt? Das liest doch eh keine Sau.“
Darauf war Zeke offenbar vorbereitet gewesen, den dey holte eine weitere Ladung Zeitungen und Zeitschriften aus deren Tasche, nur um Fips wieder damit abzuwerfen.

Alle diese Blätter titelten in etwa dasselbe.
„Wird der Osterhase jetzt zum Pleitegeier?“
„Verschuldet bis zum geht nicht mehr - der Osterhase.“
„Eierverstecken oder Geldsuchen? - Was der Absturz des Osterhasen für das Osterfest bedeutet“

Die etwas weniger seriösen unter ihnen, darunter auch das geistige Erbe eines gewissen Herrn Springers, schrieben Fips neben Geldproblemen auch noch eine Alkoholsucht zu, die er bei dem Anblick der Unmengen an leeren Dosen auch nicht wirklich dementieren konnte.

„Und, bist du hier, um mir mein Versagen unter die Nase zu reiben?“ fragte Fips.
„Nee, keine Angst, kleiner Bruder. Ich bin hier um zu helfen, ob du es willst oder nicht.“ war Zekes Antwort.
Endlich setzte Fips sich hin.
„Kannst du vergessen, ich weiß, was ich tue.“

Zeke hob eine Augenbraue und schaute sich demonstrativ im Raum um. Der Staubsaugerroboter hatte es mittlerweile auf den Teppich geschafft und scheiterte aktuell an einer halbgegessenen Chipstüte.

Fips seufzte.
„Wie willst du mir helfen?“
Zeke setzte sich ihm gegenüber auf einen Sessel, von dem dey erstmal ein paar alte Klamotten entfernen musste, und fing an zu sprechen:

„Ich hab dich bei einem Promi-Schuldnerberater angemeldet.“

Fips war schlagartig in Schockstarre verfallen.
„Du hast WAS?“ rief er ungläubig.
„Der hilft dir da raus, versprochen.“ Zeke versuchte, das Fips so nüchtern wie irgend möglich mitzuteilen.
Fips versuchte es erneut: „Aber.. ich hab doch gar keine Schulden.“
„Netter Versuch, aber ich kenne dich.“

Fips gab auf. Er wollte Zeke nicht verärgern und dey hatte schon ein bisschen Recht.
„Sag mir halt, was ich machen soll.“
Zeke musste unwillkürlich grinsen, was Fips‘ Mundwinkel nur noch weiter absinken ließ.

Zeke stand auf.
„Erstmal räumen wir hier auf. Der Typ soll ja nicht im Müll sitzen.“
Fips‘ Kinnlade klappe wieder herunter.
„Der kommt zu mir NACH HAUSE?“
„Na klar, wohin denn sonst?“
Fips antwortete nicht einmal, er stand auf und ging sich erstmal die Zähne putzen.
Wohlgemerkt war es gerade 15 Uhr.

Zeke wartete währenddessen im Wohnzimmer und räumte schonmal ein bisschen Müll weg. Wobei einiges davon für Fips wahrscheinlich kein Müll war, aber der war ja gerade nicht da.
Fips brauchte ganz schön lange im Bad, wollte er sich etwa drücken?

Das gab Zeke die Gelegenheit, mal etwas rumzuspionieren.
An der sonst sehr kahlen Wand hingen eine beachtliche Anzahl an goldenen Schallplatten, wovon die meisten jedoch wirkten, als hätte sie schon länger niemand mehr von Staub befreit.
Logisch, da kam der Staubsaugerroboter ja nicht hin.

Auf dem Küchentresen stand ein halbgegessener Teller mit etwas, das aussah, als wären es mal Instant-Nudeln gewesen. Mittlerweile konnte man diesem Teller wahrscheinlich ein Eigenleben zuschreiben.

Angeekelt entschied Zeke sich dazu, Fips diesen Teller zu überlassen. Und da war er auch schon wieder! Schade, Zeke hätte gerne noch ein paar Schränke geöffnet.

Fips sah nur unwesentlich besser aus als gerade eben noch und die Augenringe zogen tiefe Furchen durch sein Gesicht.
Wenn einer seiner Fans (falls er überhaupt noch welche hatte) ihn so sehen würde, würde dieser wohl schreiend wegrennen. „Und, räumen wir jetzt auf?“ fragte er genervt.
„Wenn du mit ‚wir‘ dich meinst, dann ja.“
„Du hättest mich auch einfach schlafen lassen können..“

„Jetzt wo ich schon den Schuldnerberater angerufen habe? Aber ganz sicher nicht.“
Fips schaute so genervt, dass Zeke sich doch dazu aufraffen konnte, deren kleinen Bruder beim Aufräumen zu helfen.

Und so räumten sie schon bald die Spülmaschine aus und ein, staubsaugten, Wischten die Tische ab, und so weiter, und so fort.
„Wieso bist du überhaupt zu mir gekommen?“ Frage Fips irgendwann.
„Schulden sind gar nicht so toll, das weiß ich, da muss ich dir doch helfen!“
„Du hattest auch mal Schulden?“
„Klar. Hat doch jeder mal.“
Fips Augen weiteten sich.

„Ne Spaß, ich pass auf mein Geld auf.“
Zeke lachte, Fips nicht.
„Du meinst wohl, Sana passt auf dein Geld auf.“ murmelte er, was von Zeke gekonnt ignoriert wurde (in erster Linie, weil Fips damit voll ins Schwarze getroffen hatte).
Sana war Zekes Frau. Zeke war der einzige der fünf Brüder der tatsächlich eine glückliche Beziehung führte, was dey manchmal selbst wunderte.

„Ach ja, wann kommt der Typ eigentlich bei mir vorbei?“ fragte Fips, während er unbeabsichtigt gegen seinen Staubsaugerroboter trat, und sich daraufhin leise bei ihm entschuldigte.
„Morgen um 9.“ antwortete Zeke trocken, woraufhin sich Fips fast an der Luft verschluckte und inständig hoffte, dass damit 21 Uhr gemeint war. Dieses Fünkchen Hoffnung sollte ihm jedoch schnell genommen werden.

„9 Uhr morgens, versteht sich.“
Fips seufzte.
„Und das sagst du mir jetzt?“
„Naja, ich musste ja auch erstmal hierher fahren. Und du weißt, kleiner Bruder: Bei hoher Geschwindigkeit können Quads in der Kurve schnell kippen.“
Zeke legte sehr viel Wert darauf, nicht die jüngste Person der Familie zu sein. Diese Last war Fips zuteil.

„Was ist eigentlich mit den anderen?“ fragte Fips.
„Ach, dies das. Klaus bereitet sowieso das ganze ja seine nervigen Geschenke vor und Rhun flickt gerade wahrscheinlich das Hotel wieder zusammen. Und von Eos brauchen wir gar nicht erst anzufangen.“

Fips nickte, doch er wusste, dass das nicht die Gründe waren, warum seine Brüder sich nie bei ihm meldeten. Klaus war bei ihrem letzten Streit rausgerutscht, dass er sich für ihn schämen würde, was wohl vor allem an Fips‘ zahlreichen Trash-TV Auftritten lag:

Mit ‚das perfekte Promidinner‘ fing alles an. Turns out: ein Menü, welches ausschließlich aus gekochten Eiern bestand, kam bei der Allgemeinheit (hier: Weintrinkende Endvierziger-Promis) eher so semi-gut an.

Das war aber noch das beste, was er im Fernsehen gemacht hatte. Auch als „Schauspieler“ versuchte er, sich zu etablieren. Dieser Karriereschritt ging aber nicht über Gastrollen bei ‚Berlin Tag & Nacht‘ und ‚Krass Schule‘ hinaus.

Und wenn man einmal in der Trash-TV Spirale drin ist, kommt man schlecht wieder raus. Deswegen war er auch noch in einer Menge Promi-Spielshows, wovon er keine einzige gewann. Datingshows dagegen waren nicht so seins.

Und für ‚Prominent getrennt‘ bräuchte er erstmal eine Beziehung.

Das alles führte auch dazu, dass Fips, im Gegensatz zu seinen Brüdern, ein allgemein eher schlechtes Image hatte. Was verwunderlich war, denn er war ja immer noch der Osterhase.

Zeke war der einzige seiner Brüder, mit dem er noch sporadischen Kontakt hatte.
Nach einem Streit waren er und Klaus auseinandergegangen und Rhun hatte immer eine Ausrede parat, warum xier Fips gerade nicht kontaktieren konnte.
Zu Eos hatte gerade keiner Kontakt.

Aber jetzt war ja Zeke hier und dey wollte ihm sogar helfen.