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Category:
Fandom:
Relationship:
Characters:
Additional Tags:
Language:
Deutsch
Series:
Part 4 of Just Like Heaven
Stats:
Published:
2024-10-22
Completed:
2024-10-25
Words:
4,521
Chapters:
4/4
Comments:
6
Kudos:
13
Bookmarks:
1
Hits:
188

Joyeux Noel

Summary:

Noah verbringt die Weihnachtsferien bei Joel.

Chapter Text

Mittlerweile musste Joel zugeben, dass morgendliches Kuscheln besser war, als morgendliches Yoga. Besonders jetzt wo es draußen kalt und morgens noch dunkel war lagen sie oft noch lange aneinandergeschmiegt zusammen im Bett. Und jetzt wo die Weihnachtsferien da waren, konnten sie das zwei Wochen lang so lange tun wie sie wollten. Nur morgen würden sie Joels Schwester vom Flughafen abholen und den Weihnachtsbaum schmücken.

Schon als Joels Eltern sie vom Bahnhof abgeholt hatten, hatte Noah gemerkt, wie sehr sie sich von seinen Eltern unterschieden. Nicht nur, dass sie seit über 20 Jahren glücklich verheiratet waren. Sie interessierten sich auch für ihren Sohn, fragten, wie sein Pastinakenbusiness lief und erzählten, wie gut sein Pastinakensaft bei seiner Oma und ihrem Nähkreis ankam. Und auch Noah nahmen sie auf wie einen zweiten Sohn. Sie fragten, wo er herkam, wie es in der Schule lief und ob er irgendwas nicht aß. Joels Schwester Lea hatte er zwar noch nicht kennengelernt, sie machte ein Work and Travel in Australien, aber Joel hatte ihm versichert, dass sie genauso nett war wie seine Eltern.

„Sie hat zwar früher gerne das Licht ausgemacht, während ich im Bad war, aber sonst ist sie ganz nett, wirklich“, hatte Joel ihm versichert, „Immerhin hat sie mir mein Känguruplüschtier zugeschickt.“

Während die ersten Sonnenstrahlen des Tages auf ihr Bett fielen, lagen Noah und Joel Arm in Arm darin. Joel hatte seinen Kopf auf Noahs Brust gelegt und Noah strich ihm sanft über den Kopf.

„Ich dachte, dass wir heute vielleicht auf den Weihnachtsmarkt gehen könnten“, meinte Joel, „Was hältst du davon?“

Normalerweise hasste Noah alles, was mit Weihnachten zu tun hatte. Weihnachtsmärkte, Weihnachtsfilme, Weihnachtslieder. Sie alle stellten Weihnachten als ein idyllisches Familienfest dar, das es in seinem Haushalt so nicht gab. In Noahs Familie lief Weihnachten meist so ab: Er durfte seine Geschenke auspacken, es wurde ein Foto gemacht, in dem sie auf heile Welt machten und glücklich in die Kamera lächelten, dann fingen seine Eltern irgendwann an zu streiten und der Abend war gelaufen. Joels bisher schlimmstes Weihnachtserlebnis war dagegen, als er Heiligabend in der Notaufnahme verbringen musste, weil sich herausgestellt hatte, dass er gegen Zimt allergisch war.

Aber ein Weihnachten mit Joel und ohne seine Eltern? Vielleicht konnte dieses Fest ihn ja doch noch vom Gegenteil überzeugen.

 

****

 

Auf dem Weihnachtsmarkt war alles hell erleuchtet. Es roch nach gebrannten Mandeln und Glühwein und irgendwo spielte Last Christmas.

“Ich hasse Last Christmas”, sagte Noah und seufzte.

„Ich auch“, stimmte Joel zu, „Das wird so oft gespielt, das es irgendwann nur noch nervt.“

„Nicht deswegen“, wandte Noah ein.

„Weswegen denn dann?“

„Da wird jemandem das Herz gebrochen und das soll ein schönes Weihnachtslied sein?! Hallo? Das ist genauso wie wenn Leute Every Breath You Take auf ihrer Hochzeit spielen, obwohl das von einem Stalker handelt. Oder…“

„Okay, Grinch.“, sagte Joel und zog ihn mit sich, „Guck mal, gebrannte Mandeln!“

Joel kaufte ihnen eine Tüte gebrannte Mandeln, die sie sich im Gehen teilten.

Und langsam konnte auch Noah nicht anders, als sich von Joels Begeisterung anstecken zu lassen („Kinderpunsch! Crêpes! Heiße Schokolade!“).

Schließlich standen sie am Stand mit den Lebkuchenherzen. Joel hatte ihm schon beim Erfurter Oktoberfest eines mit der Aufschrift „I mog dich“ gekauft und studierte jetzt erneut das Angebot (Frohe Weihnachten, Ich liebe dich, Beste Oma) bis er ein passendes fand.

Dann hatte er auch noch einen Stand entdeckt, an dem Weihnachtsmützen verkauft wurden – mit Leuchtfunktion -  und jetzt lief er mit einem Lebkuchenherz mit der Aufschrift „Hab dich lieb“ sowie einer leuchtenden Weihnachtsmütze im Partnerlook mit Joel über den Weihnachtsmarkt.

„Das ist voll praktisch“, scherzte Joel, „So kann ich dich wiederfinden, wenn ich dich mal verliere.“

„Weißt du woran mich das erinnert?“

„Was?“

„Diese Lampen bei Baustellen, damit man mit dem Auto nicht dagegenkracht.“

„Okay, Grinch.“

Aber wie sie da so am Glühwein und Kinderpunschstand unter dem hell erleuchteten Weihnachtsbaum standen, eine warme Tasse Kinderpunsch in den Händen, im Hintergrund eine Instrumentalversion von Stille Nacht, musste Noah zugeben, dass Weihnachten vielleicht doch gar nicht so übel war. Besonders wenn Joel an seiner Seite war. Noah hatte das vorher nie wahrgenommen, aber es war doch irgendwie süß. Joel war irgendwie süß. Eingepackt mit leuchtender Weihnachtsmütze, Schal, Handschuhen und warmer Winterjacke und seiner Brille, die jedes Mal kurz beschlug, wenn er einen Schluck von seinem heiß dampfenden Kinderpunsch nahm.

„Was ist?“, fragte er und sah Noah interessiert aus seinen karamellbraunen Augen an.

Noah konnte spüren, wie er bei Joels Blick auf einmal nervös wurde. Seine Hände wurden schwitzig und seine Knie fühlen sich so an, als würden sie jeden Moment nachgeben.

Er wollte es ihm sagen, aber da war auch wieder der Teil seines Herzens, der ihn anschrie, dass er das nicht durfte. Dass es nur in Leid enden würde wie bei seinen Eltern. Aber gleichzeitig waren da auch die vielen Male, in denen Joel ihm das Gegenteil bewiesen hatte.

Er schlug die Ratschläge dieses dunklen Teils seines Herzens in den Wind.

„Du…du bist schon irgendwie…süß. DA ICH HAB’S GESAGT!“

Noah konnte nicht glauben, dass er dieses Wort tatsächlich ausgesprochen hatte. Freddy war süß. Erdbeeren waren süß. Und jetzt auch noch Joel?

Doch Joel lächelte ihn an.

„Danke“, sagte er nur und errötete etwas, „Du übrigens auch.“

Joel ließ eine seiner Hände über den Tisch gleiten. Noah tat dasselbe. Langsam strich Joel mit seinen Handschuhen über Noahs Hand.

„Und das meine ich ernst.“

 

***

Joel hatte ihn danach nicht mehr darauf angesprochen, dass er ihn süß genannt hatte.

Aber wie sie jetzt wieder zusammen im Bett lagen, mit Joel in seinem Arm, merkte Noah, wie Joels Nähe nicht nur ihn, sondern auch sein kaltes Herz erwärmte.

Joel machte etwas mit ihm.

Er konnte nur nicht ganz beschreiben, was das war.

Einfach nur in seiner Nähe zu sein, machte ihn zum glücklichsten Menschen der Welt.

Sie mussten nicht einmal reden.

Und selbst wenn, musste er feststellen, dass es ihn nicht mehr nervte, wenn Joel mal wieder über sein Pastinakenbusiness redete.

Im Gegenteil. Er könnte ihm stundenlang dabei zuhören, einfach, weil er merkte, wie glücklich es Joel machte.

Genauso wie Joel ihn nicht unterbrach, wenn er ihm von irgendeinem Horrorfilm vorschwärmte. Manchmal sahen sie sogar zusammen einen an. Dabei hatte Joel Horrorfilme früher nie gemocht, weil sie ihm zu viel Angst machten.

Ganz egal was das war – er wollte es nie wieder hergeben.