Actions

Work Header

Rating:
Archive Warning:
Category:
Fandom:
Characters:
Additional Tags:
Language:
Deutsch
Series:
Part 35 of Verlorene Fragmente
Stats:
Published:
2024-11-04
Words:
1,347
Chapters:
1/1
Comments:
6
Kudos:
19
Hits:
251

Ungeahnte Qualitäten (70 Schüsse aus dem Dunkel)

Summary:

Justus Jonas hat einen überragenden Intellekt. Aber er hat auch Qualitäten auf anderen Gebieten. Als sich ihm die Chance präsentiert dies zu zeigen, ergreift er sie.

Notes:

Zur Folge: Die Drei wollen sich bei einer Modenschau einschmuggeln und gehen dafür auf ein Casting. Bei diesem müssen sie einen Laufsteg entlang laufen. Überraschenderweise sind weder Peter noch Bob geeignet; Justus aber schon.

Diese Tatsache ließ mich nicht los. :)

(See the end of the work for more notes.)

Work Text:

Laut schrillend klingelte das Telefon in der Zentrale. „Ja, Justus Jonas von den drei Detektiven?“, erkundigte sich der erste Detektiv, als er wie so oft den Hörer abgenommen hatte. Peter und Bob hatten auf dem Sofa gehockt, sahen jetzt aber interessiert auf. 

„Schalt den Verstärker ein“, meinte Peter, doch Justus hielt plötzlich seine Hand vor den Schalter. Seine Freunde sahen ihn fragend an. 

„Ja, das war ich“ , erwiderte er auf die Frage des Anrufers. Einige Momente lauschte er. „Danke, ich denke nicht, dass“, begann Justus, doch wurde er offenbar von seinem Gegenüber unterbrochen. 

Er hörte zu, dann erkundigte er sich: „So viel?“ Wieder war nur das entfernte Geräusch eines sprechenden Mannes zu hören. „Danke. Das freut mich zu hören, aber“ Schon wieder konnte Justus den Satz nicht zu Ende sprechen. 

Etwas in seinem Gesicht änderte sich, wurde von nachdenklich zu interessiert. „Und wann wäre das?“, fragte er in den Hörer. Noch einige Momente verstrichen, dann sagte er: „Ja, das würde passen. Auf Wiedersehen.“ Und legte auf. 

„Wer war das?“, wollte Peter sofort wissen. „Niemand.“ 

„Niemand?“, hakte Bob ungläubig nach. „Es war privat.“ „Aha“, kam es unzufrieden von Bob, der nun zu Peter schaute, der ebenfalls so ungläubig guckte, wie er sich fühlte. „Du willst uns“ Doch Justus unterbrach Peters einsetzenden Einwand sofort. „Ich werde euch nichts darüber sagen. Also fragt nicht.“ Und damit war das Thema erledigt. 

Bis es unfreiwillig und völlig überraschend wieder zur Sprache kam. Einen Monat später saßen die drei Fragezeichen vor dem Fernseher. 

Gerade war Werbeunterbrechung, die Justus dafür nutzte, ihre kleine Toilette aufzusuchen, während Bob neue Getränke aus dem Kühlschrank und Peter frische Snacks aus ihrer Schatztruhe besorgte. 

Im Hintergrund dudelte der Fernseher mit seinen Werbesendungen. Peter hatte sich gerade wieder vor dem Fernseher niedergelassen, knurpste bereits einige Nüsse, als Bob die Getränke bereitstellte und sich dann noch im Stehen eine Cola öffnete. Beide schauten beiläufig zum Fernseher. 

Im nächsten Moment prustete Bob seine Cola in die Weite und Peter fielen die Nüsse aus dem Mund, der ihm offen stehen geblieben war. 

Das war Justus. Ihr Freund Justus, der da in einem Werbespot vorkam. 

Justus, dem sein dunkles Haar ins Gesicht hing, saß auf einer alten Holzkiste vor einem baufälligen Fabrikgebäude. Er trug blaue Jeans, Lederboots und ein Shirt; seine Übergewichtigkeit wurde nicht beschönigt, er sah aus, wie er nunmal aussah. 

„Hey Dickerchen“, rief ein Typ von einem Motorrad runter, der nun ins Bild kam. Er war äußerst attraktiv, in einem coolen Lederoutfit gekleidet. Er zwinkerte einer Gruppe junger Frauen selbstsicher zu, die im Hintergrund zu sehen waren. Einige kicherten und deuteten auf den zweifellos gut aussehenden Mann. 

„Was macht so einer wie du hier?“, fragte der Motorradfahrer abfällig. Er stieg vom Motorrad, seine Absichten klar; auch durch die bedrohliche Musik, die eingesetzt hatte. Der Typ war auf Krawall gebürstet und wollte das an Justus auslassen. 

Doch der sah ihm nur unbeeindruckt entgegen. „Was hast du zu bieten?“, fragte Justus abgebrüht. Man sah noch das verdatterte Gesicht des Motorradfahrers, dann sah man, wie Justus sich erhob. 

Rockige, coole Musik ertönte, als Justus sich auch schon in Bewegung setzte. Er lief los, selbstbewusst, beinahe tänzerisch und schwang dabei seinen Hintern. Dieser kam in der Jeans so vorteilhaft zur Geltung, dass selbst Peter der Mund offen stand. 

Justus lief auf die Gruppe junger Frauen zu, die ihn erstaunt ansahen. Doch Justus schien das nicht zu tangieren. Selbstbewusst setzte er seinen Weg über den staubigen, trockenen Untergrund fort. 

Dann war er bei den Frauen angelangt, lächelte sie an, bevor er sich mit einer beeindruckenden Drehung umwandte und auf seinen Herausforderer zulief. 

Nun hatten die Mädels - wie auch der Zuschauer - einen astreinen Blick auf seinen immer noch prachtvoll schwingenden Hintern. Pfiffe, Jubelrufe und Klatschten war die Folge, als die Frauen Justus begeistert hinterher sahen. 

Der Motorradfahrer zog beleidigt seinen Helm auf und fuhr mit knatterndem Motor davon. In der letzten Einstellung sah man noch mal Justus’ Hinterteil, dann wurde an seinem Körper entlang auf sein selbstbewusstes Grinsen gezoomt, während man im Hintergrund die Staubwolke des Motorrads erkennen konnte. 

Die Stimme des Sprechers ertönte derweil: „Move your ass like a queen. Queen’s Jeans - überall dort, wo es Kleidung gibt.“ Und damit endete der Werbespot, der ohne Zweifel einfach nur saucool gewesen war. 

Peter und Bob starrten noch immer auf den Fernsehbildschirm, obwohl längst was anderes zu sehen war, während Just in der Tür ihres Klos stand und wie festgefroren schien. 

Peter fasste sich als Erster, schnappte sich die Fernbedienung und stellte den Ton aus. „Was war das?“, entwich es ihm entsetzt. Seine Augen lagen unentwegt auf Justus. Dieser räusperte sich. „Werbung.“ 

Während Peter weiterhin fassungslos war, fing Bob an sehr breit zu grinsen. „Das haben wir gesehen“, rief er amüsiert. 

„Was? Wieso? Huh?“, entkam es Peter derweil nur. „Ich glaube, unser Erster braucht ein paar Wörter mehr,“ neckte Bob. Peter sah ihn dunkel an, dann blickte er wieder zu Justus. „Wie kam es dazu? Wieso bist du in einer Werbung? Wieso machst du das? Und was zum Teufel soll das alles?“, rief Peter, hatte sich anscheinend in Rage geredet. 

„Aber natürlich“, rief Bob plötzlich. „Der Anruf“, schaltete Bob schnell. 

„Häh? Welcher Anruf?“, wollte Peter wissen. 

„Erinnerst du dich an den Anruf vor einigen Wochen, kurz nach unserem Fall bei unserem Freund Alan, dem Modedesigner“, fragte Bob an Peter gewandt. „Was meinst du?“, wollte dieser wissen. „Wir hatten doch das Casting und den Typen dort gefiel Justus’ Hinterteil.“ 

Nun begriff auch Peter. Mit großen Augen sahen sie ihren Ersten an. „Die haben dich angerufen, um einen Werbespot mit deinem Hintern zu drehen?“, zog er überrascht den richtigen Schluss. 

Justus nickte, es war ihm deutlich anzumerken, dass ihm das Ganze unangenehm war. 

„Warum hast du das gemacht?“ Peter sah ihn fassungslos an, schwankte schlagartig zwischen heftigem Amüsement und absolutem Schock. 

Justus zuckte mit den Schultern. „Kann ich das nicht einfach so gemacht haben?“ 

Bob prustete los. „Willst du uns veräppeln? Wir kennen dich doch, Just.“ Er sah seinen Freund deutlich an. „Also?“, forderte er zu wissen. "Warum?“ 

Justus sprach: „Es gab eine Menge Geld. Das wird unser Unternehmen für etliche Monate gut versorgen.“ 

Peter und Bob blickten sich an, dann schüttelten sie die Köpfe. „Das mag eine Rolle gespielt haben“, meinte Peter. „Aber nur eine untergeordnete“, ergänzte Bob. „Als würdest du nur für Geld sowas machen.“ 

Bob gestikulierte zum immer noch stummen Fernsehbildschirm hin. „Jetzt sag schon“, forderte Peter. „Was war es wirklich?“ 

Nun sah Justus wirklich peinlich berührt aus. Da war so ein rötlicher Schimmer auf seinen Wangen, den seine Kollegen ganz selten zu sehen bekamen. „Nun ja“, er rieb sich über den Nacken. „Ich…“ Er räusperte sich. 

„Ihr wisst, dass ich mich über die vielen dummen Kommentare über meinen Körper in den letzten Jahren immer wieder geärgert habe.“ Ein weiteres Räuspern folgte. 

„Es tat einfach gut, dass jemand an meinem Körper mal was attraktiv fand.“ Es war beinahe hinreißend, dass Justus ein solches Geständnis mit geröteten Wangen abgab. „Ich hab mich geschmeichelt gefühlt“, gestand er, als sein Blick, unsicher vom Boden wieder zu seinen Freunden glitt. 

Diese tauschten einen kurzen Blick, dann sahen sie zu Justus. Bob fand als Erster seine Sprache wieder und äußerte lässig: „Na dann!“ Er lächelte und Peter tat es mit einem Nicken auch. 

Justus war vollkommen verblüfft und in eben jeder Tonlage fragte er ungläubig: „Es ist okay für euch?“ 

Nun war es Peter, der antwortete: „Na klar, Just. Wir freuen uns für dich.“ 

„Und dein Hinterteil sieht wirklich gut aus in dem Clip“, bestätigte Bob. 

„Ehrlich?“, fragte Justus unsicher und fassungslos zugleich. 

„Sehr gut“, unterstützte auch Peter. 

Mit einem lieben Lächeln sah Justus seine Freunde an. „Danke“, sprach er, immer noch ein wenig verlegen. 

„Ich will auch so eine Jeans“, meinte Peter nur. Bob lachte. „Ich auch.“ Er sah zu Justus. „Das sagt wohl alles, oder?“ 

Justus lächelte in einer süßen Mischung aus verlegen und stolz. 

Bob hob seine Cola wieder an und rief: „Dann trinken wir mal auf Justus Jonas mit seinen ungeahnten Qualitäten.“ Er zwinkerte seinem Ersten zu. 

„Oder um es mit dem Werbeslogan zu sagen“, rief Peter und stieß mit Bob an: „Move your ass like a queen.“ 

???

Notes:

Was freu ich mich auf eure Gedanken zu diesem Fragment. :)

Zur Info, was meine Projekte abgeht:
Montag: Verlorene Fragmente. Das nächste beschäftigt sich noch mal mit der Folge 70.
Donnerstag: Schein und Sein
Samstag: Der blaue Geist

Wir lesen uns. :) Offenbar wieder und immer wieder. xD

Series this work belongs to: