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Nächtliche Gespräche (219 und die Teufelsklippe)

Summary:

Obwohl Peter Hausarrest hat, besucht ihn Bob. Dabei machen sie eine Entdeckung, welche zu unerwarteten Entwicklungen führt.

Notes:

Szene: Peters Vater holt Peter aus einem Polizeipräsidium ab, er steht unter Mordverdacht. Peters Vater ist sehr besorgt und verbietet Peter an dem Abend noch Justus und Bob aufzusuchen, obwohl Peter ihm versichert, dass sein Schlamassel nichts mit den drei Fragezeichen zu tun hat.

Peter ist so enttäuscht und will unbedingt zu seinen Freunden, dass ich mir überlegt habe, wie die Nacht vielleicht wirklich verlaufen sein könnte.

(See the end of the work for more notes.)

Work Text:

Nachdem Peter geduscht und etwas gegessen hatte, hatte er zum Telefon gegriffen und erst in der Zentrale und danach bei Bob abgerufen, um seine Kollegen auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen. 

Gleich zweimal von seinen Erlebnissen zu berichten, war zehrend, aber da Bob den Nachmittag hatte zuhause verbringen müssen, wollte er auch ihn nicht im Ungewissen lassen. 

„Ich darf heute nicht mehr raus“, beschwerte sich Peter. „Wir sehen uns dann erst morgen früh in der Zentrale. Aber sehr früh“, setzte Peter störrisch hinzu. Er hasste es, wenn er nicht zu seinen Freunden durfte. Eine schlimmere Strafe gab es ihm Grunde nicht. 

Er hörte Bob einige Male tiefer ein- und ausatmen. „Soll ich noch zu dir kommen?“, fragte Bob leise. Peter dachte nach. Er hätte ihn so gerne bei sich. Aber seinen Eltern wäre das bestimmt nicht recht. Egal, beschloss er. 

„Das wäre schön. Aber schleich dich durch den Garten zu meinem Fenster, damit sie dich nicht sehen können.“ 

Bob gab einen amüsiertes Schnauben von sich. „Mach ich. Bis gleich.“ 

Peter setzte sich ans Fenster und schaute zu, wie der Nachmittag in den Abend überging. 

Es dauerte nur zehn Minuten, dann sah er, wie Bob sich zum Haus schlich. Er machte seine Sache gut, und Peter konnte ihn nur sehen, weil er wusste, dass er kam. Er kletterte das Rosenspalier gekonnt hoch, schließlich nutzten sie diesen Ein- und Ausgang zu Peters Zimmer nicht das erste Mal. 

Kaum war Bob am Fenster angelangt, streckte Peter ihm seine Hand entgegen und half ihm über den Sims. Wortlos zog Bob ihn in eine Umarmung und Peter spürte schlagartig, wie er sich entspannte. 

„Alles okay?“, fragte Bob leise, während er die Umarmung hielt. Peter nickte gegen seine Schulter. „Jetzt schon“, entkam es ihm leise, während er tief ein- und ausatmete und sich vom vertrauten Duft seines Freundes beruhigen ließ. 

Es war viel gewesen am heutigen Tag. Dieser blöde Detective hatte ihm ganz schön zugesetzt. Als wäre es nicht schlimm genug einen Menschen in den Tod springen zu sehen. 

Peter richtete sich auf, schüttelte seinen Kopf. Bob sah ihm prüfend ins Gesicht. „Du siehst nicht danach aus“, stellte er fest. Er nahm ihn bei der Hand und gemeinsam setzten sie sich auf Peters Sofa. 

Der Rothaarige ließ sich sofort nach hinten gegen die Lehne fallen und schloss die Augen. „Es war verdammt viel zu verkraften heute. Ich weiß gar nicht, was da passiert ist…“ Er öffnete die Augen, war froh, dass Bob noch immer seine Hand hielt. Gedankenverloren streichelte er mit einem Daumen über Bobs kleinere Hände. „… erst soll ich Bilder aufhängen, dann muss ich da warten und plötzlich höre ich diese Schreie.“ 

Peter atmete tief durch. „Und obwohl ich so schnell rannte, wie ich konnte, war alles, was ich tun konnte, dem Mann beim Fallen zu zusehen.“ Peter presste die Lippen aufeinander, wollte die Erinnerung vertreiben, doch gelang es nicht. 

„Ich konnte überhaupt nichts tun“, entwich es ihm verzweifelt. Bob zog ihn zu sich, sodass Peters Kopf an seiner Schulter ruhte, und Bobs Arme ihn umschlossen. Sofort atmete Peter tiefer ein, entspannte sich. „Es ist gut, dass du da bist“, sprach er sanft. 

„Na klar doch“, murmelte Bob in seine Haare und setzte einen kleinen Kuss auf sein Haupt. Peter lächelte. Bobs Nähe tat einfach gut. „Möchtest du einen Film gucken, um dich abzulenken?“ Peter überlegte. „Ja, gerne.“ 

„Dann such dir mal einen Film aus, den du schauen würdest, wenn du Hausarrest alleine verbringen müsstest.“ Peter hob den Kopf von Bobs Schulter. „Das könnte für dich aber ziemlich unangenehm werden.“ „So schlimm ist dein Filmgeschmack auch nicht. Aber bitte nicht irgendein sinnloses Geballer.“ 

Peter lachte. „Danach ist mir heute auch nicht zumute, sondern eher…“ Er erhob sich und lief zu seinem DVD-Regal. Er brauchte einen Wohlfühlfilm, irgendwas, das ihn beruhigte und ihn mit seinen Gedanken weit weg brachte. Dann wusste er, was er sehen wollte. 

Er zog den Film, versteckte ihn aber hinter seinem Rücken. Er wandte sich Bob zu. „Aber bitte nicht lachen.“ Bobs Blick war eindeutig neugierig, aber Peter wollte erst ein verbales Versprechen hören. „Sag es!“ 

Bob stöhnte. „Ja gut, ich werde nicht lachen.“ 

Peter zog die DVD hinter seinem Rücken hervor. Bobs Augenbrauen schossen hoch. „Sinn und Sinnlichkeit?“ 

„Ich mag den Film“, kam es rechtfertigend von Peter. Er sah das Funkeln in den blauen Augen. „Du hast versprochen nicht zu lachen.“ „Tue ich auch nicht. Ich freu mich einfach nur.“ 

„Schwindler!“, beschuldigte ihn Peter und Bobs Amüsement manifestierte sich in einem Lächeln. „Nun leg das Ding schon ein“, forderte Bob, eindeutig, um von der Tatsache abzulenken, dass er lachen musste, aber Peter tat ihm den Gefallen, wusste er doch zu schätzen, dass Bob immerhin versuchte sich zusammenzureißen, obwohl er gerne laut gelacht hätte. 

„Hast du den schon mal gesehen?“, fragte er, während er wartete, dass das Menü auswählbar wurde. Bob zuckte mit den Schultern. „Ich glaube Elisabeth hatte den Mal eingelegt, aber dann waren wir anderweitig beschäftigt.“ „Aha“, ließ Peter nur verlauten, der starr auf den Fernsehbildschirm guckte. Er mochte Bobs Ex nicht; immerhin war sie seine Ex. 

„Keine Sorge“, kam es beschwichtigend „ich werde mir den Film mit dir ansehen.“ 

„Ich hatte auch nicht erwartete, dass du dich anderweitig mit mir beschäftigst“, äußerte Peter spitz und wandte sich seinem Freund zu. Kaum, dass sich ihre Blicke trafen, brachen sie synchron in Gelächter aus. 

Dann begann der Film, der sie mit auf seine Reise nahm und Peter wie erhofft, weit weg von den Ereignissen des Tages brachte. Schließlich lief der Abspann und Peter schaltete den Fernseher aus. Er hatte keine Lust auch noch die DVD aus ihrem Abspielgerät zu holen und schaltete ihn einfach aus. 

Er wandte sich Bob zu. „Du lebst ja noch“, neckte er ihn. Bob schmunzelte. „Es war ein guter Film“, sagte er direkt und Peter lächelte. „Allerdings auch ein sehr langer. Ich muss mal“, meinte Bob verkniffen. Peter musste einen Moment überlegen, warum das ein Problem war. Dann verstand er: Bob durfte ja gar nicht hier sein. 

„Pass auf, lass uns zusammen gehen. Dann meinen meine Eltern, ich wäre auf dem Klo.“ Bob nickte und gemeinsam erhoben sie sich. Peter lugte aus seiner Zimmertür. „Die Luft ist rein“, flüsterte er. 

Schleichend huschten sie über den Flur und kaum, dass sie im Bad waren, sperrte Peter die Tür zu. Es war nicht das erste Mal, dass sie zusammen zur Toilette gingen und so blieb er zur Tür gewandt stehen und ließ Bob seine Dinge verrichten. 

Als er das Waschbecken hörte, wandte er sich um. Bob trocknete sich noch die Hände, dann nickte er. „Ich bin soweit.“ 

Sie schlichen zurück über den Flur. Plötzlich hörten sie die Stimme von Peters Vaters, die durch die nur angelehnte Schlafzimmertür deutlich zur hören war. 

„Meinst du, wir sollten ihm den Umgang mit Justus und Bob verbieten?“ 

Peter war schlagartig wie festgefroren. Was? Er blickte zu Bob. Auch der hatte angehalten und lauschte erstarrt den Worten, die durch die halb geöffnete Zimmertür drangen. 

„Wieso sollten wir?“, erkundigte sich Peters Mutter. 

„Peggy“, rief Bobs Vater aufgebracht. „Er steht unter Mordverdacht. Unser Sohn steht unter Mordverdacht.“ Seine Stimme klang so aufgebracht wie am Nachmittag, als er Peter von der Polizeiwache geholt hatte. 

„Er hat doch beteuert, dass das nichts mit den drei Fragezeichen zu tun hat“, äußerte seine Frau. 

Peters Vater schnaubte. „Der würde alles sagen, nur um Justus und Bob wiedersehen zu können. Manchmal wünschte ich, er hätte die beiden nie kennengelernt.“ 

„Henry!“, rief Misses Shaw entsetzt aus. 

Doch dieser brummte nur. „Weißt du, wie oft er wegen dieser beiden schon in Gefahr war? Ich weiß gar nicht mehr wie oft er sich verletzt hat, wir ihn aus irgendeiner gottverlassenen Gegend oder von Polizeiwachen abholen mussten. Und ich will nicht wissen wie viele Straftaten er schon im Namen der Gerechtigkeit begangen hat. Ich weiß, dass er sein Dietrich-Set nicht zum Stricken hat.“ 

Einen Moment herrschte Schweigen zwischen den Eltern, dann fragte sein Vater: „Machst du dir keine Sorgen um ihn?“ 

Peggy schnaubte. „Natürlich bin ich besorgt. Du weißt, dass ich eher zum Überbehüten neige und mir oft die schlimmsten Dinge ausmale.“ Sie klang erstaunlich selbstreflektiert. „Aber ihm den Umgang mit Bob und Justus zu verbieten, halte ich für falsch.“ 

Ein Rascheln war zu hören. Dann fügte seine Mutter an: „Was würde das bringen? Glaubst du, er würde sich davon abhalten lassen, die beiden wichtigsten Menschen in seinem Leben zu sehen?“ 

„Wir waren das mal“, kam es beinahe trotzig von seinem Vater. 

Peggy lachte. „Ach Henry, vor fünfzehn Jahren vielleicht noch. Aber die Dinge ändern sich und Kinder werden flügge. Peter ist es schon lange. Jetzt können wir nur noch darauf vertrauen, dass wir ihm genügend Verstand, Herz und Mut mit gegeben haben, dass er seinen Weg geht. Den Rest muss er alleine rausfinden.“ 

„Aber er ist doch erst zwanzig“, brummte Henry. 

Peggy fragte amüsiert: „Was hast du in dem Alter gemacht?“ Henry grummelte etwas Unverständliches und Peggy lachte. „Ich weiß es“, kam es spitzbübisch von seiner Mutter. „Du hast ein Mädchen aus deinem College verführt.“ Sie lachte glockenhell. „Und es hat funktioniert.“ 

Peter verzog das Gesicht, denn das Geräusch des Küssens war eindeutig. Er überlegte noch, wie lange er sich das anhören wollte, als sein Vater auch schon sprach: „Es hat sogar so gut funktioniert, dass sie mich aus mancher Klemme retten konnte“, gab Henry zu. 

Peggy lachte erneut. „Richtig. Und Peter geht es genauso. Er hat Justus und Bob. Egal, was passiert, egal in welche Schwierigkeiten er hinein gerät, er hat zwei Freunde, die ihn da raus holen werden. Und so wird auch dieses Mal sein, denn wir beide wissen, dass unser Sohn keinen Mord begangen hat.“ 

Ein lautes Seufzen war die Folge. „Ja, du hast recht“, stimmte Henry ihr zu. Dann fügte er zerknirscht an: "Trotzdem… machmal glaube ich…“ 

„Was denn?“, fragte sie nachhakend. 

„Kommt dir das denn nicht auch komisch vor?“, verbalisierte er seine Bedenken. „Die Drei hängen immer zusammen, rund um die Uhr und das seit beinahe dreizehn Jahren. Ja, sie haben ihre kleine Detektei und ihr Erfolg spricht natürlich für sie, aber es gibt ihn Peters Leben neben seinem Sport nichts anderes. Wo sind die Freundinnen? Soweit ich weiß haben Justus und Bob auch keine.“ 

Seine Mutter brummte ihre Zustimmung, bevor sie sprach: „Das stimmt. Marilyn hat mir gegenüber auch schon mal sowas geäußert. Bob hatte zwar schon einige Freundinnen, aber es war meist eher flüchtig und hielt nie besonders lange. Offenbar ging jede Beziehung den Bach runter wegen der drei Fragezeichen.“ 

Henry schnaufte lauter. „So war das wohl auch mit Kelly. Oder weißt du, warum sie sich getrennt haben.“ 

„Sind sie getrennt? Ich habe da den Überblick verloren“, gestand Peggy. 

„Sie war zumindest schon lange nicht mehr hier“, meinte Henry und Peggy summte ihre Zustimmung. 

Dann erkundigte sich sein Vater:  “Und was ist mit Justus? Hatte der jemals eine Freundin?“ 

„Mathilda ist diesbezüglich nicht sonderlich gesprächig. Aber soweit ich weiß nichts Erwähnenswertes.“ „Das meine ich“, sprach Henry weiter. 

„Woran denkst du?“, fragte seine Frau besorgt. 

„Ist es nicht seltsam, dass die drei so lange zusammen sind, ohne dass da mal eine ernsthafte Partnerschaft nebenbei entsteht? Ich meine wir alle hatten Jugendfreude, aber irgendwann wird man doch erwachsen und findet den Partner fürs Leben.“ 

„Worauf willst du hinaus?“, fragte sie ihren Mann. Dieser war einige Momente still. Kratzte er sich? 

„Könnte es sein, dass Peter, Bob und Justus“ Er räusperte sich. „…nun ja… was miteinander haben?“ 

Sie hörten Peters Mum überrascht einatmen: „Du meinst, ob sie eine Dreier-Beziehung haben?“ 

„Ja“, bestätigte sein Vater. 

„Ähm…“ Es war eindeutig, dass Misses Shaw von dieser Frage überrascht war. „Du meinst unser Sohn ist schwul und seine beiden besten Freunde sind es auch? Das halte ich eher für unwahrscheinlich.“ 

„Die müssen ja nicht schwul sein, vielleicht bi oder wie das heutzutage heißt. Vielleicht probieren sie auch nur aus, wie…“ Eine kurze Pause, gefolgt von einem Stöhnen entstand. „Nein, das will ich mir nicht vorstellen. Ist Peter aufgeklärt?“ 

Peggy lachte laut. „Natürlich, seitdem er zehn ist. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass Justus auch darüber Bescheid weiß, falls du dir Sorgen machst.“ 

Henry grummelte etwas. „Der weiß ja über alles Beschied.“ Es klang verdrossen. 

„Lass es gut sein. Unser Sohn ist erwachsen, er hat Menschen an seiner Seite, die er liebt und die zu ihm stehen - ob die jetzt miteinander schlafen oder nicht, spielt keine Rolle. Er ist glücklich bei Bob und Justus und das sollte uns reichen.“ 

Einige Momente herrschte Schweigen, dann ertönte ein sanftes: „Du bist eine wunderbare Mutter.“ Erneut küssten sie sich. 

„Und hoffentlich auch eine wunderbare Frau“, gab sie in einem koketten Ton zurück, der Peter sofort den Mund verziehen ließ.  „Das muss ich erst noch mal überprüfen“, raunte sein Vater. 

Schnell suchten Peter und Bob das Weite, schlüpften zurück in Peters Zimmer, der seine Zimmertür sofort verschloss. Er wollte nicht weiter darüber nachdenken, was nun im Schlafzimmer seiner Eltern passierte. 

Stattdessen wandte er sich Bob zu und als er seinem Blick begegnete, sah er die gleiche Verblüffung, die auch ihn ergriffen hatte. Als hätte er heute nicht schon genug erlebt, sorgte dieses Gespräch noch mal für eine ganz andere Form der Ermattung. 

„Willst du darüber reden?“, erkundigte sich Bob vorsichtig. 

Aus Peter platzte es förmlich heraus: „Ich weiß gar nicht, was mich mehr schockiert. Dass mein Vater sich solche Sorgen macht, mich von euch fern halten will oder annimmt, wir hätten was miteinander.“ Peter schüttelte entsetzt den Kopf. Was dachte sein Vater denn? Dass sie knutschend in den Armen des anderen lagen, wenn sie einen Fall gelöst hatten? Es war eine absurde Vorstellung. 

Peter bewegte den Kopf hin und her, als wollte er den Gedanken vertreiben. Er blickte auf. Bob saß auf seinem Sofa und sah auf seine Hände, er schien in Gedanken versunken zu sein. 

Peter runzelte die Stirn, dann ließ er sich neben ihm nieder. „Was geht in deinem Wuschelkopf vor?“, fragte er liebevoll. 

Immerhin brachte das Bob dazu aufzusehen. Wie aufs Stichwort fuhr er sich durch seine Lockenmähne. Peter schmunzelte. Er mochte Bobs Locken sehr. 

Dieser schien mit sich zu ringen, denn er setzte einige Male an, bevor er leise fragte: „Hast du dir je die Frage gestellt, warum es nie länger mit Frauen geklappt hat? Bei keinem von uns.“ 

Peter blickte Bob fragend an. Darüber hatte er noch nie nachgedacht. Aber jetzt, wo Bob es sagte… Sie alle hatten bisher wirklich keine Frau länger halten können. Mit Kelly war es auch eher immer ein unstetes Auf und Ab gewesen als wirklich eine echte, feste Beziehung.

 „Ich weiß nicht“, gestand Peter. „Woran denkst du?“, setzte er dann hinzu. 

Bob presste erst die Lippen aufeinander, dann sprach er vorsichtig: „Vielleicht hatten sie das falsche Geschlecht.“ 

Peter starrte Bob schlagartig an. Sagte dieser ihm gerade, dass er auf Männer stand? Oder auch auf Männer? „Bist du…“, fragte Peter vorsichtig. 

„Ich weiß es nicht“, gestand Bob. „Ich könnte mir durchaus was mit einem Kerl vorstellen, bin aber nie soweit gekommen, es auszuprobieren.“ Bob biss sich auf die Lippe, bevor er vorsichtig fragte: „Und du?“ 

Peter war atemlos. Er hatte noch nie daran gedacht, nun ja vielleicht schon, aber noch nie so wirklich. „Ich weiß es nicht“, gestand er. „Ich dachte immer, ich müsste doch hetero sein, da man das eben ist.“ Er kratzte sich verlegen am Nacken. Dann zuckte er die Schultern. „Keine Ahnung, ehrlich gesagt.“ 

Er sah auf. „Was mich aber viel mehr irritiert ist, dass mein Vater annimmt, dass die drei Fragezeichen der Grund dafür sein sollen, dass wir keine Freundinnen haben.“ Peter schüttelte den Kopf. Der Gedanken war doch echt absurd. 

„Also, ich finde, dein Vater hat recht“, äußerte Bob. 

Peter reagierte mit einem überraschten: „Was?“ 

Bob zuckte mit den Schultern. „Überleg doch mal. Wir können unsere Zeit nicht berechenbar planen, da immer ein Fall dazwischen kommen kann. Gemeinsame Zeit mit einer Freundin ist also immer nur spontan möglich und nie zuverlässig. Das ist schon für die meisten Beziehungen ein K.O.-Kriterium.“ Peter musste widerwillig zustimmen. 

„Zumal unsere Fälle immer an erster Stelle stehen. Wer will schon ständig zurückstecken? Zudem begeben wir uns in Gefahr, auch da hat dein Vater recht. Wieviele Partner würden es guten Gewissens aushalten, weder zu wissen, was ihr Freund macht, wann er wieder kommt und ob er verletzt ist oder nicht.“ Bob schüttelte den Kopf. 

„Unsere Arbeit ist so speziell, dass sich wohl niemand dauerhaft damit herumschlagen würde. Außerdem…“ Er hielt inne und Peter sah ihn aufmerksam an. Er wusste, dass Bob nun etwas anderes, intimeres preis geben würde. 

„… wie sollte ein Partner von außen jemals so wichtig für uns werden, wie wir es füreinander sind?“ Bob schnaufte. 

„Wir kennen uns inzwischen über zwölf Jahre, mehr als unser halbes Leben. Wir wissen alles voneinander, kennen unsere besten und unsere schlechtesten Seiten. Wir vertrauen uns und wir“ Er stockte, bevor er Peter in die Augen sah. 

„Wir lieben uns auch, sind so tief verbunden durch alles, was wir erlebt haben…“ Er lächelte. „Da kann niemand je dazwischen kommen.“ 

Peter sah ihn warm an, bevor er vorsichtig äußerte: „Das klingt so, als hättest du schon öfter darüber nachgedacht.“ 

Bob nickte. „Du weißt, dass ich viel nachdenke“, sprach er, als würde das alles erklären. Und für Peter tat es das auch. Das Gefühl, welches Peter ergriffen hatte, war von einer vibrierenden Wärme. Bobs Worte ergaben so viel Sinn. 

Fand er das schade, dass er mit dieser Logik nie eine Freundin haben würde? Die Antwort war ihm sofort klar: Nein, denn dafür bedeutete ihm die drei Fragezeichen und ihrer Freundschaft viel zu viel. 

„Warum hast du nie was gesagt?“, fragte er dann. 

Bob lachte. „Und was? Hey Justus, hey Peter, ich glaube, wir werden auf ewig zu dritt bleiben. Könnte das bedeuten, dass wir vielleicht in einer Beziehung sind ohne es zu wissen?“ Bob sah Peter kopfschüttelnd an. 

„Keine besonders feinfühlige Gesprächsführung. Zumal“ Er hielt inne. „Du weißt, dass mir solche Themen nicht leicht fallen. Und in der Regel sprechen wir auch nur selten über Derartiges.“ Bob sah beinahe etwas verlegen aus. 

Peter lächelte ihn an. „Stimmt, du zerdenkst diese Themen lieber.“ Bob verzog den Mund, doch Peter griff nach seiner Hand. „Schon gut, war nicht böse gemeint.“ 

Es war eine so selbstverständliche Geste gewesen, dass Peter erst merkte, was er da tat, als Bob auf ihre Hände schaute. Peter tat es ihm gleich. „Das fühlt sich so normal an“, murmelte Bob. 

„Ist das was Gutes?“, fragte Peter. Bob nickte. „Es ist vertraut und angenehm, also was Gutes.“ 

Sie sahen beide auf, blickten sich an und Peter spürte sein Herz schlagartig schneller pochen. Eine Stimmung lag in der Luft, die er nicht näher beschreiben konnte. Mit einem zitternden Einatmen hob er seine Hand und legte sie an Bobs Wange. „Und wie ist das hier?“, fragte Peter und Bob sah ihn mit großen Augen an. 

Bob brauchte einige Momente, bevor er leise sprach: „Schön, wenn auch nicht mehr ganz so vertraut.“ 

Peter schmunzelte, was Bobs Blick auf seine Lippen lenkte. Nur für einen Wimpernschlag, doch es war genug, dass Peter genau wusste, was er tun wollte. „Und das hier?“ 

Er lehnte sich vor, gab Bob genügend Zeit, um zurückzuweichen, falls es ihm zu weit ging. Doch Bob wich nicht, im Gegenteil. Er kam ihm entgegen und im nächsten Moment trafen sich ihre Lippen. 

Zärtlich berührten sie einander, erkundeten sich in diesem Kuss, der mit jedem Augenblick intensiver wurde. Peter spürte sich erschauern. Was für ein Kuss! So sanft, so hingebungsvoll, so prickelnd. 

Sie lösten sich nur soweit voneinander, dass sie sich in die Augen blicken konnten. Atemlos sahen sie einander an. „Das war gut“, hauchte Bob, Peter nickte. „Mehr als das.“ 

Noch etliche Atemzüge verstrichen in dieser ganz besonderer Stimmung, dann brachte Bob hervor: „Wir brauchen Justus.“ „Ja“, stimmte Peter ihm sofort zu. „Ist er noch in der Zentrale?“ Sie blickten auf die Uhr. Es war kurz nach halb zwölf. Bob zuckte mit den Schultern. „Möglich.“ 

Schnell wählte Peter die Nummer ihres Hauptquartiers. Es dauerte nur wenige Sekunden, dann ertönte das vertraute: „Ja, Justus Jonas von den drei Detektiven.“ 

„Justus! Wir haben da eine Entdeckung gemacht für die wir dich ganz dringend brauchen“, rief Peter aufgeregt ins Telefon. 

„Was ist den los, Zweiter?“, kam es besorgt. „Das können wir dir nicht am Telefon erklären.“ 

„Wir?“, fragte Justus überrascht nach. „Ja, Bob ist hier“, erklärte Peter und fragte dann: „Kannst du kommen? Und bitte durchs Fenster, da ich ja Hausarrest habe.“ 

„Werden deine Eltern nichts bemerken?“ Peter und Bob wechselten einen halb amüsierten, halb leidenden Blick. „Die kriegen heute nichts mehr mit“, versicherte Peter ihrem Ersten. 

„Gut“, sagte Justus entschlossen. „Ich bin gleich bei euch.“ 

Kaum, dass Peter aufgelegt hatte, küsste Bob ihn schon erneut. Überrascht ließ Peter sich überrumpeln, erwiderte den Kuss mit jener Begeisterung, die auch ihn ergriffen hatte. 

Bob presste ihn voller Leidenschaft nach hinten, intensivierte den Kuss so sehr, dass Peter schlagartig von Erregung überrollt wurde. 

Mit einem Keuchen trennte er sich von ihm. Bob sah ihn mit brennendem Blick an. „Ich will es wieder tun“, keuchte er. „Ich auch. Aber nicht ohne Justus“, stellte Peter klar. 

Bob sah beinahe leidend aus. „Hoffentlich radelt der schneller als sonst.“ Peter gluckste. „Das werte ich als Kompliment an meine Küsse.“ „Tu das, Hauptsache du küsst mich wieder.“ 

Sie lächelten sich an, die Spannung zwischen ihnen war greifbar und mit jeder Minute, die sie warten mussten, spürte Peter seine Zurückhaltung schwinden. Er wollte Bob endlich wieder küssen. 

Dann wurden sie erlöst von dem Ruf des Rotbauchfliegenschnäppers. Sofort stürmten sie zum Fenster und schauten hinaus. Justus stand unten am Rosenspalier und machte sich an den Aufstieg. 

Es dauerte deutlich länger als bei Bob zuvor und so warteten die beiden mehr oder minder geduldig oben am Fenster, bis Justus endlich bei ihnen war. 

Zu zweit hievten sie den heftig keuchenden Ersten in Peters Zimmer. Der fiel beinahe wie ein Stein zu Boden. „Ssssch, nicht so laut“, zischte Peter. 

Justus rappelte sich auf. „Was ist los, Kollegen?“, fragte er außer Atem. 

„Wir haben etwas entdeckt“, begann Bob sogleich und wandte sich Peter zu. Dieser nickte eifrig. „Sieh dir das an!“, rief Peter und küsste Bob endlich wieder. Es war wunderbar. 

Sie lösten sich schweren Herzen voneinander, aber das hier war schließlich nur eine Demonstration. Sie blickten sich noch einen Moment lächelnd in die Augen, dann wandten sie sich an Justus mit erwartungsfrohen Gesichtern. 

Doch dieser blickte ihnen vollkommen unbeeindruckt entgegen. „Ja und?“, fragte dieser, eindeutig verwirrt. 

„Siehst du es denn nicht?“, fragte Bob, nun auch verwirrt. 

„Was soll ich sehen?“, fragte Justus zurück. 

„Wir haben uns geküsst“, rief Bob energisch. 

Justus sah ihn dröge an. „Das war offensichtlich.“ 

„Und es wundert dich nicht?“, fragte nun Peter verwirrt. 

Justus schüttelte den Kopf, als er erwiderte: „Wieso? Das war ja nicht das erste Mal.“ 

„Ja, aber das erste Mal richtig leidenschaftlich“, sprach Bob kraftvoll.

Justus blickte von einem zum anderen, sah ihre aufgeregten Gesichter und fragte: „Okay, Kollegen. Was wollt ihr mir sagen?“ 

Peter und Bob tauschten einen Blick, dann begannen sie zu erzählen. „Wir glauben, dass wir drei füreinander gemacht sind…“ Sie berichteten Justus abwechselnd von den vergangenen Ereignissen, erzählten einander ergänzend vom belauschten Gespräch der Shaw-Eltern. 

„Jetzt ist nur die Frage“, fasste Bob zusammen. „…siehst oder eher fühlst du das genauso?“ Etliche Momente schienen alle die Luft anzuhalten. 

Dann sprach Justus so sachlich wie immer. „Die Argumentation deines Vaters entbehrt nicht einer gewissen Logik.“ 

„Wie schön, das du es logisch findest“ sprach Peter sarkastisch. „Aber fühlst du es auch?“, setzte er nach. 

„Schon lange“, kam es nüchtern, als würde er mitteilen, dass die Erde rund sei. „Was?“, riefen Peter und Bob fassungslos. 

Justus atmete tief durch. „Seitdem ich von Brittany so schändlich betrogen wurde, habe ich mir meine Gedanken gemacht“, sprach er und seine Stimme zeigte das erste Mal Emotionen. „Und diese haben mich immer wieder zu euch geführt.“ Er blickte auf, seine beiden Kollegen blickten ihn erstarrt an. 

„Du liebst uns auch?“, flüsterte Peter, war fassungslos aufgrund dieser Erkenntnis. 

„Das ist keine Neuigkeit“, sprach Justus voller Selbstverständlichkeit. 

Bob atmete tief ein und aus, dann fragte er: „Aber begehrst du uns auch?“ 

Justus blickte von einem zum anderen, er leckte sich über die trockenen Lippen, bevor ihm ein Wort leise, aber deutlich über die Lippen kam: „Ja.“ 

Die Spannung, die schlagartig in der Luft lag, war greifbar. Hier hatte sich etwas Weltbewegendes getan. Atemlos blickten sie einander an. 

„Dann…“, begann Bob langsam. „…dürfen wir dich küssen?“ 

„Es käme auf einen Versuch an, der mir verdeutlicht, ob eine derartige Aktivität das gewünschte Resultat erzielt.“ Peter und Bob schmunzelten aufgrund von Justus wie gewohnt umständlicher Sprechweise. 

Dann waren sie alle ganz still. Justus wandte sich Peter zu, der sich innerlich erschauern spürte. Gleich würde er wissen, wie es war auch Justus mehr als nur einen kurzen Kuss auf den Mund zu geben. 

Einen Moment lang blickten sie einander in die Augen und Peter war überrascht eine Spur Nervosität in den braunen Augen zu erkennen. Er lächelte sanft, wollte Justus versichern, dass alles in Ordnung war, dann beugte er sich vor und tat es einfach. 

Justus zu küssen, stellte er fest, war wunderbar. Zart bewegten sie ihre Lippen, tasteten sich aneinander heran und Peter wusste, dass es einfach nur richtig war. Ein Kribbeln breitete sich in seinem Körper aus. 

Justus ließ von ihm ab und nun war die Unsicherheit verschwunden und ein sanftes Lächeln hatte ihren Platz eingenommen. Die beiden wandten sich Bob zu, in dessen Augen Erregung schimmerte. Dann kam Aufregung hinzu, als Justus sich nun zu ihm beugte.

Peter war angesteckt von dieser Stimmung und beobachtete voller Faszination, wie sich seine beiden besten Freunde aufeinander zu bewegten und dann ihre Lippen vereinten. Es war ein so sanfter Kuss, dass Peter sehen konnte, wie Bob förmlich dahinschmolz. Er war wie gebannt von diesem wunderschönen Anblick. 

Bob löste sich nur ein Stückchen von Justus, dessen Atmung deutlich schwerer ging als zuvor. „Und?“, hauchte Bob gegen seine Lippen. „War es den Versuch wert?“ 

„Wie bei jedem wissenschaftlichen Experiment, muss das erst durch den wiederholten Versuch verifiziert werden.“ Und mit diesen Worten küsste er Bob erneut, der nicht anders konnte als breit in ihren Kuss zu grinsen. Auch Peter lächelte. Das war mal wieder typisch Justus. 

Doch dann wurde Peters Amüsement von etwas ganz anderem abgelenkt. Bob und Justus dabei zu sehen, wie sie einander küssten, war ein Anblick, den er nicht so schnell vergessen würde. Und es schürte in Peter den Wunsch ihnen nah zu sein. Er nahm sie beide in seine Arme, wollte ihnen bei ihrem Kuss so nah sein, wie es nur ging. 

Bob löste seine Lippen von Justus, richtete seinen warmen, erregten Blick auf Peter. „Küss uns auch“, flüsterte Bob nur und Peter bekam große Augen. „Wie…?“, fragte er atemlos. „Lass es uns einfach versuchen.“ 

Es war ein bisschen Koordination nötig, da es sich deutlich von einem Kuss zu zweit unterschied, doch dann fanden sie einen Weg, ihre Lippen zu dritt einander berühren zu lassen. Etwas Sinnlicheres hatte Peter noch nie erlebt. Und über allem schwebte die erstaunte Gewissheit, wie richtig sich das hier anfühlte; so als hätte es immer schon so sein müssen. 

Atemlos lösten sie sich voneinander, sahen sich voller Vertrautheit und Intensität an. Justus brach die Stille als Erster: „So ansprechend ich eine derartige Aktivität finde, wir sollten schlafen gehen, denn morgen haben wir einen Fall zu lösen.“ Peter und Bob grinsten sich an. Justus waren ihre Fälle so wichtig wie ihnen und keiner von ihnen musste das erklären oder rechtfertigen. 

Ohne noch ein weiteres Wort zu verlieren, schlüpfte Justus aus seiner Jeans und seinem Shirt. Sie hatten schon oft einander in Unterwäsche gesehen und auch so geschlafen, doch ihn jetzt so zu sehen, nachdem sie wussten, was sie einander bedeuten, war besonders. 

Mit einem Lächeln taten Peter und Bob es ihm gleich, entledigten sich ihrer Kleidung. Und so normal das für sie war, lag doch jetzt eine ganz besondere Atmosphäre über jede ihrer Bewegungen. Schließlich standen sie sich gegenüber, blickten sich an und die Wärme in ihren Blicken war greifbar. 

Bob streckte als Erster die Hände aus und sofort traten die beiden anderen auf ihn zu, nahmen sie und fassten sich auch selbst bei den Händen. Es war so schön in dieser Vertrautheit und Nähe zu schwelgen. 

Dann zog Bob sie zum Bett und auch jetzt folgten Peter und Justus ihrem Dritten, der so zufrieden und erfüllt aussah, wie Peter ihn selten gesehen hatte. Bob stieg als Erster hinein, Justus folgte und Peter schloss sich an, der seine Decke über sie zog und sich dann an Justus wandte. „Gute Nacht“, hauchte er, als auch schon sanfte Lippen den seinen begegnete. Peter lächelte. Daran konnte er sich gewöhnen. 

Dann hörte er, wie auch Justus und Bob einen Kuss austauschten und Peters Lächeln wurde noch mal größer. Er kam sich vor wie in einem Traum. Das war wunderschön. 

Mit einer tiefen inneren Zufriedenheit schloss Peter die Augen, er hörte das gleichmäßigen Atmen seiner Freunde und wusste, dass alles gut werden würde. 

???

Es war mitten in der Nacht als Henry zur Toilette musste und durch den dunklen Flur ins Bad lief. Auf dem Rückweg fiel sein Blick auf die Zimmertür seines Sohnes. Ein wehmütiges Gefühl machte sich in ihm breit. Peter war erwachsen geworden. 

Leise schlich er auf die Tür zu, wollte seinen Sohn noch einmal anblicken, wie er es früher, als er noch klein gewesen war, öfter getan hatte. Seinen schlafenden Sohn zu betrachten, hatte etwas Heilsames. Und so öffnete er die Tür, das Mondlicht fiel ins Zimmer und Henry blickte zum Bett seines Sohnes. 

Erstarrt hielt er inne. Dort lagen drei Personen. Eng verschlungen lagen sie da und schliefen ruhig. 

Obwohl Peter beinahe volljährig war, konnte Henry im schlafenden Gesicht noch immer das Baby erkennen, dass er einst gewesen war. Liebevoll betrachtete er für einen Moment die entspannten Züge seines Sohnes. 

Dieser regte sich, presste sich instinktiv an Justus, dessen Arm um seine Taille lag. Bob dahinter hatte einen Arm um Justus geschlungen. Alle Drei sahen so friedlich und zufrieden aus. 

Henry seufzte. Peggy hatte recht. Solange Justus und Bob bei ihm waren, würde er aus allen Schwierigkeiten herausfinden. So auch aus diesem Schlamassel. Leise schloss er die Tür. 

Noch etliche Momente verharrte er davor, dachte an seinen Sohn und welch ein toller junger Mann er geworden war. Ganz anders als er selbst, aber doch ein Grund für Henry stolz auf ihn zu sein. Er wollte sich gerade schon abwenden, als er Stimmen von drinnen hörte. 

„Wir sollten gehen“, hörte er Bob sagen. 

„Aber ich schlafe noch“, murrte Justus. 

„Das kannst du auch gleich zuhause noch“, gab Bob zurück. „Lass uns aufbrechen, sonst kriegt Peter noch Ärger. Wir dürfen gar nicht hier sein. Willst du seinen Eltern das morgen früh erklären?“ 

„Nicht, dass die mir noch verbieten, überhaupt zu euch zu kommen“, überlegte Peter laut. Das schien Justus zu überzeugen. „Nun gut, aber komm so früh wie es geht in die Zentrale.“

Er hörte, wie warm die Stimme seines Sohnes wurde: „Sobald es dir Uhrzeit zulässt.“ 

„Gut.“ Justus klang zufrieden, er hörte ein Schnaufen, konnte nicht ganz einschätzen, was in dieser Stille gerade geschah. 

„Bis später, Peter“, riefen seine Freunde und kletterten offenbar aus dem Fenster.

Henry schüttelte lächelnd seinen Kopf. Das war ja beinahe niedlich von den beiden, dass sie sich rechtzeitig raus schlichen, damit Peter keinen Ärger bekam. Echte Freunde eben. 

Mit diesem Gedanken machte Henry kehrt und lief zurück ins Schlafzimmer, wo er mit beruhigtem Gewissen wieder einschlafen konnte. Sein Sohn war glücklich und nicht allein. Mehr konnte er sich für ihn nicht wünschen.

???

Notes:

Ich freue mich auf eure Gedanken zum Fragment. :)
Wir lesen uns.
Das nächste Fragment basiert auf Folge 70 Schüsse aus dem Dunkel.

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