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Tarnen und Täuschen

Summary:

Es war ein Massaker. Eine absolute Katastrophe. Apokalyptisch. Wie die Ausrottung der Dinosaurier.

Adam schlich von einem Fenster zum anderen und suchte nach Überlebenden, fand aber keine, obwohl er mit wachsender Verzweiflung nach Lebenszeichen tastete.

Adam begeht versehentlich einen Massenmord. Leo darf das auf keinen Fall herausfinden.

Notes:

Wer noch nie versehentlich eine Zimmerpflanze gekillt hat, werfe den ersten Stein. 🌷

Für die Partners in Crime. 💕😏 Ganz besonders pusteblume258, aus offensichtlichen grünen Gründen 💚!

(See the end of the work for more notes.)

Work Text:

Zufrieden erklomm Adam die letzten Stufen zu Leos Wohnung, obwohl die Tragtaschen in seinen Händen normalerweise für absolut gerechtfertigte Beschwerden gesorgt hätten. Vierter Stock ohne Aufzug, das ging in seinen Augen als absolut irrwitzige Wohnentscheidung durch und da konnte ihm Leo wirklich nichts einreden, was Fitness oder günstige Miete oder Bewegung im Alltag anging.

Klar war die Wohnung günstig deswegen. Adam mochte die Wohnung. Die Wohnung war geil und die Miete wirklich gut, aber. Vier Stockwerke. Und Leo trank nichtmal Leitungswasser, sondern trug kistenweise Sprudel in luftige Höhen hinauf, leichtfüßig-beschwingt wie eine Bergziege.

Manchmal fragte Adam sich schon, wie er sich in jemanden hatte verlieben können, der freiwillig Getränkekästen durch die Gegend wuchtete, statt sich ein Sprudelgerät zu organisieren oder, noch besser, in eine Wohnung mit Aufzug zu ziehen.

Tja. Wo die Liebe hinfiel und so.

Und wem machte er was vor; für Leo regelmäßig ein paar Stockwerke nach oben klettern zu müssen, war ein wirklich geringer Preis dafür, mit ihm zusammen zu sein. Auch wenn Adam sich jetzt schon zum zweiten Mal die Treppe hinaufquälte, weil er brav einen der besagten Wasserkästen in seinem ersten Gipfelsturm vorhin schon bis vor die Tür geschleppt hatte.

Adam schnaufte erleichtert durch, als er endlich vor Leos Wohnungstür stand und die Einkäufe abstellen konnte, um den Schlüssel aus der Tasche zu fischen.

Ein guter Tag war das heute. Rasch in der Wohnung nach dem Rechten sehen, durchlüften, ein wenig putzen und das Bett frisch beziehen, damit morgen alles bereit für Leos Rückkehr sein würde. Drei Wochen Krankenhaus, bis er jetzt endlich wieder nachhause kommen durfte und er einen weiteren Meilenstein in Richtung Normalität schaffte.

Vorsichtig schubste er die Tür auf, trug die Taschen hinein und schloss sie wieder hinter sich. Schuhe aus, weil er noch durchwischen wollte und es da keinen Sinn machte, vorher irgendwelchen Dreck zu verteilen. Jacke an den Haken, obwohl Leo nicht da war, um sich darüber zu beschweren, dass Adam sie einfach wie sonst auf das Schuhregal legte.

Bald konnte Leo ja wieder meckern, dann würde alles wieder in gewohnten Bahnen verlaufen. Adam atmete durch und ging dann auf besockten Füßen den Flur entlang in Richtung Küche, eine Leichtigkeit im Herzen, die ihm bei seinem letzten Besuch hier in der Wohnung komplett abhanden gekommen war. Das war am Tag nach der Scheißexplosion gewesen, als er nur hastig Sachen für Leo zusammengesucht und in einen Rucksack gestopft hatte, voller Panik und mit stetig wachsender Angst, dass während seiner Abwesenheit im Krankenhaus irgendetwas schiefgehen könnte.

Nichts war schiefgegangen, auch wenn es knapp gewesen war. Leo würde sich erholen. Leo kam morgen nachhause, und Adam konnte wieder lächeln, seit das Datum seiner Freilassung feststand und sich nicht weiter nach hinten verschob.

Er räumte die Lebensmittel in die Küchenschränke und den Kühlschrank, entsorgte bei der Gelegenheit auch ein paar ziemlich wattige Paprika aus der Schüssel auf der Anrichte und eine halbvolle Packung Milch, die beim Schütteln klang, als wäre da im Inneren die Käseproduktion schon recht weit fortgeschritten.

Fenster auf, dann das Putzzeug zusammensuchen, damit Leo nicht auf irgendwelche dummen Ideen kam und hier saubermachen wollte. Adam pfiff entspannt, während er um die Ecke ins Bad abbog, wo Leo seine Putzlappen aufbewahrte.

Dann erstarrte er, schlagartige Panik im Bauch.

Eilig hastete er ins Wohnzimmer und stieß sich die Hüfte an der Türklinke, so eilig hatte er es.

Scheiße.

Hier auch. Noch schlimmer.

Er wagte es gar nicht erst, ins Schlafzimmer zu schauen.

Fuck.

Fuck fuck fuck.

*

Es war ein Massaker. Eine absolute Katastrophe. Apokalyptisch. Wie die Ausrottung der Dinosaurier.

Adam schlich von einem Fenster zum anderen und suchte nach Überlebenden, fand aber keine, obwohl er mit wachsender Verzweiflung nach Lebenszeichen tastete.

Nur trockene, harte Erde unter seinen Fingerspitzen. Blätter rieselten zu Boden, sobald er mit der Hand dagegen streifte. Eine halbvolle Gießkanne stand anklagend inmitten der Toten und reckte sich ihm hilflos entgegen.

Scheiße. Er hatte ganz vergessen, dass niemand die Pflanzen gießen würde, solange Leo nicht zuhause war, sondern ganz andere Probleme hatte.

Leo war nicht der große Pflanzen-Aficionado, aber er kümmerte sich um die Dinger, wenn sie in seinen Orbit gelangten. Meistens ging das ganz gut, auch wenn das Gießen gelegentlich für eine Woche ausfiel, wenn das Team sich in einem anstrengenden Fall verhedderte. Da kaufte er danach den guten Dünger als Wiedergutmachung, den mit der goldenen Verschlusskappe und dem großen Bio-Label, und goss die ganze grüne Truppe schuldbewusst. Für ein paar Tage gab es dann sogar das Spa-Treatment und die darbenden Pflanzen wurden mit Wasser besprüht. Mit etwas Glück zog dann ein halbwegs regelmäßiger Rhythmus ein und alle konnten sich erholen, bevor wieder eine Dürreperiode hereinbrach.

Das hier war allerdings mehr Trockenheit, als selbst Leos Pflanzen gewöhnt waren.

Mitten im Wohnzimmer kam Adam zum Stehen, faltete die Hände im Nacken und zwang sich zur Ruhe, um die Fakten durchzugehen.

Okay. Hier lebte nichts mehr. Ein Kaktus sah nicht tot aus, aber bei den Teilen war Adam sich nie sicher, wo genau der Unterschied zwischen einem lebenden und einem toten Kaktus lag. Das Stachelding hatte Adam also mal sicherheitshalber gegossen und mental auf die Intensivstation geschoben.

Der Rest war eindeutig tot. Adam war jetzt kein Botaniker, aber selbst er wusste, dass Pflanzen nicht knusprig sein sollten.

Drei Wochen ohne Wasser, weil Adam sich nicht hatte überwinden können, in Leos Abwesenheit in seine Wohnung zu ziehen. Er wäre hier willkommen gewesen, das wusste er. Den eigenen Schlüssel hatte er schon seit fast einem Jahr, länger als ihre Beziehung überhaupt existierte. Aber ohne Leo hatte es sich immer falsch angefühlt, hier mehr als nur ein paar Stunden zum Handwerker-Babysitten zu verbringen, also war das jetzt auch keine Option gewesen. Adam war in ein Hotel gezogen, weil er mit Leo über eine WG in Ruhe reden wollte, statt ihn vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Und diesem Zögern waren jetzt Leos Pflanzen zum Opfer gefallen.

Leo würde das nicht gefallen.

Leo würde ihm verzeihen, da war Adam sich sicher. Leo würde sich vermutlich nicht mal beschweren und ihm wahrscheinlich keine Schuld geben. Aber Leo würde sich aufregen, ganz tief im Inneren, weil er nunmal pflichtbewusst war und Lebewesen, die ihm überantwortet wurden, sofort unter seine Fittiche nahm. Die Pflanzen hätten da doch nichtmal eine Herausforderung sein sollen im Vergleich zu der Mühe, die Leo meistens für Adam aufwenden musste.

Und jetzt waren die Pflanzen trotzdem tot und Leo würde sich schlecht fühlen.

Das war nicht gut. Das war sowas von nicht gut. Weder für die Stimmung noch für Leos Heilungsprozess.

Adam drehte noch eine Runde und suchte ein zweites Mal nach Überlebenden.

Nichts.

Ihm war zum Heulen zumute, als er einen erschreckend leichten braunen Topf aus dem bunten Übertopf zog, um sich die Leiche näher anzusehen, auch wenn er hier keine Todesursache ermitteln musste. Die Blätter waren alle abgefallen und nur noch ein paar traurige, dürre Zweige reckten sich nach oben.

Tot. Sowas von tot.

Adam zog die Nase hoch und schluckte. Noch ein letztes Mal suchte er nach grünen Stellen, nach einem einzigen kleinen Blatt als Lebenszeichen. Nichts fand er. Ficus benjamina stand auf dem Etikett am Topf.

“Sorry, Benjamina”, murmelte er und stellte das Gerippe wieder in den Topf hinein. Er konnte sich dunkel daran erinnern, wie das hier ausgesehen hatte, bevor die Katastrophe hereingebrochen war. So ein hübsches kleines Pflänzchen mit grünen Blättern, fast wie ein Bäumchen. Jetzt sah das nur mehr nach tiefstem, kahlem Winter aus. Falls Adam sich heute einer Gärtnerei nähern sollte, würde er vermutlich als schändlicher Serienkiller verhaftet werden, damit er keiner weiteren Pflanze ein Leid zufügen konnte.

Adam hielt inne.

Atmete durch. Haschte nach dem Gedanken, der da im Hinterkopf auf einmal Aufmerksamkeit wollte und ihm den Hauch einer Rettung bot.

*

Leo war ein sehr ordentlicher Mensch. Dafür zog Adam ihn oft genug auf, weil es schon gelegentlich ins Absurde abglitt, wenn Leo wieder seine sechsfach farbcodierten Notizen machte oder für einen neuen Fall frische Textmarker und ein leeres Notizbuch brauchte, auch wenn im alten noch genügend Platz war. Leo mochte akkurat geschlichtete Shirts und korrekt gestapelte Tupperdosen, sortierte seine Bücherregale alphabetisch und seine Schuhe nach Farben.

Und Leo knibbelte nicht die Etiketten von den Pflanzen, sondern ließ die brav am Topf kleben, vermutlich damit er die Pflegeanleitung nicht verlieren konnte.

Die Etiketten, auf denen neben der Pflegeanleitung auch stand, was das für Pflanzen waren.

Adam hatte einen Hoffnungsschimmer.

*

In den nächsten Stunden lernte Adam viel über Demut, Verzweiflung und hartnäckiges Verfolgen einer Mission entgegen aller Vernunft und Widrigkeiten.

Wer auch immer Gartencenter und die Pflanzenabteilungen von Baumärkten organisierte, hatte eindeutig nicht alle Latten am Zaun.

Adam irrte durch die Gänge, vorbei an Töpfen und Erde und Dünger und obskurem Metall-Dekokram, der ausnahmslos aus Mordwaffe geeignet wäre. Er schob seinen Einkaufswagen unter Palmen entlang, bahnte sich den Weg durch überhängende Vorhänge aus riesigen Blättern und über rumpelnden Pflasterboden, stets auf der Suche, das Handy mit den abfotografierten Etiketten in der Hand.

Ordnung gab es hier absolut keine, die Adam entdecken konnte. Zwischen den Pflanzen erkannte er gelegentlich schemenhaft Menschen; irgendwo verloren im Dschungel schrie jemand verzweifelt, “Lilly!”, als würde es um Leben und Tod gehen.

Zum Glück war Leo kein Pflanzenfanatiker, sondern hatte praktisch nur das normale Zeug. Adam verglich sorgsam die Etiketten auf den Fotos mit den Töpfen hier vor Ort. Suchte sich Fotos aus Leos Wohnung heraus, die er eigentlich immer wegen Leo und ohne Interesse am Hintergrund gemacht hatte, die ihm aber jetzt dabei halfen, das Grünzeug in den richtigen Größen zu kaufen.

Fünf Stopps brauchte er, bis er endlich alle Pflanzen beisammen hatte; erst in einer kleinen Gärtnerei an der Grenze zur Pfalz fand er einen Gummibaum mit den eigenartigen pinken Rändern, die auch Leos Exemplar gehabt hatte. Dann war es geschafft; er besaß noch die Geistesgegenwart, einen Sack frischer Erde mitzunehmen, bevor er sich mit seiner Beute auf den Rückweg machte, die ganze Fahrt über im Nacken gekitzelt von einem Palmwedel und mit einer feinsäuberlich angeschnallten buschigen Yucca auf dem Beifahrersitz. Angeschnallt weniger, weil Adam sich Sorgen machte, dass das Teil bei einer Vollbremsung die Windschutzscheibe durchschlagen würde und mehr, weil ihn das Auto empört auf einen nicht ausreichend gesicherten Passagier hingewiesen hatte.

In Leos Wohnung steckte er dann bis spät in die Nacht die neuen Pflanzen in die alten Töpfe, entsorgte die Leichen - in der Biotonne des Nachbarhauses, damit Leo sie nicht zufällig finden konnte - und verbrachte dann die Stunden bis zum Morgengrauen damit, die Wohnung zu schrubben und die letzten Spuren der Erdarbeiten zu beseitigen.

Als die Sonne aufging, stolperte Adam erschöpft trotz aller Skrupel in Leos Schlafzimmer, fiel ins Bett, vergrub sein Gesicht im Kopfkissen und schlief mit Leos Geruch in der Nase fast sofort ein.

*

Ein paar Stunden später war es Leo, den Adam behutsam auf dem Beifahrersitz anschnallte und nachhause fuhr. Ganz bedächtig, ohne plötzliche Lenkmanöver oder Beschleunigung. Nicht einmal im Ludwigskreisel versuchte er, noch im letzten Moment bei Gelb an der Ampel durchzuhuschen, sondern bremste sachte und kassierte dafür ein empörtes Hupen vom Fahrer hinter ihm.

“Ich hab dich noch nie so vorsichtig fahren sehen”, merkte Leo an, und Adam tat sein Bestes, um das Schmunzeln in seiner Stimme zu überhören. “Ich wusste gar nicht, dass du das kannst.”

“Kostbare Fracht”, murmelte Adam nur und bekam dafür ein sanftes Streicheln über den rechten Unterarm als Belohnung.

Die kostbare Fracht dann in den vierten Stock hinaufzubringen war dann eine nervenaufreibende Aktion, weil Leo ein Knie noch nicht recht belasten konnte und sich Stufe für Stufe hinaufquälen musste, bis ihm auf halber Strecke die Puste ausging und sie auf dem Treppenabsatz justament vor der Tür eine Pause machen mussten, hinter der sich der übellaunige Chihuahua vom zweiten Stock versteckte.

“Hättest du weniger Muskeln, dann könnte ich dich hinauftragen”, beschwerte Adam sich, ein Ohr immer in Richtung Wohnungstür des kleinen Kläffers und seines Frauchen gerichtet.

Leo schnaufte angestrengt und bemühte sich hörbar, wieder zu Atem zu kommen. “Ein bisschen mehr Training. Dann könntest du es.”

“Klar. Dann werf ich dich über meine Schulter und hüpfe da hoch wie eine Gämse.” Adam schüttelte den Kopf und legte Leo eine hoffentlich beruhigende Hand auf den Rücken. “Ich kann’s ja versuchen, aber da ruf ich besser vorher schon den Krankenwagen.”

Leo warf ihm einen resignierten Blick zu. Schaute dann auf die zehn Stufen bis zum nächsten Absatz. “Besser keine Experimente. Okay. Komm. Schaffen wir.”

Sie schafften es tatsächlich. Rein in die Wohnung, wo Adam sofort Leo auf der Couch parkte und mit Erleichterung beobachtete, wie der sich umsah, seine Umgebung musterte und nichts, aber auch absolut gar nichts, zu den Pflanzen sagte.

Weil das eben genau die Pflanzen waren, die er vor drei Wochen hier zurückgelassen hatte und keine Veränderung passiert war. Absolut nicht. Alles wie vorher.

Unter der Teppichkante lugte ein heruntergefallenes Etikett von einer gestern gekauften Grünlilie hervor; Adam bückte sich im ersten unbeobachteten Moment und ließ es verschwinden.

*

Im Lauf der nächsten Tage arrangierten sie sich erstaunlich gut in das neue gemeinsame Wohnerlebnis. Adam war dem Ganzen mit Bauchweh begegnet, weil sie ja nie wirklich darüber geredet hatten, wie das laufen könnte. Aber am Ende funktionierte es; vielleicht sogar, weil sie nie großartige Erwartungen geweckt hatten. Natürlich hatten sie darüber nachgedacht, aber am Ende war da immer die Überzeugung gewesen, dass sie Zeit haben würden.

“Rauchst du eigentlich noch?”, fragte Leo ihn irgendwann am vierten Tag.

“Nee. Das war doch die Bedingung für die WG.” Dass der Entzug eher versehentlich passiert war, weil Adam es nicht ausgehalten hatte, den Wartebereich vor Leos Krankenzimmer zu verlassen, war ein Thema, das er nicht erwähnen musste. “Jetzt wirst du mich so schnell nicht mehr los.”

Leo sah von der Couch hoch zu ihm, ein zufriedenes Lächeln im Gesicht. “Gut”, war alles, das er dazu sagte, und das war auch genug.

Allerdings brachte seine nächste Frage Adam dann doch etwas mehr aus dem Konzept.

“Ist hier irgend etwas anders?”

Ein eiskalter Schauer lief Adam den Rücken hinab. “Hm?”

“Ich weiß nicht, warum, aber irgend etwas im Wohnzimmer ist anders.”

“Nicht, dass ich wüsste. Alles wie vorher.” Unschuldiger Blick. Immer bei der Story bleiben. Nichts war hier anders. Adam hatte immerhin jede Pflanze originalgetreu erneuert. Das war wie eine Restaurierung eines alten Gebäudes, das ging doch auch immer als das ursprüngliche Bauwerk durch, auch wenn da längst keine Originalteile mehr vorhanden waren.

Leos Gesichtsausdruck wurde leicht misstrauisch.

“Die Fenster habe ich geputzt”, beeilte Adam sich, ihm ein Stöckchen zu werfen, dem er nachjagen konnte. Stimmte auch. Hatte er gemacht. Um vier Uhr morgens nach der großen Umtopfaktion, weil er noch viel zu überdreht für Schlaf gewesen war.

Ein nachdenkliches Nicken von Leo. “Das wird es dann wohl sein. Danke.”

*

“Hast du den Farn im Badezimmer gedüngt? Der ist so buschig geworden. Ich dachte, der geht mir ein.”

Adam zuckte innerlich zusammen. Der Scheißfarn war ohnehin sein Sorgenkind, weil er den nur mit deutlich mehr Umfang als Leos mickriges Originalgestrüpp hatte auftreiben können.

“Nein, nur gegossen hab ich den. Sonst hab ich nichts damit gemacht.”

Gegossen und das Preisschild heruntergeknibbelt. Sonst nichts.

*

Am Morgen von Adams Rückkehr in den Dienst lagen sie zusammengekuschelt im Bett und genossen noch die letzten Minuten, bevor Adam hier wirklich in die Gänge kommen musste, wenn er sich nicht am ersten Tag gleich einen Rüffel von der Baumann einfangen wollte.

Er mochte dieses Aufwachen mit Leo: diese ruhigen Minuten, die wie gemacht waren für sachtes Streicheln und Liebkosen und für richtig gemütliches Knutschen, das nirgendwo hinführen musste, weil dafür die Zeit nicht ausreichte. Morgendlicher Sex mit Leo war etwas ganz Großartiges, aber keiner von ihnen war Frühaufsteher genug, um da freiwillig den Wecker nach vorne zu stellen. Und ein Zuspätkommen hätte Adam in der Vergangenheit nicht gestört, aber jetzt-

Nun. Die Baumann. Dann meckerte die wieder und ihm wurden Hörnchen vorenthalten. Da war die gemein.

Daher war das alles eher etwas, das sie bisher auf das Wochenende verlagert hatten, wo sie alle Zeit der Welt miteinander im Bett verbringen konnten. Und im Moment war das ohnehin eher theoretischer Natur, weil auch der geilste Orgasmus es nicht wert war, dass Leo sich irgendwas zerrte, weil er noch nicht wieder so beweglich war wie vorher.

War allerdings nicht unbedingt etwas, das Leo wirklich bedachte, so wie seine Finger da gerade ausgesprochen interessiert auf Wanderschaft gingen, während er ganz auf unschuldig machte und Adam fast schon schüchtern küsste.

“Leo.” Adam war fast schon stolz, dass seine Stimme ganz gefasst klang und nicht wie ein erregtes Quietschen.

“Hm?” Unschuldiges Blinzeln, als wüsste Leo nicht ganz genau, dass er seine Hand an Adams Schwanz hatte und das Dinge mit Adam machte, die Leo da nicht verborgen bleiben konnten.

Adam war hin- und hergerissen zwischen einem vernünftigen Stopp und dem Impuls, sich einfach auf den Rücken zu rollen und Leo machen zu lassen. Oder umgekehrt Leo auf den Rücken zu rollen, weil er sich da am wenigsten wehtun konnte, und ihm so die Arbeit abzunehmen, oder-

Der rüde Weckton seines Handys ersparte ihm die Qual der Wahl.

*

Als er am späten Nachmittag wieder nachhause - also in Leos Zuhause - kam, zwei duftende Pizzakartons im Gepäck zur Feier des Tages, fand er Leo auf der Couch vor, Stirn gerunzelt und Blick nachdenklich.

“Irgend etwas ist hier wirklich anders”, begrüßte Leo ihn, noch bevor Adam sich einen Willkommenskuss abholen oder wenigstens die Schuhe von den Füßen treten konnte. “Hast du die Möbel verrückt?”

“Wieso sollte ich deine Möbel verrücken?”

Leo zuckte mit den Schultern und ließ sich bereitwillig küssen, als Adam zur Couch kam und sich zu ihm herab beugte.

“Wer weiß, wie langweilig dir war? Glaub bloß nicht, dass ich nicht gemerkt habe, dass du geputzt hast. So sauber war es hier seit Jahren nicht mehr.” Er hob die Hand - die linke, wo doch die Schulter die letzten Tage noch Probleme gemacht hatte, und Adam spürte einen hellen Funken Erleichterung, dass die Bewegung so flüssig klappte - und strich Adam über die Wange. “Hättest du nicht machen müssen.”

Adam drehte den Kopf, um seine Lippen kurz gegen Leos Handfläche zu drücken. “Du lässt mich hier wohnen.”

“Trotzdem. Danke.”

“Gewöhn dich nicht dran. Wenn das hier eine WG wird, stellen wir einen Putzplan auf und ignorieren den dann, wie es sich gehört.” Er stellte die Pizzakartons auf dem Couchtisch ab und warf Leo dann einen fragenden Blick zu. “Hier, oder willst du Messer und Gabel?”

“Nur Psychopathen essen Pizza mit Messer und Gabel.” Leo klopfte auf das freie Sitzkissen neben sich. “Frag Pia, die hat das bestimmt auf ihren Listen. Aber im Ernst: wenn du nicht die Möbel verschoben hast, was hast du dann gemacht? Das fühlt sich hier doch nicht nur deshalb anders an, weil du den Teppich mal ordentlich entkrümelt hast.”

Das war jetzt Leos Ermittler-Tonfall. Der ‘ich weiß, hier ist irgendwas geschehen und die Person vor mir ist dafür verantwortlich’-Tonfall. Der ‘rede mit mir, oder ich packe das ganz große Vernehmungsbesteck aus’-Tonfall. Adam wartete halb bewusst aus schierer Gewohnheit darauf, dass ein kleines Notizbuch zum Vorschein kam.

“Vielleicht kommt es dir so vor, weil ich die Pflanzen ein wenig umgestellt habe, während ich die Fenster geputzt habe?”, schlug er vor. Hatte er ja auch. Die standen alle an neuen Orten. Manche sogar in der Biotonne vom Haus gegenüber, und Adam lebte in stetiger Angst, dass er auffliegen könnte, weil die Saarbrücker Entsorgungsbetriebe nur alle paar Wochen ausrückten und die Leichenbeseitigungsgeschwindigkeit hier wirklich zu wünschen übrig ließ.

Leo sah sich aufmerksam im Wohnzimmer um, als würde er nach den gelben Spusi-Markierungshütchen suchen. “Ja, das könnte sein.”

*

Leo ging es eindeutig wieder besser, dachte Adam, als er später an diesem Abend verschwitzt und völlig erschöpft im Bett lag und immer noch nach Luft rang, die Hitze eines Knutschflecks am Hals und sein Körper wohlig schwer, während Leo sich zufrieden brummend an seinen Rücken schmiegte und mit den Fingern langsame Kreise über Adams Brust zog, hinunter bis zu seinem klebrigen Bauch.

Viel besser ging es Leo. Mit ganz viel Energie, die dringend irgendwo hin musste, bis er wieder joggen gehen durfte.

*

In dem Moment, als er die Tür hinter sich schloss und den Schlüssel in die kleine Schale auf der schmalen Garderobenkommode legte, wusste Adam, dass er aufgeflogen war.

Da lag etwas in der Luft. Eine Erwartungshaltung, gemischt mit zufriedener Entschlossenheit, die er sonst nur im Vernehmungsraum spürte, wenn Leo einen Fall geknackt hatte und nun davor stand, den Verdächtigen nach allen Regeln der Kunst zu filetieren.

“Leo?”

“In der Küche!”

Adam trat sich die Sneakers von den Füßen und bückte sich, um sie sauber zur Seite zu stellen. Dann tappste er auf Socken den Flur entlang und in die Küche, während er das Gefühl unterdrückte, hier direkt aufs Schafott zu marschieren.

Leo stand am Herd und rührte in etwas, das wundervollst nach seiner liebsten Pastasauce duftete. Unter normalen Umständen hätte Adam sich jetzt von hinten angekuschelt, ihm die Arme um den Bauch geschlungen und einen Kuss in seinen Nacken getupft. Heute blieb er vorsichtig im Türrahmen stehen und sondierte erstmal die Lage.

“Adam. Setz dich doch, die Nudeln brauchen noch zehn Minuten.” Mit Schwung legte Leo den Deckel auf den Topf und den Kochlöffel zur Seite, schnappte sich ein Schüsselchen mit Kirschtomaten und stellte es auf den kleinen Tisch. “Alles gut gelaufen heute?”

Adam nickte misstrauisch und nahm auf dem Stuhl Platz, der mittlerweile zu seinem geworden war. “Du hattest recht: Der Pförtner aus der Lyonerfabrik war es.”

Pförtnern konnte man nicht trauen, das hatte Adam immer schon gewusst. Ausgebuffte Verbrecher, der ganze Berufszweig, weil die immer wussten, wer wo war, und von ihnen selbst niemand erwartete, dass sie jemals dort waren, wo sie eigentlich sein sollten.

Leo brummte zufrieden und nahm sich eine Kirschtomate, ein ganz feines Lächeln auf den Lippen, als er Adam musterte. “Sehr gut. Dann sind heute ja sogar zwei Fälle geklärt.”

Unschuldig. Adam musste sich ganz fest daran erinnern, dass er hier unschuldig war. Er hatte die Pflanzen ja nicht ermordet. Das war ein ganz tragischer Unfall gewesen. Konnte jedem passieren. Er hatte hier nur Leichen verschwinden lassen, das war maximal Störung der Totenruhe. Eventuell noch ein Verstoß gegen die Saarbrücker Entsorgungsrichtlinien, weil er die überzähligen Blumentöpfe in seiner Hast in der Restmülltonne verschwinden hatte lassen.

“Zwei Fälle?”, fragte er also ganz ruhig, mit hoffentlich der richtigen Dosis an beiläufigem Interesse. Vielleicht hatte Leo ja endlich das Rätsel der Waschmaschinen-Graffiti gelöst, die seit Monaten überall in der Nachbarschaft auftauchten und nicht gerade Banksy-Qualität hatten.

Leo lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Ein wenig vorsichtiger als vor ein paar Wochen noch, aber er schaffte es, in seine entspannt-nonchalante Vernehmungs-Körperhaltung zu kommen. Das war ein Leo Hölzer, der genau wusste, was der Verdächtige vor ihm gemacht hatte, während der Verdächtige nicht wusste, wie viel Leo wusste.

Adam lernte gerade, dass er diese Position absolut nicht akzeptabel fand. Auf Leos Seite des Vernehmungstisches mitzuspielen machte deutlich mehr Spaß.

“Der Lyonermord ist der erste Fall”, erklärte Leo mit viel zu viel Genugtuung in der Stimme. “Hab ich euch doch vor zwei Tagen schon gesagt, dass es der Pförtner gewesen sein muss.”

Hatte er tatsächlich. Vehement. Nachdrücklich. Mit ausführlichen Hypothesen via Whatsapp, die Esther schlussendlich dazu gebracht hatten, ihr Handy genervt in die Schublade zu verbannen.

“Und der zweite Fall?” Ein wenig flau im Magen war Adam ja schon bei der Frage.

“Der zweite…” Da war ein verdächtiges Zucken in Leos Mundwinkel, als er Adam noch ein paar Sekunden schmoren ließ und dann den coup de grâce versetzte. “Du hast meine Pflanzen ausgetauscht. ”

Adam wusste nur zu gut, welche Rechte man als Beschuldigter hatte. Er hielt hier mal besser die Klappe, damit nichts gegen ihn verwendet werden konnte.

“Ich hab keine Ahnung, warum du das gemacht hast, aber das sind alles andere Pflanzen. Deshalb wirkt die Wohnung subtil anders.” Leo lehnte sich jetzt neugierig nach vorne, die Ellbogen auf die Tischplatte gestützt. “Hab ich recht?”

“Das sind alles die gleichen Pflanzen”, sagte Adam vorsichtig.

“Die gleichen. Aber nicht dieselben.”

Immer diese semantischen Spitzfindigkeiten.

“Leo-”

“Ich zerbreche mir seit heute Mittag den Kopf darüber, was da passiert sein kann. Ist jemand eingebrochen? Haben wir es mit einem internationalen Pflanzen-Diebeskartell zu tun, die auf Baumarkt-Yuccas stehen?”

Adam zog die Nase hoch und verschränkte widerspenstig die Arme. Das ging hier in Richtungen, die er überhaupt nicht mochte. Zumindest nicht, wenn er das Ziel von Leos feinem Vernehmungs-Sarkasmus war. “Die Pflanzenmafia sollte man nicht unterschätzen.”

“Eindeutig nicht, wenn die sogar die mickrige Efeutute aus dem Badezimmer mitgenommen haben. Die hatte nicht mal mehr Blätter, als ich sie das letzte Mal gesehen habe.” Leo schüttelte den Kopf und verlor ganz eindeutig den Kampf gegen das Lächeln, das sich auf seinen Lippen den Weg bahnen wollte. “Im Ernst, Adam, was ist passiert?”

Adam seufzte. Aus der Nummer kam er wohl nicht mehr raus. Eigentlich war das alles eine Kleinigkeit; Leo war eindeutig mehr amüsiert als sonstwas, so wie er da gegen ein Grinsen ankämpfte, und Adam hätte sich einfach anschließen können. Aber dennoch lag ihm die Sache jetzt schwerer im Magen, als er gedacht hatte.

Schließlich zwang er sich zum Reden, weil Leo hier nicht aussah, als wäre er bereit, lockerzulassen. Irgendwo vielleicht verständlich; der Mann hatte immerhin seit Wochen keine Verdächtigen mehr in die Finger bekommen, um sich intellektuell auszutoben.

“Ich war nur kurz nach der Scheißexplosion mal hier und dann nicht mehr. Und als ich dann am Tag vor deiner Entlassung hier war zum Durchlüften, waren die Pflanzen alle tot, weil sie kein Wasser hatten.”

Er schaute hinunter auf den Tisch und das bereits aufgelegte Besteck, weil er zwar erleichtert war, dass Leo das alles wirklich entspannt aufzunehmen schien, aber trotzdem die Enttäuschung über die toten Pflanzen nicht sehen wollte. Leo hatte die Pflanzen doch gemocht, sonst hätte er sich nicht drum gekümmert.

“Es tut mir leid, Leo. Ich weiß, die waren dir wichtig.” Da war jetzt wieder die Explosion präsent in seinem Kopf: der ohrenbetäubende Knall, der Geruch von Staub und Asche, das warme Blut, die alles erstickende Angst. Fahrig schob er das alles weg, so gut er konnte, aber sein Mund war auf einmal ganz trocken und er musste hastig gegen die Enge im Hals atmen.

Stille. Dann eine Hand, die seine umgriff und fest drückte. Adam drückte ganz vorsichtig zurück und konzentrierte sich darauf, was diese warme, lebendige Hand bedeutete.

“Adam. Hast du ernsthaft alle meine verdorrten Pflanzen ersetzt, weil du dir Sorgen gemacht hast, wie es mir damit geht, dass die hinüber sind?”

Adam schnuffelte eine wortlose Zustimmung und schaute hinunter auf ihre verschränkten Hände. Loslassen wollte er gerade absolut nicht.

“Die Pflanzen, die ich alle paar Wochen fast umgebracht habe, weil ich sie vergesse?” Da war ein Hauch Fassungslosigkeit in Leos Stimme, den Adam nicht so recht einordnen konnte.

“Das ist etwas anderes”, protestierte er schwach. Leo hatte in den Situationen immer einen guten Grund gehabt, sich ein paar Tage nicht um die Dinger zu kümmern. Adam hatte einfach nur nicht nachgedacht und dann nicht einmal die Vertuschung des Verbrechens anständig hinbekommen.

“Als ob das was anderes ist.” Stuhlbeine schabten kratzend über den Fliesenboden, als Leo mit etwas Mühe aufstand und auch Adam auf die Beine und einen Moment später in eine Umarmung zog.

Dazu würde Adam natürlich nie nein sagen. Egal, ob er sich von Leo gerade eine Rückversicherung holte, ob sie beide einen guten Tag hatten und einfach nur zufriedene Nähe suchten, oder ob er sich daran erinnern durfte, dass Leo immer noch hier bei ihm war, warm und lebendig. Umarmungen von Leo machten alles besser. Besonders wenn er hier kurz davor stand, wegen eines Haufen toten Grünzeugs fast schon loszuflennen vor lauter Unsicherheit. Vollkommen lächerlich, das Ganze.

Leo hatte ihn natürlich durchschaut, so wie der ihn näher zog und in langsamen Bewegungen seinen Rücken streichelte, von der Schulter bis zur Hüfte und wieder zurück. Dabei sollte es doch nicht Leo sein, der sich hier Sorgen machte. Waren doch seine Pflanzen, die jetzt in diversen Biotonnen verteilt lagen wie die Opfer eines motivierten Serienkillers mit einer optimistischen Haltung zur Mülltonnen-Entleerungsfrequenz in Saarbrücken.

“Tagelang hat mich das jetzt halb in den Wahnsinn getrieben”, murmelte Leo in sein Ohr. Schmunzelnd. Liebevoll, und Adam konzentrierte sich darauf. “Eiskaltes Vertuschen einer Straftat.”

Gemeinsten Vorwürfen wurde er hier ausgesetzt wurde.

“Ich dachte gerade, ich wäre unschuldig?”

Leo vergrub eine Hand in den kurzen Haaren in Adams Nacken und zog ihn noch ein Stückchen näher, bis Adam seinen Kopf in Leos Halsbeuge drücken konnte. Das ließ ihn immer zur Ruhe kommen und er rieb seine Nase an der weichen Haut, bis Leo sachte an seinen Haaren zupfte.

“Spinner.”

“Klappe, sonst bring ich die Pflanzen zurück.” Adam atmete tief ein, um Leos Geruch einzufangen und sich weiter zu beruhigen. Leo war hier, alles war gut, eigentlich sollten sie über die ganze Aktion lachen und eine freche Story für Pia daraus spinnen.

Ein Kuss wurde gegen seine Schläfe gedrückt, dann begann Leo, ihm sachte den Kopf zu kraulen. “Untersteh dich. Die bleiben jetzt schön hier. Zumindest bis ich das nächste Mal vergesse, sie zu gießen. Hast du eigentlich eine Ahnung, wie viele von den Dingern ich im Laufe der Zeit gekillt habe?”

Erleichtert griff Adam nach dem Rettungsring, den Leo ihm hier zuwarf, um aus dieser rührseligen Stimmung rauszukommen. War ja alles nicht so schlimm. Das wusste er. Hatte er eigentlich von Anfang an gewusst. Aber trotzdem hatte er Leo nicht enttäuschen wollen.

“Soso. Serienmorde also?” Ein letztes tiefes Ausatmen, dann hob er wieder den Kopf und schaute Leo in die Augen. “Ist das ein Geständnis?”

“Nicht gerichtsverwertbar. Musst du mir erst mal beweisen.” Leo küsste Adam, erst auf die Nasenspitze, dann auf den Mund. “Aber ich will jetzt wissen, wie das gelaufen ist. Und wieso du den Plastik-Kaktus gegossen hast.”

Adam blinzelte. Dann bemühte er sich um eine möglichst unschuldige Miene.

“Ich glaube, ich mache hier von meinem Recht zu Schweigen Gebrauch.”

Notes:

Vielen Dank für's Lesen! ❤️ Über Kudos, Kommentare oder ein Hallo via Discord (@carmentalis) oder Tumblr (@carmentalis) freue ich mich immer.