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Hölzers Hüftknochen

Summary:

„Schürk, Adam Schürk”, sagt er. „Ich hatte einen kleinen Unfall mit meinem Wagen, der muss dringend angeschaut und repa-”

„Alles klar, Adam”, unterbricht ihn der Mann unter dem Auto. „Geben Sie mir noch zehn Minuten, dann schau ich mir Ihr Goldstück an.” Der Mann schiebt sich weiter unter dem Wagen hervor, zu den Stiefeln erscheinen in einen heruntergekrempelten Blaumann gekleidete Beine und - und an diesem Punkt muss Adam schlucken und für einen Moment wegsehen - der unterste Teil eines anscheinend nackten Oberkörpers.

Die, in der Adam Leo anguckt. That's pretty much it.

Notes:

Ich denke, wir alle wissen, welches Bild ich beim Schreiben vor Augen hatte, oder? 😏
Falls nicht, einmal hier entlang bitte - probably not safe for Omas Kaffeetafel though. 😉

*** Die einzelnen Fics dieser Reihe haben nichts miteinander zu tun und können völlig unabhängig voneinander gelesen werden. ***

Work Text:

 

„Hallo?” Adam schiebt das Rolltor zur Werkstatt geräuschvoll zu und fragt sich, ob er überhaupt noch etwas sagen muss, macht das Tor doch schon genug Radau. „Herr Hölzer?”, versucht er es trotzdem nochmal. Die Hitze des Tages staut sich in der Halle, sofort steht ihm der Schweiß auf der Stirn.

„Hier”, ertönt es da dumpf. Adam muss an ein paar Autos vorbeigehen, ehe er unter einem davon Arbeitsstiefel entdeckt, die offensichtlich zu Herrn Hölzer gehören.

Sicherheitshalber - dämlicherweise - fragt er nochmal nach: „Herr Hölzer?”

Die Stiefel bewegen sich, rutschen etwas unter dem Wagen hervor. „Leo”, antwortet der Mann unter dem Wagen.

„Leo”, antwortet Adam, „okay. Hi.” Es ist merkwürdig, mit jemandem zu reden, dem er nicht ins Gesicht schauen kann. „Mir wurde vorne gesagt, dass ich Herrn Hölzer hier finden würde.”

„Ja, das bin ich, …?” Adam ist sich nicht sicher, was der fragende Unterton bedeuten soll, aber der Fairness halber stellt er sich vor.

„Schürk, Adam Schürk”, sagt er. „Ich hatte einen kleinen Unfall mit meinem Wagen, der muss dringend angeschaut und repa-”

„Alles klar, Adam”, unterbricht ihn der Mann unter dem Auto. „Geben Sie mir noch zehn Minuten, dann schau ich mir Ihr Goldstück an. Bis dahin könnten Sie mir erstmal das Ding mit dem roten Stiel von der Werkbank reichen.” Der Mann schiebt sich weiter unter dem Wagen hervor, zu den Stiefeln erscheinen in einen heruntergekrempelten Blaumann gekleidete Beine und - und an diesem Punkt muss Adam schlucken und für einen Moment wegsehen - der unterste Teil eines anscheinend nackten Oberkörpers.

Adam sammelt sich für einen Moment, sagt sich, dass hier nicht der richtige Ort und erst recht nicht der richtige Zeitpunkt ist, um anzügliche Gedanken zu bekommen, und kann trotzdem nicht anders, als seine Augen sofort über den schmalen Streifen nackter Haut gleiten zu lassen. Sie bleiben an den Hüftknochen hängen, die der tiefgerutschte Blaumann offenbart, und flucht leise.

„Adam?”, fragt der Mann, etwas angestrengt, und Anblick und Stimme verbinden sich in Adams Kopf sofort zur schmutzigsten Fantasie.

Er räuspert sich. „Ja?” Erst da bemerkt er die Hand, die ebenfalls unter dem Wagen hervorschaut, einladend geöffnet. Für… für das Ding mit dem roten Stiel. Fuck.

Adam schaut sich um, sieht das Gewünschte und händigt es Leo aus. Der bedankt sich mit einem Brummen, zieht die Hand wieder unter das Auto und arbeitet weiter. Er bleibt halb außerhalb des Wagens liegen, so dass Adam weiterhin uneingeschränkten Blick auf die sich beim Arbeiten anspannenden Bauchmuskeln hat. Die Geräusche, die Leo, der sich offensichtlich anstrengen muss, dabei macht, bringen Adam fast um den Verstand.

Er dreht sich weg, lässt seinen Blick durch die Werkstatthalle schweifen und versichert sich, dass niemand anderes da ist, bevor er in seinen Schritt greift und seinem immer praller werdenden Schwanz mehr Platz verschafft - und sich selbst hoffentlich ein wenig Peinlichkeit erspart, denn die dünnen Jogginghosen, die er trägt, verbergen rein gar nichts.

Für einen Moment bereut er, sich nichts Vernünftigeres angezogen zu haben, aber wer hätte schon ahnen können, dass der Werkstattinhaber solche Reaktionen bei ihm auslöst.

Immerhin bringt ihn dieser Gedanke dazu, etwas halbwegs Kohärentes sagen zu können. „Ich dachte, dass der Werkstattinhaber normalerweise nicht mehr unter Autos liegen muss.” Okay, kohärent, aber vermutlich nicht sehr freundlich?

Leo aber lacht, und zu Adams Übel spannt er auch dabei seine Bauchmuskeln an. Eine Spur feiner Haare zieht sich von seinem Bauchnabel in seine Hose und Adam denkt besser nicht genauer darüber nach, wo sie hinführt.

„Heute ist aber nicht normalerweise”, antwortet Leo. Er streckt das… Werkzeug wieder in Adams Richtung. „Können Sie mir bitte die kleinen silbernen Nupsis geben, Adam?”

„Klar”, sagt Adam, und fuck, seine Stimme klingt so rau, dass es sich unangemessen anfühlt.

Als sei seine Stimme das einzige, was sich an ihm unangemessen verhalten würde…

Er hockt sich hin. So nah sieht er den glänzenden Schweißfilm auf Leos Haut. Er leckt sich die Lippen.

Erst als Leo mit dem Ding mit dem roten Stiel sein Schienbein berührt, nimmt er es aus der Hand, legt die Nupsis hinein. Er berührt Leos Handfläche und dessen ölschwarze Finger schließen sich kurz um Adams. Es kostet ihn mehr als er für möglich gehalten hätte, seine Hand wegzuziehen.

„Ich danke Ihnen, Adam”, sagt Leo da und Adam wünscht sich, er würde endlich aufhören, seinen Namen zu sagen.

Mühsam steht er auf, geht ein paar Schritte zurück, als Leos Finger sich um den Rahmen des Wagens legen und er sich darunter hervorzieht.

Adam zieht scharf die Luft ein, als der Wagen den Blick auf Leos kompletten Torso freigibt, auf eine definierte Brust und muskulöse Arme, auf Venen, die sich über Muskeln schlängeln, schlussendlich auf zart geschwungene Lippen und verwuschelte Haare - auf einen durch und durch schönen Mann, und Adam beißt die Zähne zusammen.

Leo steht behände von seinem Rollbrett auf, legt den Kopf schief und sieht Adam an. Leos Lächeln ist wissend. Adam vergisst, zu atmen.

Anstatt eine Bemerkung zu machen, tritt er wie beiläufig einen Schritt auf Adam zu. „Hallo. Ich bin Leo. Mit meiner unteren Hälfte hast du ja schon Bekanntschaft gemacht. Schön, dich jetzt auch mal… betrachten zu können.” Seine Augen huschen zu Adams Schritt.

Es kostet Adam Überwindungskraft, nicht die Hände vor seinen Schritt zu schlagen oder wenigstens an sich herunterzusehen, um festzustellen, wie offensichtlich sein Ständer ist. Sehr offensichtlich, so wie er sich anfühlt.

Leo schmunzelt nur, zwinkert ihm zu, und tritt einen weiteren Schritt auf ihn zu. Adam macht unwillkürlich einen Schritt zurück, stößt gegen die Werkbank. Er muss aussehen wie ein gehetztes Tier, fühlt sich wie ein gehetztes Tier, sein Puls schnell und dröhnend in seinen Ohren, als Leo eine Hand ausstreckt.

Statt Adam zu berühren - und das wäre ja wohl wirklich etwas, was nur in drittklassigen Pornos passiert - greift er das neben Adam auf der Werkbank liegende T-Shirt, aber statt es anzuziehen, wischt er sich damit den Schweiß aus dem Gesicht. Adam spürt seinen eigenen Schweiß in seinem Nacken hinunterperlen.

Als Leo das T-Shirt wieder herunternimmt, grinst er Adam offen an. „Sorry” sagt er, und Adam ist sich nicht sicher, ob er es ernst meint. „Hier in der Halle wird es an so warmen Tagen fast unerträglich… heiß.” Beim letzten Wort zieht Leo eine Augenbraue hoch und Adam schluckt trocken den Hustenanfall herunter, der sich Bahn zu brechen droht.

„Okay, also, was fehlt deinem Wagen?”, fragt Leo jetzt, sein Ton wieder professionell. Vielleicht hat Adam sich das gerade auch nur eingebildet. Schlagartig kommt er wieder in der Realität an.

Leo bedeutet ihm den Weg aus der Werkstatt heraus.

„Ja, das… Ich bin recht schnell über eine Stufe gefahren, seitdem klappert es immer schlimmer.”

„Über eine Stufe?”

„Ja, in der Parkhaus-Auffahrt… ich musste über die mittlere Trennung. Es war dringend.”

Leo beginnt zu grinsen. „Dringend, soso. Und was ist jetzt so dringend…?”

„Warum, entscheidest du dann, ob es dringend genug ist?” Kaum hat er es ausgesprochen, da wird Adam klar, dass er Leo geduzt hat. Für einen Moment wird ihm noch heißer.

Leo grinst breiter. „Ja.”

„Okay. Ich hab heute meinen freien Nachmittag und es ist so schönes Wetter, da wollte ich zum See fahren, aber der ist so weit draußen”, Adam ist nicht ganz klar, warum er Leo die Wahrheit - die nicht sehr überzeugende Wahrheit - erzählt, anstatt seinen Dienstausweis rauszuholen und was von zeitkritischen Terminen zu faseln.

„Das klingt natürlich unaufschiebbar”, antwortet Leo, sein Ton nachdenklich. Sie sind mittlerweile an Adams Wagen auf dem Parkplatz angekommen und Leo beugt sich hinunter, um einen Blick unter den Wagen zu werfen.

Ein Anblick, den Adam nicht auch noch gebraucht hätte. Es zieht in seinem Unterleib.

„Ich kenne da eine kleine Bucht, da habe ich als Kind immer geangelt. Die ist weit draußen, aber die kennt sonst scheinbar niemand, da ist man absolut ungestört, selbst an Tagen wie heute”, erzählt er, um sich abzulenken.

Leo richtet sich wieder auf, Gott sei Dank. Er schaut Adam mit schiefgelegtem Kopf an, scheint einen Moment nachzudenken. „Ich hab eine gute und eine schlechte Nachricht für dich”, sagt er schließlich.

„Okay, raus damit. Die schlechte zuerst”, seufzt Adam.

„Die Untersuchung und Reparatur wird länger dauern, das schaff ich jetzt so spontan nicht. Aaaaber”, fügt er nach einem Blick in Adams Gesicht, der sofort wieder weghuscht, an, „wie es der Zufall will, habe ich heute auch meinen freien Nachmittag, und mein Auto ist in bestem Zustand, ich könnte also”, wieder der huschende Blick und Adam wird ganz kribbelig in der Magengegend, „mit dir zum See fahren, zu deinem alten Angelplatz?”

Die Frage hängt für einen Moment zwischen ihnen und Adams Mund ist so trocken, dass er kaum antworten kann.

„Oder”, lenkt Leo ein, als Adam nicht reagiert, aber Adam will gar keine Alternativen hören.

„Nein!”, unterbricht er ihn, jetzt ein bisschen zu schnell. „Also, ja. Ja. Lass uns zum See fahren.”

Das Strahlen in Leos Gesicht macht der Sonne Konkurrenz.

Adam zweifelt für einen Moment, ob das die richtige Entscheidung war. Denn ziemlich sicher wird er diesen Tag nicht überleben - entweder, weil dieser unbekannte Mann ihn tief im Wald am einsamen See hinterrücks meucheln wird, oder, und das ist der wahrscheinlichere Ausgang, weil der Anblick dieses verdammt heißen Kerls, halbnackt und nass, Adam schlicht und einfach umbringen oder zumindest gute Teile seines Verstandes kosten wird.

Er hat schon mit schlechteren Karten gespielt.