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Der Duft von Rosen in ihrem Haar

Summary:

André betrachtete eine Strähne zwischen seinen Fingern genauer. Die Haare sahen gesund und elastisch aus, aber tatsächlich schienen sie sich schnell zu verheddern. Außerdem wirkten sie in den Spitzen etwas trocken. "Hmm... es könnte am Wetter liegen... Oder auch an mangelnder Pflege ..."
Bei den Worten "mangelnder Pflege" zuckte Oscar kurz wie ertappt zusammen. Es hörte sich ja fast so an, als ob sie als Frau keinen Wert auf ihr Aussehen läge!
"... Du hast ja in letzter Zeit viel zu tun und sicher andere Dinge im Kopf als deine Haare ...", fuhr er weiter fort.

Work Text:

"André!"

Mit lauter Stimme rief Oscar in Richtung ihrer Zimmertür. Es dauerte nur einen kurzen Moment bis jemand anklopfte.

"Oscar, ich bin's.", meldete sich eine männliche Stimme.

"Komm herein."

André trat ein und erstaunte sogleich, als sich ihre Blicke trafen. Oscars Augen funkelten vor Zorn.

"Was ist denn los?", fragte er und ging besorgt auf sie zu. Aus der Nähe sah er plötzlich die Tränen, die in ihren seitlichen Augenwinkeln glitzerten. Schmollend senkte sie den Kopf und streckte ihm ihre Hand entgegen. Sie hielt einen Gegenstand fest umklammert.

"Hm?" Als André seine Hand aufhielt, um diesen entgegenzunehmen, bemerkte er, dass es ein Kamm war, der in zwei Teile gebrochen war. "Ist dir das gerade beim Haarekämmen passiert?"

Statt zu antworten, presste Oscar nur fester die Lippen zusammen.

"Ist das nicht schon das dritte Mal diese Woche?" André versuchte seine Verwunderung durch Heiterkeit in seiner Stimme und einem schiefen Lächeln zu verbergen. So wie Oscar sich jetzt gerade verhielt würde nur ein falsches Wort ausreichen, um sie in Rage zu bringen.

"Hrmm ...", grummelte sie.

"Lass mich dir die Haare kämmen."

Oscar drehte sich auf ihrem Stuhl zurück, setzte sich aufrecht und blickte mürrisch ihrem Spiegelbild entgegen. In der Reflektion konnte sie sehen, wie André die kunstvoll verzierte Bürste, die sonst immer neben dem Kamm und ihrer Kosmetik auf der Kommode lag, nahm, und sich hinter sie stellte. Er teilte eine  dünne Strähne ihrer lockigen Haare ab und begann, diese von den Spitzen an vorsichtig aufwärts durchzubürsten. André biss sich auf die Unterlippe, um ein aufkommendes Lächeln zu unterdrücken. Unzählige Male hatte er ihr schon beim Haarekämmen geholfen. Natürlich gab es im Haus der Jarjayes genügend Mägde, die das übernehmen könnten, aber Oscar hatte ihn schon ab und zu darum gebeten, als sie noch Kinder gewesen und nachdem sie mit den Pferden wilde Wettrennen geritten waren. Bei der Menge an Oscars Haaren dauerte diese Arbeit oft über eine Stunde, aber er hatte diese Aufgabe nie als Last angesehen, ganz im Gegenteil. Seit seiner ersten Begegnung mit dem Mädchen, das von seinem Vater als Junge erzogen worden war, hatten ihn seine blonde Lockenmähne fasziniert. Wie sie gegen den strahlend blauen Himmel im Wind wehte oder die goldenen Wellen beim Bürsten weich durch seine Finger rannen.

"Sie sind ganz schön gewachsen.", stellte André fest. In normalem Zustand reichten Oscars Haare ihr schon bereits über die Schulterblätter, aber wenn er die Kringel wie jetzt auskämmte, waren sie in Wirklichkeit noch viel länger.

"Ja, ich weiß, ich überlege mir schon die ganze Zeit, sie einfach kurz zu schneiden."

"Eh? So wie früher?" Vor den Augen des jungen Mannes erschien die vierzehnjährige Oscar mit knabenhaftem Lockenschopf  in schneeweißer Uniform.

"Hmm... ja... vielleicht ..."

André prustete. "Mit deinem jetzigen Volumen würden sie dir dann wirklich zu Berge stehen!"

"Aaaah! Ich weiß wirklich nicht, was ich tun soll, ich bekomme sie einfach nicht gebändigt!" Die junge Frau ballte die Fäuste.

André betrachtete eine Strähne zwischen seinen Fingern genauer. Die Haare sahen gesund und elastisch aus, aber tatsächlich schienen sie sich schnell zu verheddern. Außerdem wirkten sie in den Spitzen etwas trocken. "Hmm... es könnte am Wetter liegen... Oder auch an mangelnder Pflege ..."

Bei den Worten "mangelnder Pflege" zuckte Oscar kurz wie ertappt zusammen. Es hörte sich ja fast so an, als ob sie als Frau keinen Wert auf ihr Aussehen läge!

"... Du hast ja in letzter Zeit viel zu tun und sicher andere Dinge im Kopf als deine Haare ...", fuhr er weiter fort.

Was sich wie eine Ausrede darlegen ließ, stimmte allerdings wirklich. Die Kommandantin arbeitete von früh bis spät, aber Zeit für die Körperpflege nahm sie sich natürlich trotzdem, wenn auch alles schnell erledigt sein musste. Im Nachhinein musste sie sich insgeheim aber vielleicht doch eingestehen, dass ihre Haarpracht darunter gelitten hatte. Das Shampoo, das sie benutzte, verwendete sie seit frühester Jugend und mit dem Kämmen nach dem Waschen war sie in letzter Zeit auch nicht sonderlich behutsam gewesen.
Plötzlich schämte sie sich für ihre Nachlässigkeit und schlug die Augen nieder. Hoffentlich war es niemandem in Versailles aufgefallen. Vor allem nicht ihm! Wieso hatte sie bloß nicht mehr auf sich geachtet?

"So, fertig.", sagte André und Oscar schaute auf. Die krausen Kringellöckchen fielen nun in sanften Wellen über ihre Schultern. Ihr Gesichtsausdruck erhellte sich augenblicklich. "Oooh!"

"Warte kurz." Er verließ das Zimmer und kam mit einer kleinen Flasche zurück.

"Was ist das?"

Er tropfte ein wenig Flüssigkeit in die Handinnenfläche, verrieb sie mit beiden Händen und knetete sie in die Mitte und die Enden der blonden Locken. "Ein Haaröl, das ich letztens in Paris auf dem Markt gefunden habe. Es macht die Haare weich und leichter zu kämmen." Zufrieden betrachtete er sein Werk. Ein angenehmer Duft nach Mandeln lag in der Luft.

Oscar strich sich über das Haar. Es fühlte sich wirklich weicher an. Sie lächelte ihn im Spiegel an: "Danke, André." 

"Gern geschehen." 

Während sie die Spitzen einer Strähne betrachtete, ruhte sein Blick auf ihrem lieblichen Lächeln.

"Es ist schon spät. Ich sollte langsam gehen." André schaute zum Fenster, durch das der Mond als silberne Sichel klar zu erkennen war. "Gute Nacht, Oscar."

"Gute Nacht. Morgen müssen wir wieder früh raus!" Er war gerade dabei die Türklinke herunterzudrücken, als er sich noch einmal umdrehte und sie ihn nun wieder voller Selbstbewusstsein anlächelte. Das Kerzenlicht umschmeichelte sie sanft.

Als die Tür ins Schloss fiel, glitt sie mit der Hand nocheinmal über ihr Haar. Es fühlte sich so geschmeidig an! Wenn sie ihn das nächste Mal träfe, könnte sie ihm wie immer erhobenen Hauptes entgegentreten, ohne sich unnötige Sorgen um ihr Erscheinungsbild machen zu müssen. Bei dem Gedanken an die besondere Person wandte sie den Blick vom Spiegel ab und errötete leicht.

"Fersen ..."

 

Die aufgehende Sonne am nächsten Morgen färbte den Himmel in ein zartes Gemisch aus Flieder- und Rosatönen und der Tau lag noch still auf den Blumen im Garten des stattlichen Anwesens, als Oscar die Treppe in den Eingangsbereich hinunterschritt. André war sicher schon bei den Pferden.

Heute würde sie bis zum Nachmittag verschiedene Übungen und Routinen mit der königlichen Schlossgarde durchführen und danach bis spät in die Nacht an einem kleinen Bankett mit ausgewählten Adeligen an Marie-Antoinettes Seite zu Diensten sein. Ein langer Tag stand ihr bevor, der zu jeder Zeit ihre Aufmerksamkeit fordern würde.

Sie ging in den Innenhof, in dem bereits die Pferde vor der Kutsche gespannt waren. Dort sah sie auch, wie erwartet, André, der gerade einem Pferd über die Stirn streichelte. Er hatte die Ärmel seines Hemdes hochgekrempelt, was seine muskulösen Unterarme entblößte. Eine leichte Brise kam auf und wehte ihm durch die dunklen, lockigen Haare, die er lang in einem tiefen Zopf mit einer dunkelblauen Schleife verziert zu tragen pflegte. Das Pferd stupste ihm freudig mit der Nase entgegen, was ihm ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

"Morgen!", grüßte Oscar ihn.

"Guten Morgen!", wandte der Angesprochene sich strahlend an sie.

"Bist du bereit zum Aufbruch?"

"Ja, es kann sofort losgehen." André strich im Vorbeigehen über den Hals des Pferdes, bevor er die Kutschentür für seine Herrin öffnete. Einen Fuß auf die Stufe setzend, drehte sie sich zu ihm: "Wir sehen uns dann wahrscheinlich erst morgen wieder, du hast heute ja einiges für Vater in der Stadt zu erledigen."

"Ja... Falls du jedoch meine Hilfe brauchst, sag Bescheid."

Sie lächelte überlegen. "Danke, aber ich schaff das schon."

"Wie du meinst." 

André zog sich seinen grünen Mantel, der auf dem Fahrersitz gelegen hatte, an, und schwang sich auf den Sitz. Er nahm die Zügel in die Hand und mit einem "Hüja!" setzten sich die Schimmel in Bewegung.

Oscar schaute aus dem Fenster. Weite Wiesen und Felder erstreckten sich bis zum Horizont. In Gedanken ging sie abermals die Formationen, die sie heute mit der Garde üben wollte, durch.
Am Schloss Versailles angekommen, stieg Oscar mit konzentrierter Miene aus dem Fuhrwerk. "André, du brauchst heute Abend nicht auf mich zu warten."

"Verstanden.", nickte er, aber er würde es trotzdem tun.

Er sah ihr hinterher, wie sie sich stolz in Richtung des prächtigen Gebäudes begab. Ihre langen Locken flatterten seicht im Wind.

 

André blätterte eine Seite des Buches um und versuchte den Inhalt, der dort geschrieben stand, zu verstehen, aber auch wenn er die Zeilen mehrmals las, wollte das Geschriebene keinen Sinn für ihn ergeben. Es war kurz vor Mitternacht und Oscar war immer noch nicht zurückgekehrt. Das Bankett zog sich wohl lange hin... Er ärgerte sich, dass er nicht direkt am Schloss auf sie warten konnte, ob mit der Kutsche oder nur zu Pferde.

Er seufzte und legte das Buch zur Seite. Auf seinem Schreibtisch lagen in einem flachen Körbchen eine kleine viereckige Schachtel und ein Fläschchen, die er an diesem Abend wohl nun zum hundertsten Mal anstarrte. 

Plötzlich hörte er Hufgetrappel und das Rollen eines Fuhrwerks. Das musste Oscar sein, die mit einer königlichen Kutsche nach Hause gebracht wurde! Sein Herz schlug vor Freude schneller, aber er blieb dennoch sitzen. Es war doch schon zu spät, oder ...?

"Mademoiselle Oscar! Da hattet Ihr heute einen langen Tag!" Draußen auf dem Gang hörte er auf einmal die Stimme seiner Großmutter. "Möchtet Ihr noch ein Bad nehmen? Das wird euch sicher gut tun! Ich lass es sogleich erhitzen!"

"Baaya!", lachte Oscar, "Dass du noch auf bist! Tut mir leid, für die Umstände, aber ja, ich nehme gerne noch ein Bad."

"So viel Arbeit, da müsst Ihr Euch ausgiebeig erholen! Warum war André eigentlich nicht bei Euch, dieser Taugenichts! André! Andrééé!"

Der junge Mann stürzte sofort aus dem Zimmer. "Was ist denn, Oma?"

"André! Warum hast du Mademoiseille Oscar nicht begleitet? Es hätte sonst was auf dem Rückweg passieren können!"

"Baaya, ist schon gut ..."

"Nein, nein, dieser Bengel! Na los, geh Feuer für Mademoiselles Bad machen! Schnell, schnell!" Die alte Dame schlug hektisch auf ihren Enkel ein.

"Jaja, Oma, ich geh ja schon!" André verzog das Gesicht zu einer Grimasse, aber innerlich jauchzte er.

Einige Zeit später klopfte André leise an Oscars Zimmertür, um die anderen im Haus nicht zu wecken. "Oscar? Das Bad ist fertig!"

Die Tür wurde geöffnet und Oscar trat mit Ihrem Schlafgewand über dem Arm heraus. "Danke."

"Ich...", begann der Dunkelhaarige, "hab dir was aus der Stadt mitgebracht.", und hielt ihr das flache Körbchen entgegen.

"Hm?"

"Das ist eine Haarseife und ein Haaröl. Die Seife ist zum normalen Haarewaschen und das Öl kannst du nach dem Waschen oder auch in die trockenen Haare geben, was dir lieber ist."

"Oh?" Oscar schaute neugierig zwischen dem Korb und André hin und her.

"Ich bin auf dem Markt zufällig an diesem Stand für Haarpflege vorbeigekommen und da musste ich an dich denken, haha ... Der Händler kommt aus der Provence und verwendet verschiedene Blumenöle für seine Produkte. Er scheint ziemlich bekannt zu sein, denn es herrschte großer Andrang bei ihm. Nicht wenige waren sogar extra von weiter her angereist, um bei ihm zu kaufen! Überschwänglich bedankt haben sich sogar einige auch bei ihm. Es ist sicher nur noch eine Frage der Zeit, bis er einen Laden in Paris aufmacht, haha!"

"Hm, wenn er so lobpreist wird, muss ja etwas dran sein... Ich werde beides gerne testen." Sie nahm ihm das Körbchen ab und schickte sich an, die Treppen zum Bad hinunterzugehen. "Gute Nacht! Und danke!"

"Nichts zu danken! Gute Nacht!" 

Als André zurück in sein Zimmer gekehrt war, ließ er sich gleich auf sein Bett fallen und atmete tief aus. Nun hatter er dir doch noch heute sein Geschenk überreichen können! Er hatte sich ewig nicht für eine geeignete Haarseife für Oscar entscheiden können, bis die Frau des Händlers ihn ausgiebig beraten hatte. Als er ihr Oscars Haarstruktur so gut es ging beschrieben hatte, schlug sie ihm zwei Seifen mit dazu passendem Öl vor, die zwar eine ähnliche Wirkung haben, aber einen ganz anderen Duft versprühen sollten. Die Eigenschaften der jeweiligen Person würden sogar besonders herausgestellt werden! Zwei Flaschen, eine mit einer roten, und eine mit einer weißen Schleife, wurden ihm gezeigt. "Was für ein Charakter ist denn die Dame?", hatte die Frau gefragt. "Jemand, der auf den ersten Blick die Menschen in ihren Bann zieht, oder jemand, dessen Zauber etwas subtiler ist?"

"Hmmm... letzteres würde ich sagen..."

"Ich verstehe... Möchten Sie einmal zur Probe riechen?"

"Hm? Äh, ja...", antwortete André.

Die Frau hielt ihm erst die eine, dann die andere Flasche unter die Nase. Der erste Duft war wie ein blumiger Rausch, süß, wie eine überschwängliche Umarmung, die man nicht erwartet, aber einen glücklich gemacht hatte. Nach der Gewöhnung an den Duft aber fiel es schwer sich zu entscheiden, ob er nun prachtvoll oder vielleicht doch überladen war. 

Der zweite Duft war zwar präsent, aber viel zurückhaltender. Seine Intensität stieg viel langsamer an und versprühte einen reinlich, lieblichen Duft, so stolz und frei, ohne den man es sich mit der Zeit nicht mehr vorstellen konnte.

"Ah, der zweite.", entfuhr es André ohne zu Zögern.

"Hihi, das habe ich mit schon gedacht. Ihrer Dame steht nicht der Duft von roten, sondern von weißen Rosen sicher ausgezeichnet."

Der Duft weißer Rosen. Ob Oscar ihr dieser ebenso gefallen würde?

 

Oscar ließ sich genüsslich in die große, weiß-goldene Badewanne sinken, wobei das heiße Wasser geräuschvoll über den Rand lief. Nach den Anstrengungen des Tages tat so ein Bad wirklich gut! Sie streckte die Beine aus und merkte, wie sich ihre Wangen durch die Hitze des Wassers erröteten. Der Silbermond zeigte sich auch heute am pechschwarzen Himmel. Sie drehte sich, die Arme auf den Rand der Wanne überkreuzt, um den Himmelskörper besser anschauen zu können. Wie schön der Mond doch war! Und wie still die Nacht... Ob er auch schon schliefe oder wie sie jetzt, im selben Moment gen Himmel schaute?

Sie seufzte. "Ach, Fersen ..." 

Morgen würde sie ihn endlich wiedersehen! Ihr wurde bei dem Gedanken vor Aufregung ganz flau im Magen. Was sollte sie nur bloß mit ihm reden? Hoffentlich würde er nicht bemerken, wie schwer es ihr fiel Contenance zu waren! Sie atmete tief aus und lehnte sich zurück an das Ende der Wanne. Als vor ihr abermals der junge, gutaussehende Mann aus Schweden in den Sinn kam, schüttelte sie verlegen den Kopf und ließ sich bis über den Scheitel in das Wasser gleiten, auf dass er aus ihren Träumereien gespült würde. Nach ein paar Sekunden tauchte sie wieder auf und rieb sich reflexartig die Augen. Ihre vollgesogenen Haare wogen schwer. Sie atmete tief aus.  Es galt keine wertvolle Zeit mehr zu verlieren, wenn sie ihre Haare jetzt noch trocken bekommen wollte, denn in ein paar Stunden musste sie schon wieder auf dem Weg nach Versailles sein.

Sie griff nach der Schachtel mit der Haarseife, die auf dem kleinen Tisch neben der Badewanne stand und begann sie zwischen ihren Händen zu reiben. Zusammen mit dem aufkommendem Schaum machte sich auch ein zarter Duft bemerkbar. "Hmmm..." Oscar hielt inne, um an der Seife zu riechen. Sie verteilte den Schaum auf ihrem Kopf, und rieb dann mit der Seife direkt über die gesamte Länge ihrer Haare, bis sie alles geschwind einmassierte. Mit einem kleinen Bottich goss sie sich mehrmals Wasser über den Kopf, bis sie sicher war,  dass sie die Seife vollkommen ausgewaschen hatte.

Sie stand auf und legte ihr Haar über eine Schulter, sodass sie es auswringen konnte. Ihr Blick richtete sich noch einmal gen Nachhimmel. Der Mond war schon ein gutes Stück gewandert. 

Sie stieg aus der Wanne und nahm das weiße Handtuch vom Tisch, um sich abzutrocknen. Es war kalt in dem von wenigen Kerzen beleuchteten Waschraum und sie dachte an ihr großes, weiches Bett mit den warmen Decken. Sie entschied sich aber dagegen sofort in ihr Zimmer zurückzukehren und sich die Haare jetzt schon so gut es ging trocken zu rubbeln und zu kämmen. Sie streckte die Hand nach dem Fläschchen mit der weißen Schleife aus und tröpfelte etwas Öl in ihre Handfläche. Der gleiche elegante Duft wie zuvor beim Haarewaschen umschmeichelte ihre Nase. "André hat einen guten Geschmack", dachte sie und verteilte das Öl in den Längen. Als sie ihre Haare noch einmal gekämmt hatte, zog sie ihr pulverschneeweißes Nachtgewand an und pustete vorsichtig die Kerzen aus.

 

"Bitte warten Sie hier. Die Königin wird Sie gleich empfangen." Der Diener verbeugte sich und schloss die hohen goldverzierten Türen.

Oscar stellte sich in die Mitte des Zimmers und André mit etwas Abstand hinter sie. Außer den beiden befand sich sonst niemand im Raum, der zu den ungenutzteren Gemächern zählte. Oscar erahnte, dass Marie-Antoinette seit Fersens Rückkehr darauf achtete, nicht mehr gemeinsam mit ihm in der Öffentlichkeit gesehen zu werden, um Gerüchte einer Liebesaffäre mit dem schönen Schweden nicht wieder neu zu entfachen. Sie wollte sicher weder ihren noch seinen Ruf weiter schädigen und auch ihrem Ehemann, König Ludwig dem 16., diese Kompromittierung ersparen.

Heute würde in diesem abgelegeren Teil des Schlosses ein Treffen im kleinen Kreis stattfinden, mit nur sorgfältig ausgewählten, vertrauensvollen Zofen und Dienern.

Als es plötzlich klopfte, korrigierten Oscar und André automatisch ihre Positur. 

"Ihre Majestät, die Königin."

Die Türen auf der anderen Seite des Raumes öffneten sich und Marie-Antoinette trat in einem wunderschön gerüschtem rosafarbenem Kleid ein. Hinter ihr liefen Hans-Axel von Fersen und zwei Zofen.

"Oscar, guten Morgen!", lächelte die Königin von Frankreich mit glockenheller Stimme. "Der Himmel ist zwar heute nicht klar, aber ich glaube, wir können dennoch einen Spaziergang zu dem kleinen Rosengarten machen."

"Wie Euer Majestät wünschen, aber es sieht nach Regen aus. Nicht, dass Euer Majestät sich erkälten.", erwiderte Oscar freundlich.

"Das habe ich auch schon gesagt, aber meinen Worten wird kein Gehör geschenkt.", schmunzelte Hans-Axel von Fersen und trat neben die Regentin. "Guten Morgen, Oscar. André."

"Oscar und ich haben doch schon vor so langer Zeit ausgemacht, im Mai, wenn die Rosen blühen, in den Garten zu gehen und sie anzuschauen! Und heute ist es endlich soweit, ich hab mich so darauf gefreut!" Wenn Marie-Antoinettes Augen wie jetzt wie die Augen eines kleinen Kindes leuchteten, konnte ihr niemand einen Wunsch abschlagen." Und es regnet auch nicht! Lasst uns gehen!"

Es stimmte, dass sie mit Oscar vor ein paar Monaten vereinbart hatte, sich im Frühling die Rosen gemeinsam ansehen zu gehen, aber der Rosengarten, von dem sie sprach, war im Vergleich zu dem berühmten Hauptgarten, in dem die Königsfamilie und der Adel spazieren zu gehen pflegte, nur ein kleines Beet. Der Hauptgrund für dieses lang geplante Treffen war, dass Fersen in Versailles sein würde und sie sich ausnahmsweise vormittags für ein paar Stunden treffen konnten. Selbst wenn sie von jemandem gesehen werden würden, waren schließlich ein paar Bedienstete und Oscar an ihrer Seite, sodass es nicht nach einem heimlichen Rendevouz aussah. So hatte sich die Königin wochenlang auf diesen Tag vorbereitet.

"Wie Ihr wünscht. Aber bei Regen kehren wir sofort zurück.", seufzte Oscar lächelnd, aber bestimmt. 

Eine der Zofen hatte sich knicksend verabschiedet, um Regenschirme für die Königin, und deren beiden adeligen Freunde zu besorgen. Oscar schickte sich an neben Marie-Antoinette zu gehen, als diese innehielt. "Sagt mal, riecht ihr das nicht auch?"

"Hm?" Die restlichen Anwesenden sahen sich verwundert an.

"Es riecht so blumig, obwohl keine Blumen hier aufgestellt sind!"

Fersen stimmt ihr zu: "Ja, manchmal zieht eine Brise mit einem zarten Duft auf."

"Nicht wahr?!"

Nur André hinterfragte den Duft nicht. Er wusste, woher er kam.

Die Königin öffnete ihren Fächer, hielt ihn sich höflich vors Gesicht und die Nase etwas höher in die Luft. "Wenn mich nicht alles täuscht, kommt der Geruch..." Sie schaute aus den Augenwinkeln zu Fersen, der ihren Blick erwiderte und sofort verstand. "Aus dieser Richtung...", sprach er statt ihrer weiter und lächelte Oscar triumphierend an. "Und er geht von dir aus, Kommandant."

Die Angesprochene zwinkerte mit den Augen. "Bitte?"

"Hihi...", kicherte Frankreichs Königin, "das glaube ich auch!"

Oscar wich einen Schritt zurück. "So sehr?"

Marie-Antoinette rückte näher an sie heran. "Du riechst ganz bezaubernd! Ist das ein neues Parfum...? Oh nein, ich weiß...", strahlte sie und betrachtete Oscars Locken. "Deine Haare riechen so gut!" Sie klappte den Fächer wieder ein und nahm eine der welligen Strähnen in die Hand. "Entschuldige... Mmm... deine Haare duften nicht nur, sie sehen heute auch ganz besonders hübsch aus! Deine Locken fallen so elegant und glänzen so schön!" Ihre dunkelblauen Augen schimmerten vor Bewunderung. "Fersen, ich bin mir nicht ganz sicher, aber, was glauben Sie, um welchen Blumenduft es sich hier handelt? Ich meine, es ist Rose ..."

"Ja, das denke ich auch.", antwortete dieser, bevor er sich an Oscar wandte: "Haben wir recht?"

"Ja... Weiße Rose ..."

"Ach wirklich!", Marie-Antoinette hob den Kopf. "Und dann auch noch der Duft der weißen! Wie edel und anmutig! Das passt wirklich ausgezeichnet zu dir! Mir ist der Duft von roten Rosen vertrauter, deshalb war ich mir nicht sicher ..."

"Haha, eine Rose erkennt die andere sofort.", sagte Hans-Axel von Fersen und blickte sanft zur Königin. Maries Schultern zuckten kurz, als sie leicht errötete und Oscar senkte mit Wehmut in den Augen den Kopf zur Seite. 

 

André folgte Oscar ruhig wie ein Schatten, als die Gruppe sich auf den Weg zu dem Rosenbeet machte. Marie-Antoinette lief voraus, mit Oscar an der linken, und Fersen an der rechten Seite. Er starrte unverwandt auf die märchenhaft goldblonden Locken, die mit dem kräftigen Rot der Uniform unter dem grauen Himmel zu leuchten schienen. Auch wenn es ihm als Oscars Gefolge geduldet wurde, im Schloss und den Gärten ein und ausgehen zu dürfen, war er trotzdem immer noch ein Bürgerlicher, der sich in der Gegenwart der Königsfamilie und dem Adel seiner niedernden Stellung stets bewusste sein musste. 

Das Rosenbeet war schon von Weitem zu erkennen. Die rosa und roten Blüten standen gemischt in voller Blüte und das imposante Farbenspiel wirkte entzückend und verführerisch zugleich. "Aha!" Marie-Antoinette schlug verzückt die Hände zusammen und spazierte ein Stück durch das Beet, bevor sie sich bückte, um die hübschen Blumenköpfe näher zu betrachten.

"Die Rosen sind fürwahr beeindruckend.", stellte Oscar anerkennend fest und blieb neben ihr stehen.

"Nicht wahr? Ich möchte so gerne ein paar mit ins Schloss nehmen und sie als Strauß in einem meiner Zimmer aufstellen! Bringt mir die Schere!"

Die zwei Zofen blickten einander bang an, bevor sie sich hastig tief verbeugten. "Majestät, verzeiht, wir haben leider die Schere und Handschuhe in Euren Gemächern vergessen. Wir gehen sie sofort holen!"

"Wartet.", befahl Oscar. "Das wird zu lange dauern. Es sieht stark nach Regen aus und wir sollten nicht mehr allzu lange bleiben, damit Majestät nicht nass wird." Dann wandte sie sich an die Königin, wobei sie einen Dolch aus ihrer Uniformstasche zog. "Euer Majestät, wenn Ihr erlaubt, werde ich die Rosen für Euch schneiden. Nicht, dass Ihr Euch ohne die Handschuhe an den Dornen stecht."

"Aber Oscar... deine Hände..."

"Oscar, überlass das mir." André trat neben sie und hielt ihr seine Hand offen entgegen. "Du solltest als Kommandantin auch kein Risiko eingehen. Schließlich musst du gegebenenfalls mit dem Degen kämpfen und da wäre eine Verletzung fatal."

"André..." Oscar übergab ihm den goldenen Dolch. "Du hast recht."

Der Dunkelhaarige lächelte verantwortungsvoll und kniete sich dann neben Marie-Antoinette. "Welche Rosen dürfen es sein, Euer Majestät?"

Die junge Königin zeigte auf eine zartrosa Blüte. "Die hier. Aber bitte sei vorsichtig." Während André mit Marie-Antoinette durch das Beet spazierte und eine Rose nach der anderen abschnitt, standen Fersen und Oscar beisammen und unterhielten sich angeregt über den Dolch, der ein langjähriges Familienerbstück der Jarjayes war und der Oscar besonders gut gefiel. Das Gespräch erweiterte sich auf verschiedene Degen und Schwerter und empfehlenswerte Schmiede in und außerhalb von Paris.

André spähte ab und zu über die Schulter, um die beiden zu beobachten. Hans-Axel von Fersen war vor kurzem in eine Armee in Frankreich eingetreten. Die vier Jahre, die er im Unabhängigkeitskrieg in Amerika gedient hatte, waren sicher nicht leicht gewesen, aber schienen seinem Charme und Charakter keinesfalls geschwächt zu haben. Der große, schlanke Schwede mit den kurzen aschblonden Haaren war immer noch loyal, weltoffen und freundlich.

In Andrés obsidianfarbenen Augen spiegelte sich Oscar, wie sie Fersen selbstsicher in die Augen schaute und dabei galant lächelte, so wie es ihre Art war. Seine Herrin war keine Lügnerin, aber heute war er von ihrer Schauspielkunst, sich ihre wahren Gefühle für den Ausländer nicht anmerken zu lassen, wirklich beeindruckt. Sie schien gerade etwas Komisches gesagt zu sagen, denn beide lachten. 

"Oscar...", murmelte er vor sich hin und senkte betrübt den Blick. 

"Ich glaube, das ist genug.", sprach Marie-Antoinette und blickte zufrieden auf den großen rosa-rot leuchtenden Strauß sah Rosenstrauß in ihren Händen. "Danke für deine Hilfe, André, und auch, dass du die meisten Dornen schon entfernt hast."

"Gern geschehen, aber es wäre vielleicht doch besser, wenn nicht Euer Majestät, sondern jemand anderes den Strauß ins Schloss trägt, zur Sicherheit..."

"Aaah, aber ich kann mich gar nicht satt sehen..." Frankreichs Königin schmollte. Mit ihrem rosafarbenem Kleid sah sie selbst wie eine der Rosen aus.

"Majestät...", begann Fersen und ging auf sie zu, "bitte übergebt sie einer der Zofen..."

"Ja, ich habe es ja verstanden... Aber sie sind so wunderschön..."

"Die schönste Rose hier bist du", flüsterte er der Königin zu, die mit ihrem bezauberndsten Lächeln antwortete und Fersens Augen zum Strahlen brachte. André sah, wie Oscars Blick erstarrte.

"Claire, bitte trag du die Rosen zurück."

"Wie Ihr wünscht.", sagte die angesprochene Zofe und nahm ihr die Blumen ab.

Plötzlich begann es zu regnen. Über der Königin wurde sofort ein Regenschirm aufgespannt und auch Hans-Axel von Fersen und Oscar ein Schirm ausgehändigt. André hielt ihn sofort über seine Herrin. Marie-Antoinette, Fersen und die beiden Zofen schickten sich an ins Schloss zurückkehren.

"Oscar, vielen Dank für den schönen Spaziergang. Ich werde mich ab jetzt in meine Gemächer begeben und brauche dich heute daher nicht mehr."

"Es war mir ein Vergnügen. Wie Ihr wünscht, ich werde mich dann zurückziehen." Die blonde Kommandantin verbeugte sich und stellte sich an, den Weg in die andere Richtung einzuschlagen.

"Kommst du nicht den Weg mit uns ins Schloss zurück?"

"Nein, unsere Kutsche steht hier in der Nähe, es wäre ein Umweg erst zurück ins Schloss zu gehen.", erklärte Oscar. André runzelte die Stirn, denn so ganz stimmte das nicht.

"Oh, ich verstehe. Nun gut, kommt gut heim. Bis morgen!"

"Bis bald!", verabschiedete sich auch Fersen.

Oscar und André gingen schweigend die entgegengesetzte Allee entlang, die in den Hauptteil des Schlossgartens führte. Es war keine Menschenseele zu sehen und der Regen prasselte hörbar auf den kleinen Schirm, unter dem sie dicht beieinander ihren Weg fortsetzten. Nach einer Weile fanden sich am Weg kleinere Blumenbeete wieder, in denen farbenfroh Rosen unter dem grauen Himmel blühten.

"Lass uns dort eine kurze Pause machen.", sagte Oscar und wies auf einen riesigen Baum mit ausladender Krone etwas abseits des Weges, unter dem eine steinderne Bank stand. André stutzte. Die Bank wirkte etwas versteckt und wahrscheinlich wussten nicht viele, dass dort überhaupt eine war. Überrascht bemerkte er: "Durch den großen Baum ist es tatsächlich ganz trocken hier." Dann spannte er den Schirm zu und setzte sich links neben Oscar, denn seine rechte Seite war nicht durchnässt. Durch den Wonnemonat Mai war es trotz des Regens zum Glück nur ein bißchen kühl.

André folgte Oscars Blick und schaute bewegt auf das Beet mit cremefarbenen Rosen, das sich vor ihnen wie ein weißes Meer ausbreitete. Ihre Augen waren klein und leer.

"Die letzten Tage waren ziemlich anstrengend, nicht wahr?", fragte er.

"Naja, es gibt ja immer viel zu tun."

"Du hast ganz schöne Ringe unter den Augen.", log er, um sie aufzuziehen.

"Was, wirklich?!", entsetzt drehte sie sich zu ihm. "Ich hab versucht sie zu kaschieren! Aaah, ich hoffe, dass ist niemandem aufgefallen!"

"Hahaha! Bestimmt nicht! Die Königin war doch heute ganz vernarrt in dich."

Oscar biss sich auf die Unterlippe. "Sicher denkt sie an Fersen...", schoss es André durch den Kopf und bereute seine Worte. Warum er hatte bloß mit so einem dummen Thema versucht ein Gespräch in Gang zu bringen? "Und wenn schon... du arbeitest viel und schläfst kaum... Und Baaya meint, du tränkest zu viel Wein ..."

"Willst du mich jetzt trösten oder doch ärgern?" Saphierblaue Augen funkelten ihn herausfordernd an. Und da war es wieder, ihr selbstbewusstes Lächeln!

"Mmmm, mach dir keine Gedanken, du bist doch immer hübsch!", meinte André ein bisschen verlegen, was Oscar jedoch nicht bemerkte.

"Fufufuu... Ich muss dir allerdings wirklich danken...", zwinkerte sie und zwirbelte eine Locke um ihren Finger. "Die Haarseife und das Öl haben schon ein Wunder vollbracht. Ich glaube, ich werde nie wieder etwas anderes benutzen."

"Freut mich, dass ich dir helfen konnte..."

Oscar spielte noch etwas gedankenverloren mit der Strähne, bevor sie ihren Kopf neigte und ihn an seiner Schulte anlehnte. Sie fühlte sich stark und warm an und sie spürte, wie ihre Augenlider schwerer wurden. "Du kennst mich wirklich am allerbesten..."

Andrés Herz begann schneller zu schlagen. "Na-natürlich... wir kennen uns schließlich schon ewig..."

"Ja...", hauchte sie und ihre Lider schlossen sich langsam. "Nur kurz..." Dann war sie eingeschlafen.

Über Andrés Gesicht huschte ein liebevolles Lächeln. Seit sie Kinder waren, bestand diese vertraute Routine, bei der sie, wenn sie Ruhe brauchte, sich an ihn lehnte und schlief. Oscar war offensichtlich erschöpfter, als sie zugeben wollte, und er würde ihr geduldig die Zeit geben, die sie brauchte.

Ihre Locken kitzelten an seiner Wange, während sein Blick sehnsüchtig von ihren pfirsichfarbenen Lippen angezogen wurde. Er seufzte mutlos und küsste einige vereinzelt abstehende blonde Haare, die sachte seinen Mund streiften. Dann neigte auch er den Kopf so nah es ging an den ihren, und starrte in das Rosenmeer. Das Prasseln des Regens wurde lauter und stärker und die Blumenköpfe tanzten unter den kräftigen Tropfen. Er spürte Oscars Gewicht angenehm an seiner Seite und ihr ruhiger Atem ließ auch seine Augenlider schwerer werden. Sanft fiel er in den Schlaf, umhüllt vom Duft weißer Rosen.