Work Text:
Yuliar steht vor dem Spiegel in ihrem Zimmer – ihrem Zimmer. Sie kann es immer noch nicht ganz glauben, wie sich ihr Leben in den letzten Monaten verändert hat. Nicht nur, dass sie jetzt einen Platz hat, an dem sie sich endlich zugehörig fühlt, nein, sie fühlt sich auch endlich wohl in ihrem eigenen Körper.
Sich betrachtend dreht sich Yuliar zu allen Seiten und schlägt dann ihre Flügel ein paar Mal. Sie sind immer noch genauso funktionstüchtig wie vorher, auch wenn sie nun so ganz anders aussehen. Sie sind grau und schwarz und weiß und mit etwas umzogen, dass wie dicke Spinnenweben aussieht. Auch ihr Diadem hat sich verändert, wo vorher ein filigranes Muster aus Silber mit funkelnden, rosa Steinchen war, sind nun Zähne und Knochen. Da sind auch ihre Haare, die von einem Rosa zu einem Weiß mit schwarzem Ansatz geworden sind. Ebenso hat sich ihr Zauberstab dem Thema angepasst. Was sie jedoch vor allem fasziniert, ist, wie sich ihr Gesicht verändert hat. Es wirkt, als hätte jemand mit Farbe die Ansätze eines Totenschädels auf ihre Haut gemalt, aber sie weiß, dass es keine Farbe ist, und wieder ist da ein Zahn, dieses Mal auf ihrer Stirn. Abgerundet wird alles mit ihrem neuen Kleid, das Paulina nur für sie genäht hat, und der Kette, die sie von Rhun geschenkt bekommen hat. Beides passt perfekt zu ihrem neuen Körper und damit auch zu ihrem neuen Ich, in dem sie sich schon jetzt, nur wenige Stunden nach dem Ritual, das ihn ihr gegeben hat, wohler fühlt als in ihrer gesamten Existenz davor.
Endlich ist sie ganz sie selbst geworden.
