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Late to the Party

Summary:

Der Alkohol schwimmt in Peters Blut, die Sterne funkeln am Nachthimmel und Bobs Lippen sehen so weich aus.

Aber Peter ist mit Kelly zusammen, also sollten ihm die Lippen seines besten Freunds egal sein, oder?

Chapter 1: Bunte Discokugeln

Notes:

(See the end of the chapter for notes.)

Chapter Text

Mit zwei roten Plastikbechern in den Händen schob Peter sich durch die feiernde Menge. Die Sommerferien hatten offiziell begonnen und einer seiner Teamkollegen hatte zur Feier des Tages ihren ganzen Jahrgang zu einer großen Hausparty eingeladen. Normalerweise wäre er vermutlich mit Kelly gekommen, aber ihre Familie war direkt in den Urlaub geflogen. Stattdessen war er mit seinen zwei besten Freunden erschienen.

Nach etwa einer Stunde war Justus wieder gegangen, da Parties nicht zu seiner Vorstellung eines gelungenen Abends passen würden. Auch das war mittlerweile schon lange her und Peter hatte seitdem einige Becher verschiedener Mischgetränke getrunken. Aber einer ging schon noch.

Seine Augen suchten das geräumige Wohnzimmer ab. Wo wollte Bob nochmal auf ihn warten? Nach kurzer Zeit entdeckte er den blonden Jungen neben der großen Fensterfront, die die Sicht auf den großen Garten freilegte. Vor Bob stand ein großer Junge, der laut auf den Dritten Detektiv einzureden schien. Irgendwas gefiel Peter an der Situation nicht.

Aufmerksam beobachtete er die beiden während er auf sie zuging. Als er näher kam, konnte er Bobs Gesicht deutlicher sehen. Er sah genervt aus und seine Arme waren in einer abwehrenden Geste verschränkt. Dann fand sein unruhiger Blick Peter und Erleichterung breitete sich auf seinem Gesicht aus. Bob versuchte sich an dem Jungen vorbeizuschieben, aber er hielt den Dritten Detektiv fest. Etwas, das Bob ganz und gar nicht zu gefallen schien.

Wütend überbrückte Peter die letzten Schritte zu ihnen. Er nahm beide Becher in eine Hand und nutze die andere um die Hand des unhöflichen Jungens von Bobs Unterarm zu entfernen. Der Junge drehte sich aufgebracht zu Peter um, doch der Zweite Detektiv war ein Stück größer als er, was den Jungen für einen Moment verunsicherte. Peter versuchte möglichst einschüchternd auszusehen. "Behalt' deine Hände bei dir.", sagte er und starrte den Jungen feindselig an. Ohne ihn zu Wort kommen zu lassen, drehte Peter sich zu Bob und schob ihn Richtung Terrassentür. "Komm, wir gehen raus.", sagte er zu dem Dritten Detektiv. Zu ihrer Erleichterung folgte der andere Junge ihnen nicht.

Im Garten angekommen, suchten sich die zwei Freunde einen Platz unter einem der wenigen Bäume. Um sie herum herrschte ein reges Treiben, aber die Musik war draußen leise genug um normale Unterhaltungen zu führen.

"Was wollte der denn von dir?", fragte Peter und reichte Bob einen der Becher. Der blonde zuckte mit den Schultern. "Weiß ich auch nicht so genau. Der war total betrunken und hat irgendwas von einer Mutprobe gefaselt." Er nahm einen Schluck von dem Getränk in seiner Hand. Er verzog das Gesicht. "Mann, ist das süß! Was hast du denn da rein gemacht?" Peter probierte die orangefarbene Flüssigkeit. Es war tatsächlich sehr süß. "Das hat mir eine der Cheerleader gemischt.", erklärte er.

Für einen Moment saßen sie still da und nippten an den Zuckerbomben in ihren Bechern. "Danke übrigens", sagte Bob. "Für das Getränk?", fragte der rothaarige Junge verwirrt nach. Bob lächelte ihn belustigt an. "Das auch, aber ich meinte, weil du mir mit diesem Typen geholfen hast." 

"Achso", sagte Peter. "Ist doch selbstverständlich." Sie lächelten sich an. Lautes Gelächter drang von der Terrasse zu ihnen. Peter guckte zum Haus und sah, dass eine Gruppe gerade Bierpong zu spielen schien. Sein Blick wanderte weiter. Eine andere Gruppe an Gästen schien in den Pool gesprungen zu sein. Weiter vom Haus entfernt saßen einige Pärchen im Gras. Manche von ihnen küssten sich leidenschaftlich, andere schienen leise Gespräche zu führen. Von außen sahen Bob und er vermutlich nicht anders aus als sie. Zwei Personen, die eine ruhige Ecke für Zweisamkeit gefunden hatten.

Schnell guckte er weg und leerte den Becher in seiner Hand. Bob nahm noch immer kleine Schlucke neben ihm und schien dem Bierpongturnier zuzusehen. Peter sah ebenfalls wieder zurück zur Terrasse, aber seine Gedanken hingen immer noch bei den Pärchen um sie herum.

Kelly hatte auch schon oft Anmerkungen gemacht. Er wusste gar nicht mehr wie oft sie sich gestritten hatten weil er Bob priorisiert hatte. Und wenn er versuchte ihr zu erklären, dass Bob sein bester Freund und wichtig für ihn war, antwortete sie immer mit "Dann date doch Bob!". Sie wurde oft wütend wenn sie sich vernachlässigt fühlte, aber komischerweise sagte sie das mit dem daten immer nur über Bob. Er hatte sich schon oft gefragt woran das lag.

Aber in diesem Moment fragte er sich, ob sie wohl öfter mal für ein Paar gehalten wurden. Er verbrachte sehr viel Zeit mit Bob und wie jetzt auch, waren sie oft zu zweit anzutreffen. Aber außer Kelly hatte nie jemand etwas gesagt. Und ausgerechnet sie sollte ja wohl wissen, dass er nicht Bob sondern sie datete.

Seine Gedanken wurden unterbrochen als die Terrasse auf einmal in buntes Licht gehüllt wurde. Jemand hatte anscheinend eine dieser bunt leuchtenden Discokugeln auf die Terrasse gestellt. Peter beobachtete die tanzen Lichter an der Hausfassade. Es war wirklich eine schöne Nacht. Die Musik drang leise aus dem Haus, die Discokugel ließ die Szene im Garten fast magisch erscheinen und am Himmel glitzerten vereinzelte Sterne.

"Woran denkst du?" Bobs Stimme holte ihn zurück in dir Wirklichkeit. "Hm?", fragte er und guckte zu dem blonden Jungen neben ihm. Bob schien ebenfalls ausgetrunken zu haben. Sein Becher stand neben ihm im Gras. "Achso, nichts eigentlich. Ich hab nur gerade darüber nachgedacht wie schön es gerade ist." Er deutete auf die Lichter und den Nachthimmel. "So romantisch irgendwie." Bobs Blick folgte seinem Finger und schien das Treiben vor ihnen zu betrachten. Er nickte leicht. "Es ist wirklich sehr schön."

Ihre Blicke trafen sich und Peter konnte nicht weggucken. Bobs Augen funkelten in der Partybeleuchtung und auf seinen Lippen lag ein softes Lächeln. Er sah wirklich gut aus, das war Peter schon immer bewusst gewesen. Kein Wunder, dass ihn so viele Mädchen mochten. Und auch einige Jungs schienen ihr Auge auf den Dritten Detektiv geworfen zu haben. Bob hatte aber schon lange nichts mehr von Dates erzählt. Ob er wohl an jemandem interessiert war? Aus irgendeinem Grund zog sich sein Magen bei dem Gedanken zusammen. Vielleicht hatte er ein bisschen zu viel getrunken.

Sein Blick wanderte nach unten und blieb an Bobs Lippen hingen. Wann hatte er wohl das letzte Mal jemanden geküsst? Peter hatte ihn schonmal geküsst. Bei dem Fall mit dem verschwundenen Piloten. Sie hatten nie darüber geredet, obwohl Peter andauernd daran denken musste. Warum hatten sie sich geküsst? Sonst wollte Bob sie doch auch nicht küssen, nur weil sie ein Rätsel gelöst haben. Das war schließlich ihr Job als Detektive. Also warum hatte er ihn damals küssen wollen? Und warum hatte Peter es tatsächlich gemacht? War es normal, dass sich beste Freunde küssten? Aber Justus und Jeffrey wollte er nicht küssen.

Er fokussierte sich auf Bobs Lippen. Sie sahen weich und rosa aus. Er war sicher ein guter Küsser, sonst würden seine Freundinnen über die Jahre nicht so von ihm geschwärmt haben. Anders als bei seinen anderen Freunden fand er die Vorstellung Bob nochmal zu küssen nicht abwegig. Im Gegenteil, er war sogar neugierig. Sein Herz schlug schnell in seinem Brustkorb. Ob Bob ihn nochmal küssen wollen würde?

Er guckte wieder zurück in Bobs Augen. Der Dritte Detektiv guckte ihn immer noch an. Sein Lächeln war aber verschwunden, stattdessen war da irgendetwas an seinem Blick, das Peter nicht zu deuten wusste. Was auch immer es war, der Zweite Detektiv fand es auf einmal schwer zu atmen. Sein ganzer Körper kribbelte und sein Kopf drehte sich. Vielleicht hatte er wirklich zu viel getrunken.

Er riss sich aus Bobs Bann und stand mit wackligen Beinen auf. "Ähm.. Ich geh kurz auf Klo." Schnellen Schrittes lief er über den Rasen ins Haus. Komischerweise fühlte er sich schon etwas besser.

Im Bad spritze er sich kaltes Wasser ins Gesicht. Er beobachtete sein Spiegelbild. Seine Wangen waren rot, aber sonst sah er ganz normal aus. Er fühlte sich auch fast wieder normal. Sein Gehirn versuchte die Situation zu verstehen. Warum sollte der Effekt des Alkohols auf einmal wieder weg sein? Sonst wurde es nur noch schlimmer wenn er aufstand. Das machte keinen Sinn. Vielleicht war etwas anderes das Problem gewesen. Wurde er krank? Aber das hätte ja auch nicht einfach aufgehört. Was könnte sonst noch so ein Gefühl ausgelöst haben?

Nervös klopfte er mit den Fingern auf den Rand des Waschbeckens. Die Symptome erinnerten ihn etwas daran, wie er sich manchmal um bestimmte Menschen herum fühlte. Zu Anfang ihrer Beziehung hatte Kelly ihn ähnliches fühlen lassen, genauso wie andere Mädchen, die er gemocht hatte. Aber das war nie so stark gewesen und da war ja auch gar kein Mädchen gewesen.

Bob war da gewesen. Um ihn herum hatte er auch manchmal Herzklopfen, weil er sich freute ihn zu sehen. Aber das war ja auch nie so doll. War es eigentlich normal Herzklopfen zu bekommen, weil man seinen besten Freund so gern hat? Oder wäre das schon wieder etwas, das Leute glauben lassen würden, er hätte Gefühle für den Dritten Detektiv? Wenn er Gefühle für den blonden Jungen hätte, dann würde das wenigstens seinen Aussetzer gerade eben erklären. Aber das wäre absurd.

Oder?

Auf einmal war sich Peter da nicht mehr so sicher. Was hatte er gemacht, als sein Körper anfing sich so komisch anzufühlen? Sein Atem stockte. Er hatte darüber nachgedacht wie es wäre Bob zu küssen. Das war sicher nicht normal für beste Freunde, oder?

Seine Hände krallten sich am kalten Waschbecken fest. Auf einmal ging es ihm gar nicht gut. Er hatte darüber nachgedacht Bob küssen zu wollen und dann hatte er all die körperlichen Symptome von Verliebtsein gekriegt, nur zehn mal stärker als jemals zuvor. Das war gar nicht gut. Überhaupt nicht gut. Wenn ihm nicht schnell eine andere Erklärung einfiel, dann gab es eigentlich nur einen logischen Schluss.

Fassungslos starrte Peter sein Spiegelbild an. Hatte Kelly die ganze Zeit Recht gehabt? War er ausgerechnet in Bob verliebt? Er wünschte, dieser Gedanke würde sich nicht so natürlich anfühlen. Aber seine erste Reaktion auf den Gedanken war "Wer würde ihn auch nicht mögen?" gewesen. Und wenn das keine eindeutige Antwort war, was dann?

Es klopfte laut an der Tür. "Peter?" Das war eindeutig Bobs Stimme. "Bist du da drin?" Der Drang still zu bleiben und sich vor der Welt zu verstecken war stark, aber Peter kannte seinen besten Freund gut genug um zu wissen, dass er ihn so lange suchen würde, bis er ihn gefunden hatte.

"Ja, sorry!", antwortete er also. Seine Stimme klang zittrig. "Ist alles in Ordnung?", fragte Bob besorgt. Nein!, hätte Peter am liebsten geschrien. Gar nichts war in Ordnung. "Ich glaube ich muss nach Hause.", antwortete er stattdessen. "Alles klar, ich bring dich nach Hause!", sagte Bob sofort. Natürlich war er wie immer der perfekte Gentleman. Peter hasste es wie sein Herz sofort freudig schlug. Bob machte sich Sorgen um ihn und Peter hätte vor Freude singen können.

Der rothaarige Junge atmete tief ein und öffnete die Tür. Sofort sah er die bekannten blauen Augen, die ihn sorgenvoll musterten. "Kannst du gehen?" Peter nickte. Wenn Bob ihn jetzt anfasste, würde er vermutlich explodieren oder zumindest irgendetwas dummes machen.

Seite an Seite verließen sie das Haus und als wären sie Magneten, driftete der Zweite Detektiv immer näher an den blonden Jungen ran. An der Straße wurde gerade ein Mädchen von ihren Eltern abgeholt. Sie winkte Peter zu, der verwirrt zurück winkte. Erst als das Auto schon losfuhr, fiel ihm ein wer sie war. Sie war eine von Kellys Freundinnen. Kelly. Scheiße. Was sollte er ihr nur sagen?

"Peter?", Bobs weiche Stimme drang wie durch Watte zu ihm durch. Peter musste ohne es gemerkt zu haben stehen geblieben sein. "Alles gut!" Er konnte genau sehen, dass Bob ihm nicht glaubte. Behutsam legte der Dritte Detektiv eine Hand auf Peters Rücken um ihn zu stützen, vermutlich in der Annahme, dass er zu betrunken war um normal zu gehen. Die unschuldige Berührung verursachte derart Starke Gefühle in Peter, dass sie ihn aufkeuchen ließen. Verzweifelte starte er den Dritten Detektiv an, der ihn immer besorgter anguckte.

Was sollte er denn jetzt machen?

Notes:

Das ist aus einer Laune raus entstanden, lasst es mich wissen, wenn ich weiter schreiben soll!❤️💙