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Language:
Deutsch
Series:
Part 5 of Flufftober 2025
Collections:
Flufftober 2025
Stats:
Published:
2025-11-15
Words:
1,012
Chapters:
1/1
Comments:
6
Kudos:
21
Bookmarks:
4
Hits:
112

Warum ist Ihre Socke bei mir?

Summary:

Seelenverwandte gibt es wirklich. Nicht oft und noch viel seltener finden sie einander. Wenn immer wieder Dinge, die dir nicht gehören in deiner Wohnung auftauchen, dann müssen sie wohl deinem Seelenverwandten gehören.

Notes:

Flufftober, day 15, Prompt: Soulmate AU

Eigentlich mag ich Soulmate AUs echt gerne, wurde also Zeit, dass ich auch mal eine für die beiden schreibe.

Work Text:

"Thiel, warum war da schon wieder eine St. Pauli Socke auf meinem Sofa?" fragte Boerne, der mit der Socke wedelnd vor Thiels Tür stand.

"Die hab ich schon gesucht", antwortete Thiel und schnappte die Socke aus Boernes Hand. "Ich zieh mir ganz sicher nicht bei Ihnen meine Socken aus."

"Sind sie da ganz sicher? Wie ist die denn sonst bei mir gelandet?"

"Wer weiß, vielleicht haben sie die mitgenommen, als Sie sich mal wieder an meinem Kühlschrank bedient haben. Da haben Sie ganz offensichtlich auch ihre Krawatte bei mir liegen gelassen."

Besagte Krawatte wurde Boerne nun gegen die Brust gedrückt. Boerne griff danach und sah sie skeptisch an.

"Ich schmeiße meine Krawatten doch nicht einfach in Ihrer Wohnung rum, soweit kommt's ja noch", antwortete Boerne. "Und die habe ich schon seit Tagen vermisst."

"Ich hab Ihnen jedenfalls keine Krawatte geklaut und irgendwie muss sie ja bei mir gelandet sein."

"Bestimmt wollten Sie auch mal was qualitativ hochwertiges haben", schoss Boerne zurück und mit den Worten stapfte er zurück in seine Wohnung, Thiel ließ er verwirrt in seiner eigenen Tür zurück.

Thiel beobachtete, wie Boerne in seine eigene Wohnung verschwand und die Tür schloss, dann trat er selber zurück und schloss seine Tür ebenfalls.

Das passierte oft. Zu oft, dass es ein Zufall sein konnte und sie beide waren sich vermutlich bewusst darüber, was das bedeutete. Sie wollten es nur nicht wahrhaben.

Thiel warf die einzelne Socke in den Wäschekorb und setzte sich mit seinem Bier zurück auf seine Couch.

Warum denn ausgerechnet Boerne und überhaupt, warum er? Der ganze Seelenverwandten Kram hatte für ihn immer irgendwie dämlich geklungen. Nur etwa 10% der Menschen hatten überhaupt einen, nur 1% fand je den Seelenverwandten und er zog einfach direkt neben seinem ein, nachdem er davon überzeugt gewesen war, dass er keinen Seelenverwandten haben könnte. Wollte er auch nicht. Das war doch alles Unfug. Und er wusste jetzt schon wieder, dass er in ein paar Tagen ein Jackett oder ein Medizinbuch oder vielleicht auch eine gute Flasche Wein irgendwo in seiner Wohnung finden würde. Und er wusste, dass nicht Boerne die dort hin gepackt haben konnte. Und Boerne wusste das auch, aber sie beide leugneten es so gut es ging.

Thiel schloss die Augen. Es wäre schön, jemanden zu haben, nicht alleine zu sein. Und die Gefühle für Boerne konnte er auch wirklich nicht mehr leugnen. Er hatte es lange versucht, aber inzwischen ging es nicht mehr. Und jemanden haben, mit dem man Abends kuscheln konnte. Wie lange hatte er auch niemanden mehr geküsst. Von Sex mal ganz abgesehen. Einfach jemanden haben der da war. Und irgendwie war Boerne ja jetzt schon da. Aber da war immer noch diese gewisse Distanz.

Boerne konnte unglaublich nervig sein und vermutlich würden sie sich viel streiten, taten sie ja so auch schon, aber genau so versöhnten sie sich immer wieder und vielleicht war das der Punkt. Thiel seufzte. Er würde noch etwas abwarten.

 


 

Es dauerte drei Tage bis Thiel ein Magazin auf seinem Wohnzimmertisch entdeckte, auf dem Cover war ein menschliches Herz. Dann war es jetzt also so weit. Er hatte sich fest vorgenommen, dass er beim nächsten Mal endlich mit Boerne reden würde. Er sammelte das Heft vom Tisch und ging zu seiner Tür. Vor Boernes Tür hielt er einen Moment inne und sah an sich herunter. Hätte er sich etwas anderes anziehen sollen? Zumindest hatte er eine Hose an. Eine alte Jogginghose zwar, aber dennoch. Und entweder wollte Boerne ihn auch, dann auch mit hässlicher Jogginghose oder eben nicht, dann hätte auch der beste Anzug jetzt keinen Unterschied gemacht. Dafür kannten sie sich inzwischen auch einfach zu lange.

Er holte tief Luft und drückte auf die Klingel. Hinter der Tür hörte er etwas poltern.

"Jaja, ich komme ja!" rief Boerne, ein paar Sekunden später ging die Tür auf. Und Thiel vergaß kurz was er sagen wollte. Aber nach ein paar Sekunden hatte er sich wieder gefangen.

"Ich denke, wir sollten mal hierüber reden. Wir wissen doch beide, dass niemand von uns hier Sachen von einer Wohnung in die andere schleppt", sagte Thiel schließlich. Boerne schnappte das Magazin aus Thiels Hand.

"Sondern?" fragte Boerne etwas spitz.

"Jetzt stellen Sie sich nicht dümmer als sie sind," antwortete Thiel genervt. "Wir wissen beide, wann Sachen von Leuten einfach anfangen bei anderen in der Wohnung aufzutauchen", sagte er. Boerne seufzte.

"Kommen Sie rein" sagte er.

Thiel ließ sich aufs Sofa fallen und schmiss das Magazin auf den Tisch.

"Glauben Sie denn daran?" fragte er. Es war ihm immer schwer gefallen, an sowas zu glauben.

"Thiel, es ist wissenschaftlich erwiesen, es gibt unzählige Studien und sie sind alle zu dem selben Schluss gekommen", erläuterte Boerne.

"Wir beide also?" fragte Thiel.

"Sieht so aus", gab Boerne zurück. "Übrigens die Bierflasche ist bei mir aufgetaucht, ich denke, die gehört Ihnen." Boerne drückte ihm eine Bierflasche in die Hand. Auf dem Tisch lag noch der Flaschenöffner vom letzten Mal und Thiel konnte ein Bier jetzt gut gebrauchen, also öffnete er die Flasche und trank einen großen Schluck.

Er wusste, dass Seelenverwandte oft auch romantische Beziehungen hatten und vielleicht war jetzt der Punkt gekommen, an dem er einsehen musste, dass er Gefühle für Boerne hatte.

"Wir sollten uns langsam mal duzen, oder?" sagte er erstmal.

"Ich denke, das ist eine gute Idee."

Boerne stand auf und verschwand aus dem Wohnzimmer.

"Boerne?" rief Thiel verwirrt.

"Einen Moment", kam es zurück. Thiel schloss die Augen. Und damit würde er den Rest seines Lebens verbringen? Nur konnte er irgendwie gar nicht so genervt sein, wie er das normalerweise war. Kurz darauf kam Boerne mit einem Glas Wein zurück und setzte sich neben Thiel, dicht neben Thiel.

"Dann müssen wir jetzt aber auch Brüderschaft trinken", beschloss er.

Sie verschränkten ihre Arme und tranken jeder einen Schluck. Dann lehnte Boerne sich vor und seinen Lippen trafen die auf Thiel. Thiel lehnte sich ihm entgegen und der Kuss wurde länger als es vermutlich üblich war. Ihre Arme lösten sich aus der Verschränkung und Boerne legte eine Hand auf Thiel's Hinterkopf.

Daran konnte Thiel sich gewöhnen. Immerhin konnte Boerne so nicht sprechen.

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