Chapter Text
Boerne hatte sich in den letzten Wochen sehr seltsam benommen, war auf Abstand gegangen und hatte es vermieden, Thiel zu begegnen, mit ihm zu reden und oft sogar ihn überhaupt anzuschauen. Er hatte ihn weder im Hausflur noch im Büro gesehen und sogar den Verdacht, dass er ihn abpasste, wenn er das Haus verließ, um eine Begegnung zu vermeiden.
Thiel hatte es bisher nicht für notwendig erachtet, Boerne darauf anzusprechen und war einfach davon ausgegangen, dass der andere wieder einmal wegen einer Kleinigkeit eingeschnappt oder aufgebracht war. Er bezog solch ein Verhalten normalerweise nicht direkt auf sich, doch die Zeichen waren nun eindeutig und er musste sich auch eingestehen, dass er Boerne vermisste. Es gab keine Gespräche, keine gemeinsamen Kochabende, in der Waschküche saß er nur noch allein und auch im Institut hatte er in letzter Zeit ausschließlich mit Frau Haller gesprochen. Das war zwar nicht unangenehm, aber die kleinen Kabbeleien und der fachliche Schlagabtausch mit Boerne fehlten ihm.
