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Der Schlüssel

Summary:

Maudado fand eine Redstone Fackel in Zombeys Truhe, die einen interessanten Namen hat...

Notes:

(See the end of the work for notes.)

Work Text:

"Hast du meine Redstone Fackel gesehen, die ich gestern Abend noch in die Kiste gepackt hab?" Maudado schaute von dem Craftingtable auf und sah Zombey für einen Moment amüsiert dabei zu, wie er hektisch sein Lager durchsuchte.

"Eine Redstone Fackel hab ich nicht genommen, nein. Wozu sollt ich die denn auch brauchen? Ich hatte eigentlich nicht vor noch irgendwas mit Redstone zu bauen. Du bist da der Profi mit deinem Super-Smelter."

Sie bekam keine Antwort darauf. Stattdessen sprang Zombey in seinen Keller, um dort sein die Kisten zu durchsuchen.

Es war fies von ihr. Sie wusste ganz genau, wonach er da gerade so verzweifelt suchte. Und sie wusste auch, dass er es nicht finden würde. Weil sie es tatsächlich gestern Abend aus der Kiste genommen hatte. Eine Redstone Fackel, die 'Bastis Hausschlüssel' hieß.

Im ersten Moment hatte sie sich nichts weiteres gedacht. Dann hatte sie den Namen gesehen. Bis zu diesem Augenblick, hatte sie nicht einmal gewusst, dass Zombey mit Basti zu tun hatte, ganz zu schweigen davon, dass sie sich gut genug kannten, dass Basti ihm einen Schlüssel gegeben hatte.

Wenn die Gerüchte stimmten, die man sich über Basti erzählte, war er keiner, der leichtfertig Schlüssel zu seinem Haus herausgab.

Dachte sie genauer darüber nach, wusste sie eigentlich gar nichts über ihn, außer, dass er immer mit einem Koffer herumlief. Die Gerüchteküche brodelte dafür umso stärker und jeder meinte etwas neues dazu beizutragen zu können. Ein Gerücht war schauerlicher als das nächste.

Maudado gab nicht viel auf das Hören Sagen ihrer Nachbarn. Sie hatte noch nicht wirklich selbst mit Basti geredet, ihn nur ein, zweimal aus der Ferne gesehen, deswegen würde sie sich kein Urteil über ihn fällen. Dennoch sagte ihr ihr Bauchgefühl, dass es keine gute Idee war, den Schlüssel von so einer Person einfach in irgendeine Kiste zu packen.

Vielleicht gab es bessere Möglichkeiten, um seinen besten Freund auf das Ganze mit und um Basti anzusprechen, aber eh sie genauer darüber nachdenken konnte, hatte sie den Schlüssel schon eingesteckt gehabt.

"Crafte dir doch einfach eine neue", schlug sie ihm vor, als er wieder oben war.

"Wenn es nur so einfach wäre..."

"Wieso, haben wir kein Redstone mehr?" Ein kleines Grinsen konnte sie sich dennoch nicht verkneifen. Es war selten Zombey so komplett aus der Fassung zu erleben und sie musste seine Verzweiflung einfach für einen Moment auskosten, da es sonst immer genau andersrum war.

Langsam drehte er sich zu ihr um. Das Grinsen in ihrer Stimme war ihm nicht entgangen.

Sein Ausdruck hatte fast etwas mörderisches.

"Maudado."

"Du hast nach einer Redstone Fackel gefragt! Und, wie gesagt, ich hab keine genommen!" Auffordernd hielt er ihr die leere Hand hin. "Bitte gib es zurück."

Seine andere Hand zuckte in Richtung seines Schwertes. Das Grinsen auf Maudados Gesicht verschwand, wurde zu einem Stirnrunzeln. Auch oder vielleicht gerade weil diese kleine Bewegung vermutlich unbewusst geschah, schrillten in ihrem Kopf leise die Alarmglocken los. Die Gerüchteküche schien nicht ganz unbegründet zu sein, wenn Zombey so stark reagierte. Normalerweise war er durch nichts aus der Ruhe zu bringen.

Sie holte den Schlüssel aus ihrer Tasche, hielt ihn einen Moment abwägend in der Hand.
"Eine einfache Redstone Fackel hab ich nicht gefunden, dafür aber einen Haustürschlüssel von Basti? Wie kommst du denn an sowas?"

"Er... hat ihn mir gegeben, nachdem ich ihm Materialien für sein Haus gebracht hab. Falls ich ihm nochmal helfe, dass ich einfach reinkommen kann. Und jetzt gib ihn mir bitte wieder."

Ungläubig zog Maudado die Augenbrauen hoch. Dass Zombey ihr so schlecht und dreist ins Gesicht log, war auch neu.

"Basti scheint mir eigentlich keiner zu sein, der jedem einen Schlüssel gibt, der ihm einmal geholfen hat."

Wenigstens hatte Zombey den Anstand betreten drein zu schauen. Ein zarter roter Schimmer legte sich auf seine Wangen, während er etwas hilflos mit den Schulter zuckte.

Jetzt wurde es interessant. Dass Zombey einen Schlüssel hatte, zeigte, dass er regelmäßig bei Basti war. Dass er es so unglaublich schlecht verstecken konnte, überhaupt nicht zu wissen schien, wie er es überspielen sollte, zeigte, dass Basti und der Schlüssel ihm eine ganze Menge bedeutete. Aber nicht aus den Gründen, aus denen andere Basti für wichtig hielten.

"Ist im Grunde genommen auch völlig egal, was du wann mit wem machst. Aber... pass auf dich auf, okay? Es werden da komische Sachen über Basti gemunkelt." Sie drückte ihm den Schlüssel in die Hand.

"Die Gerüchte übertreiben alle maßlos. Ja, Basti ist ein bisschen geheimniskrämerisch, aber er ist noch lang nicht das böse Supergenie für das ihn alle halten."

"Pass trotzdem auf dich auf und lass den Schlüssel nicht irgendwo rumliegen. Diesmal hab nur ich ihn gefunden, wer weiß wer nächstes mal hier rumschnüffelt."

"Ich weiß, und das wird auch definitiv nicht nochmal passieren. Das mit dem Schlüssel war eh eher ein... dummer Fehler. Keine Ahnung, was genau ich mir dabei dachte. Warum ich ihn überhaupt aus der Hand gegeben hab." Zombey starrte auf den Schlüssel, den er immer noch in der Hand hielt. Er wirkte seltsam klein und verletzlich dabei.

Maudado zögerte, bevor sie die nächste Frage aussprach: "Ist es Basti zu dem du immer so spät abends hingehst?" Ertappt schaute Zombey auf. Das Rot seiner Wangen wurde dunkler. Maudado konnte genau beobachten, wie er überlegte, ob er jetzt einfach abhauen sollte. Er hatte schließlich den Schlüssel zurück. Außerdem regnete es draußen. Er wäre in null Komma nix mit seinem Trident am anderen Ende Welt, wenn er es wollte.

Aber im Endeffekt würde es nichts bringen. Er würde der Situation nicht entkommen können. Schließlich wohnten sie zusammen, bauten zusammen einen Zoo. Damit würde er sie nicht alleine lassen.

Zombey schien auch einzusehen, dass eine Flucht nichts bringen würde, so, wie seine Schulter nach unten sackten.

"Vielleicht? Wie hast du das denn überhaupt mitbekommen? Ich bin extra über die Nether Decke dafür."

"Manuel scheint nicht gern allein zu sein. Und wenn er heult, macht das auch meine Hunde nervös. Also hab ich dann mal nachts nachgeschaut was los ist und naja du warst nicht da. Mehrmals."

"Oh..."

"Und es braucht jetzt keinen Sherlock Holmes, um eins und eins zusammenzuzählen." Zombey schnaubte und steckte den Schlüssel ein.

"Und dabei dachte ich eigentlich, dass ich mich unauffällig verhalten habe."

"Bis du den Schlüssel hast liegen lassen, hat das auch sehr gut geklappt. Ich hab ehrlich nicht vermutet, dass du mit einem ominösen Vielleicht-Mafioso abhängst."

"Basti ist kein Mafioso!" Zombeys Entrüstung folgt Maudados Lachen nach draußen.

"Maudado, ich weiß, dass ich dir vertrauen kann und du nichts weiter sagen wirst?"

"Natürlich. Die Unterhaltung hat nie stattgefunden." Sie zwinkerte ihm beruhigend zu, bevor sie sich ihren eigenen Trident schnappte und die letzten Regentropfen, um zu ihrem Haus zu springen.

Sie wusste, dass sie Zombey eigentlich vertrauen konnte. Was auch immer er mit Basti am Laufen hatte, er wusste auf sich aufzupassen und sich nicht in Sachen zu verstricken, die er nicht wollte. Aber auch Zombey war nur ein Mensch.
Und Maudado konnte nicht sagen, wie tief die Sache ging. Sie konnte nur hoffen, dass falls es, auf irgendeine Weise spektakulär schief gehen sollte, sie nur ein gebrochenes Herz zu pflegen hatte und nichts schlimmeres.

Notes:

Shout Out an mein zombeyghg mutual von tumblr, du bist more or less der Grund warum dieser Oneshot jetzt existiert und evtl noch mehr kommen könnten. Ich liebe es hier.

Falls jemand Redebedarf haben sollte: paryyys hier mein Tumblr.

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