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Was, wenn doch?

Summary:

Durch einen Kommentar von Kevin beginnt Mike, an seiner und Hugos Freundschaft zu zweifeln. Ist da eventuell doch mehr, als sie denken?

Notes:

(See the end of the work for notes.)

Work Text:

Kevin stoppte das Video, in dem er und Hugo sich spaßhalber küssten. Mike stand ein wenig hinter den beiden und sah Hugo mit Herzchenaugen an.

„Bro“, begann Kevin und deutete auf seinen Monitor, „ich sage wir werden in ein paar Jahren erfahren, dass Wichtiger die ganze Zeit bisexuell war. Bro… dieser Blick dahinten, Freunde, der ist doch super sus.“-daraufhin wiederholte er sich, um seiner Aussage mehr Kraft zu verleihen, „Ich sage wir werden erfahren, dass Wichtiger bisexuell ist, Leute. Und ihr habt’s hier zum ersten Mal gehört, all right?“

Er klang stolz über seine neue Erkenntnis, denn Mikes Blick in diesem Video sprach mehr als tausend Worte. Dennoch wusste er, sein Freund und Kollege würde sich das, zumindest in naher Zukunft, niemals eingestehen. Dafür kannte er ihn gut genug.

-

In Wahrheit lag Mike zu Hause in seinem Bett und dachte nach. Nicht nur, weil er Kevins Stream schaute und dieser ihn dazu brachte, sondern weil es seit längerem nichts anders in seinem Kopf gab. Wie stellte man fest, ob man bi war oder nicht? Und vor allem; wie stellte man fest, ob die Gefühle für seinen besten Freund noch platonisch waren oder doch weiter reichten?

Die Fragen machten ihn fertig, weil er keine Antwort darauf bekam. Googlen funktionierte nicht und er wusste niemanden, dem er das anvertrauen konnte. Gut, Kevin schien eine Option zu sein, da er anscheinend Dinge sah, die er selbst nicht erkannte, aber wie begann eine solche Konversation überhaupt? Er wollte ihn nicht aus dem Nichts anrufen und um Rat bitten. Außerdem würde er nicht viel mehr sagen als im Stream. Theoretisch konnte er sich den Anruf also sparen.

Er setzte sich auf und starrte seine Wand an. Es wäre besser, langsam mit dem Packen zu beginnen, da er Hugo in zwei Tagen in Finnland traf und wenn er jetzt nicht alle seine Sachen zusammen suchte, dann blieb die Arbeit bis kurz vor dem Flug offen. Vielleicht brachte ihn das auf andere Gedanken.

-

Weder das Packen noch alles andere auf seiner To-Do-Liste half ihm dabei. Der Flug rückte näher und zusammen mit den selben Gedanken begrüßte er Hugo am Flughafen in Helsinki. Es war schön ihn nach längerer Zeit wieder in den Arm nehmen und face to face mit ihm reden zu können und das vorerst ohne laufende Kamera.

„Alles klar bei dir?“, fragte Hugo und drücke Mike fest an sich.

Dieser wollte ihn am liebsten gar nicht mehr los lassen, tat es aber trotzdem: „Bin gespannt auf die nächsten Tage. Wie war’s mit Qoqsik?“

Ihm wäre es eigentlich lieber das Thema zu meiden, aber sie überhaupt nicht zu erwähnen kam ihm auch auffällig vor. Schließlich hatte Hugo ihm ein Selfie von den beiden geschickt plus, die ganzen Clips auf TikTok waren ihm nicht entgangen.

„Ja, wie immer hald. Nett. Was soll ich sagen?“, Hugo grinste etwas unbeholfen und druckste drum herum, wie immer, wenn jemand ihn nach ihr fragte. Sei es on Stream oder privat. Mike gefiel das sogar besser, als eine ausführliche Beschreibung ihrer Treffen zu bekommen. Seiner eigenen Psyche zu liebe nannte er sie nicht „Dates“. Hugo nannte sie selbst nicht einmal so, was etwas gutes bedeutete, oder?

„Keine Ahnung“, Mike zuckte mit den Achseln, „Gehen wir gleich einchecken?“

Hugo, der sein Handy wie immer in der Hand hielt, schaute auf die Uhrzeit und nickte: „Ja, müsste schon passen. Nehmen wir ein Taxi?“

„Klingt gut.“

Sie warteten auf Luca, ihren Kameramann für die Spontitour, und fuhren dann mit dem Taxi zu ihrer Unterkunft. Sie spielten Schere, Stein, Papier um die Zimmer und kamen erst einmal an, bevor sie irgendwann später den Stream starteten und Hugo prompt in den Kühlschrank steckten.

Als ersten Stopp knöpften sie sich einen Weihnachtsmarkt vor, selbstverständlich in Begleitung des Streams und dem Chat, von dem sie ab und zu Fragen beantworteten. Mike bemühte sich, Hugo nicht die ganze Zeit anzustarren, der relativ aufgedreht neben ihm herumzappelte. In seinen Augen schlug er sich ziemlich gut darin, denn zumindest im Chat kamen keine Kommentare dazu.

Nach ihrem kurzen Aufenthalt am Weihnachtsmarkt standen sie vor der Frage, wie sie den restlichen Abend gestalteten. Hugo ging in Kreisen, Dreiecken und sämtlichen anderen Formen vor sich hin, während Mike ein wenig entfernt von ihm stand und ihm zusah, wie er stotterte wie eine zurückspulendes Video.

„Also wir haben auf der Liste einen Rageroom. Sollen wir das heute machen?“, fragte Hugo schließlich. Mike trat ihm nun doch näher.

„Also. Also. Also“, machte er ihn nach und nahm ihn schließlich in den Arm. Wie konnte er das auch nicht machen? Der Abend war kalt und Hugos Wangen und Nase gerötet. Er sah einfach unfassbar niedlich aus.

„Ich brauch das“, murmelte Hugo in Mikes Schulter hinein. Dieser dachte kurz er habe sich verhört und hoffte inständig, dass sein bester Freund sein Herz nicht hörte, das plötzlich lauter schlug. Um die Situation hinunter zu spielen und dümmer wirken zu lassen, winselte er wie ein Hund, wenn auch übertrieben.

„Kannst du mich fest drücken, bitte?“, Mike hörte Hugos Worte erst nach dem dritten Mal. Gut, das stimmte nicht ganz. Er hörte ihn von Anfang an, denn Hugo war alles, was er gerade wahrnahm, nur konnte er es erst beim dritten Mal richtig aufgreifen.

„Bitte, bitte drück fest. Ich brauch das“, bat er noch einmal. Erst jetzt konnte Mike sich dazu bringen zu reagieren und den Wunsch auszuführen. Er schlang seine Arme fester um Hugo und drückte ihn so fest er konnte. Ein paar Sekunden. So lange, bis Hugo quengelte und sich von ihm löste.

„Ah, meine Rippen“, beschwerte er sich und trat einen Schritt nach hinten, „Meine Organe sind tot.“

Mike wusste, er hatte Hugo nicht wirklich weh getan. Der andere mochte es, ein wenig dramatisch zu sein, weshalb er nicht näher darauf einging. Sie setzten ihre Besprechung fort und bis auf „essen gehen“ fiel ihnen nicht sonderlich viel ein. Trotzdem schafften sie es den Abend auszufüllen und ihre Zuschauerschaft mehr oder weniger gut zu unterhalten.

Gut fünf Stunden später reichte es ihnen aber doch, weshalb sie in ihre Unterkunft zurück kehrten, wo sie sich gleich auf das Sofa fallen ließen und die Chat Nachrichten durchlasen. Nach einem ganzen Tag miteinander wurden sie Wortkarg und saßen kurz still nebeneinander. Dass Hugo den Stream nun endgültig ausmachen wollte, sprach er aus. Mike war froh darüber, da er selbst ebenfalls Ruhe brauchte. Natürlich durfte ein Stream der beiden nicht einfach so enden. Sie brauchten irgendetwas abschließendes, um den Tag abzurunden. Irgendetwas spektakuläres.

Hugo sah von seinem Handy auf, keine einzige präsente Gehirnzelle hinter seinen Augen: „Der Stream endet, wenn wir uns küssen.“

Mikes Blick traf Hugos. Nur kurz, denn sie drehten ihre Köpfe sofort voneinander weg. Hugo grinste wieder, während Mike hoffte, dass die Kamera seine rot werdenden Wangen nicht einfing.

„Nein“, wank Hugo seinen eigenen Vorschlag ab, „Willst du noch was sagen?“

Mike klaubte all seinen Mut zusammen und ließ seinen Mund schneller arbeiten als sein Hirn: „Warum machen wir das nicht mit dem Kuss?“

„Ich dachte du willst das nicht“, kam Hugos Antwort ein wenig zu schnell.

„Chat?“, Mike schenkte seinem Handy ungemein viel Aufmerksamkeit. Sich gegenseitig anzuschwulen gehörte zum Repertoire der beiden, das war immer schon so gewesen. Ihre Freundschaft funktionierte eben so und da waren sie kein Einzelfall, dessen war Mike definitiv bewusst. Trotzdem leuchtete jedes Mal ein kleines Fünkchen Hoffnung irgendwo in ihm, wenn Hugo solche Kommentare von sich gab.

Wie jetzt wieder: „Ja wenn du unbedingt willst-“

Mike unterbrach ihn, bevor er etwas ganz Dummes vor laufender Kamera tat. Leider fiel ihm kein anderes Thema ein, außer Hugo zu küssen, was sein rationales Denken stark limitierte.

„Digga kannst du dir vorstellen einen Mann so richtig krass-, so einen richtigen French Kiss, so einen richtigen- so Zunge- so richtig so- so richtig rein so- so irgendwie- so fünf, sechs, sieben Sekunden? Kannst du dir das vorstellen?“, er stolperte über seine eigenen Wörter und begann die Sätze zu oft neu, um natürlich zu klingen. Innerlich verfluchte er sich selbst, sich und den noch laufenden Stream, aber jetzt stand die Frage im Raum.

Die Frage, zu der Hugo vier oder fünf Mal „Nein“ sagte.

„Nicht?“, fragte Mike nach, und verstand nicht wieso er es nicht einfach sein lassen konnte.

„Nein“, meinte Hugo.

„Boah“, rutschte es Mike hinaus. Wieso, wieso, wieso? Es wäre so einfach einen Schlussstrich zu ziehen.

„Ich mach das nur bei Frauen“, kam es nochmal von Hugo. Die Frage, ob Mike es denn machen würde, flog um ihre Köpfe, blieb allerdings unausgesprochen und deswegen unbeantwortet. Tatsächlich würde Mike das nicht tun. Er stand selbst auf Frauen und ausschließlich auf Frauen.

Bloß gab es Hugo seit geraumer Zeit, der ihm diese Einstellung durcheinander brachte. Außer Hugo wollte er nämlich keinen anderen Mann küssen und wenn er es sich genau überlegte, was er momentan eher meiden sollte, dann wollte er auch keine Frau küssen.

Die Stille kam kurz zurück, bis er Hugo näher bei sich spürte. Er sah das überspitzte Kussmund-Gesicht das der andere machte im letzten Moment, ehe er sich weg lehnte.

„Was?“, fragte er ein wenig verwirrt. Er hoffte, Hugo würde das noch einmal machen, damit er eine Entschuldigung hatte, ihn vielleicht doch einen kurzen Kuss zu geben, so wie sie es bereits einmal für die Kamera getan hatten. Für die Kamera. Nur für die Kamera.

„Nix.“

„Was?“

„Nix.“

Mike gab auf und widmete sich erneut seinem Handy. Jetzt wurde es wirklich Zeit den Stream zu beenden.

„Ja ne also das von Faister und Niek das fand ich… das war ein hard watch“, kam es von Hugo.

„Bro, das für 50 Subs, ne?“, erinnerte Mike sich an den Clip zurück.

„Für 50 Subs haben die das gemacht?“, fragte Hugo ungläubig.

„Für nur 50 Subs haben die sich so einen richtig intensiven Zungenkuss gegeben.“

„Digga what the fuck.“

„Ich versteh das immer noch nicht, Bruder“, in Wahrheit verstand Mike das. So egoistisch es auch klang, er würde 50 Subs sehr wohl als Ausrede nutzen, um Hugo so küssen zu dürfen. Am liebsten würde er es ohne Subs machen und ohne Challange. Ohne Kamera, vor allem.

Hugo holte ihn aus seinen Gedanken: „Willst du noch was sagen?“

„Wir brauchen was anderes, um den Stream auszumachen.“ Ja, sie brauchten etwas anderes, da der Stream sonst nie endete, aber eigentlich wollte er nichts anderes. Sie entschieden sich für einen Handschlag und machten nach weiterem Herumalbern wirklich Schicht im Schacht. Ohne viele Worte verschwand Mike als erster ins Badezimmer und danach ins Schlafzimmer, wo er den restlichen Abend blieb, bis er einschlief.

Eines stand nach dem heutigen Tag definitiv fest; Mike war höchstwahrscheinlich bisexuell und stand mit ziemlicher Sicherheit auf Hugo, einem seiner besten Freunde und Kollegen. Wie er die nächsten zwei Tage überleben sollte, wusste er nicht. Es Hugo zu sagen empfand er für keine gute Idee. Erstens, weil sie in erster Linie zum Streamen hier Urlaub machten, zweitens weil er nicht weg konnte, wenn Hugo ihn abwies und drittens, weil er nicht einmal wusste, ob Hugo überhaupt auf Männer stand und dazu noch auf ihn. Wie man sowas herausfand war ebenfalls eine tolle Frage. Eine, die er nicht einfach so stellen konnte. Das wäre dumm und würde ihn sofort verraten. Wenn er die Spontitour überlebte, dann existierte sein Problem zwar immer noch, allerdings in seinem eigenen Zimmer wo es sich wahrscheinlich besser behandeln ließ. Dass das bis jetzt noch nie der Fall gewesen war, würde wohl ein Problem für den Zukunfts-Mike sein.

-

Tatsächlich überlebte er die nächsten Tage fast nicht. Zwar malten sie sich ein besseres Programm, damit sie nicht ständig irgendwo standen und Brainstorming betrieben, aber der Chat mit seinen Fragen blieb dennoch präsent. Natürlich war es ihr Job, im Moment wollte er gewisse Fragen jedoch nicht beantworten.

„Ist Wichtiger wirklich bi?“, las Hugo beim Essen vor und lachte über die Frage.

Mike brauchte eine Sekunde um die Frage zu realisieren, auf welche er unter keinen Umständen eingehen wollte: „Was lachst du mich aus?“

„Findest du das schlimm?“, fragte Luca von seinem Platz hinter der Kamera. Irgendwie war Mike ihm dankbar für den Bruch der vierten Wand. So brauchte er die Frage nicht stellen. Fand Hugo es denn schlimm?

„Nein, hä?“, antwortete Hugo zum Glück sofort, „Du bist ja nicht bi.“

Mike, der sich selbst immer noch nicht zu 100 Prozent im Klaren war, konnte schlecht antworten, er befinde sich in einer Krise, ausgelöst durch den Luxemburger neben ihm. Ergo, der Chat bekam die einfachste Antwort.

„Ich bin hetero.“

Genau in diesem Moment stand der Kellner an ihrem Tisch und hörte vermutlich alles mit. Die beiden begannen zu lachen. In passenderen Momenten passierten solche Sachen nie, sondern ausschließlich in solchen.

„Man, warum ist das auch- Was ein scheiß Timing die ganze Zeit, digga, wirklich“, Mike vergrub seinen Kopf in seinen Händen.

„Ich bin- ich bin Hetero!“, machte Hugo ihn nach, der vor Lachen beinahe keine Luft mehr bekam. Leider war sein Lachen das ansteckendste, beste und schönste der ganze Welt und Mike konnte nicht anders, als wieder mit einzustimmen. Seine Aussage klang überhaupt nicht glaubwürdig und eher so, als müsse er sich gerade selbst davon überzeugen. Hoffentlich machte das niemand zum Thema. Nach genauerer Beobachtung waren es nicht einmal die Zuschauer, die ihm die Tour schwer machten, sondern Hugo selbst.

Hugo, der sich öfter als nicht viel zu nahe zu ihm setzte.

Hugo, der seinen Kopf bei jeder Gelegenheit auf Mikes Schulter legte.

Hugo, der das Bild eines Mistelzweiges über ihre Köpfe hielt und so tat, als wolle er ihn küssen.

Hugo, der letzteres viel zu oft anspielte.

Anschwulen gehörte zu einer Freundschaft, vor allem zu ihrer Freundschaft. Die beiden verhielten sich jedes Mal so und jedes Mal wurde es für Mike noch schwerer, obwohl er dieses Verhalten selbst initiierte. Er liebte es Hugo nahe bei sich zu haben und das trotz den Schmetterlingen, die er nicht mehr leugnen konnte. Sein Gehirn sagte ihm, Abstand zwischen sich zu bringen, da er bezweifelte dass Hugo das selbe für ihn fühlte. Sein Herz sprach dagegen. Ständig und überall.

Hugo umarmte ihn? Mike erwiderte die Umarmung.

Hugo nahm seine Hand? Mike verschränkte ihre Finger ineinander.

Hugo machte Witze? Mike erweiterte diese.

Ab und zu fing Mike selbst sogar an und jedes Mal sprang Hugo mit auf den Zug. Ein Geben und Nehmen, das ihn in ein Gedankenkarussell vom feinsten warf. Am letzten Tag der Spontitour freute er sich, endlich Heim zu kommen, weg von Hugo, und gleichzeitig wollte er nichts lieber als mehr Zeit mit seinem besten Freund zu verbringen. Denn am Ende das Tages waren sie genau das. Beste Freunde. Auf keinen Fall würde er ihre Freundschaft verlieren wollen und schon gar nicht wegen Gefühlen, über die er sich nicht einmal zu 100 Prozent sicher war.

Sie flogen im selben Flieger zurück nach Deutschland, von wo aus es für sie in unterschiedliche Richtungen ging. In drei Tagen würden sie sich ohnehin bei den Stream Awards sehen, weshalb ihnen der Abschied nicht sonderlich schwer fiel. Hugo zog ihn dennoch in eine Umarmung, in der Mike sich verlor. Ihn so nah bei sich zu haben und sein Parfum zu riechen, das den Flug überlebt hatte und ihn einfach rundum zu spüren. Sie ließen sich los und verabschiedeten sich endgültig.

Drei Tage.

So lange hatte er Zeit, um sich mit seinen Gefühlen zu befassen.

-

In seinem Zimmer angekommen zwang er sich dazu, seinen Koffer auszuräumen und die Kleidung zur restlichen Wäsche ins Badezimmer zu verfrachten. Den Koffer brauchte er für die Stream Awards nicht, ein Rucksack reichte dafür vollkommen, immerhin blieb er bloß eine Nacht in Köln. Theoretisch könnte er gleich nach den Awards Heim fahren, aber er wollte die Aftershowparty nicht versäumen und Mitten in der Nacht Heim zu fahren klang nicht nach der besten Alternative.

Er warf sich auf sein Bett und freute sich über seine gewohnte Matratze und sein gewohntes Bettzeug. Zu Hause schlief man eben am besten. Die Stille in seinem Zimmer, zusammen mit seinen vielleicht-Gefühlen für Hugo waren nicht die beste Kombination. Er starrte ins Nichts und überlegte, mit wem er darüber reden sollte. Zuallererst kam ihm Kevin in den Sinn – er schien ja bestens über Mikes Sexualität Bescheid zu wissen. Mit Kevin konnte man über ernste Themen reden, das stand außer Frage, nur war er eher für die dritte Meinung. Für die zweite Meinung gab es nur einen Mann.

„Hallo, Basti. Streamst du gerade?“, Mike hielt sein Handy an sein Ohr, den Blick weiterhin ins Nichts gerichtet.

„Hey, Wichtiger. Ne, noch nicht. Was gibt’s? Wie war’s in Finnland, bis auf die Pizza?“, Mike hörte in durch das Handy durch grinsen. Basti hatte ihnen ein Pizzarestaurant empfohlen, das Mike nicht ganz so geschmeckt hatte und dafür war natürlich Basti verantwortlich. Irgendwer musste die Schuld haben.

„Ist schön gewesen“, meinte er, ohne auf die Pizza einzugehen.

„Aber?“, hakte Basti nach. Im Hintergrund raschelte etwas, vermutlich räumte er gerade auf.

„Also“, wie brachte er seine Gefühle zu Wort? In seinem Kopf hörte sich das alles einfacher an. Basti wartete geduldig auf eine Antwort.

Mike setzte fort: „Hast du Kevins Stream letztens gesehen, wo er die Clips bewertet?“

„Ausschnitte davon.“

Mike nickte, obwohl Basti ihn nicht sah: „Da gab’s so einen Clip, in dem er Hugo küsst und ich steh im Hintergrund und schau Hugo an. Kevin, also-“, für ihn klang es dämlich, das alles auszusprechen, „Kevin hat so gesagt, also, so, digga, also er glaubt, dass ich bi bin und das hald erst in ein paar Jahren raus kommen wird und so.“

„Ja, das hab ich tatsächlich mitbekommen. Und du fühlst dich mit der Aussage nicht wohl?“, Bastis sprach in seiner gewohnten, ruhigen Art, die Mike ungemein beruhigte und ihn seine Worte leichter finden ließ.

„Ne, das ist es nicht. Das Ding ist, ich glaub er hat recht. Ich glaub ich bin for real bi“, das auszusprechen verursachte ein unangenehmes Ziehen in seinem Magen. Es klang weder richtig noch falsch.

„Mhm“, machte Basti nachdenklich, „Danke, dass du mir das anvertraust. Gibt es einen bestimmten Grund, wieso du das jetzt erst realisierst?“

Ach, Basti. Er stellte wirklich immer die richtigen Fragen.

„Lach mich nicht aus, ja?“, bat Mike und spielte mit seiner freien Hand am Saum seines Pullovers herum.

„Ich verspreche es dir.“

„Also, ich glaub ich steh auf Hugo“, er murmelte den Namen so stark, dass er befürchtete, ihn wiederholen zu müssen.

„Das ist doch schön“, Basti klang nicht überrascht. Wieso klang er nicht überrascht? Sah man es ihm so krass an? Wusste Hugo davon?

„Nein! Das ist nicht schön, das ist ein Problem. Erstens, bin ich mir nicht sicher und zweitens bezweifle ich, dass Hugo mich so mag“, er fasste sein Handy stärker.

„Mike“, begann Basti mit ernster Stimme, „Ich, als Außenstehender und Freund von euch beiden habe eine andere Perspektive auf diese Situation. Eines kann ich dir mit ziemlicher Sicherheit sagen; Du siehst Hugo oft mit diesem bestimmten Blick an und die Art und Weise wie du mit ihm umgehst gegenübergestellt zu wie du mit deinen anderen Freunden umgehst, ist zumindest für mich ein klares Zeichen. In meinen Augen bist du in Hugo verliebt. Ob das tatsächlich stimmt oder nicht, kannst nur du alleine beantworten, allerdings scheinst du Schwierigkeiten damit zu haben, deswegen meine Meinung dazu.“

Wieder drehte sich Mikes Magen um. Er stand auf Hugo und es fiel anderen auf.

„Was mach ich jetzt dagegen?“, seine Stimme klang etwas zittrig und unsicher.

„An deiner Stelle würde ich es ihm sagen“, vor dieser Antwort hatte er sich gefürchtet. Allein beim Gedanken daran lief es ihm kalt über den Rücken hinunter.

„Das geht nicht. Damit mach ich doch unsere ganze Freundschaft kaputt“, Mike ließ sein Handy auf sein Kopfkissen fallen und drehte sich auf die Seite, damit Basti ihn trotzdem gut hörte.

Basti seufzte: „Das wirst du nicht, glaub mir. Selbst wenn er nicht das gleiche fühlt, wird er eure Freundschaft nicht einfach so wegwerfen. Wahrscheinlich geht es ihm ähnlich.“

Mike schluckte das kleine Fünkchen Hoffnung, das Basti eben in ihm entfachte: „Woher weißt du das?“

„Wie gesagt, euer Verhalten spricht Bände. Trau dich“, ermutigte Basti ihn ein letztes Mal.

„Danke, Basti.“

„Immer wieder gerne. Denk gar nicht zu viel darüber nach, Großer.“ Mit diesen Worten legte er auf und Mike blieb allein mit seinen Gedanken zurück. Wenn das alles nur so einfach wäre, wie Basti es sagte. Wie hoch stand die Chance, keine Abfuhr zu bekommen, wirklich? Durfte dieser kleine Funken voll Hoffnung bleiben? Ohne es zu versuchen, würde er es nie herausfinden.

-

Die Stream Awards rückten näher und näher, bis Mike schließlich mit Hugo und den anderen das Gebäude betrat. Noch trug Hugo sein geplantes Dagobert Duck Kostüm nicht, sondern ein weißes Hemd mit einer schwarzen Hose. Zwar war es ihm zu groß, wie alle seine Klamotten, aber es stand ihm. Zu sehr konnte er zum Glück nicht in seinem Kopf versinken.

Ständig wickelten ihn andere Gäste in Gespräche, zogen ihn zur Seite oder drückten ihm ein Glas in die Hand. Er verlor Hugo nie richtig aus den Augen, schenkte ihm vorerst allerdings nicht so viel Aufmerksamkeit, wie er gerne wollte. Erst bei der Award Vergabe saßen sie nebeneinander an einem Tisch, an dem die Konversation nie ganz starb. Im Flüsterton tauschten sie hin und wieder Kommentare aus. Hugo, der seinen Dagobert Anzug trug, lehnte sich ständig direkt zu seinem Ohr und ließ Mike jedes Mal aufs neue zusammenzucken. Nicht, weil Hugo mittlerweile nach Alkohol roch, sondern durch die Art, wie er seine Hand auf Mikes Schulter legte und ihm so unfassbar nahe kam.

„Alles okay?“, dieses Mal lehnte Heiko sich zu ihm, während Rezo auf der Bühne redete.

„Ja, klar“, vielleicht half es, sich nichts anmerken zu lassen.

„Passt bei euch alles? Du zuckst die ganze Zeit so“, Heiko deutete mit seinen Augen Richtung Hugo, der ausnahmsweise gerade aus zur Bühne sah.

„Ja, ja. Er riecht nur nach Alk, das ist alles“, versicherte er ihm. Heiko nickt und drehte sich weg Mike wusste, er kaufte ihm das nicht ab. Solange er nicht weiter fragte, sollte ihm das recht sein.

Ein Award um den nächsten wurde vergeben und tatsächlich gewann Hugo den für das beste Outfit. Mike freute sich riesig für ihn. Bis auf die Schuhe sah das Outfit nicht einmal so schlimm aus, wie Rewi sagte. Wobei eine Nummer kleiner besser gepasst hätte, denn wie immer schwamm Hugo in seiner Kleidung. Mike fand es süß und mit ziemlicher Sicherheit klatschte er am lautesten von allen, als Hugo die Bühne betrat und seine notdürftige „Rede“ hielt.

Später, nachdem der Hauptstream beendet wurde, schossen sie Bilder am kleinen roten Teppich. Normal nebeneinander zu stehen, klang langweilig, weshalb Mike Hugo kurzerhand am Rücken und unter den Knien griff und hochhob. Sie verhielten sich wie eh und je und bis auf Heiko schien keiner Verdacht zu schöpfen. Laut schlagende Herzen tauchten auf Kameras nicht auf. Die Fotos an sich sahen wunderbar aus und machten sich bestimmt gut auf Instagram.

„Ich würd sagen“, begann Hugo und trat vom roten Teppich weg, „Ich geh mich umziehen und danach wird gefeiert.“

„Sowas von“, Mike grinste und folgte ihm. Hugo schnappe seine Tasche von weiß der Geier wo her und zusammen verschwanden sie auf die Toilette. Mike richtete seine Frisur im Spiegel, während Hugo sich umzog. Er achtete nicht auf seine Haare sondern darauf, wie Hugo aus seiner Hose und seinen Schuhen stieg und zu einer schwarzen sowie zu Sneakern wechselte. Er struggelte mit den Knöpfen des Chalets und Mike wandte sich kurzerhand vom Spiegel ab und blieb vor seinem Freund stehen. Mit schnellen Fingern öffnete er die Knöpfe und zog ihm Chalet mitsamt Sakko aus.

„Danke, Bro“, Hugo sah zu ihm hoch. Gott steh ihm bei, wie sehr er diese blauen Augen liebte. Am liebsten hätte er ihn den ganzen Abend nur angestarrt, stattdessen drückte er ihm seine Kleidung in die Hand, die genauso und ohne falten in seiner Tasche landete.

„Kein Ding“, Mikes Stimme klang für ihn selbst viel zu fern und er stand Hugo gerade viel zu nah. Ohne nachzudenken warf er ihm den Zylinder vom Kopf, der auf die Fliesen fiel.

„Ach du Bastard“, Hugo lachte und zog ihm die Fliege auf.

Mike verdrehte seine Augen: „Man, bind die wieder zusammen.“

Hugo lachte stärker: „Keine Ahnung wie das geht.“

„Maaaaan“, Mike ließ sich von Hugos lachen anstecken, so wie immer, „Die hat meine Mama gebunden, ich weiß nicht, wie das geht.“

Die Verzweiflung warf sie beide komplett aus der Bahn. Hugo lehnte sich gegen das Waschbecken und Mike hielt sich die Hände vors Gesicht. Egal was sie taten, es endete immer in einem Zwerchfellmuskelkater und Endorphinen. Mit Hugo fühlte sich alles einfacher an. Mit Hugo durfte Mike er selbst sein, ohne sich unnötig verstellen zu müssen. Mit Hugo war er die beste Version von sich selbst.

Es dauerte bestimmt fünf Minuten, bis sie sich wieder fingen und samt Tasche und mit riesigem Grinsen den Raum verließen. Genauso schnell wie Hugo die Tasche hergezaubert hatte, verschwand sie auch wieder und gleich darauf kehrten sie zu ihrem Tisch zurück, wo Nooreax mit Basti telefonierte. Hugo setzte sich neben Marcel und diskutierte mit Basti über sein Outfit, das bereits verstaut in der Tasche lag.

„Basti“, Hugo lehnte sich näher an das Handy und wechselte das Thema, „Also dein Aufsteller dieses Jahr, die mögen dich nicht. Ich hab den gar nicht gesehen außer als du gewonnen hast.

„Steht der nicht auf dem roten Teppich?“, sagte Marcel dramatischer als notwendig.

„Nein!“

„Er hat extra eine Rose und der wurde eingesprüht“, meldete Basti sich zu Wort und klang tatsächlich etwas niedergeschlagen darüber, „Wir brauchen ein Gruppenbild, bitte.“

Marcel stand auf und verschwand mit seinem Handy zum roten Teppich. Hugo und Mike liefen ihm nach und letzterer kam sogar endlich dazu, selbst kurz mit Basti zu reden. Hugo verschwand kurz um die Ecke und wusste danach, wo der Aufsteller stand. Woher diese Eingebung stammte, verriet er nicht, aber er schnappte Mikes Handgelenk und zog ihn mit sich. Sie fanden den Papp-Basti tatsächlich und brachten ihn zum roten Teppich, wo ein Herumgewusel entstand. Jeder wollte mit Basti reden und irgendwann spielte Mexi den Kameramann. Mike hatte nicht einmal gesehen, woher dieser plötzlich aufgetaucht war. Faister verschwand um Rose zu suchen und Merle bemerkte Mikes Fliege.

„Wär schöner, wenn du die fürs Foto zusammenbindest“, sagte sie und klopfte ihm auf die Schulter.

„Ja, ich weiß nicht wie das geht“, gestand er und fuhr sich durch seine Haare. Merle sah sich die Fliege genauer an und versuchte sie zu binden, kam jedoch nicht weiter als Mike selbst.

Da trat Mexi mit dem Handy näher und Merle lehnte sich an die Kamera: „Basti, wie bindet man eine Fliege?“

„Freestyle das, Merle“, also wusste Basti nicht, wie das funktionierte, „Wenn jemand sowas kann, dann du.“

„Ja, bastle irgendwas, einfach“, bat er sie ebenfalls. Für das Foto reichte eine halbschwindlige sowieso. Doch Merle verstand die Mechanik dahinter nicht, weshalb man ihnen prompt eine Anleitung zeigte.

„Wer hat die denn vorhin für dich zugebunden?“, fragte Basti, während Merle ihr Bestes gab.

„Meine Mama war das“, gab er nun schon zum zweiten Mal an diesem Abend zu. Was musste Hugo ihm die auch aufziehen? Mexi drehte sich mit der Kamera von ihm weg und Mike beobachtete, wie Merle die Fliege zusammen mit dem YouTube Tutorial tatsächlich richtete. Danach schossen sie Fotos. Zuerst mit Kevin und ohne Rose, da Faister diese nicht fand, und daraufhin genau umgekehrt, weil Kevin sich in Luft auflöste. Hugo legte sich beim zweiten Gruppenbild auf den Boden. Marcel verließ den Teppich zuerst und nahm sein Handy zurück. Rose bückte sich über Hugo.

„Alles okay?“, fragte Mike und überbrückte die zwei Schritte zu ihnen.

„Ihm geht’s nicht so gut“, Rose stellte sich wieder gerade hin und richtete ihre Haare.

Hugo seufzte: „Nee, es passt alles.“

Mike streckte seine Hand aus und zog Hugo auf die Beine. Er taumelte beinahe unauffällig und bis auf die Farbe, die ihm im Gesicht fehlte, schaute er relativ lebendig aus. Er warf einen Arm um Mikes Schultern und deutete nach vorne.

„Ab zur Party, Leute!“, er hörte sich an wie immer, weshalb Mike und Rose sich nichts weiter dabei dachte. Langsam begann die richtige Aftershowparty mit Musik und noch mehr Alkohol.

-

„Hier, für dich, Monsieur“, Hugo reichte ihm ein Glas mit- ja mit was denn? Mike roch Orangensaft und eine undefinierbare Menge an Alkohol.

„Digga, was ist da drin?“, fragte er über die laute Musik hinweg.

„Ist ‘ne Überraschung!“, Hugo kicherte und brachte ihn dazu das halbe Glas auf einmal hinunter zu kippen. Mike verzog sein Gesicht. Es könnte schlimmer sein. So schnell wie Hugo ihm das Glas zugesteckt hatte, so schnell klaute er es ihm auch wieder und exte den Rest. Hugo trank nicht oft aber wenn, dann viel.

Mike wollte etwas dazu sagen, doch jemand tippte ihm auf die Schulter, weshalb er sich von Hugo wegdrehte. Im Nachhinein eine schlechte Idee.

Felikah stand vor ihm: „Willst du tanzen?“

„Gern“, und so ließ er sich von ihr von der Bar wegziehen. Sie sah in ihrem Kleid wirklich außerordentlich hübsch aus und er unterhielt sich gerne mit ihr. Keine fünf Minuten später tippten die nächsten Finger an seiner Schulter.

„Wichtiger, das müsst ihr sehen“, Heiko stand lachend neben ihm und deutete zu den Tischen auf der Seite. Oder eher zu Hugo, der auf einem der Tische stand und tanzte, während ihm tatsächlich irgendjemand eine zwei Euro Münze in den Schuh fallen ließ. Seine Bewegungen ließen zu wünschen übrig und Mike befürchtete, er würde wegen einem falschen Schritt vom Tisch fallen.

„Mikeeeey!“, rief Hugo ihm zu, weshalb er näher zu ihm ging.

„Alles klar da oben?“, er sah zu Hugo hoch. Ungewollt breitete sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus, einfach weil Hugo ihn immer zum Lachen brachte. Das Grinsen hielt nicht lange, denn so schnell Hugo es auf ein Gesicht zauberte, so schnell wischte er es wieder weg.

„Fang mich!“

Mikes Augen weiteten sich wie bei einer Comic Figur: „Nein! Spinnst du?“

Erneut erschien Heiko neben ihm: „Nimm seine Beine und schmeiß ihn über deine Schulter. Ich steh hinter dir, nur für den Fall.“

Fall bekam zwei Bedeutungen, von denen beide nicht eintreffen sollten. Nichtsdestotrotz seufzte Mike leicht genervt und trat so nahe an die Tischkante wie möglich. Wenn das nicht funktionierte dann war Heiko daran schuld und nicht er. Vorsichtig legte er einen Arm um Hugos Oberschenkel und die andere so gut er konnte um den unteren Teil des Rückens. Hugo fiel beinahe automatisch nach vorne und mit dem Oberkörper über Mikes Schulter, der einen Schritt nach hinten taumelte, die Balance aber hielt. Er war stolz auf sich für diese Aufführung und freute sich doppelt, Hugo nicht fallen gelassen zu haben. Buchstäblich und wortwörtlich. Ein paar Leute applaudierten und irgendjemand pfiff. Mike kümmerte sich nicht darum wer und drehte sich kurzerhand zu Heiko.

„Ich bring ihn kurz Raus, der braucht Luft.“

„Alles klärchen.“

Hugo lachte wie ein Esel und klammerte sich an Mikes Hemd fest, der auf den Hinterausgang des Gebäudes zusteuerte. Im Vorbeigehen schoss Kevin ein Foto. Der nächste Morgen würde witzig werden. An der Tür bemerkte er, dass ihm eine Hand für den Türgriff fehlte. Er drehte sich um, damit Hugo das erledigte. Durch den Alkohol und sein Lachen in Kombination dauerte das ganze zwei Minuten und Mike befürchtete mittendrinnen, Hugo kurz abstellen zu müssen.

Draußen schlug ihnen die kalte Dezemberluft ins Gesicht. Die Tür fiel hinter ihnen zu und schloss die Musik im Gebäude ein. Er setzte Hugo vorsichtig auf den Boden und hielt ihn für einen Moment an den Oberarmen fest, ehe er seine Arme komplett wegzog. Hugo schwankte zum Glück nicht, lehnte sich aber trotzdem gleich an die Wand neben die Tür. Mike blieb dicht neben ihm und atmete einmal tief aus und ein. Die Kälte erreichte ihn noch nicht und für einen Moment blieb ihm warm. Lag das am Alkohol oder an Hugo?
Letzterer zog ein Feuerzeug und etwas, das stark nach einem Joint aussah aus seiner Hosentasche.

„Woher hast du den?“, Mike verschränkte seine Arme vor seinem Körper. Langsam spürte er die Jahreszeit.

Hugo zuckte mit den Schultern und zündete den Joint an: „Weiß nicht mehr. Willst du?“

Mike schüttelte nur den Kopf und sah Hugo zu, wie er das Ding langsam rauchte. Die Nacht war windstill und trotzdem zog der Rauch zu Mike. Ihm machte das nichts aus, er war sowieso viel zu beschäftigt damit, Hugo genaustens anzusehen. Die Armbänder an seinem rechten Handgelenk und der Ring an seiner linken Hand. Das zu große Hemd, das an seinem Körper hang und die Schuhe, die nicht wirklich dazu passten.

„Stell dir vor, jetzt kommen Aliens“, meinte Hugo ohne Kontext, ohne irgendetwas.

Mike lachte: „So grüne? Ich würd ihnen Bier anbieten und sie abfüllen, dann können sie uns nicht fangen.“

„Wichtiger mit dem Masterplan“, Hugo lehnte sich weiter zu ihm und blies ihm den Rauch direkt ins Gesicht. Mike schloss die Augen, unternahm aber nichts dagegen. Hugo setzte fort: „Bier wär jetzt gut.“

In diesem Moment kamen Niek und Kroko durch die Tür.

Mike beachtete sie nicht weiter, da sie auch nichts sagten, zu vertieft in ihr eigenes Gespräch: „Du darfst drinnen nicht rauchen.“

„Aja, stimmt“, er zog erneut und Mike drückte sich weiter gegen die Wand. Die Kälte kroch in das innerste seiner Knochen und er hoffte, Hugo rauchte bald zu Ende, damit sie wieder hinein gehen konnten.

„Aliens sind safe schlauer als wir“, setzte Hugo fort und lehnte seinen Kopf gegen Mikes Schulter. So, wie sie es immer machten.

„Aber“, Mike hob die Hand und deutete ins Nichts, „wenn die Aliens zu uns kommen, dann sind wir ja die Aliens, oder?“

„Ne, die sind die komischen.“

„Aber für sie sind wir die komischen. Checkst du?“

„Ah, ja ich check“, Hugo checkte es tatsächlich nicht, Mike hörte das 10 Meter gegen den Wind.

„Mir ist kalt“, gab Mike letztendlich zu. Ohne ein Wort zu sagen, ging Hugo zu Niek, reichte ihm den halben Joint und hielt die Tür auf.

„Nach Ihnen“, sein Grinsen kehrte zurück und Mike huschte gefolgt von ihm ins Warme. Keine Sekunde später verschwand Hugo zur Bar hinüber und Mike folgte ihm. Mit einem Getränk in der Hand zog Faister ihn zur Seite und verwickelte ihn in ein Gespräch, gefolgt von Marcel und Kevin, die Basti hin und wieder Selfies und Videos schickten, damit er ebenfalls am Abend teilhaben konnte. Gleich darauf vibrierte sein eigenes Handy in seiner Hosentasche. Er stellte sich ein Stückchen von den beiden weg und schaute, wer um diese Uhrzeit an ihn dachte.

Basti. Wenn man vom Teufel (eher Engel) spricht.

Wie läuft’s mit Hugo?

Er sah sich kurz um und hoffte, dass ihm niemand zusah. Mit Hugo lief es gar nicht, zumindest nicht in die Richtung, nach der Basti fragte.

Alles wie immer

-schrieb er zurück und steckte sein Handy wieder weg. Seine Augen durchsuchten den Raum nach Hugo, den er ausnahmsweise nicht auf den ersten Blick sah. Er entdeckte ihn nämlich gar nicht. Faister materealisierte sich neben ihm und hielt ihn vom Suchen ab. Während des Gespräches blieb sein Blick nicht auf seinem Gegenüber. In einem Raum voller Menschen hielt er immer nach Hugo Ausschau, vor allem wenn dieser sich kritisch weit weg von nüchtern befand.

„Er ist vorhin zu den Toiletten rüber“, unterbrach Faister sich selbst.

„Was?“, Mike verstand nicht, wovon er redete.

Faisters Augenbrauen wanderten nach oben: „Hugo. Du suchst ihn doch, oder?“

Mikes Gesicht lief rot an. Verhielt er sich wirklich so offensichtlich?

„Danke“, murmelte er, ehe er die Menschenmenge verließ. Seine Wangen verloren die Farbe wieder, aber die Wärme blieb beständig. Bei jedem Schritt, den er ging fragte er sich, wieso er Hugo überhaupt suchte. Sie kamen beide sehr gut fünf Minuten ohne den jeweils anderen zurecht. Sie mussten nicht die ganze Zeit zusammen kleben wie Magnete. Beste Freunde hangen aneinander, oder? Mikes Wahrnehmung verwirrte ihn gehörig. Was definierte eine normale Freundschaft? Eine, ohne Gefühle?

Das Problem selbst unterbrach ihn beim Denken, in dem es vor ihm auftauchte und ihn ohne Worte in eine Ecke zog. Mike wandte nichts dagegen ein und ließ Hugo machen. Hugo, der sich gegen die Wand lehnte und ihn unsicher anschaute. Von ihrem Standpunkt aus sahen sie die Party nicht, nur die Hälfte der Tür, die zurück führte.

„Wir haben letztens geredet“, sagte Hugo. Er spielte mit seinen Händen und seine Augen bohrten sich in Mikes, der überlegte, welches Gespräch er meinte.

„Wir reden viel“, antwortete er schließlich. Jetzt könnte wirklich alles kommen, von Koks über Wälder bis hin zur Weihnachtsbäckerei.

„Übers küssen. Ich hab gesagt ich mach das nur bei Frauen. Das war gelogen“, gab Hugo zu. Die Röte in seinem Gesicht stammte hauptsächlich vom Alkohol, aber Mike schwor, sie vertiefte sich in diesem Moment. Aus seinem eigenen Gesicht verschwand die Farbe jedoch.

„Wie meinst du das?“, seine Stimme klang dünner als erwartet und das kleine Fünkchen Hoffnung, das Basti entfacht hatte, wuchs.

„Ich würd die 50 Subs selber giften, damit ich dich küssen kann“, beichtete Hugo ihm unsicher.

„Das sagst du nur, weil du besoffen bist“, Mikes Sicht drehte sich. Wieso sagte Hugo das? Er machte ihm das alles unendlich schwer.

„Ne, das sag ich weil ich’s will. Länger schon“, Hugo ließ seine Hände in Ruhe und sah ihn aus diesen wunderschönen, blauen Augen an. Mike wollte der vernünftige sein. Es war falsch, Hugo jetzt zu küssen und die Situation auszunutzen. Die richtige Entscheidung, einfach einen Witz zu machen und zurück in den Saal zu gehen, um sich maßlos zu besaufen, klang so, so einfach.

Allerdings traf man im Leben ab und zu falsche Entscheidungen, vor allem, wenn man selbst beinahe genauso betrunken wie sein Gegenüber war.

Mike lehnte sich nach vorne, bis er Hugos Atem spürte und schließlich Hugos Lippen auf seinen eigenen. Es war die falsche Entscheidung und trotzdem fühlte es sich so verdammt richtig an. Hugo schlang seine Arme um Mike, der seine eigenen Hände an die Taille des anderen legte. Mike zog ihn so nahe an sich, wie es physisch möglich war und plötzlich spürte er nichts anderes mehr als Hugo.

Hugo stupste seine Zunge gegen Mikes Lippen und Mike öffnete diese leicht für ihn, ohne darüber nachzudenken. Sofort vertiefte sich ihr Kuss und ihre Zungen umspielten einander. Mike drückte Hugo gegen die Wand, was dem Luxemburger ein leises Stöhnen entlockte. Ab diesem Moment war Mike sich endgültig sicher; er stand auf Hugo.
Seine Hände wanderten unter Hugos Hemd und hierbei ein Ende zu sehen kam beiden schier unmöglich vor. Ewig standen sie dort, die Musik viel zu fern klingend, beschäftigt miteinander.

Hugo löste sich aus dem Kuss und sah Mike aus glasigen Augen an: „Hauen wir ab?“

Mike nickte schnell: „Ich ruf ein Taxi.“

Ohne sich von jemandem zu verabschieden verließen sie das Gebäude (vergaßen dabei fast Hugos Tasche) und saßen kurze Zeit später in einem Taxi, dessen Fahrer sie die Adresse von Hugos Hotel gaben. Es fiel ihnen schwer, ihre Hände voneinander zu lassen. Das, was sich zwischen ihnen in den letzten Monaten angestaut hatte, musste raus und zwar sofort. Für die ersten paar Meter schafften sie es, sich zurück zu halten, doch nachdem die Location hinter ihnen verschwand lagen ihre Lippen aufeinander.

Genauso wie im Aufzug des Hotels.

Ebenso im Zimmer.

Dort stolperten sie durch die Tür ohne sich voneinander zu lösen. Hugo drückte Mike gegen die erst beste Wand und dieser suchte mit seiner Hand nebenbei nach dem Lichtschalter, den er überaschenderweise fand. Hugo manövrierte Mike weiter ins Zimmer hinein und irgendwo auf dem Weg verloren sie ihre Schuhe.

Mike stieß mit seinen Beinen gegen das Bett und ließ sich nach hinten fallen, allerdings nicht, ohne Hugo mit sich hinunter zuziehen. Er rutschte weiter hoch, Hugo kniete über ihm, ein Knie links neben ihm, das andere zwischen seinen Oberschenkeln. Er begann Mikes Hals zu küssen und sein Hemd aufzuknöpfen, wofür er definitiv zu lange brauchte.

Seit ihrem ersten Kuss an diesem Abend funktionierte Mikes Hirn nicht mehr. Fast, als hätte er einen Kurzschluss. Hugo war alles was er wollte und Hugo wollte ihn genauso sehr. Das flüsterte er Mike immer wieder zu, bis er es auch wirklich glaubte.

-

Die Sonne schien durch den halb geöffneten Vorhang und blendete Mike durch seine geschlossenen Augen. Er zog sich die Bettdecke bis zum Kinn und drehte sich auf die Seite. Keine gute Idee. Das Pochen in seinem Kopf machte sich bemerkbar und der Raum drehte sich. Langsam öffnete er seine Augen und damit kamen seine Erinnerungen zurück.

Hugo.

Mike setzte sich vorsichtig auf und sah auf die leere Bettseite hinüber. Sofort breitete sich Übelkeit in ihm aus. Hugo war weg. Aus dem Bad kamen nämlich keine Geräusche. Hugo bereute letzte Nacht und war abgehauen. Sofort bildeten sich Tränen in seinen Augen, aber nicht nur weil Hugo sich in Luft aufgelöst hatte, sondern auch, weil er sich nicht mehr daran erinnerte, ob sie überhaupt miteinander geschlafen hatten. In seinem Kopf herrschte ein Black Out, das ab dem Zeitpunkt im Hotel begann. Er trug nichts weiter außer seine Boxershorts, weshalb er stark davon ausging. Hatte er so viel getrunken, dass er sich wirklich nicht mehr erinnerte?

Er fischte sein Handy vom Nachtkästchen und checkte seine Nachrichten. Seine Mutter fragte, wie es ihm ging und von gestern Nacht gab es jeweils Nachrichten von Felikah, Faister und Kevin, die fragten, ob er schon gegangen war. Darauf brauchte er nun nicht antworten. Zu mindestens nicht jetzt. Funkstille von Hugos Seite.

Er tippte ihren Chat an und verließ ihn sofort wieder. Seine Hände zitterten, sein Schädel pochte und ohne großartig darüber nachzudenken, rief er Basti an. Er wusste über seine Situation Bescheid, bestimmt wusste er, wie es weiter ging.

Es wählte.

„Hm?“, ertönte Bastis verschlafene Stimme. Die Uhr zeigte zehn, wohlbemerkt, normalerweise schlief Basti nicht so lange.

„Sorry, hab ich dich geweckt?“, Mike spielte mit dem Bezug der Bettdecke, um seine Nerven zu beruhigen.

„Macht nichts. Hau raus, was gibt’s?“

„Ich glaub ich hab mit Hugo geschlafen“, Mike vernahm das Rascheln von Bettwäsche auf der anderen Seite der Leitung.

„Du glaubst?“, Basti klang plötzlich hellwach.

„Ich erinnere mich nicht mehr“, sein Kopf fiel gegen die Lehne des Bettes.

„Was ist gestern Abend, nachdem Nooreax mich angerufen hat, denn noch passiert? Erzähl mal.“

Mike schloss seine Augen und überlegte. Er sagte alles, was ihm einfiel, in möglichst chronologischer Reihenfolge, bis zur Szene im Hotelzimmer. Hugo, der ihn in die Matratze drückte, ihn küsste, sich beide auszog und-

„Wir haben nicht miteinander geschlafen. Er meinte wir sind beide zu betrunken und wenn ich wirklich will, dann holen wir das nach“, seine Kopfschmerzen überdeckten das Gefühl seiner rot werdenden Wangen. Basti urteilte und unterbracht ihn nicht. Mike schätzte seine Art, gerade jetzt, sehr.

„Mhm“, er stellte sich vor, wie der andere im Pyjama im Bett saß, ein Klemmbrett in der einen und einen Kugelschreiber in der anderen Hand hielt und alles analysierte wie ein Psychologe, „Und du glaubst Hugo hat kalte Füße bekommen und ist abgehauen?“

„Ja“, seine Augen füllten sich erneut mit Tränen, „Ich hab unsere Freundschaft kaputt gemacht.“

„Mike, selbst stock besoffen wäre Hugo nicht so weit gegangen, ohne dich nicht auch zu mögen. Überhaut bezweifle ich, dass er dir gestern dieses Angebot gemacht hätte, wenn er es nicht auch wollen würde“, Basti versuchte ihn zu beruhigen und es funktionierte zumindest ein kleines Bisschen, „Sind seine Sachen noch im Zimmer?“

Mikes Kopf surrte. Stimmt, er hatte gar nicht nachgesehen. Sofort schlug er die Decke weg, stieg über seine eigene Kleidung und sah zur Tür, wo ihre Sachen gestern gestanden hatten und es noch immer taten. Er öffnete die Tür zum Badezimmer. Neben dem Waschbecken lagen Hugos sieben Sachen, genauso unordentlich wie in seiner Wohnung.

„Es ist alles da“, murmelte Mike laut genug, damit Basti ihn verstand, während er das Bad verließ.

„Siehst du? Er wird kaum ohne sein Zeug abgehauen sein. Er ist sicher-“

Ein Summen ertönte an der Zimmertür, die sich kurz darauf öffnete.

„Ich meld mich später“, Mike legte auf, bevor Basti sich verabschieden konnte.

Hugo stand plötzlich vor ihm, eine Papiertasche in der Hand.

„Guten Morgen, Sonnenschein“, er schenkte ihm ein breites Lächeln und sah ihn aus übermüdeten Augen an, „Bist du schon länger auf?“

Mike brachte keine Antwort heraus. Die Tränen, die sich in der letzten halben Stunde immer wieder in seinen Augen gesammelt hatten, liefen nun endlich über seine Wangen. Hugo schien sichtlich überfordert mit der Situation zu sein. Wie ein stockendes Video bewegte er sich vorwärts und nahm Mike in den Arm.

Wie letzte Nacht brachte er ihn zum Bett, nur statt ihm die Kleidung auszuziehen, reichte er sie ihm vom Boden. Alles bis auf sein Hemd. Stattdessen stellte er das Täschchen auf das Nachtkästchen und kramte ein T-Shirt aus seiner eigenen Tasche hervor. Mike schlüpfte in die Klamotten und Hugo setzte sich neben ihn.

„Ist alles okay?“, fragte Hugo vorsichtig.

Mike nickte. Hugo war wieder hier. Neben ihm.

„Bist du dir sicher?“, Hugo griff nach Mikes Hand und verschränkte ihre Finger ineinander.

Wieder ein Nicken: „Ich dachte du bist abgehauen.“

„Was? Wieso sollte ich abhauen“, Hugo schien wirklich nicht zu verstehen, worum es ging.

„Weil du letzte Nacht bereut hast“, Mike drückte Hugos Hand fester.

„Wieso-? Bereust du es?“

„Nein!“

„Wo ist dann das Problem?“

„Also-“, Mike sah ihn an. Nun, wo lag das Problem denn? Hugo saß neben ihm, hielt seine Hand und bestätigte, er hätte nichts anders machen wollen. Er fühlte sich immer noch aufgewühlt von vorhin, aber langsam beruhigte sich das wieder.

Hugo griff nach dem kleinen Täschchen: „Ich hab Ibuprufen von der Apotheke geholt, weil mein Kopf explodiert ist, und Schokocroissants. Aber die sind vom Bäcker, nicht von der Apotheke.“

„Ach ne, wirklich?“, ein Lächeln schlich sich auf Mikes Gesicht. Mit Hugo war es einfach. Dankend nahm er eine Tablette und eine Flasche Mineralwasser entgegen. Sie aßen die Croissants auf der Bettkante sitzend und unterhielten sich über den gestrigen Abend, bis hin zu dem Punkt, wegen welchen sie beide hier saßen.

„Sind wir jetzt zusammen?“, fragte Hugo gerade hinaus.

Mike wischte die Brösel des Blätterteiges von seiner Hose: „Safe.“

Beide begannen zu lachen, ihre Reaktion zu allen beinahe Situationen und gerade das machte ihre Beziehung zueinander so besonders. Sie durften miteinander sie selbst sein und Mike liebte alles daran.

-

Basti mischte Zucker in seinen Tee als sein Handy vibrierte. Wie erwartet trudelte eine Nachricht von Wichtiger ein.

Sags noch keinem aber Hugo und ich sind zusammen. Danke nochmal für alles

Sofort breitete sich ein Grinsen auf Bastis Gesicht auf.

„Alles gut, Grinsekatze?“, kam es von Kevin, der ihm gegenüber am Tisch saß. Basti war gestern nach Köln gefahren, um mit Kevin ihren Preis für das beste Duo zu feiern.

„Hugo und Wichtiger sind zusammen, aber das weißt du noch nicht“, erzählte er sofort.

„Let’s gooo ich habs gecalled!“, rief Kevin als hätte er eine Millionenwette gewonnen. Ewig lange würde das kein Geheimnis bleiben, so viel stand fest.

Notes:

Vielen Dank fürs Lesen <3 Kudos und Kommentare würden mich sehr freuen.
Die beiden haben mich nicht in Ruhe gelassen und nach der Skandi Tour musste ich einfach anfangen, das zu schreiben.
Manche Dialoge sind direkt aus Streams übernommen, falls die Konversationen jemandem bekannt vorkommen.

Falls ihr die FanFiction auf Wattpad findet, dann habe ich mich dazu entschieden, sie dort auch hochzuladen. Leider ist das Fandom auf ao3 nicht so präsent wie auf Wattpad, was schade ist, weil ao3 besser ist. Change my mind.