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Therapy Fic

Summary:

Mein Kopf.
Eine Schaltzentrale, ähnlich wie in “Alles steht Kopf”.

Notes:

Falls sich das hier irgendwer antut: Es tut mir leid.

(See the end of the work for more notes.)

Work Text:

Mein Kopf.
Eine Schaltzentrale, ähnlich wie in “Alles steht Kopf”.

Folgende Rollen sind besetzt von:

ADHS - Fabian Köster
ASS bzw. Autismus - Philipp Amthor
Depression - Lars Klingbeil
Soziale Angst - Lutz van der Horst
Geschlechtsdysphorie - Karl Lauterbach
Das Bewusstsein - Pavu König

 

Philipp und Fabian sind in eine Diskussion vertieft, wer von beiden die nächsten Entscheidungen treffen darf.
Lars, Lutz und Karl, die bisher auf einem Sofa gesessen und sich unterhalten haben, stoßen, angelockt von dem Geschrei, dazu.
“Wenn jetzt nicht bald was passiert, drehen wir durch!” Fabian bringt zum bestimmt fünfzehnten Mal dasselbe Argument auf.
“Aber dann verändert sich schon wieder alles, das hatten wir in den letzten Monaten schon zu oft. Außerdem müssen wir dann Anrufe tätigen, Mails schreiben, zu Terminen gehen und es kann sein, dass das alles uns kaum weiterbringt.” Philipp schaut Fabian bittend an.
“Also ich finde, Philipp hat Recht. Diese ganzen Aufgaben, nur weil es sein kann, dass es dann weitergeht? Das ist doch alles viel zu anstrengend!”, mischt sich Lars in das Gespräch ein.
“Du zählst nicht, du bist eine psychische Erkrankung.” Fabian rollt mit den Augen und schaut ihn entnervt an.
“Ich weiß, das willst du nicht hören, aber mir ist das auch zu viel”, meldet sich Lutz. “Diese ganzen menschlichen Kontakte sind doch viel zu viel.” Er schaut unsicher in die Runde.
“Genau!” Philipp greift das Thema auf. “Bei den ganzen sozialen Kontakten landen wir doch bloß wieder im Burnout!”
Lutz nickt zustimmend. “Außerdem, was, wenn wir schon wieder einfach verstummen, wenn wir mit denen reden müssen? Das wäre total unangenehm.”
“Und was wenn wir schon wieder dauernd misgendert werden? Die denken doch immer, wir wären eine Frau, sobald die unsere Stimme hören. Und wenn wir die dann auch noch treffen müssen…”
Fabian schaut Karl genervt an und sieht aus, als würde er gleich auf ihn losgehen.
“Mensch, die meisten davon sind trans* Menschen doch gewöhnt, immerhin ist ein großer Teil davon damit wir in der Transition weiterkommen. Wir wären da ja überhaupt nur damit sich das ändert.”
“Ja, aber die anderen! Wenn wir einen Job suchen! Außerdem sind das ja Menschen, die auch andere Menschen behandeln, die denken da doch bestimmt nicht dran, wenn wir denen das nicht sagen.”
“Und was, denkst du, ändert sich jemals daran, wenn wir uns nicht darum kümmern!?” Fabian schreit mittlerweile wieder.
"Ja, aber was, wenn die Dinge fragen, die wir nicht wissen? Oder wenn die versuchen, uns das abzusprechen, weil er da ist?” Lutz deutet auf Philipp, der ihn beleidigt anschaut.
“Meine Güte, dann lassen wir Fabian die Leute anschreien. Und wir können nicht alles wissen, immerhin sind wir kein cishet Mann.” Karl scheint die Seiten gewechselt zu haben und nun Fabian unterstützen zu wollen.
Fabian schaut ihn dankbar an.
“Na wenigstens einer, der das versteht.”
“Und wenn wir wieder alles falsch verstehen? Oder dank dir einfach gar nichts verstehen?” Philipp mischt sich wieder ein.
Lars nickt nur bei jedem Argument von Philipp und Lutz. “Darf ich langsam wieder zurück aufs Sofa?”
“Keiner von uns hält dich auf!”, schreit Fabian ihn an.
Lars zuckt leicht zusammen und schaut dann die anderen an. “Macht ihr mal, ich stimme am Ende einfach zu.”
Philipp schlägt sich gegen die Stirn, während Fabian anfängt, sich darüber lustig zu machen, dass dieser ja kaum eigene Meinungen hat und einfach immer nachgibt.
Pavu kommt aus deren Raum weil dey sich gewundert hat, warum die anderen so laut sind.
“Was ist denn hier schon wieder los?”
“Philipp will nicht, dass unser Leben vorangeht!” Fabian schaut demm genervt an.
“Inkorrekt”, verteidigt sich dieser, “ich will, dass wir mal eine Pause von den ständigen Veränderungen haben.”
"Ja, aber so ist das Leben, es verändert sich!” Fabian wird wieder laut.
“Fabsi, das war nicht nett.”
“Tut mir leid…” Fabian schaut Philipp nicht an, dieser schaut nur auf den Boden.
“Lutz stimmt mir auch zu… und Lars auch, glaube ich.”
“Ogay, hört mal. Kompletter Stillstand geht nicht, so kommen wir ja nicht weiter.
Aber, Fabsi, es geht auch nicht, dass wir einfach alles möglichst schnell machen, du weißt ja, wie schnell es uns zu viel wird.
Wie wäre es denn, wenn wir uns konkrete Ruhezeiten nehmen? Maximal eine Woche lang. Danach geht es dann wieder weiter.”
“Aber was machen wir denn, wenn in der Kommunikation was schiefgeht? Wenn wir verstummen oder wenn wir schon wieder misgendert oder irgendwie berührt werden? Dann ist doch alles vorbei.” Lutz schaut demm unsicher an.
“Dafür sind die Ruhezeiten ja da. Und damit es einfacher wird, bleiben wir bei dem üblichen Frühstück, damit wenigstens etwas Routine im Tagesablauf bleibt.”
“Und wenn ich versage?”
“Dann ist das ogay. Wir können nicht immer alles richtig machen.”
“Nur wenn wir danach schlafen!”, meldet sich Lars vom Sofa.
“Gut, wir schlafen nach jeglichen Terminen. Vielleicht nachdem wir etwas gegessen haben?”
Lars hebt beide Daumen.
“Und vielleicht können wir vorher schauen, ob wir irgendwie besser passen können? Also, außer was unsere Haare angeht, die bleiben wie sie sind!” Karl schaut Pavu bittend an.
Pavu nickt. “Wir können bis zum neuen Jahr etwas experimentieren, ogay?”
Karl lächelt zufrieden.
“So, alle zufrieden?”
“Jaaa”, rufen alle im Chor, nachdem sie einander genervt angeschaut haben, und brechen dann in Gelächter aus.

The End
Oder so.

Notes:

Ich schreib morgen in die Kommentare, was meine Therapeutin dazu gesagt hat. Wenn ich es nicht vergesse natürlich.