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Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2025-12-19
Words:
949
Chapters:
1/1
Comments:
7
Kudos:
4
Hits:
150

Gelehrte Liebe

Summary:

Obi-Wan und Qui-Gon sind zwei Universitätsprofessoren, die heimlich miteinander ausgehen – aber sind sie mit ihrer Geheimniskrämerei wirklich erfolgreich?

This is a German translation of “Scholarly Love”.

Notes:

Die deutsche Version von „Scholarly Love“ ist FrisianFen gewidmet! Ich hoffe, sie gefällt dir!

Die Originalversion dieser Fanfiction ist in Englisch und Psina_Dubina gewidmet, weil sie Professoren-AU-Geschichten liebt und ich ihre akademischen Fortschritte feiern wollte.
Vielleicht wird daraus eine mehrteilige Fanfiction oder eine Geschichte mit ähnlichem Setting. Wer weiß? Ich habe es noch immer nicht entschieden!

Work Text:

Die riesige Mensa war erfüllt mit dem lauten Klappern der Tabletts und dem noch lauteren Geplauder der Studenten. An ihrem hinteren Ende ließ sich Professor Obi-Wan Kenobi auf einen Stuhl gegenüber von Professor Qui-Gon Jinn gleiten, der an seinem Tee nippte und dabei einen Stapel Aufsätze durchblätterte, die er bis zum nächsten Tag noch korrigieren musste.

„Guten Morgen“, sagte Obi-Wan mit vollkommen gelassener Stimme, während sein Blick schnell zu den Augen seines Geliebten huschte. Sein Blick war voll von Wärme und den unausgesprochenen Worten, die sie sich nur in der Geborgenheit ihrer kleinen Wohnungen zuflüstern konnten.

Qui-Gon neigte anerkennend den Kopf und seine Lippen zuckten, als würde ein Lächeln hervorbrechen wollen. Er verbarg es gekonnt mit einem Schluck aus seiner Tasse und tippte auf eine der Seiten. „Glauben deine Zweitklässler auch noch, dass Zitate optional sind?“

Obi-Wan lachte, was er allerdings schnell als Husten tarnte. Ein paar Studenten in der Nähe schauten nämlich herüber, weswegen er seinen Gesichtsausdruck entspannte und sich plötzlich völlig dem Auspacken seiner Obstsalatschüssel widmete. „Optional, erforderlich, verboten ... Ich fange an zu glauben, dass sie würfeln, bevor sie ihre Aufgaben abgeben. Oder sie testen meine Grenzen aus wie Grundschulkinder.“

Qui-Gon presste die Lippen zu einer dünnen Linie zusammen und blickte auf das Papier in seiner Hand. „Würfeln könnte tatsächlich die Formatierungen erklären.“

Für einen Moment trafen sich ihre Blicke – nur einen Bruchteil zu lange. Obi-Wan presste die Kiefer aufeinander, um nicht zu lächeln, während Qui-Gon sich damit beschäftigte, Notizen über Lesbarkeit und Farbverwendung in Aufsätzen an den Rand des Papiers zu kritzeln.

„Professor Kenobi“, fragte eine Studentin, die an ihrem Tisch vorbeiging, „werden wir Kapitel drei noch einmal besprechen?“

Obi-Wan blickte auf und war dankbar für die Ablenkung. „Bis ihr es alle verstanden habt ... und wenn wir den Rest des Semesters damit verbringen müssen.“

Das Mädchen ließ den Kopf sinken, was verschiedene Seufzer von seiner linken Seite hervorrief. Vera hatte also nicht nur für sich selbst gefragt. Obi-Wan tat so, als hätte er es nicht bemerkt und Qui-Gon entschied sich dazu, in seine Tasse zu prusten.

Nachdem die Blondine gegangen war, beugte sich Qui-Gon ein wenig nach vorne und flüsterte: „Du bist furchtbar darin, es zu verbergen. Gerade hast du auf meinen Mund gestarrt.“

Obi-Wans Lippen kräuselten sich zu einem Lächeln, aber er verbarg es schnell hinter einem von Qui-Gons Aufsätzen, für den er sich angeblich sehr interessierte. „Du aber auch, Liebling. Oder warum leckst du dir ständig die Unterlippe, als würdest du dich auf einen Kuss vorbereiten?“

Er spießte ein Stück Apfel auf und hob es an seinen Mund, doch wenige Millimeter bevor er zubeißen konnte, griff Qui-Gon lässig über den Tisch, nahm es von seiner Gabel und steckte es sich mit der selbstgefälligen Gelassenheit eines Mannes, der nichts Verdächtiges tat, in den eigenen Mund.

Obi-Wan sah ihn mit einer Mischung aus Verwirrung und Faszination an. „Wirklich?“, fragte er mit gespielter Empörung, die durch sein breites Grinsen verraten wurde. „Und du denkst wirklich, das ist weniger verdächtig?“

Qui-Gon kaute zufrieden, während sein Blick wieder auf einen Aufsatz geheftet schien, tupfte sich dann fast schon würdevoll mit einer Serviette den Mund und sah ihm erneut in die Augen. „Äpfel sind laut Aristoteles Gemeinschaftseigentum.“

„Aristoteles hat so etwas sicherlich nie gesagt.“

„Hah!“, meinte Qui-Gon und grinste ihn nun offen an. „Ich wusste gar nicht, dass du dich sogar mit den weniger gelesenen Fragmenten der alten Philosophen auskennst.“

Und dann stieß dieses unreife Kind von einem Gelehrten Obi-Wan unter dem Tisch gegen die Fußfessel, woraufhin beide vor Lachen fast erstickten. Der Jüngere der beiden schaffte es, dies mit einem übertriebenen Husten zu überspielen, und winkte ab, als ein besorgter Student zu ihnen herüberblickte. „Staub“, log er, ohne auch nur im Geringsten zu erröten. „Schrecklicher Staub in der Bibliothek.“

„Was? Erst kennst du Aristoteles und jetzt erzählst du mir, dass ihr Mathematiker tatsächlich lesen könnt?“

Obi-Wan beugte sich näher zu ihm und kniff warnend die Augen zusammen, aber seine amüsierte Stimme verriet ihn. „Wenn du dich nicht benimmst, musst du zusätzlich zu deinen eigenen Aufsätzen auch noch meinen ganzen Stapel benoten.“

Der ältere Mann mit seinem langsam ergrauenden, aber noch haselnussbraunen Haar grinste ihn herausfordernd an und neigte seinen Kopf genau so, dass sich ihre Blicke wieder trafen. „Das ist eine leere Drohung und das weißt du auch.“

„Oh, tue ich das?“

„Und ob! Du würdest mich einfach zu sehr vermissen, wenn ich heute die ganze Nacht lang Aufsätze benoten müsste.“

Obi-Wans Wangen färbten sich tiefrot, als er sich dieses Szenario vorstellte – aber mit Qui-Gons Kopf bequem in seinem Schoß liegend, während er durch die langen Haarsträhnen seines Geliebten strich. Obi-Wan mischte schnell seinen Salat, um sich von diesem köstlichen Gedanken abzulenken. Als Qui-Gon eine Traube aus seiner Schüssel stahl, hielt Obi-Wan ihn aber nicht im Ansatz davon ab. Er murmelte nur „Kind“ und machte sich nicht einmal mehr die Mühe, sein Lächeln zu verbergen. „Warum ertrage ich dich überhaupt?“

„Weil du mich liebst und verehrst, natürlich!“

„Leider.“ Obi-Wan lachte leise, während sich Wärme in seiner Brust ausbreitete. „Und zwar sehr.“

Der andere Professor strahlte ihn daraufhin an. „Lass mich noch ein paar davon benoten“, bot Qui-Gon an und blickte auf das furchtbare, unwissenschaftliche Blabla, das er gerade wieder zu lesen begonnen hatte. „Wenn ich fertig bin, begleite ich dich, um mit dir ein wenig zu philosophieren.“

„Abgemacht!“ Obi-Wan setzte sich bequemer hin und aß mit Genuss weiter. Er gab Qui-Gon noch vier Wochen Zeit – aber am Ende dieser Frist würde er Qui-Gon einladen, sich mit ihm auf das Gras neben dem Brunnen zu legen, um ihm durch das lange Haar zu streichen, während sein Geliebter ihm Liebesgedichte aus der Antike vorlas… oder schamlos sein Essen mit ihm teilte, ohne neugierige Blicke zu fürchten.

Er konnte es kaum erwarten!