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Der Wind streicht kühl über Pias Haut. Die Hitze aus dem Bauch des Schiffes in Kombination mit Alkohol lässt ihre Haare an der Stirn kleben, sie kann es fühlen. Grund genug, sich Esther für ihre Raucherpause anzuschließen – nicht zuletzt, um Adam und Leo einen Moment für sich zu geben. Was die schon wieder an nicht ausgesprochenen Themen auf dem Teamabend zwischen sich aushandeln, will sie gar nicht so genau wissen.
Sie lehnt sich neben Esther an die metallene Reling und beobachtet, wie sie sich mit geübten Fingern die Zigarette zwischen die Lippen klemmt und anzündet. Ihr Gesicht wird kurz vom Feuerschein erleuchtet.
„Sag mal, seit wann rauchst du eigentlich?“ Sie beobachtet, wie Esther einen Zug nimmt und den Rauch auf die Saar ausatmet.
Esther zuckt mit den Schultern. „Jugendsünde. Du etwa nicht?“ Sie lehnt so dicht neben Pia, dass sie die Wärme spüren kann, die von Esthers Arm abstrahlt.
Pia zuckt auch mit den Schultern. „Nee, nicht wirklich. Mal auf ner Party probiert. Schmeckt nicht.“ Sie lehnt sich noch ein bisschen näher zu Esther. „Außerdem schmeckt es beim Küssen scheiße.“
Esther klopft die Asche ab und lacht leise. „Wusste gar nicht, dass du mich heute noch küssen wolltest.“ Wieder führt sie die Zigarette zum Mund und nimmt einen Zug. Ihre Augen funkeln im fahlen Mondlicht.
„Nicht ohne Kaugummi.“ Der Rauch verfliegt schnell zwischen ihnen, fortgetragen von einer sanften Brise.
„Dank Schürk sind wir da ja ausgestattet.“ Vielleicht bildet es Pia sich ein, aber Esthers Blick wandert über ihr Gesicht.
Pia legt den Kopf schief. „Wir? Du bist hier die Gelegenheitsraucherin mit Kippe in der Hand.“ Ihr Blick fällt auf Esthers Hände. Wie so oft.
„Touché.“ Esther blickt sich nach einem Aschenbecher um, bevor sie die Zigarette austritt. Dann streckt sie sich. „Ich würde sagen, wenn man gut küssen kann, macht das Nikotin auch keinen Unterschied mehr.“
„Findest du? Ganz schön große Klappe, Baumann. Vor allem ohne Beweise.“ Sie kann sich vorstellen, dass Esther eine verdammt gute Küsserin ist. Allein ihre Lippen sehen weich und gut gepflegt aus. Und diese Blicke. Blicke sind beim Küssen ein unterschätzter Faktor, zumindest im Vorhinein. Auch dieser Blick hat sich wieder in Pias Augen verhakt.
„Hmm.“ Esther lächelt. „Brauchst du Beweise?“
Pia schnaubt. „Ohne Beweis haben wir nichts in der Hand, alte Polizistenweisheit.“ Sie lässt Esther nicht aus den Augen, greift nach ihrer Hand. Sie hält sie an ihre Nase. „Riecht nicht gut.“
Esther lacht und kommt noch ein Stück näher. Ein bisschen Bier kann Pia riechen, ein bisschen von Esthers erdigem Deo. Ein Unterton von Zigarettenrauch streicht über Pias Lippen.
„Beweise sind wichtig.“
Esthers Lippen sind wirklich so weich und sanft, wie sie aussehen. Ihre Hände streichen über Pias Haar, über ihren Nacken, verweilen an ihren Schultern, bevor sie sich in Pias T-Shirt krallen, als Pia den Kuss vertieft. Ihre Zungenspitze streift Esthers Lippe. Pia schmeckt eine leichte Bitterkeit, als Esther aufseufzt und die Geste erwidert.
Die Reling drückt hart an Pias Hüfte, als sie sich dagegenlehnt, um Esther noch näher zu sich heranzuziehen.
