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Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2026-01-17
Words:
571
Chapters:
1/1
Comments:
1
Kudos:
1
Hits:
35

Aquatische Anschläge

Summary:

Mobbing auf der Couch mit Rosa und Jan.

Notes:

Danke für die Idee, Karl :)

Work Text:

Rosa hatte ihren besten Freund ja wirklich lieb und würde keinen anderen wollen, aber manchmal war Jan Pawlak an Faulheit wirklich nicht zu überbieten.

Es war kurz vor zehn, der durchaus einschläfernde Köln Tatort, den sie eh nur aus Langeweile geschaut hatten, gleich vorbei und Jan lag ausgestreckt auf der Couch. Sein Kopf bettete bequem auf Rosas Oberschenkel, sie saß noch aufrecht wohlgemerkt und guckte auf ihr Handy. Das Tatort-Outro riss sie aus ihrer Doom-Scrolling-Starre. Rosa beugte sich vor zum Couchtisch, griff nach der Fernbedienung und schaltete aus, was sie schon viel früher hätte tun sollen anstatt sich die alten Langweilkommissare zu geben. Nebenbei fiel ihr ein, dass sie ein bisschen dehydriert war, also schnappte sie sich ihr Wasserglas und nahm drei große Schlucke.

Das ließ Jan auch aus seinem Dämmerzustand erwachen - er war aber eher eingeschlafen, weil er sich vorhin so dermaßen mit Schoki und Katjes vollgefressen hatte, die Rosa ihm allesamt gereicht hatte, weil er ja liegen wollte, ebenso wie die Wolldecke, damit der werte Herr es warm um die langen Beine hatte.

Deshalb und nur deshalb, weil er Rosas Großzügigkeit schon lange ausgereizt hatte, reagierte sie so, wie sie reagierte, als Jan fragte: „Rosa, kannst du mir mal mein Wasser geben?“

Sie nickte, reichte ihm das Glas, aber Jan reagierte nicht außer mit einem verständnislosen Blick. „Ja, setz dich halt auf“, meinte Rosa mit hochgezogenen Augenbrauen.

„Aber ich lieg grad so bequem!“

„Du liegst seit fast zwei Stunden so bequem!“

Jan zog einen Schmollmund. „Kannst du's mir nicht einfach irgendwie...“

„Was? Einflößen?“

Kurze Stille, dann nickte Jan. „Ja.“

„Dein Scheißernst?!“

Jetzt stahl sich ein Grinsen auf seine Lippen. „Mhm.“

Rosa seufzte als schauspielerische Glanzleistung, während sie in ihrem Kopf längst einen fiesen Plan entwickelt hatte. „Na gut, dann... Mund auf, Augen zu.“

Jan gehorchte brav, machte den Mund auf und tatsächlich die Augen zu, ohne es zu hinterfragen. Rosa war nun diejenige, die grinsen musste, als sie das Glas langsam über Jans Gesicht führte, alibimäßig den Rand an seine Lippen setzte, aber dann das noch dreiviertelvolle Wasserglase ruckartig anhob, kippte und über Jans Gesicht schüttete.

So schrill hatte sie ihn nicht mal schreien hören, als ihnen bei einem Einsatz in einer Lagerhalle letztes Jahr mindestens ein halbes Dutzend Mäuse über die Füße gelaufen waren. Und Rosa hatte nicht mal so sehr lachen müssen, als Haller sich letzte Woche auf dem gefrorenen Parkplatz draußen aufs Maul gelegt hatte.

„Alter, du miese Verräterin!“ jaulte Jan auf und saß plötzlich ganz schnell aufrecht. Rosa musste sich den Bauch halten vor Lachen. „Nicht lustig!“

„Doch, brutal lustig! Du hättest dein Gesicht sehen müssen.“

Jan verschränkte trotzig die Arme vor der Brust, ehe ihm eine Idee kam, er sich zu ihr lehnte, ihren Pulli unten am Saum packte und sein Gesicht daran trocknete. Rosa bekam das aber eh nur zur Hälfte mit, weil sie mittlerweile sogar Husten musste, so sehr hatte sie sich über Jans empörtes Gesicht den Arsch abgelacht. Als Jan sie dann noch frech in die Seite piekte, war es vorbei mit der Luftzufuhr. Mit hochrotem Gesicht ließ sie sich auf den Rücken fallen und keuchte glucksend.

Jan schüttelte fassungslos, aber inzwischen auch leicht lächelnd den Kopf. „Hey, vielleicht solltest du 'n Schluck Wasser trinken. Direkt ins Gesicht hilft's am besten, Kostprobe gefällig?“ bot er an, Rosas Wasserglas hin und her schwenkend.

Als Antwort knallte Rosa ihm ein Kissen ins Gesicht.

„Eyy!“ quiekte Jan erschrocken.

„Sorry, wollt dich nur fertig abtrocknen.“