Chapter Text
1.
Eigentlich war Nico davon ausgegangen, dass seine Antwort auf die Frage ‘Was haltet ihr eigentlich von Kosenamen?’ die anderen höchstens kurz zum Lachen bringen würde. Er hätte wissen müssen, dass es anders kommen würde - und der Rest des Mannschaftsabends vielleicht etwas anders laufen würde- , als er das Funkeln in Karims Augen sah.
Doch stattdessen machte er sich nicht weiter Gedanken darüber und sah lieber Jule und Maxi beim Darts spielen zu. Wobei er sich unsicher war, ob man dabei überhaupt noch von einer richtigen Partie Darts sprechen konnte, denn es landeten mittlerweile - Alkohol und Lachanfällen sei Dank- mehr Pfeile in der Wand als tatsächlich in der Dartscheibe. Gerade als er überlegte, sich noch etwas zu trinken zu holen, tauchte Karim neben ihm auf und streckte ihm einen Becher mit Cola hin. “Für dich, mein Hase.” Das 'Danke', das Nico schon auf der Zunge gelegen hatte, blieb ihm im Hals stecken und er starrte Karim entgeistert an. Der grinste amüsiert zurück. “Was denn? Du sahst durstig aus.” Nico nahm ihm den Becher ab und räusperte sich leicht. “Ja, ähm, danke.” Vielleicht hatte er sich auch nur verhört. Immerhin war es hier drin nicht gerade leise - Fabio sang mit der Anlage um die Wette, während Daniel vor Lachen beinahe aus dem Sessel fiel, in dem er es sich bequem gemacht hatte, Jule und Maxi lachten immer noch über ihre missglückten Wurfversuche und zusätzlich war auf der anderen Seite des Raumes ein Tischkickerturnier in vollem Gange - außerdem war es in dem Raum mittlerweile etwas stickig. Da konnte man sich schon mal etwas einbilden. “Na, woran denkst du, Schnucki?” Nico seufzte. Offenbar hatte er sich das doch nicht eingebildet. “Was soll das mit den komischen Spitznamen denn jetzt?” fragte er und wandte seine Aufmerksamkeit wieder Karim zu, der mit den Schultern zuckte. “Du hast gesagt, du magst überhaupt keine Kosenamen und ich bin der Meinung, dass ich bestimmt einen finden kann, den du magst.” Nico schnaubte amüsiert und verdrehte die Augen. “Das wirst du ganz sicher nicht. Es gab bis jetzt noch keinen, den ich gut fand, in keiner meiner Beziehungen. Warum solltest du das jetzt ändern können?” Karim ließ sich von dem Protest nicht aus der Ruhe bringen. “Warten wir es ab.” Nico schüttelte leicht den Kopf und trank einen Schluck von seiner Cola. Bestimmt würde Karim das Ganze schon bald vergessen haben.
2.
Nico war sich ziemlich sicher, dass Karim sein Vorhaben vergessen hatte, denn bei den nächsten Trainingseinheiten nach der Party, benahm sich der Andere ganz normal. Bis sie sich nach einem Auswärtsspiel ein Hotelzimmer teilten. Eigentlich mochte Nico es, Karim als Zimmernachbarn zu haben. Er würde sogar so weit gehen zu sagen, dass Karim einer der Mitspieler war, mit denen er sich am liebsten Zimmer teilte, wenn sie das für Auswärtsspiele oder Trainingslager machen mussten. Zumindest, wenn er nicht gerade Muskelkater hatte, das Spiel am Vorabend, nach einem späten Ausgleichstreffer ihrer Gegner, mit einem Unentschieden geendet hatte, und Karim es für eine gute Idee hielt, ihn mit einem laut und viel zu übertrieben fröhlich geträllerten “Guten Morgen, Sonnenschein!” zu wecken. Mit einem frustrierten Stöhnen zog Nico sich seine Decke über den Kopf. “Das kann jetzt nicht dein Ernst sein!” Kurz darauf wurde ihm die schützende Decke allerdings auch schon weggezogen und er drehte sich auf den Rücken, um Karim, der mit eindeutig zu guter Laune und einem Grinsen im Gesicht über ihm hockte, genervt anzusehen. Dieser ließ sich davon nicht beeindrucken. “Komm schon, Sunny, du kannst da jetzt nicht ewig rumliegen. Es gibt bald Frühstück und dann wollen wir doch schon wieder los.”
“Wie kommst du überhaupt auf ‘Sonnenschein’? Hast du gegoogelt und eine Liste mit besonders nervigen Kosenamen erstellt, oder was?” Nico setzte sich auf und streckte sich, während Karim wieder vom Bett aufstand.
“Ich dachte, du findest alle Kosenamen nervig? Da brauche ich ja wohl kaum eine Liste erstellen.”
Das ließ Nicos Proteste erst einmal verstummen und die beiden machten sich schweigend fertig. Als sie den Speisesaal betraten, setzte Nico, der immer noch nicht ganz wach war, sich erstmal zu Maxi und Jule an einen Tisch, während Karim schon in die Richtung des Frühstücksbuffets verschwand. Kurz darauf tauchte er allerdings mit einer großen Tasse Kaffee wieder auf, die er mit einem übertrieben fröhlichen Zwinkern vor Nico abstellte. “Damit du schneller wach wirst, Sonnenschein!” Mit einem resignierten Seufzen vergrub Nico das Gesicht in seinen Händen, während Jule laut loslachte. “ ‘Sonnenschein’?!” Auch Maxi konnte sich nur mit Mühe ein Lachen verkneifen. “Karim ist der Meinung, er würde es irgendwann schaffen, einen Kosenamen zu finden, den ich nicht unfassbar nervig oder peinlich finde.”, erklärte Nico, ohne sein Gesicht wieder zu heben und seine Freunde anzugucken. “Und wieso ‘Sonnenschein’?”, fragte Maxi neugierig und Karim zuckte nur mit den Schultern. “Ich finde, dass es irgendwie ganz gut passt. Ich meine, irgendwie strahlt Nico doch schon, oder?”, er drehte sich zu Nico, der mittlerweile angefangen hatte, seinen Kaffee zu trinken, bevor er weiter erklärte: “Und du hast auch einfach so was Positives, Warmes an dir… So dein Lachen, deine Motivation und allgemein deine ganze Ausstrahlung halt.” Karim stand auf, um sich etwas zu Essen zu holen, während Nico krampfhaft versuchte, die Blicke von Maxi und Jule - Eine Mischung aus Wissen, Neugierde und Amüsement, die ihn mehr verunsicherte als ihm lieb war - zu ignorieren. Und sich einzureden, dass das warme Gefühl, das sich in seiner Magengegend ausbreitete, sicher nur von dem Kaffee kam.
3.
Erschöpft ließ Nico sich auf die Couch in Jules Wohnzimmer fallen. Er war spät dran gewesen und deshalb die letzten paar Meter zum Haus seines Mitspielers, wo sie sich heute mit ein paar anderen aus der Mannschaft zum Zocken verabredet hatten, gerannt. Dementsprechend war er noch etwas aus der Puste und zog es vor, erstmal dabei zuzusehen, wie Karim und Gregor, die momentan noch damit beschäftigt waren, das Spiel zu starten, gegeneinander FIFA spielten. “Who do you think is going to win?” fragte ihn Fabio, der es sich neben ihm bequem machte. “Karim.” antwortete Nico, ohne nachzudenken und Jule lachte. “Das war ja klar.” warf er ein und Nico verdrehte die Augen. “Was denn?! Ich darf doch wohl der Meinung sein, dass Karim gewinnt!”
“Natürlich darfst du das, Schatz.”
Genervt sah Nico zu Karim, der vor ihm auf dem Fußboden saß und ihn unschuldig angrinste. “Hör doch endlich auf mit den blöden Kosenamen!” knurrte Nico und Karims Grinsen wurde noch breiter.
“Aber Liebling, ich muss doch einen finden, der dir gefällt…”
“Musst du überhaupt nicht!”
“Doch natürlich, Süßer.”
“Nein!”
Bevor Karim Nico den nächsten Kosenamen an den Kopf werfen konnte, unterbrach Gregor die beiden, um dem sehr verwirrt aussehenden Fabio die Situation zu erklären. “They’re just bickering because Karim is trying to find a pet name for Nico that Nico likes, but Nico still thinks he doesn’t like any pet names at all. And before that, Nico was offended by Jule telling him that he always takes Karim's side.” Fabio nickte verstehend und sah dann mit einem Grinsen zu Nico. “You do side with Karim often, even if you fight a little. You guys are a bit like an old married couple.”
Fassungslos starrte Nico seinen Sitznachbarn an und versuchte irgendwie, die richtigen Worte zu finden, um gegen diese Behauptung zu protestieren. Karim und er verhielten sich doch nicht wie ein altes Ehepaar! Nachdem er viel zu lange zusammenhanglose Satzanfänge stotterte, würgte er schließlich ein schwaches “We’re just friends!” hervor und drehte seinen Kopf weg, in der Hoffnung, dass irgendjemand diese katastrophale Situation auflösen würde.
Zu seiner Erleichterung startete jetzt Karim das Spiel und die Aufmerksamkeit der anderen wanderte schnell zum Fernseher, während Nico sich wieder etwas entspannter. Später, während gerade Jule und Fabio gegeneinander FIFA spielten, setzte sich Karim neben ihn und hielt Nico ein Glas Wasser hin. “Für dich, mein Göttergatte.", kommentierte er und Nico verdrehte nur die Augen. “Halt die Klappe!", murmelte er und versuchte, weiterhin genervt zu gucken, was ihm von Karims Lachen erschwert wurde.
Er sieht aber auch zu süß aus, wenn er lacht. Mit diesem kleinen Grübchen… Warte mal, was?!
Schockiert über seine eigenen Gedanken zuckte Nico leicht zusammen. Erschüttert trank er einen Schluck von seinem Wasser, bevor er sich wieder auf das Duell zwischen Fabio und Jule konzentrierte. Vielleicht war er einfach müde oder dehydriert, immerhin hatte er heute noch nicht besonders viel Wasser getrunken, rationalisierte Nico innerlich seine kurze Verwirrung. Ja, genau das würde es sein. Was denn auch sonst?
4.
Eigentlich hatte Nico nicht das Gefühl gehabt, besonders müde zu sein, aber irgendwie war er auf dem Flug nach Berlin dann doch eingeschlafen und hatte sich dabei voll gegen Karim gelehnt. Karim weckte ihn allerdings erst, als das Flugzeug kurz davor war zur Landung anzusetzen und Nico brauchte einen Moment, um sich zu orientieren. Dann war er schlagartig wach und spürte, wie sich seine Wangen erhitzten. “Shit! Sorry, hab ich die ganze Zeit auf deiner Schulter gelegen?” fragte er nervös, während Karim ihn nur entspannt angrinste. “Keine Panik, mich hat das nicht gestört. Du sahst ganz entspannt und friedlich aus und warst vollkommen ruhig. Wie ein Engel.” Nico verzog das Gesicht zu einem schiefen Grinsen. “Tut mir trotzdem leid. Ich wollte dir nicht so viel Körperkontakt aufzwingen…”
“Ich habe absolut nichts gegen Körperkontakt mit dir, Engelchen.”
Nico verdrehte die Augen. “Dich lässt das mit den Kosenamen echt nicht los, oder?”, fragte er und Karim lachte leise. “Ich bin mir sicher, dass ich noch einen finde, den du magst, mein Engel.”, antwortete er und Nico schüttelte sich leicht. “Also ganz sicher nicht sowas kitschiges! ‘Engelchen’ oder ‘mein Engel’, ernsthaft?!”
“Was denn? Du sahst eben beim Schlafen so friedlich aus!”, verteidigte sich Karim und sah Nico dann etwas ernster in die Augen. “Außerdem siehst du doch irgendwie aus wie ein Engel! Ich meine, hallo?! Blonde Haare, blaue Augen, und dann noch dein Körper mit den ganzen Muskeln…” Nicos starrte seinen Kumpel an. Das war definitiv nicht das erste Mal, dass ihm jemand sagte, dass er gut aussah und auch nicht das erste Mal, dass Karim seine Muskeln lobte, weswegen er sich das Kribbeln in seinem Bauch nicht erklären konnte. “Die Kosenamen sind trotzdem blöd!”, beschwerte er sich schließlich halbherzig und Karim lachte erneut. “Was wäre dir denn lieber, Hübscher?”, fragte er und Nico schüttelte den Kopf. “Das sicher nicht.”
“Aber du bist eben hübsch… und sexy.”
Nico verschluckte sich an seiner eigenen Spucke und bekam einen heftigen Hustenanfall. Karim klopfte ihm leicht auf den Rücken und sah ihn besorgt an, während Maxi ihm von der anderen Seite des Ganges eine Wasserflasche hinhielt, die Nico dankbar annahm. Nachdem er ein paar Schlucke Wasser getrunken hatte, konnte er wieder einigermaßen frei atmen und fragte sich still, was zur Hölle das denn eben gewesen war. Karim musterte ihn immer noch genau. “Geht’s?” fragte er und Nico nickte stumm. “Ein Glück. Du hast mich eben ganz schön erschreckt, Herzchen!”
“Fresse!”
Karim lachte und Nico atmete tief durch. Es war eben doch alles ganz normal.
5.
Nico konnte sich nicht daran erinnern, nach einem gewonnenen Spiel jemals so schlechte Laune gehabt zu haben, wie in diesem Moment. Schon gar nicht, wenn er in besagtem Spiel ein Tor geschossen hatte. Eigentlich war er nach dem Spiel auch sehr glücklich und zufrieden gewesen. Sie hatten gewonnen, er hatte ein Tor geschossen und alles war gut. Bis er die Clips davon sah, wie sehr sich Karim über das Tor von Maxi gefreut hatte. Viel mehr, als über das Tor von Emre oder das von Nico. Zu allem Überfluss saß Karim jetzt auf dem Rückflug auch nicht direkt neben ihm, sondern auf der anderen Seite des Ganges neben Maxi. Missmutig kramte Nico seine Kopfhörer hervor und setzte sie sich auf. Ein bisschen Musik würde ihn sicher aufheitern und dieses merkwürdige stechende Gefühl in seiner Brust, wenn er Karim mit Maxi lachen hörte, sicher vertreiben, dachte er sich zumindest. Doch zu seinem Pech hatte er vergessen, seine Kopfhörer aufzuladen und konnte seinen Plan damit vergessen. Mit einem frustrierten Schnauben nahm er seine Kopfhörer ab und warf sich zurück in den Sitz. Gregor, der neben ihm saß, seufzte leicht genervt. “Nico, was bitte ist dein Problem? Wir haben gewonnen und du hast sogar ein Tor geschossen, aber du grummelst die ganze Zeit vor dich hin!”
“Ich hab kein Problem!”
Vermutlich hätte Nico sich etwas mehr Mühe geben können, dem Torwart nicht so pampig zu antworten. Dieser schien überhaupt nicht überzeugt und sah jetzt deutlich genervter aus als vorher. “Hey, was auch immer dein Problem ist, lass es nicht an mir aus! Ich hab dir nichts getan!” verlangte er und Nico sah ihn leicht schuldbewusst an. “Sorry…” murmelte er und wollte sich gerade wieder seinem Handy zuwenden, als Karim, der das Gespräch scheinbar gehört hatte, fand, es wäre sinnvoll, sich einzumischen. “Vielleicht muss Nico der Brummbär ja auch nur mal Winterschlaf halten…”, schlug er amüsiert vor und Nico hätte diese Bemerkung vermutlich lustig gefunden, wenn er nicht gehört hätte, wie Maxi darüber lachte. Sofort meldete sich wieder dieses fiese Stechen bei dem Gedanken daran, wie toll Karim Maxi scheinbar fand, dieses mal in Begleitung von einem unangenehmen Ziehen in seinem Magen bei dem Gedanken daran, dass Karim das vielleicht gar nicht als freundschaftliche Stichelei gemeint hatte, sondern sich mit Maxi über ihn lustig machte. Nico sah die beiden an und seine Unsicherheit verwandelte sich in Wut. “Ihr schlaft doch viel eher ein, so wie ihr da aneinander gekuschelt seid!”, meckerte er und Maxi sah ihn verwundert an. “Warum bist du denn jetzt auf einmal so passiv aggressiv, Alter? Karim hat doch nur einen Witz gemacht!”, fragte er und Nico verdrehte die Augen. “Ja, richtig witzig! Ich lach mich tot!”, giftete er und Karim schnaubte belustigt. “Bist du eifersüchtig, Bärchen?”, neckte er grinsend und Nico sah ihn wütend an. “Ach, leck mich doch!”, warf er ihm an den Kopf, bevor er aufstand und zur Flugzeugtoilette ging. Dabei verfluchte er sich selbst stumm dafür, wie sehr es ihn beruhigt hatte, dass Karim mal wieder irgendeinen bescheuerten Kosenamen für ihn benutzte. Das macht er für Maxi nicht, dachte Nico und erwischte sich dabei, wie sich ein kleines Lächeln auf sein Gesicht stahl. Er runzelte die Stirn.
Was zur Hölle ist bitte los mit mir?
+1
In den nächsten Tagen schaffte Nico es erfolgreich, die verwirrenden Gefühle zu verdrängen, die während der Rückreise nach dem Spiel gegen Union Berlin aufgekommen waren. Auch bei der heutigen Trainingseinheit war alles völlig normal gewesen. Gut, er hatte etwas bessere Laune gehabt als sonst, aber das lag definitiv nicht daran, dass Karim ihm heute besonders viel Aufmerksamkeit schenkte. Nico hatte einfach gute Laune und das hatte keinen besonderen Grund. Als sie sich jetzt nach einem lockeren Auslaufen noch etwas dehnen sollten, konzentrierte sich Nico vollkommen darauf und bemerkte so nicht, wie Karim immer näher kam. Zumindest, bis er auf einmal Karims Hände an seinen Hüften spürte. “Du musst dich noch ein bisschen weiter vorbeugen, Baby, dann klappt das besser.”, murmelte er leise in Nicos Ohr und Nicos Gehirn quittierte kurz den Dienst.
Fuck.
Dass Karims Worte so eine Wirkung auf ihn hatten, war absolut nicht normal, aber Nico konnte nicht leugnen, wie sich ein warmes Kribbeln in seinem Bauch ausbreitete. Dabei war der Satz an sich völlig harmlos gewesen, und Nico hatte ‘Baby’ immer als einen viel zu klischeehaften, kitschigen Spitznamen empfunden. Sein Gehirn schaltete sich wieder ein, was allerdings nicht zur Verbesserung der Situation beitrug. Denn anstatt seinem Körper zu sagen, er solle sich gefälligst zusammenreißen, steuerte es wirklich wenig hilfreiche Bilder bei und Nico spürte, wie sich etwas in seiner Trainingshose regte. Karims Worte spielten in einer Dauerschleife in seinem Kopf und Nico versuchte, nicht daran zu denken, wie es sich wohl anfühlen würde, wenn Karims Hände nicht durch eine Stoffschicht von seiner Haut getrennt waren; Wenn sie sich nicht auf dem Trainingsplatz befanden, sondern irgendwo alleine waren; Karim, der sich von hinten über ihn beugte, ihm diese Worte ins Ohr flüsterte und- Stopp!, ermahnte Nico sich selbst und löste sich hektisch aus Karims Griff. Das darf doch nicht wahr sein!
Zu seiner großen Erleichterung wurde das Training in diesem Moment beendet und Nico rannte zu den Toiletten, wo er sich so lange auf den geschlossenen Klodeckel setzte, bis er sich wieder beruhigt hatte. Erschüttert vergrub er das Gesicht in seinen Händen, während er sich eingestehen musste, was er mit aller Kraft verdrängen wollte: Er stand auf Karim.
Wie sollte er damit nur umgehen?
