Chapter Text
Mit klopfendem Herzen machte Goodween es sich im Bett bequem.
Cotta war gerade noch unten, um Bubbles Futternapf in weiser Voraussicht wieder aufzufüllen.
Goodween hatte mittlerweile schon häufiger die Nacht hier verbracht, meist jedoch nach sehr anstrengenden oder emotional aufreibenden Fällen. In diesen Momenten war Goodween jedoch so müde gewesen, dass er gar keine Gedanken an seine üblichen Einschlafprobleme hatte verschwenden können.
Heute aber sah das dann schon etwas anders aus. Im Regelfall brauchte Goodween weit über eine Stunde, um einschlafen zu können, und auch das nur mit Hilfe eines Hörbuches. Er hatte eine Handvoll Hörbücher gespeichert, zu denen er einschlafen konnte. Das richtige zu finden, damit es funktionierte, war jedoch manchmal eine Geduldsprobe.
Deswegen war es für ihn immer nervenaufreibend, woanders und vor allem nicht allein zu schlafen.
Die Beschwerden seiner Ex darüber hatte er noch deutlich im Ohr. Sie hatte das nie verstanden, sondern sich eher noch darüber lustig gemacht. Goodween hatte also in der Regel gewartet bis sie eingeschlafen war, um sein Hörspiel abzuspielen. Ja, natürlich gab es Kopfhörer aber irgendwie wollte er nicht mit Kopfhörern die Nacht neben jemandem liegen, von dem er dachte, er würde ihn lieben. Zusätzlich wurden die Kopfhörer im Laufe der Nacht irgendwann einfach unbequem.
Goodween seufzte, dann legte er dennoch vorsichtshalber sein Handy, inklusive besagter Kopfhörer, in Reichweite auf den Nachttisch.
Als Cotta zurückkehrte, begrüßte er ihn mit einem kleinen Lächeln.
„Also, wenn Bubbles mich heute wieder um vier weckt, setze ich ihn aus.“
„Würdest du nicht. Du liebst den Kater.“
Cotta lachte.
„Du hast mich durchschaut“, sagte er mit einem Zwinkern, bevor er sich ebenfalls zu Bett begab.
Cotta sah rüber zu Goodween.
„Falls du noch lesen willst oder so… lass ruhig das Licht bei dir an. Stört mich alles nicht.“
Goodween sah zur Seite, fühlte sich seltsam ertappt. Am Ende würde Cotta das nur ihm zuliebe sagen.
„Ich bin gerade kein begeisterter Leser“, versuchte er sich rauszureden. „Die letzten Bücher, die ich gelesen habe, waren echt alle wirklich schlecht. Das motiviert nicht zu mehr.“
„Vielleicht hat Caroline einen Tipp für dich. Mich brauchst du da nicht fragen", sagte Cotta mit einem schiefen Grinsen. Ein großartiger Leser war Cotta nämlich nicht.
„Lieb von dir, aber ist wirklich alles fein.“
Cotta zuckte mit den Schultern, dann drehte er sich auf die Seite und lächelte Goodween leicht an.
„Vielleicht weckt Bubbles ja heute Nacht dich.“
„Das würde er nicht wagen.“
Cotta lachte laut auf.
„Da hast du auch wieder recht.“
Sie redeten noch über einige belanglose Dinge, möglicherweise machten sie sich auch über ein paar Kollegen lustig, doch es war nicht von der Hand zu weisen, dass Cotta immer müder wurde.
Goodween währenddessen merkte, dass er immer weiter verkrampfte. Das würde ja eine tolle Nacht werden.
Sie löschten das Licht und Goodween hätte schwören können, dass Cotta keine fünf Minuten später tief und fest eingeschlafen war. Er jedoch fühlte sich jetzt schon gestresst.
Goodween schloss die Augen und versuchte langsam und bewusst zu atmen. Keinesfalls wollte er Cotta wieder wecken. Dass beide zeitgleich keine Rufbereitschaft und anschließend zwei freie Tage hatten, kam nicht allzu häufig vor. Vielleicht würde ihm ja etwas einfallen, was sie gemeinsam unternehmen könnten, wenn er schon nicht einschlafen konnte.
Vorsichtig drehte Goodween, nach einiger Zeit, sich zur Seite, darauf bedacht, möglichst wenig Geräusche zu machen. Wirklich dunkel war es im Zimmer nicht und er konnte gut sein Handy auf dem Nachttisch erkennen. Aber was, wenn das Licht Cotta doch weckte? Er drehte sich lieber wieder auf die andere Seite.
Siedend heiß fiel Goodween ein, dass er vergessen hatte, eine E-Mail zu schreiben. Er war von Devlins Erzählung seines letzten Einsatzes abgelenkt gewesen. Goodween biss sich auf die Unterlippe. Würde er sich das bis morgen merken können?
Eine Hand auf seinem Arm ließ ihn zusammenzucken.
„Ich kann dich ja quasi denken hören. Was ist los?“, fragte Cotta mit leicht rauher Stimme.
Goodween schwieg für einen kurzen Moment.
„Mir ist nur was eingefallen, was ich heute vergessen habe.“
Cotta schmunzelte.
„Ruf doch morgen einfach Donatelli an, der hat Dienst und kann das übernehmen.“
„Ihr zwei gebt euch aber auch wirklich nichts“, sagte Goodween mit einem leichten Kopfschütteln.
„Ist sonst noch was?“, fragte Cotta nun etwas sanfter.
Goodween zögerte.
„Brauchst du Licht zum Einschlafen?“
Goodween schüttelte den Kopf.
„Zuhause hab ich immer ein Hörbuch laufen“, sagte er dann vorsichtig. „Ich hab aber Kopfhörer dabei, ich wollte dich nur nicht mit dem Licht vom Handy wecken…“
„Spar dir die Kopfhörer. Ich hab mir früher mit Caroline ein Zimmer geteilt. Ich kann zu allem einschlafen.“
„Bist du sicher?“, fragte Goodween ungewohnt zaghaft.
Cotta runzelte leicht die Stirn darüber, doch dann beschloss er lieber morgen früh nachzufragen.
„Klar, wirklich. Mach das Hörbuch ruhig an.“
Erneut drehte sich Cotta auf die Seite, während Goodween nach seinem Handy griff, um das vertraute Hörbuch einzuschalten. Er hätte Geld darauf verwettet, dass Cotta bereits eingeschlafen war, bevor er überhaupt auf Play gedrückt hatte.
Goodween schüttelte amüsiert den Kopf, bevor auch er nach kurzer Zeit endlich einschlief.
