Work Text:
Basti starrte die beiden Jungs in der Ferne an und versuchte nicht zum tausendsten Mal heute mit den Augen zu rollen.
Wichtiger und Hugo standen beide neben einem Baum und schienen sich über irgendwas zu streiten.
Hugo drehte sich mit einem Schwung um und lief in die andere Richtung, seine lange blonde Perücke, gab seinem Abgang einen dramatischen Flair, der allerdings wegen seiner fehlenden Eleganz eher lächerlich wirkte.
Mike starrte dem anderen hinterher und seine Miene wechselte von genervt zu leichten Bedauern und seine Fühler senkten sich in Tandem.
Nach viel zu vielen Sekunden des Starrens drehte sich der braunhaarige Junge wieder zum Baum und schien sich endlich auf seine Aufgabe zu konzentrieren, wenn auch etwas schwermütig.
Keine Sekunde später warf Hugo einen Blick über seine Schulter, um nach seinem Freund zu schauen. Offensichtlich wollte er immer noch mit dem Anderen reden.
Basti zog die Augenbrauen hoch und rollte mit den Augen.
Gott, wenn nicht bald einer der beiden ihren Mund öffnete, würde er die beiden persönlich irgendwo einsperren und sie erst wieder rauslassen, wenn die beiden ein Paar waren.
Genervt seufzte der Blauhaarige und schüttelte leicht seine hellblauen Flügel.
Sofort kam aus der Höhle hinter ihm eine für das, was gerade passierte, eine viel zu freudige Stimme: “Was ist jetzt wieder passiert?”
Basti drehte sich zu seinem Freund und murrte: “Nur Hugo und Wichtiger…”
Heiko lachte und rückte seine Brille, bevor er neben Basti zum Stehen kam und ebenfalls die erbärmliche Szene vor ihnen betrachtete.
“Gib den beiden Zeit, sie sind noch jung.”, sprach Heiko und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf die Spitzhacke in seinen Händen.
Basti warf ihm den frustriertesten Blick, den er aufbringen konnte zu, bevor er sich verteidigte:
“Wie lange sagst du das schon? Seit einem oder doch schon zwei Jahren?”
Heiko warf ihm einen belustigten Blick zu und drehte sich wieder zu der Höhle, aus welcher gerade gekommen war.
Während der Blonde wieder darin verschwand, rief er noch ein: “Na, ein gutes Vorbild haben sie dafür ja nicht!” in die Dunkelheit, welches im lauten Echo wieder zu Basti schallte.
Der Blauhaarige runzelte verwirrt die Stirn. Wie Vorbild? Für was?
Meinte er im Thema Liebe? Klar, niemand außer ihrer Gruppe hatte gerade viel damit am Hut, aber…
Kopfschüttelnd fuhr er sich nochmal durch seine Haare. Manchmal verstand er seine Freunde echt nicht.
Seufzend entschied sich Basti auch endlich dazu, sich auf die Challenge zu konzentrieren.
Mit seinem Steinschwert trabte der Blauhaarige in den Wald auf der Suche nach etwas zu essen.
Nach dem Schlachten von ein paar unschuldigen Schafen piepste sein Kommunikator laut und deutlich an seiner Seite.
Er nahm und checkte den Chat, nur damit sein Herz einen leichten Hüpfer machte in dem Moment, wo er den Namen der Person las.
<Kevin> leute wo seid ihr??
<Kevin> ich hab das gefühl faister will mich killen
Basti unterdrückte sich ein kleines Lächeln und begann zu tippen, doch bevor er seine Nachricht senden konnte, kamen ihm schon die anderen zuvor.
<Faister> hä?! stimmt gar nicht
<Kevin> LEUTE BEEILT EUCH!
<Mike> ne
Seufzend drückte Basti senden und wartete einen kurzen Moment. Keine Sekunde später erhielt er eine Antwort und mit einem Grinsen und leicht warmen Wangen eilte er zu den Koordinaten.
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"Ach, vergiss es. Jedenfalls dreh ich bald wirklich durch, wenn es so weitergeht.”, maulte Basti und checkte ihre Koordinaten auf seinen Kommunikator. Das Letzte, was er jetzt noch brauchte, war, dass sich die beiden auf dem Weg zu Wichtiger verliefen.
“Ne, ich checke schon.”, sprach Kevin neben ihm, wobei seine Stimme etwas abwesend klang. “Aber gleichzeitig kannst du sie jetzt nicht wirklich dafür judgen, dass sie…you know, es nicht checken.”
Basti blickte zu Kevin mit hochgezogener Augenbraue. Der Blonde machte eine nichtssagende Handbewegung, bevor er den Kopf schüttelte und seine Arme hinter seinen Kopf streckte.
Basti starrte seinen Freund weiter verwirrt an, bevor er erwiderte: “Warum nicht? Das geht nun schon seit über einem Jahr so!”
Der Dämon warf ihm einen komischen Blick zu, den der andere nicht ganz deuten konnte.
Etwas Unangenehmes drehte sich in Bastis Magen, normalerweise konnte er Kevin immer lesen und die beiden verstanden sich wortlos.
Also, warum konnte er den Blick nicht deuten?
Aus irgendeinem Grund kam ihm genau in diesem Moment wieder Heikos Satz in den Sinn…allerdings konnte er noch immer nichts aus den kryptischen Sachen seiner Freunde schließen.
Vielleicht gab es einen Inside-Joke, den er verpasst hatte?
Basti seufzte innerlich und versuchte, diese komischen Momente beiseite zu schieben. Über Kevin konnte er noch heute Abend nachdenken. Sofort wurden seine Wangen rot und hastig fügte er Heiko ebenfalls in seinen Gedanken hinzu.
Gewillt diese ganz und gar komischen Emotionen und Momente hinter sich zu lassen, konzentrierte er sich wieder.
Er und Kevin mussten schließlich immer noch zu dem Dorf, was Wichtiger gefunden hatte.
Der Gedanke an den braunhaarigen Jungen rief wieder Bastis Problem mit den beiden in den Vordergrund und er öffnete seinen Mund um eine weitere Tirade über die beiden Idioten auszulassen, nur damit Kevin ihn mit einer Frage unterbrach:
“Und was machst du hiernach?"
Basti blinzelte und blickte wieder zu dem Blonden, welcher ihn bereits peinlich berührt anschaute. Basti kicherte leicht, bei dem süßen Anblick und antwortete: “Warum fragst du das so? Hä?”
“Ach, beantworte einfach die Frage, bro!”
Basti grinste amüsiert, auch wenn seine Wangen leicht brannten. Der Andere klang so verzweifelt, als würde er sterben, wenn Basti ihm nicht antwortet.
“Nun, nicht viel, schätze ich. Ich meine, wir werden probably alle ziemlich erschöpft sein.”, beantwortete er die Frage mit mehr Ernsthaftigkeit.
Kevin nickte neben ihm und murmelte irgendwas unter seinem Atem. Was der Blauhaarige allerdings trauriger Weise nicht verstand.
Aber der Anblick, wie der Dämon sich grinsend zu ihm drehte, schien alle seine Probleme in Luft aufzulösen. Das war jedenfalls, bis Kevin seinen Mund öffnete.
“Wollen wir danach auf ein Date gehen?”
Basti blinzelte. Und plötzlich hatte er ein ganz anderes Problem.
Das kleine Wort ‘Date’ löste in seinem Bauch ein heiteres Kribbeln aus und er konnte schwören, sein Herz hatte einen Sprung gemacht. Der Blauhaarige hoffte, seine Federn hatten sich nicht allzu sehr aufgeplustert, bei dem wilden Cocktail an Emotionen in seiner Brust.
Gott, was war nur los mit ihm?
“Haha, klar, gibst du was aus?”, antwortete Basti leicht lachend, wobei das Lachen komischer rüberkam, als er wollte. Allerdings waren sein Hals und Mund staubtrocken, was es ihm schwer machte, überhaupt Worte rauszuquetschen.
“Wait, for real?” hakte Kevin überrascht nach, wobei er stehen blieb.
Basti blickte verwirrt zu dem Blonden und blieb ebenfalls stehen. Der Wald um sie raschelte in dem leichten Wind, welcher durch die Bäume fuhr. Aber ansonsten war es still. Es war, als würde die ganze Welt auf Bastis Antwort warten.
Eine Antwort, bei der sich der Blauhaarige nicht sicher war, was der Andere überhaupt hören wollte.
Bastis Herz schlug so heftig gegen seine Brust, dass er sich nicht sicher war, wie er noch atmete. Nervös griffen seine Hände zu seinem Kommunikator und spielten gedankenverloren damit.
Warum machte ihn die Situation so nervös?
Er schluckte, was auch immer in seinem Hals steckte hinunter und antwortete lächelnd: “Ist es so ungewöhnlich, dass wir zusammen essen gehen?”
Kevin starrte ihn an und öffnete und schloss seinen Mund mehrmals, wie ein Fisch. Basti unterdrückte sich ein kleines Kichern.
Gott, Kevin war schon süß.
Schließlich schaffte es der Blonde endlich auch zu antworten und komplett unbegeistert sprach er: “Ja, klar, lass später nochmal drüber reden…”
Ohne ein weiteres Wort lief Kevin in schnellen Schritten weiter. Er warf Basti nicht einmal einen weiteren Blick zu oder fragte, ob die Richtung stimme.
Bastis Lächeln sank und etwas Schweres setzte sich in seinem Magen nieder. Seine Hände zitterten leicht an seinem Kommunikator und die Welt schien sich etwas zu schnell zu drehen.
Basti atmete leicht aus, bevor er Kevin hinterher eilte.
Die beiden liefen mit mehr Abstand, als sonst zwischen ihnen und Basti fühlte die beißende Kälte in seiner Haut, obwohl die Sonne schien und die Temperatur eigentlich angenehm warm sein sollte.
Ab und zu warf er immer wieder ein paar Blicke zu Kevin, doch der Blonde schaute sich lieber in der Weltgeschichte um. Und wenn Basti schätzen müsste, wird er gerade ignoriert.
Leicht verzweifelt biss er sich auf die Lippe, bevor er aufgab und sich seinem Schicksal hingab. Was auch immer den anderen seine Laune verdorben hatte, war nicht Bastis Problem.
Der Blauhaarige checkt ihre Koordinaten und wies Kevin leicht nach links. Zum Glück war es nicht mehr so weit. Sobald sie das Dorf erreicht hatten, waren sie umgeben von ihren Freunden und dann würde ihre komische Interaktion auch bald vergessen sein.
Hoffentlich.
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“Sag mal, habt ihr euch gestritten?”
Basti warf genervt seinen Kopf in den Nacken und seine Augenbraue zuckte. Das war das fünfte Mal, dass ihn jetzt jemand danach fragte.
Statt zu antworten warf er dem braunhaarigen Jungen einen eisigen Blick zu. Faister zuckte leicht zusammen und nahm entschuldigend die Hände hoch. Seufzend drehte sich Basti wieder zu dem Villager, mit dem er traden wollte.
Vielleicht war das etwas zu gemein gewesen.
Gelangweilt schilderte Basti erneut in Kurzform, was passiert war.
Während er Faister die Information verarbeiten ließ, flüchtete sein Blick in Richtung des Blonden.
Kevin stand bei Hugo und die beiden schienen ihr typisches Hin und Her zu haben. Wenn Basti sich anstrengen würde, könnte er sicherlich Hugos Geschrei verstehen, aber er behielt lieber seinen Blick und seine Aufmerksamkeit auf Kevin.
Aus der Ferne könnte man meinen, nichts war zwischen den beiden vorgefallen, so wie der Andere lachte und rumblödelte. Aber sobald er und Basti näher als 10 Blöcke beieinander standen, wurde der Dämon still.
Frustriert stöhnte Basti und drehte sich Richtung Wald, um mehr Holz zu holen, seine Flügel schlugen ganz leicht. Was würde er jetzt dafür geben, eine Runde zu fliegen…
Plötzlich tauchte neben ihm ein Schatten auf. Basti warf Faister neben ihm einen fragenden Blick zu, doch der andere zuckte nur mit seinen Schultern.
“Dachte ich könnte helfen?”
Basti lächelte leicht.
Okay, vielleicht war Gesellschaft keine schlechte Idee. Doch bevor der Blauhaarige komplett entspannen konnte, sprach Faister weiter: “Vielleicht solltest du nochmal versuchen mit Kevin zu reden? Ich hab das Gefühl, es ist nur ein riesiges Missverständnis…”
Sofort fiel Bastis Lächeln und seine gute Laune löste sich so schnell wie sie gekommen war, auch wieder in Luft auf.
Basti schnaubte, bevor er sich dem Baum widmete und erwiderte genervt: “Klar, wenn Kevin mir zuhören und mich nicht ignorieren würde.”
Faister unter ihm murmelte etwas, was Basti allerdings nicht verstand. Schließlich seufzte der Braunhaarige enttäuscht und sagte irgendwas von Traden, bevor er weglief.
Basti gab ihm ein abwesendes Nicken, hoch fokussiert auf die Baumkrone. Er musste dringend seinen Kopf frei bekommen und wenn er nicht fliegen darf, dann halt das nächstbeste.
Oben in der Baumkrone angekommen, kletterte er auf einen abstehenden Ast und ließ den Wind durch seine Haare und über seine Flügel streifen. Wenn er seine Augen schloss, konnte er sich fast vorstellen, dass er fliegt.
Aber dem war leider nicht so.
Stattdessen betrachtete er das weitreichende Plains-Biom, in dem sie sich befanden. In seinem Rücken lagen das Dorf und seine Probleme - aus den Augen, aus dem Sinn.
Der Wind streifte wild durch die Blätter unter ihm und erzeugte so ein schönes Hintergrundrauschen. Am Horizont türmten sich dunkle Wolken auf, die ein bevorstehendes Unwetter ankündigten und die Sonne war schon komplett verschluckt von ihnen.
Trotzdem lag noch etwas verbleibende Wärme in der Luft, die allerdings immer mehr von dem starken Wind davongetragen wurde.
Wie sehr sich Basti wünschte, dass alle seine Sorgen und Probleme mit dem Wind verschwinden könnten. Vielleicht waren sie das schon? So weit oben wie er war?
Seine Probleme in fernen Biomen, weit weg von ihm.
Das war jedenfalls, bis es plötzlich unter ihm stöhnte und sich ein blondierter Haarschopf mit Hörner durch die Baumkrone drängte. Basti quietschte überrascht und klammerte sich härter an den Ast, auf dem er hockend balancierte.
Sein Flügel hatten sich sicherheitshalber ausgebreitet und nun strich der Wind über jede einzelne seiner Federn. Ein Schaudern durchzog seinen Körper, doch Basti konnte nicht sagen, ob es von dem Wind oder von Kevin kam.
Sein Herz raste wieder und der Kloß in seinem Hals schien mit jeder Sekunde zu wachsen und egal, wie oft er schluckte, er verschwand nicht.
Kevin blickte zu Basti hoch und ihre Blicke kreuzten sich zum ersten Mal seit ihrem Gespräch im Wald. Bastis ganzer Körper begann zu kribbeln und es fühlte sich an, als wäre er ein offenes Buch bereit, um gelesen zu werden.
Er wusste nicht, warum ihm das solche Angst machte. Sonst interessierte es ihn doch auch nicht, warum war es ihm jetzt so wichtig? Was machte es dieses Mal anders?
Der Streit?
Er biss sich auf die Lippe. Er hasste es, dass er sich in letzter Zeit nicht einmal selbst verstand.
Der Blonde warf einen schnellen Blick auf den Ast, worauf Basti hockte, bevor er wieder zu dem Blauhaarigen blickte und murmelte: “Gib halt an.”
Basti lachte leise und wartete, dass es sich der andere bequem machte.
Kevin räusperte sich, nachdem er einen guten Ast gefunden hatte und sprach ohne große Emotionen: “So, Faister meinte, du wolltest mit mir reden…?”
Der Blauhaarige blinzelte und warf einen kleinen Blick über seine Schulter. Am Rande des Dorfes hatte sich ihre Truppe versammelt und sah unauffällig auffällig zu ihnen. Doch sobald sie Bastis Blick bemerkten, wuselten sie wieder wild umher.
Basti seufzte. Super, sie wurden beobachtet und die anderen mischten sich jetzt in ihre Sachen ein.
Egal, es war ja nicht so, als würden sie das Gespräch führen.
Basti öffnete seinen Mund, um etwas zu sagen, nur damit er stoppte. Klar, hatte er zu Faister gesagt, dass er mit dem Blonden reden würde, wenn dieser ihm zuhören würde, aber…
Vielleicht hat er gelogen.
Natürlich war das Glück nie auf seiner Seite in solchen Situationen.
Basti überlegte, was zur Hölle er hier sagen sollte, doch das einzige, was ihm einfiel, war sich zu entschuldigen.
Für was?
Er hatte keine Ahnung, aber vielleicht akzeptierte es der andere ja. Und dann konnte alles wieder wie beim Alten sein.
“Ich wollte mich entschuldigen für vorhin…im Wald.”
Basti biss sich auf die Lippen und starrte gezielt auf die Kühe in der Ferne. Alles war besser, als Kevin jetzt anzuschauen. Der Blonde konnte wahrscheinlich eh durch seine Fassade blicken - Gott, manchmal hasste er, wie sehr die beiden auf einer Wellenlänge sein konnten.
Kevin blieb für eine Weile still und Bastis Neugier gewann schließlich die Überhand und er blickte zu dem Blonden, welcher ihn bereits skeptisch anschaute.
Sofort wurden Bastis Wangen heiß und er blickte wieder zu den Kühen in der Ferne.
“Du hast keinen Plan für was du dich entschuldigst, huh?", konterte Kevin schließlich und Basti zuckte leicht zusammen, bevor er beleidigt erwiderte:
“Wtf, natürlich weiß ich das!”
Doch Kevin lachte nur trocken und sprach diesmal leiser: "Ahja, sicher."
Basti schaute zu ihm und versuchte verzweifelt, sein gekränktes Ego zu ignorieren. Wenn er wirklich die Situation in Ordnung bringen wollte, musste er aufhören zu lügen und über seinen eigenen Schatten springen.
Was leichter gesagt als getan war.
Er befeuchtete seine Lippen und sprach sanfter: “Okay, ja, ich hab keinen Plan, warum du so pisst bist.” Basti hatte kurz Angst, dass der Wind seine Wörter schneller davongetragen hätte, als der Blonde sie hören konnte, doch dieser seufzte frustriert.
“Ja und genau das ist das Problem!” Basti öffnete seinen Mund um zu fragen, ob der Blonde aufhören könnte in Rätseln zu sprechen, doch Kevin setzte bereits genervt fort: “Verdammte scheiße Basti, ich checke nicht, wie du das alles ignorierst!”
Nun war es Bastis Zeit sich zu ärgern, genervt antwortete er, lauter als er eigentlich wollte: “Ja, meine Fresse Kevin! Vielleicht wäre es auch mal eine Idee, konkret zu sagen, was dich stört! Sorry, dass ich deine Gedanken nicht lesen kann!”
Der Blonde stand auf und reckte sich in Bastis Richtung, sodass sein Kopf gerade so auf der Höhe von Bastis Ast war.
Doch statt das Kevin ihm endlich eine klare Antwort gab, krächzte er gequält ein: “Du weißt verdammt nochmal genau von was ich spreche!” hervor.
Bastis Hände verkrampften sich tiefer in der Rinde des Astes und er holte tief Luft. Sein Kopf spielt ein Mantra von “Kühlen Kopf behalten und nachdenken”. Vielleicht hatte Kevin ja irgendwo recht, auch wenn es definitiv einfacher wäre, wenn der Blonde es direkt sagen würde!
Kühlen Kopf behalten.
Basti starrte auf die blondierten Haare von Kevin und ging gedanklich noch einmal ihr Gespräch im Wald durch. Was zur Hölle, hatte den Blonden so wütend gemacht?
Doch sein Gehirn blieb leer, wie jedes Mal, wenn er darüber nachdachte.
Etwas heißes brannte durch seine Adern und Basti versuchte verzweifelt, seine Wut im Zaum zu halten. Aber die Tatsache, dass Kevin nicht eindeutig Preis gab, was sein Problem war, machte es zu einer Herkulesaufgabe.
Bastis andauernde Stille und die wahrscheinlich auf seinem Gesicht widerspiegelnde Wut störten Kevin noch mehr, denn er schrie verzweifelt und leicht verletzt: “WAS WENN MIR, DAS NICHT MEHR REICHT?!”
Basti blinzelte. Seine Wut wandelte sich sofort in erneute Verwirrung, die wieder zu Wut wurde, weil der Blauhaarige immer noch nicht wusste, worüber sein Freund sich so aufregte.
Angespannt drehte sich Basti nun mit seinem ganzen Körper in Kevins Richtung. Auch wenn ihn der immer stärker werdende Wind nun von der Seite traf - doch gerade konnte ihn nichts weniger interessieren.
Wut brodelte unter seiner Haut und seine Flügel spreizten sich. Warum konnte der Andere nicht einfach alles aussprechen? Warum dieses aggressive Ausloten?!
Basti riss seinen Mund auf und schrie über den tosenden Wind zurück: “WAS KEVIN?! WAS REICHT DIR NICHT MEHR? SAG ES MIR–”
Doch er schaffte es nicht einmal seinen Satz zu beenden, da unterbrach ihn der Andere brüllend: “VERDAMMTE SCHEIßE BASTI, ICH WILL MIT DIR ZUSAMMEN SEIN!”
Und auf einmal stoppte alles.
Bastis Herz schlug heftig in seiner Brust und jeder Funken an Wut, brannte so schnell aus wie eine Rakete. Er starrte Kevin an, der ihn mit einer Grimasse aus Wut, Verzweiflung und Angst anschaute.
Der Wind trieb Basti seine Haare ins Gesicht, aber Basti konnte sich beim besten Willen nicht bewegen, es war, als wäre er festgefroren. Seine Gedanken drehten sich im Kreis und alles verlor jeden Funken an Vernunft.
Kevin mochte ihn?
Basti hatte keine Zeit, eine weitere Sekunde darüber nachzudenken, denn der Andere erhob seine Stimme bereits erneut, diesmal so sanft, dass Basti Probleme hatte, ihn zu verstehen über den tosenden Wind.
“Und ich dachte, du willst es auch, oder hab ich alles falsch interpretiert?"
Der Ton, in welchem Kevin diesen Satz äußerte, trieb Basti ein Messer durch seine Brust. Kevin klang tief verzweifelt und unendlich entmutigt. Komplettes Gegenteil zu seiner Art vorher.
Und Basti?
Er war immer noch wie gefroren und versuchte die Flut an Emotionen, Fragen und Antworten in seinem Kopf zu ordnen, doch es war wie die Sandkörner in der Wüste zu trennen.
Nichts machte Sinn, nichts passte, nichts gab klare Bedingungen - kein roter Faden, keine Hilfe - nichts.
Nur er, der Cocktail an Gefühlen, der drohte hervorzubrechen und Kevin, dessen Gesicht sich immer mehr zu einer Grimasse aus Angst und Traurigkeit verzog.
Basti öffnete seinen Mund.
Und schloss ihn.
Er musste etwas sagen, aber was?
Es war nicht so, als empfand er dieselben Gefühle wie Kevin…
Kevin war sein engster Freund, sein nächster Vertrauter und die Person, die ihn am besten kannte. Er war Bastis alles, jemand, den er auf keinen Fall verlieren konnte.
Er konnte Kevin nicht verlieren, was sollte er sonst machen? Wer sollte ihn mit seinen dummen Witzen, seiner verpeilten Art und seinem verspielten Dasein zum Lachen bringen. Wer sollte sonst den Ansturm an Emotionen in ihm auslösen? Wer sollte sonst seine Haut zum Kribbeln bringen, wenn sie sich berührten? Wer sollte sonst seine andere Hälfte sein?
Wer sollte sonst immer für ihn da sein, mit ihm Händchen halten, ihn umarmen, ihm einen Kuss auf die Stirn geb–?
Bastis Wangen fingen sofort Feuer bei dem Gedanken an den Kuss, welchen ihm der Blonde vor ein paar Tagen gegeben hatte.
Er hatte diese kleine Interaktion so tief in seinem Gehirn begraben, weil die Flut an Emotionen, die diese kleine Erinnerung in ihm auslösen, ihn komplett überschlug.
Sein Herz raste in seiner Brust, seine komplette Haut kribbelte und in seinem Bauch überschlugen sich Emotionen.
Er fühlte sich schwindelig.
Doch er konnte nicht noch weiter in seinen Gedanken verschwinden, denn Kevin unterbrach diese mit einem Satz, denn Basti fast überhört hätte: “Ah, ich hab mich doch geirrt…”
Basti blinzelte sich wieder in die Realität zurück und sein Herz und jede Art an guter Emotion, die der Gedanke an den Kuss hervorgebracht hatte, zerfiel zu Staub.
Kevins Gesicht hatte sich zusammengezogen und schien sich mit der Kraft eines Löwen die Tränen zurückzuhalten.
Basti befeuchtete seine Lippen. Auf seiner Zunge lag seine Antwort, das kleine verräterische Wort “Ja” - doch er zögerte.
Warum?
Er war nicht in Kevin verliebt.
Klar, der Kuss hatte ihm vielleicht zu viel bedeutet, aber das war auch nur eine Instanz.
Es war nicht, als ob er Kevin süß fand und das Verlangen hatte, den Anderen zu küssen und eins mit ihm zu werden…
Das wollte er… Nicht. Richtig?
Wie eine seiner Federn sank die Realisation sanft zu Boden - langsam und hypnotisierend.
Basti starrte in Kevins Gesicht, welcher ihn immer noch verzweifelt anschaute und starrte.
Er starrte.
Er erwartete die Flut aus Emotionen und Gedanken, die diese Realisation in ihm auslösen würde, doch nichts passierte.
Vielleicht war ihm dies schon länger unterbewusst klar gewesen.
Gott, war er ein Arschloch.
Ohne nachzudenken, ließ er seinem Verlangen freien Lauf. In einer schnellen gezielten Bewegung hüpfte er auf Kevins Ast und griff das vor Schmerz zusammengezogene Gesicht des Anderen.
Kevin schaffte es gerade, so einen kleinen quietschenden Laut von sich zu geben, bevor Basti ihre Lippen miteinander versiegelte.
Der Kuss hielt keine 5 Sekunden, bevor Basti absetzte. Er wollte schon seinen Mund öffnen, um mit Kevin zu reden, doch dazu kam er nie. Denn Kevin zog ihn wieder zurück und Basti blinzelte überrascht, bevor er seufzend seine Augen schloss.
Der Blonde krallte sich an Basti fest, als würde der Blauhaarige sich in Luft auflösen, wenn er ihn nicht festhielt.
Bastis Inneres brannte und er fühlte sich wie berauscht. Jeder kleine Atmer, jede kleine Bewegung von Kevin trieb weitere Flammen durch seine Adern. Seine Wangen standen in Flammen und etwas Heißes drang sich in die tiefsten Winkel seines Wesens.
Sein Herz hämmerte schnell und hart gegen seine Brust, fast so als wollte es ausbrechen und sich zwischen Kevin und ihm ein neues Zuhause formen. Die Schmetterlinge in seinem Bauch tummelten sich und flatterten wild umher und nahmen keine Rücksicht auf ihn.
Es schien, als würde jede Faser seines Körpers in Flammen stehen. Seine Haut kribbelte dort, wo sie sich berührten und je fester Kevin ihn festhielt, desto mehr brannte seine Haut.
Jeder Atemzug wurde schneller und kürzer. Ihr Kuss länger und intensiver.
Bis Basti plötzlich ein Tropfen traf.
Und noch einer.
Und noch einer.
Immer mehr, immer häufiger.
Quietschend setzte Kevin ab und starrte wütend zu den Wolken hoch. Doch Basti konnte nur den Blonden anstarren. Kevins Wangen waren in ein wunderschönes Pink getaucht, seine Haare waren noch chaotischer und seine Lippen schienen Basti noch mehr zu locken.
Gott, er konnte Stunden damit, den anderen anzustarren.
Ohne groß nachzudenken, griff Basti Kevins Kragen wieder und zog den anderen in einen erneuten Kuss. Kevin schaffte es noch irgendwas von wegen Regen zu sagen, doch Basti war das egal.
Warum sollte ihn schlechtes Wetter stoppen?
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“Sooooo…? Ich schätze ihr seid jetzt zusammen?”
“Heiko, ihr habt den Kuss gesehen, was denkst du?”
"Basti, du hast schon einmal einen Kuss ignoriert…”
“HEIKO!”
“Er hat dich!”
“Der Ruf kommt aus dem eigenen Haus, Hugo.”
“Hää? Der was?”
"Ach, vergiss es…”
“Nun stell dir vor, wie Faister und ich gelitten haben.”
“Realtalk, strongest soldier.”
“Wolltest du nicht traden, Faister?”
“Ihr seid alle hier!”
“Worum geht’s?”
“Leute, lasst uns einfach die Challenge machen…”
“WAIT! Worum ging’s?! Hallo? Kann mich mal jemand abholen?”
“Challenge.”
