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Worte, die das Herz berühren

Summary:

Teil 2 der Reihe. Bitte lest zuerst Band 1: "Bis Träume wieder sprechen", da die Geschichte chronologisch weitererzählt wird.

Die Reise der Strohhüte geht weiter. Während Sanji langsam Vertrauen fasst und seinen Platz in der Crew findet, rückt die Grand Line immer näher. Zwischen leisen Momenten, neuen Abenteuern und alten Ängsten wächst nicht nur die Freundschaft der Crew, sondern auch der Mut, sich wirklich verstehen zu lassen.

Notes:

Da der erste Band überraschend gut bei euch angekommen ist, habe ich mich dazu entschieden, die Geschichte mit einem zweiten Teil fortzusetzen. Ehrlich gesagt hätte ich nicht damit gerechnet, dass ihn so viele von euch lesen und mögen würden: vielen Dank dafür!

Wie schon im ersten Band orientiert sich die Handlung größtenteils an der One Piece-Live-Action-Serie.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen! :)

Chapter 1: Eine gemeinsame Sprache

Chapter Text

„Sanji! Was machst du da?“

Bevor Sanji überhaupt antworten konnte, landete Luffy mit seinem ganzen Gewicht auf seinem Rücken, um ihm über die Schulter zu sehen.

Sanji würde lügen müssen, wenn er sagte, dass er sich inzwischen daran gewöhnt hatte. Er versteifte sich trotzdem jedes Mal aufs Neue, auch wenn er inzwischen nicht mehr in Panik verfiel. Das erste Mal, als Luffy etwas Ähnliches getan hatte, waren die Erinnerung an Sanjis Vergangenheit in ihm hochgestiegen und hatten ihn überwältigt.

Erst nach einer gefühlten Ewigkeit, hatte er begriffen, dass er nicht in der kleinen Zelle hockte und die Schläge seiner Brüder erwartete, sondern auf dem Boden der Küche, zusammengekauert und mit der beruhigenden Stimme von Nami, während Zoro Luffy im Hintergrund wegschaffte, der nicht verstand, was passiert war.

Seitdem hatte Luffy nur dazugelernt, sich vorher anzukündigen. Und in gewisser Weise war es dadurch besser geworden. Je öfter Luffy es machte, desto weniger begann es Sanji zu stören. Er wusste nicht, ob Luffy es mit Absicht machte, oder einfach nun mal so war, aber insgeheim war er ihm inzwischen sogar etwas dankbar dafür, dass der Schwarzhaarige ihm auf seine Weise half, eine weitere Angst zu bekämpfen.

In diesem Moment verkrampfte sich Sanji also nur kurz, ehe er seinen Körper davon überzeugen konnte, dass es sich bei der Klette nur um seinen anhänglichen Captain handelte, der vermutlich mal wieder hungrig war.

Langsam schlich sich Sanji der Verdacht auf, dass Luffy ein schwarzes Loch war, das Unmengen an Essen aufnehmen konnte, ohne nie einhundertprozentig gefüllt zu sein.

Diese Tatsache bedeutete aber auch, dass Luffy ihn brauchte, etwas, was der andere immer wieder betonte, als könnte er Sanjis Unsicherheiten in seinen Augen oder seiner Körpersprache ablesen.

Wenn Sanji wieder einmal hinterfragte, ob er wirklich so ein wichtiges Mitglied der Crew war und nicht einfach ersetzt werden könnte, falls er den anderen überdrüssig wurde, beglückte ihn Luffy mit Kommentaren wie: „Du bist der beste Koch! Mein Koch! Vergiss das nicht!“ Und als Sanji ihm einmal schrieb, dass es bestimmt noch bessere Köche gab und er nichts Besonderes sei, jederzeit eingetauscht werden könnte gegen jemand besseren (, es war keiner seiner guten Tage gewesen), hatte Luffy erwidert: „Jeder ist besonders! Sanji ist Sanji und das ist eine Person, die ich um nichts in der Welt gegen einen anderen eintauschen würde.“

Auf diesen Kommentar hin, hatte Sanji bestimmt eine ähnliche Farbe wie eine Tomate angenommen und wäre am liebsten im Erdboden versunken. Oder im Meer.

Heute war keiner dieser schlechten Tage.

Auf Luffys Frage hin, was er zubereiten würde, tippte er kurz auf sein Kochbuch. Er hatte es bei einem kleinen Zwischenstopp besorgt, weil es Gerichte enthielt, die er zum Teil nicht gekannt hatte. Es besaß Bilder, die Luffy besonders ansprechend fand, vermutlich, weil er dann nichts lesen musste.

„Das hast du bisher noch nicht gemacht! Riecht lecker. Wann ist es fertig?“ Luffy hing immer noch auf seinen Rücken und Sanji bemühte sich, so gut es ging, mit diesem Hindernis zu navigieren.

Sanji gebärdete „Halb“ und „Stunde“.

„Erst in einer halben Stunde! Das ist aber noch so lange!“

Sanji war froh, dass Luffy alles verstanden hatte. Manchmal hatte der Schwarzhaarige immer noch Probleme, aber Sanji hatte herausgefunden, dass Luffy besonders gut lernte, wenn es Zeichen für Essen waren oder die Zeichen mit Essen zusammenhingen.

„Willst du meinen neuen Trick sehen, Luffy?“, erklang da Usopps Stimme von irgendwo hinter Sanji.

„Ein neuer Trick?“, jetzt war die Neugierde des Schwarzhaarigen geweckt.

„Ja! Aber wir müssen dafür an Deck gehen.“

Luffy zögerte einen Moment, als müsste er sich zwischen Essen und Usopps neuem Trick entscheiden. Schließlich grinste er breit.

„Okay!"

Im nächsten Augenblick war das Gewicht von Sanjis Rücken verschwunden.

Sanji drehte sich gerade noch rechtzeitig um, um seinen Captain aus der Küche verschwinden zu sehen. Usopp stand noch in der Tür und schenkte ihm ein breites Lächeln.

Sanji gebärdete ein: „Danke“.

„Kein Problem“, gebärdete der andere zurück und dann war er aus der Küche verschwunden.

Sanji durchströmte eine angenehme Wärme und ein kleines Lächeln hatte sich auf seine Lippen geschlichen. Seine Freunde und Crewmitglieder wurden immer besser in Zeichensprache und alle von sich aus.

Bei Zoro merkte man es kaum, bis er auf eines der Zeichen reagierte und damit zeigte, dass er sie verstand. Nami gebärdete selbst nie, aber hatte die Grundlagen gelernt zu verstehen und war in der Lage, auch ohne, dass Sanji schreiben musste, ein einfaches Gespräch mit ihm zu führen. Luffy und Usopp hatten Freude daran gefunden, auch weniger häufig verwendete Zeichen zu lernen.

Usopp hatte sogar begonnen, Teile seiner Geschichten mit ein paar Zeichen zu unterlegen. Er meinte, es sei, weil er ja einmal taube Zuhörer haben könnte und dann wollte er damit punkten, dass er auch ihnen seine großen Abenteuer berichten konnte.

Luffy verwendete die seltenen Zeichen zwar häufig falsch oder vertauschte sie, hatte aber sehr viel Spaß dabei, sie auszuprobieren. Es gab Gespräche, die Sanji und er ganz ohne Worte führten, auch wenn es nicht nötig gewesen wäre.

Trotzdem machte es Sanji glücklich.

Luffy meinte, dass er dann eine Art „geheime Sprache“ hätte, mit der sie sich im Notfall verständigen könnten und das Zeichensprache einfach total cool war.

Sanji wusste nicht, wie sie reagieren würden, wenn er es zum ersten Mal schaffen würde, in ihrer Gegenwart zu sprechen, aber inzwischen vermutete er, dass sie sich freuen oder es sie zumindest nicht stören würde. Es waren zwar noch Zweifel in ihm, dass sie ihn verurteilten, einer der Kellner in der Baratie hatte das getan, weil er nicht verstanden hatte, warum Sanji nicht sprach, wenn er es doch eigentlich konnte, Zeff hatte ihn gefeuert, aber der Großteil von ihm war sich sicher, dass die anderen dies nicht tun würden. Dafür waren sie alle viel zu besonders.

Sanji schloss jeden von Tag zu Tag etwas mehr ins Herz und er wusste, irgendwann, in vermutlich nicht allzu entfernter Zukunft, würde es so weit sein und er wäre bereit.

Aber für den Moment freute er sich einfach bloß darüber, dass er auch ohne gesprochene Worte mit seinen Freunden reden konnte und sie ihn so akzeptierten, wie er war.