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Agentin I - Revans Schatten

Summary:

Die imperiale Agentin schlich weiter den Gang der Forschungsstation hinab.
„Commander, ich habe eine gute und eine... nicht ganz so gute Nachricht“, hörte sie die Sith über Funk sagen.
„Was? Bin ich umsonst hier runtergekommen?“, wollte die Imperiale wissen, als sie einen Platz erreicht hatte, an dem sie sich nicht belauscht fühlte.
„Nein, nein. Die Mission geht weiter. Allerdings hat unser... Verbündeter auch Leute da unten. Du wirst gleich auf sie treffen.“
„Lana, das klingt jetzt schon, als würde es mir nicht gefallen“, schlussfolgerte die Agentin.
„Es ist der Chaostrupp“, erwiderte die Sith.

Eine Fanfiktion über eine etwas umfassenderen Zusammenarbeit zwischen Republik und Imperium. Begrüßt auf der republikanischen Seite den Chaostrupp und Theron Shan sowie auf imperialer Seite Lana Beniko, eine imperiale Agentin und Kaliyo Djannis :)

Notes:

(See the end of the work for notes.)

Chapter 1: Auftakt - Komplikationen

Chapter Text

Die imperiale Agentin schlich weiter den Gang der Forschungsstation hinab. Manaans Oberfläche bestand – soweit sie wusste – nur aus Wasser. Einige Siedlungen waren dennoch auf künstlich angelegten Inseln errichtet worden. Diese Station lag jedoch unter Wasser. Sie hatte bisher ein paar Selkath und deren Sicherheitsdroiden ausgeschaltet und war gerade auf dem Weg, weiter vorzudringen, als sich Lana Beniko über ihr Kom meldete.
„Commander, ich habe eine gute und eine... nicht ganz so gute Nachricht“, hörte sie die Sith über Funk sagen.
Die Imperiale sah sich um und ging ein paar Schritte zurück. Dort lebte niemand mehr, der sie sprechen hören konnte.
„Was? Bin ich umsonst hier runtergekommen?“, wollte sie wissen, als sie einen Platz erreicht hatte, an dem sie sich nicht belauscht fühlte.
„Nein, nein. Die Mission geht weiter. Allerdings hat unser... Verbündeter auch Leute da unten. Du wirst gleich auf sie treffen.“
„Lana, das klingt jetzt schon, als würde es mir nicht gefallen“, schlussfolgerte die Agentin.
„Es ist der Chaostrupp“, erwiderte die Sith.
„Nein“, sagte die ehemalige Ziffer mit flacher Stimme.
Der Chaostrupp war eine Sondereinheit, wenn nicht sogar die Eliteeinheit der Republikanischen Streitkräfte.
„Eure Absprache hat ja wunderbar funktioniert“, merkte die Agentin mit Ironie in der Stimme an.
„Wir haben uns gerade erst getroffen. Aber er hat sich bisher als sehr nützlich erwiesen. Vor dir liegt ein Zellenblock, in dem sich zwei Gefangene befinden, die euch vielleicht etwas von Darok und Arkous erzählen können“, fuhr die Sith fort.
„Uns... du erwartest also, dass ich auf sie warte“, schlussfolgerte die Agentin.
„Es wäre ratsam. Sie müssten jeden Moment bei dir sein“, erwiderte Lana.
Die ehemalige Ziffer glaubte, entfernt Schritte zu hören. Sie zog sich hinter eine der herumstehenden Kisten zurück. Sie würde sicher nicht mit erhobenem Gewehr auf die Truppe warten.
Sie hatte ihr Versteck keinen Moment zu früh bezogen. Kurz darauf kamen Soldaten in Republikanischer Uniform an ihr vorbei, begleitet von einem großen Roboter.
„Irgendwo hier sollte unsere Verbündete sein“, hörte sie den Vordersten sagen. Durch die Helme sahen alle fast gleich aus. Eine Frau war dabei, ein ziemlich großer, der wahrscheinlich kein Mensch war, einer war klein und schmal und zwei hatten ungefähr dieselbe Statur, einer war davon vorne, der andere bildete den Abschluss.
Gerade, als sie ihr Versteck passiert hatten, drehte der hinterste den Kopf und sah sie. Er hob sofort sein Gewehr.
„Kontakt“, sagte er nur.
Die Agentin traf rasch eine Entscheidung und ließ ihre Waffe gesenkt.
„Der Chaostrupp, nehme ich an“, schlussfolgerte sie und trat hinter der Kiste hervor.
Die anderen Soldaten hatten sich zu ihr umgedreht und auch die Arme des Droiden zeigten auf sie. Dort befanden sich Mündungen von mittelgroßem Kaliber.
„Da Ihr weder Selkath noch einer ihrer Droiden seid, nehme ich an, dass Ihr unsere Verbündete seid“, schlussfolgerte jener, den sie zuerst gehört hatte.
Er nahm den Helm ab. Darunter kam das Gesicht eines Menschen zum Vorschein. Seine Haare hatten einen verwaschenen Braunton und aus seinem Gesicht schauten sie zwei wachsame graue Augen an. Seine Nase machte den Eindruck, als wäre sie bereits mindestens einmal gebrochen gewesen. Eine Narbe zog sich über seine rechte Wange. Dieser Mann hatte definitiv schon einige Kämpfe überstanden.
„Dem ist wohl so“, erwiderte sie und ließ ihren Blick nur kurz zu der immer noch auf sie gerichteten Waffe des anderen Soldaten wandern, ehe sie wieder den Mann ohne Helm fixierte.
Wahrscheinlich war er der Anführer des Trupps.
„Wer seid Ihr?“, wollte er wissen.
„Oh, ich würde meine Arbeit nicht gut machen, wenn Ihr mich kennen würdet. Nennt mich einfach Hennon“, sagte sie.
„Sir, ich glaube, es handelt sich bei ihr um eine Imperiale“, vermeldete die Frau.
Ihre Stimme wurde durch den Helm verzerrt, aber irgendetwas darin ließ die Agentin aufhorchen.
„Dann ist sie der Feind! Wir müssen sie festnehmen!“, ließ der Droide sich vernehmen.
„Er spricht?“, entfuhr es der Imperialen ungläubig und sie ging dazu über, die Kriegsmaschine zu mustern.
Die natürlich immer noch auf sie zielte.
„Ich dachte, Theron hätte gesagt, dass wir Verbündete und nicht noch mehr Feinde treffen“, hörte sie den Soldaten sagen, der immer noch auf sie zielte.
„Nun, damit hatte er auch Recht. Schießt nicht auf mich und ich schieße nicht auf Euch“, meinte sie.
Der Kommandant des Trupps griff mittlerweile an sein Ohr.
„Wir haben hier jemanden getroffen, allerdings scheint es sich um eine Imperiale zu handeln“, meldete er.
Sie musterte ihn. Sie konnte nicht hören, was sein Kontakt sagte, aber scheinbar fiel es zu ihren Gunsten aus. Der Mensch nickte.
„Waffen runter, sie arbeitet jetzt mit uns zusammen“, sagte er entschlossen.
„Aber sie ist eine Imperiale! Wir dürfen diesen Kreaturen nicht erlauben, etwas von unseren Kampftechniken zu lernen!“, ereiferte der Droide sich.
Die Agentin zog die Augenbrauen zusammen und sah zu der Kriegsmaschine.
„Hat er auch einen Modus, in dem er nicht Propaganda spricht? Was soll ich schon von euch lernen?“, wollte sie wissen.
„Hört Mal, wenn Ihr mit uns zusammenarbeiten wollt, werdet Ihr meinen Trupp respektieren. Das ist M1-4X und er hat nicht ganz Unrecht. Trotzdem – Jorgan, Waffe runter, sie kommt mit uns“, ordnete der Kommandant an.
„Ja, Sir“, ließ der andere Soldat missmutig erklingen.
„Also, weiter. Wir haben ein paar Gefangene zu befreien“, ordnete der Kommandant an.
Sie lief am Rand des Chaostrupps. Die Agentin konnte sich nicht helfen, sie fühlte sich ständig beobachtet. Doch ihre Gedanken wurden schon bald von einem weiteren Kampf in Anspruch genommen. Ein Selkath und zwei Kampfdroiden erwarteten sie im nächsten Raum. Die Agentin suchte sich einen Platz am Rand, ebenso wie Jorgan. Die anderen stürzten sich ins Gefecht. Bei dem ganzen Gerangel war es schwierig, einen sauberen Schuss zu setzen, aber schließlich konnte sie einen der Droiden ausschalten. Sie blieb auf Position, den Soldaten der Republik neben sich, der augenscheinlich ebenfalls Scharfschütze war. Der Kommandant trat an eine Konsole heran, als hinter ihm noch ein paar Selkath herein gestürmt kamen. Nur einer kam in die Nähe des Chaostrupps, die anderen beiden sanken getroffen zu Boden. Der dritte wurde sehr rasch von dem Droiden ausgeschaltet. Die Agentin blinzelte. Gut. Das war neu, so effektiv waren nicht einmal die Kampfmaschinen des Imperiums, mit denen sie bisher gekämpft hatte. Dann fiel ihr auf, dass sie und Jorgan die anderen beiden ausgeschaltet hatten. Sie wandte sich zu dem Soldaten an ihrer Seite.
„Guter Schuss“, sagte sie.
Dieser nickte nur knapp.
„Wir halten das jetzt immer so – auf der Seite, auf der wir knien, schießen wir auch“, meinte sie.
„Meinetwegen“, war die knurrige Antwort.
Ein Sonnenschein, diese Truppe wuchs ihr von Minute zu Minute mehr ans Herz...
Mittlerweile hatte der Kommandant vor einem Käfig Aufstellung bezogen und sprach mit dem Wookie darin. Erst beim näheren Hinsehen bemerkte sie, dass dieser den Kopf eines Droiden vor der Brust trug. Die Agentin stand auf und gesellte sich dazu. Schließlich wollte sie keine Informationen verpassen. Der Wookie hieß Jakarro und war von einem Selkath namens Gorima gefangen genommen worden, nur um dann von einem Republikaner und einem Imperialen verhört zu werden.
„Und gefoltert!“, fügte der Droide an und kurz fragte die Agentin sich, wie man einen Droiden foltern konnte. Zumindest, wenn er bereits in seine Einzelteile zerlegt war.
„Wie hießen die beiden?“, wollte sie wissen, während sie die Arme vor der Brust verschränkte.
Der Kommandant warf ihr einen Blick zu, kommentierte ihre Einmischung aber vorerst nicht.
„Wir wurden einander nicht vorgestellt. Sehr unhöflich, in der Tat“, antwortete der Droide.
„Sie haben mich zum Sterben zurückgelassen! Niemand sperrt den mächtigen Jakarro einfach so ein!“, ereiferte der Wookie sich und hob die Fäuste in die Luft.
„Du willst Rache? Von mir aus – was schadet schon einer mehr bei dieser ohnehin schon überlaufenen Aktion?“, meinte die Agentin und hob die Schultern.
„Das habt Ihr nicht zu entscheiden“, wies der Kommandant sie zurecht. Seinem Tonfall nach zu urteilen war er es gewohnt, die Befehle zu geben.
Die Imperiale wandte sich zu ihm um.
„Ich habe nicht einmal mitzuentscheiden? Sehr demokratisch – wo der ganze Trupp Eurem Kommando untersteht und ohnehin Eure Meinung stützt“, meinte sie mit Ironie in der Stimme.
Der Kommandant fasste sich ans Ohr und fast zeitgleich hörte die Agentin Lana auf ihrem Kom.
„Ich spüre, dass Arkous noch immer dort unten ist. Ich werde versuchen, zu meditieren um seine Position zu ermitteln. Ich lege deinen Kanal mit dem unserer Verbündeten zusammen.“
Die Agentin hob beide Augenbrauen. Sie war nicht begeistert davon, nun den Befehlsempfänger für jemanden von der Republik zu spielen.
„Schön. Wissen unsere 'Freunde' denn davon?“, wollte sie wissen.
„Sie werden gerade in Kenntnis gesetzt. Möge die Macht dir stets dienen“, verabschiedete die Sith sich.
„Dir auch, Lana. Dir auch“, erwiderte die Agentin.
Sie sah zu den anderen. Ein weiterer Soldat stand an der Konsole und deaktivierte gerade das Kraftfeld, das bisher den Wookie und den Droiden umgeben hatte.
„Endlich! Ich will Rache!“, ließ der Große hören.
„Die bekommst du mit uns – wenn wir uns langsam beeilen“, bestätigte die Agentin.
„Ich muss meine Sachen finden – niemand bringt den mächtigen Jakarro um sein Eigentum!“, erwiderte der Wookie, immer noch sichtlich aufgebracht.
„In Ordnung, stoßt dann auf schnellstem Wege zu uns“, entgegnete der Kommandant des Chaostrupps.
„Los, Leute. Wir haben noch ein Rendezvous“, wandte er sich an den Rest der Einheit.
„Wirklich? Für so romantisch hätte ich Euch gar nicht gehalten“, merkte die Agentin an.
„Ich bin mir sicher, Ihr kennt die Grundlagen der militärischen Sprache“, erwiderte der Kommandant unbeeindruckt.
„Ja...“, murmelte sie und setzte wieder in Bewegung, den Republikanern folgend.

Sie erreichten schließlich ein Labor, in dem ein Wissenschaftler scheinbar völlig unberührt von den restlichen Ereignissen arbeitete. Ein halbes Dutzend Operationstische und weitere Gerätschaften fanden in dem Raum Platz. Oder Seziertische... Vor dem Selkath auf einem Tisch lag ein weiterer Volksgenosse, an dessen Kopf sich Implantate zeigten. Allerdings wirkte er nicht so, als würde er je wieder aufstehen.
„Seid Ihr Gorima?“, wollte der Kommandant wissen.
„Der bin ich und ich werde niemals fertig, wenn ich ständig unterbrochen werde. Geht zurück zu Darok und sagt ihm, er soll aufhören, mich zu belästigen!“, antwortete der Selkath.
„Ihr müsst Eure Arbeit unterbrechen und meine Fragen beantworten“, meinte der Mensch.
„Dann gehört Ihr nicht zu Daroks Leuten. Ein Eindringling. Was wollt Ihr von mir?“
„Was planen Darok und Arkous? Was ist das alles hier?“, fragte die Agentin.
„Ich erschaffe eine Armee. Oder wenigstens ihre ersten Rekruten. Die Technik der Rakata repariert sich selbst. Es ist erstaunlich anzusehen, auch wenn es fatale Folgen hat, wenn man sie in lebende Wirte implantiert, ohne sie meiner speziellen Behandlung zu unterziehen. Wenn die Implantate vom Wirtskörper akzeptiert wurden, arbeiten sie zusammen. Sie verbessern die Stärke, reparieren Schäden... perfekte Soldaten.“
Die Imperiale unterdrückte ein Blinzeln. Das war gewaltig. Und gefährlich. Das Krachen eines umstürzenden Stuhls hielt sie von einer weiteren Frage ab.
„Da seid Ihr! Es ist Zeit, dass Ihr lernt, was passiert, wenn man Jakarro hereinlegt, Lurch!“, rief der Wookie.
Die Agentin wandte sich leicht um und sah, wie er mit erhobenen Fäusten durch das Labor stürmte und dabei noch mehr Ausrüstung umstieß. Der Lärm hallte unwillkommen in ihren Ohren wider.
Gorima hob die Hände. Vielleicht nahm er an, dass diese Geste beschwichtigend wirkte, doch nach seinen nächsten Worten dachte die Agentin, dass er sich wohl kaum mehr in die Bredouille hätte bringen können: „Bitte, es war doch nichts Persönliches. Ihr müsst verstehen – Ihr seid ein derart beeindruckendes Individuum!“
Nein, damit redete er sich gewiss nicht heraus...
Der Wookie zog eine Armbrust und zielte auf den Selkath. Es fehlte nur ein Fingerdruck, um das Leben von Gorima zu beenden.
„Worauf wartet Ihr? Erschießt ihn, ehe er die Chance bekommt, uns noch einmal zu verraten!“, forderte D4.
Es war das erste Mal, dass die Agentin einen Protokolldroiden hörte, der den Tod eines anderen wollte. Der Selkath war mittlerweile auf die Knie gesunken und hob die Hände in einer flehentlich wirkenden Geste.
„Tu dir keinen Zwang an“, meinte die Imperiale und deutete mit dem Lauf ihres Gewehres kurz auf den Selkath.
„Lasst ihn leben, Ihr müsst nicht wie er sein. Ihr könnt besser als er sein“, wandte der Kommandant ein.
Der Wookie zögerte, sein Blick huschte zu dem Soldaten und schließlich ließ er die Armbrust sinken.
„Wir machen es auf Eure Art. Aber wenn er mich auch nur noch einmal ansieht...“, knurrte er.
Ein Surren erklang und die Agentin sah auf. Am Ende des Labors waren Metallplatten zu Seite gefahren und gaben den Blick auf Arkous und einen Republikanischen Soldaten frei. Wahrscheinlich Colonel Darok.
„Nun, das erklärt die toten Soldaten“, sagte dieser und verschränkte die Arme vor der Brust.
Arkous wirkte fast wie eine Statue, die neben ihm stand. Er war etwas kleiner als der Soldat – was heißen musste, dass der Republikaner aus einer Menschenmenge stets etwas herausragen würde.
„Darok“, die Stimme des Kommandanten war fast neutral, als er und der Chaostrupp sich auf das Fenster zu bewegten.
Die Agentin tat es ihnen gleich.
„Ich wusste doch, dass ich jemand Bekanntes spürte“, meinte Darth Arkous und sah die Ziffer an.
Diese erwiderte den Blick ruhig, während sie gleichzeitig nach Schwachstellen suchte. Das Glas war zu dick – ein Schuss würde nicht reichen, um es zu durchbrechen.
„Ich habe Euch doch gesagt, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Ihr habt Euren Teil geleistet und nichts hiervon ist Eure Angelegenheit“, fuhr Darok fort.
„Was soll das alles hier, Darok?“, wollte der Kommandant wissen.
„Wir retten die Galaxis“, war die Antwort des Colonel.
Pathetisch. Die Agentin hatte schon mehr als einen Einsatz, der weitreichende Folgen hatte, absolviert. Trotzdem schrieb sie es sich nicht auf die Stirn.
„Gorima? Danke, dass Ihr uns Eure Forschungsdaten übermittelt habt. Unsere Unendliche Armee wird uns gut dienen. Ihr könnt die Prototypen behalten“, fuhr der Sith fort.
Dann drückte er auf einen Knopf und das Fenster schloss sich wieder.
Die Agentin riss ihre Waffe hoch, doch zu spät – beide bewegten sich und waren innerhalb eines Lidschlages außerhalb ihres Sichtfeldes.
„Wir müssen ihnen nach“, sagte sie und sah sich nach einem Ausgang um, von dem aus sie hoffentlich die beiden erreichen konnten.
Sie hörte ein entferntes Rumpeln, als würde sich eine Schleuse schließen.
„Wir arbeiten zum Wohle der gesamten Galaxis – der Republik, des Imperiums, für alle. Wir können nicht zulassen, dass Ihr Euch weiter einmischt“, hörten sie Daroks Stimme aus Lautsprechern in der Halle schallen.
„Sieht nicht gut aus. Das war ein U-Boot, das hier angedockt war“, sagte der Kommandant des Chaostrupps.
„Theron, hast du das gehört?“, fragte er.
„Ja, ich versuche sie zu orten, aber es könnte...“
Was auch immer der Mann ihnen über das Kom hatte sagen wollen – es ging in einem Krachen unter. Die Imperiale machte einen Ausfallschritt, um nicht von den Füßen gerissen zu werden. Ein reißendes Rauschen erklang, als Wasser in das Labor eindrang. Rote Signalleuchten zeigten, was ohnehin klar war: Die Station war in Gefahr.
„Ihr könnt gerne versuchen zu sterben, bevor die Anlage vom Tiefendruck zerquetscht wird. So ist es wahrscheinlich angenehmer“, hörte sie Arkous‘ Stimme über die Lautsprecher – warum hatte es ausgerechnet die nicht in Mitleidenschaft gezogen? – während sie aus dem Labor stürzte.
„Darok und Arkous haben alle Rettungskapseln abgesprengt. Ihr könnt nicht den Weg zurückgehen, über den Ihr gekommen seid“, sagte die Stimme in ihrem Kom.
„Verstanden“, funkte der Kommandant zurück.
Gemeinsam mit Jakarro rannten die Chaostruppler und die Agentin durch die Gänge der Station. Ihre Füße klatschten in das Wasser und es dauerte nicht lange, bis die Imperiale sich fühlte, als habe sie vollständig bekleidet ein Bad genommen.
„Gute Nachrichten: Ich habe eine der Kapseln hacken können und bringe sie zu Euch. Ich lasse sie an einer nahe gelegenen Tür andocken. Beeilt Euch“, riet er ihnen.
„Warum nur? Es ist doch so kuschelig hier...“, entgegnete die Agentin sarkastisch, während sie weiter lief.
„Ah, unsere neue Verbündete. Wenigstens seht Ihr das Ganze mit Humor“, kommentierte die Stimme.
Sie klang, als würde sie zu einem jungen Mann gehören, der angespannt, aber trotzdem fokussiert war. Sie hoffte, dass er wusste, was er tat. Sie war nicht hierher gekommen, um sich vom Tiefendruck zerquetschen zu lassen. Das Wasser würde ihr bald bis zu den Knien reichen, was das Laufen noch mehr erschweren würde.
Sie erreichten einen großen Raum, in dessen Mitte der Boden leicht erhoben war. Vielleicht wurde er für Versammlungen oder Veranstaltungen genutzt – falls es so etwas auf einer derartigen Forschungsstation gab. An den Wänden befanden sich einige Konsolen. Außerdem sah sie mindestens zwei Türen in jeder Wand. Die Agentin sah auf die Anzeige ihres Armbandes hinab, die den Weg zur rechten Wand wies. Dahinter würde die Rettungskapsel auf sie warten. Sie setzte sich in Bewegung.
„Ich habe ihren Supercyborg geortet. Er kommt direkt auf Euch zu. Passt auf!“, sagte die gesichtslose Stimme und die Anspannung in ihr schien zuzunehmen.
Die Agentin hielt an, drehte sich in Richtung des offenen Raumes um und hob ihre Waffe. Keinen Moment später brach etwas durch die gegenüberliegende Tür. Ein Selkath – größer sogar als der Wookie – hatte die Tür zerstört. Sie konnte Implantate auf seinem Kopf sehen.
„Macht ihm ein Ende. Rasch!“, riet der Republikaner ihnen über das Kom.
Sechs Waffen feuerten los. Der Selkath schien davon nicht beeindruckt. Die Unendliche Armee sollte wohl tatsächlich unaufhaltsam sein. Der Cyborg stürmte auf sie zu. Sechs Republikaner, ein Wookie und eine Imperiale sprangen zur Seite.
Die Agentin fand sich bald neben Jorgan wieder. Beide Scharfschützen ließen sich Zeit, setzten ihre Schüsse gut und trotzdem schien es den Selkath nicht aufzuhalten. Eine der Chaostruppler hatte den Nahkampf übernommen, obwohl er mehr auswich, als dass er dazu kam, selbst Schläge auszuteilen.
Am Rande ihres Blickfeldes blitzte etwas auf. Eine der Gasleitungen hatte nachgegeben und sich scheinbar entzündet.
„Tanno, lock ihn in den Feuerregen“, wies der Kommandant an.
„Keine Zeit!“, funkte der andere Soldat zurück.
„Ich nehm das rechte Knie“, sagte die Agentin und richtete ihr Gewehr leicht nach unten aus.
Sie zielte und schoss. Sie konnte sehen, wie die der Laser in die Rüstung eindrang. Als sie ihr zweites Auge öffnete, sah sie, wie auch das andere Knie von einem Schuss getroffen wurde.
Tanno sprang zurück und kurz darauf traf etwas Großkalibriges den Cyborg aus einer anderen Richtung. Der Kommandant hatte sich hinter dem Gasleck aufgebaut und beschoss den Selkath. Dieser stürmte auf ihn zu und genau in das Feuer hinein. Ein erzürnter Laut drang aus dem Wesen, etwas, das die Agentin bisher noch nie gehört hatte. Sie nahm keine Rücksicht und feuerte weiter, ebenso wie Jakarro und der Chaostrupp. Ihr Vorteil währte nicht lange. Der Cyborg richtete sich wieder auf, stieß den Kommandanten von sich und setzte nach, wodurch er auch nicht mehr in dem Feuer stand.
„Weiter – der Druck auf die Station steigt rasch an!“, funkte der Unbekannte.
Niemand nahm sich die Zeit, darauf zu antworten. Ein kleiner Teil der Agentin war von dieser Technik beeindruckt, die den Selkath scheinbar wirklich innerhalb von Millisekunden reparierte. Der weitaus größere Teil war damit beschäftigt, ihn weiterhin unter Feuer zu nehmen.
„Okay, Leute, wir machen das nochmal. Tanno – lock ihn da rein“, befahl der Kommandant.
Sie mussten das Spiel viermal spielen, ehe der Selkath in sich zusammenbrach. Das Wasser umspülte mittlerweile ihre Oberschenkel.
„Ihr habt es geschafft! Holen wir Euch da raus“, hörte sie über ihr Kom.
Der Kommandant winkte sie zu einem Ausgang, der sich öffnete, ehe sie ihn erreichten. Etwas von dem Wasser spülte mit hinein. Der Soldat hielt die Stellung, während seine Truppe, Jakarro und die Agentin einstiegen. Erst dann betrat er die kleine Rettungskapsel.
„Alle an Bord“, funkte er.
„Sehr gut“, war die Antwort.
Die Tür schloss sich und die Agentin spürte einen Ruck, als die Rettungskapsel sich in Bewegung setzte. Sie hoffte, dass Lanas Kontakt sein Handwerk verstand.