Chapter Text
Ausgelassenes Gelächter und gelegentliche Jubelschreie drangen vom Rasen zu Bob empor. Die Tribüne, die sich an der Seite des Fußballfelds entlangzog, war alles andere als niedrig. Bob konnte sich noch gut an die Einweihung zu Beginn seines Sophomore Years erinnern. Wenn man dem Inhaber einer Sportartikelfirma, der selbst in Rocky Beach zur High School gegangen war und die Tribüne gesponsert hatte, lauschte, hätte man meinen können, die neuen Zuschauerränge könnten sich glatt mit dem Eiffelturm messen.
Knapp sieben Meter, meine Damen und Herren. So hoch sitzt das Publikum an keiner anderen High School im Umkreis. Selbst mit professionellen Teams wie den California United Strikers oder der Los Angeles Force können wir mithalten.
Doch auch die so überschwänglich angepriesenen knapp sieben Meter waren scheinbar immer noch zu wenig und Bob verzog unwillkürlich das Gesicht, als der spitze Schrei eines Mädchens, die von ihrer Freundin mit einer Ladung Wasser nassgespritzt worden war, den Schmerz hinter seiner linken Augenbraue zum Pulsieren brachte. Mit einem leisen Stöhnen drückte er seine Sonnenbrille noch etwas fester auf seine Nasenwurzel. Kontaktlinsen einzusetzen war am Morgen die absolute Hölle gewesen, aber der strahlenden Frühlingssonne ohne jegliche Verdunklung entgegenzutreten, hatte sich nach einer noch viel dümmeren Idee angehört.
Springbreak. Das war es, was seine Mitschüler*innen so zum Ausrasten brachte. Zwei Wochen Freiheit und der südkalifornische Frühling direkt vor der Türschwelle. Und für einige von ihnen — Bob eingeschlossen — würden es die letzten richtigen Schulferien sein. Klar, es gab ja noch den Sommer und auch an der Uni hatte man Semesterferien, aber Bob hatte da so eine Ahnung, dass das nicht mehr das Gleiche sein würde. Hausarbeiten, Ferienjobs, um die horrenden Studiengebühren zu bezahlen, alte WG-Zimmer räumen und neue beziehen. Erwachsensein.
Also — ja. Ein letztes Mal einfach nur Ferien. Nach Feiern war Bob trotzdem nicht zumute. Er war eigentlich nur froh, wenn er es irgendwie durch die letzten paar Stunden des Schultages schaffte, ohne ständig Fragen ausweichen zu müssen, warum er so blass um die Nase war und bei jedem lauten Geräusch oder hellen Licht zusammenzuckte. Was das denn für eine krasse Party gewesen sei, die ihn selbst nach einem Tag des Schwänzens noch immer wie ein Zombie durch die Gänge schlurfen ließ.
Deswegen war er auch hier draußen. Dass es einfach nur sein blöder Kopf war, der nicht mehr richtig funktionierte und ihn schon zum dritten Mal binnen weniger Wochen fast in die Knie zwang vor lauter Schmerzen, ging schließlich niemanden etwas an. Wahrscheinlich hätte er einfach noch einen Tag zuhause bleiben sollen. Aber dann hätte es noch mehr Fragen gegeben, noch mehr besorgte Blicke, denen er sich nicht stellen wollte.
Mit einem Seufzen schielte er auf seine Armbanduhr. Rechnete nach, ob er bereits wieder eine Tablette nehmen könnte. Frühestens in zwei Stunden, war seine ernüchternde Erkenntnis. Er machte sich gerade daran, auf seinem Handy nachzulesen, was die Risiken einer zu frühen Einnahme wären, als das Geräusch von Schritten auf den metallenen Treppenstufen ihn aufblicken ließ.
Peter.
Das leicht freudige, hüpfende Gefühl hinter seinem Brustbein, das Bob schon seit jeher mit seinem besten Freund verband, war heute, wie so ziemlich jeder Sinneseindruck, begleitet von einem unterschwelligen Brechreiz. Bob schluckte krampfhaft und räusperte sich.
„Hi, Peter.”
Mit einem Seufzen ließ der zweite Detektiv sich auf den Platz neben Bob fallen. Sein Knie drückte gegen Bobs, was, angesichts der knapp bemessenen Dimensionen der Plastiksitze, für jemanden mit Peters Körperbau praktisch unumgänglich war. Trotzdem starrte Bob auf die Stelle, wo ihre Beine sich berührten, sein eigenes in einer zerschlissenen, hellen Jeans, Peters wie üblich in Basketballshorts. Oder war das eine Fußballhose? Bob hatte den Unterschied noch nie so richtig begriffen.
„Hey, Bono.”
„Hm?” Bob brauchte einen Moment, um sich aus seinen Gedanken über verschiedene Arten synthetischer Shorts zu reißen. Er blinzelte ein paar Mal. „Was hast du gesagt?”
„Bono.” Peter drehte sich auf seinem Sitz ein wenig seitlich und machte mit der Hand eine vage, kreisende Bewegung vor seinem eigenen Gesicht. „Wegen der Sonnenbrille, ohne die man dich heute nicht antrifft?”
„Ach so.”
Wenn er nicht gewusst hätte, dass das eine ganz blöde Idee wäre, hätte Bob die doofe Brille jetzt wahrscheinlich beschämt von seinem Gesicht gezogen. So ließ er sich nur ein wenig tiefer in den unbequemen Sitz sinken und starrte unglücklich zu den Leuten auf dem Rasen hinunter. Inzwischen war eine waschechte Wasserschlacht im Gange und die Coaches hatten offensichtlich aufgegeben, etwas dagegen unternehmen zu wollen.
„Ich nehme an, du willst noch immer nicht drüber reden?”, fragte Peter jetzt. Bob konnte noch immer seine Augen auf dem eigenen Gesicht spüren.
Er brummte bloß zur Antwort. Das mit der Übelkeit wurde irgendwie immer schlimmer statt besser und er versuchte, seine Atmung möglichst flach zu halten.
Peter, der ja nicht gerade für seine Fähigkeit, Subtext richtig zu deuten, bekannt war, schien ausnahmsweise den richtigen Riecher zu haben und verfiel ebenfalls in Schweigen. Für eine Weile sahen sie gemeinsam dem zusehends chaotischen Treiben auf dem Sportplatz zu. Bob meinte gerade, eine leichte Besserung der nagenden Kopfschmerzen zu spüren, als Peter auf seinem Sitz nach hinten rutschte und die Ellenbogen auf seinen Knien aufstützte. Aus dem Augenwinkel konnte Bob sehen, wie er die Schultern fast bis zu den Ohren hochzog und den Kopf nach vorn hängen ließ.
„Ich schaffs nicht.”
Unten auf dem Feld pfiff jemand laut und zerstreute damit Bobs Gedanken wie Reiskörner, die auf eine harte Oberfläche rieselten und in alle Richtungen davonhüpften. „Was schaffst du nicht?”, murmelte er abwesend und versuchte, den Verursacher des Pfiffs ausfindig zu machen, um ihn mit einem bösen Blick fixieren zu können.
Zugegebenermaßen dachte er sich bei Peters Aussage ohnehin nicht viel. Was sollte schon Peter Shaw, Sport-Ass, Mädchenschwarm und nebenbei noch einer der liebenswertesten Menschen, die Bob kannte, nicht schaffen, das auch nur auf irgendeine Weise von Bedeutung war?
Diesen einen Surftrick vielleicht, von dem Peter schon seit Ewigkeiten redete und den er unbedingt bis zum Sommer lernen wollte. Oder irgendeine Verabredung, die Peter, der sich schon immer gerne mal verzettelt und damit seine Exfreundin regelmäßig zur Weißglut getrieben hatte, nicht einhalten konnte. Irgendetwas Alltägliches eben, eine Lappalie, die Peter durch etwas gutes Zureden schon überwinden würde.
Bob war sich dessen so sicher, dass Peters nächste Worte ihm den Boden unter den Füßen wegzogen.
„Das Schuljahr. Ich schaffe es nicht. Ihr werdet den Abschluss ohne mich machen müssen.”
„W-wie meinst du das?” Seine eigenen Worte konnte Bob über das Rauschen in seinen Ohren kaum hören. Er sah Peter fassungslos von der Seite an, doch der starrte weiter stur auf den Boden vor sich.
„Genauso, wie ich es gesagt habe. Nichts Kompliziertes daran. Peter Shaw, der Vollidiot, schafft seinen Schulabschluss nicht. So, wie es alle vermutlich schon immer geahnt haben.”
Ein unschönes Grinsen, das Bob so von Peter gar nicht kannte, zupfte an seinen Mundwinkeln. Bob hingegen war nicht einmal ansatzweise zum Lachen zumute. „Wie kann das sein?”
„Nicht genug Credits.” Peter zuckte mit den Schultern. „Mr. Fernandes hat es mir gerade gesagt. Selbst, wenn ich nach den Ferien jede einzelne Klausur bestehen würde, wäre das noch immer nicht genug für den Abschluss.”
„Scheiße.” Bob war es, als hätte seine Fähigkeit, mehrere Worte sinnvoll aneinander zu reihen, vollständig ausgesetzt. In seinen Fingerspitzen spürte er ein taubes Kribbeln. Doch Peter brauchte jetzt mehr von ihm, als nur eine einzelne Silbe und einen geschockten Blick. Er atmete also möglichst unauffällig einmal tief ein und versuchte, sich zusammenzureißen. „Liegt—liegt es an Mathe?”
„Nee.” Peter lachte einmal freudlos auf. „Also, natürlich wäre es vielleicht nicht so weit gekommen, wenn ich dort nicht so grottenschlecht wäre. Aber tatsächlich war es nicht das, womit ich es endgültig versaut habe. Es ist wegen Bio.”
„Wegen Biologie?!” Bob hörte selbst, wie seine Stimme sich überschlug, doch jetzt war es ohnehin zu spät, um etwas dagegen zu tun. „Ist das dein Ernst? Wegen einem verdammten Nebenfach?”
Peter zuckte angesichts dieses Ausbruchs ein wenig zusammen, und Bob hatte sofort ein schlechtes Gewissen. Doch immerhin sah Peter ihn nun endlich an, wenn auch nur, um abwehrend die Hände zu heben und ihn aus stechend grünen Augen anzufunkeln. „Ich weiß selbst, dass es total bescheuert ist, okay?”
Das leichte Glänzen, dass Bob unter all dem Zorn in Peters Augen entdeckte, brachte ihn dazu, wieder mehr in sich zusammenzusacken. „Tut mir leid, so hab ich das nicht— Ich versteh das nur einfach nicht. Deine Noten waren in Bio doch eigentlich immer ganz in Ordnung. Oder nicht?”
An Tagen wie diesem fiel es ihm manchmal schwer, sich feinere Details ins Gedächtnis zu rufen. Dass ausgerechnet er, der als designierter Archivar ihres Detektivtrios ja eigentlich über ein besonders gutes Erinnerungsvermögen verfügen sollte, mit solchen Ausfällen zu kämpfen hatte, frustrierte ihn zusehends. Zu seiner Erleichterung nickte Peter nun jedoch, wenn auch zaghaft.
„Ja. Also, früher zumindest. Aber dann kam dieses ganze Zeug mit Genetik, Stoffwechsel, Enzymen und so. Lauter Sachen, die man überhaupt nicht sehen, sich geschweige denn vorstellen kann. Und irgendwie bin ich da ein bisschen. . . ausgestiegen, schätze ich.” Er seufzte. „Aber das eigentliche Problem sind auch gar nicht die schlechten Noten, sondern die Hausaufgaben, die ich nicht abgegeben habe.”
Nun musste Bob sich doch wieder schwer beherrschen, um nicht aufbrausend zu werden. Er bemühte sich daher um eine ruhige Stimmlage, als er darauf reagierte. „Peter, ein, zwei verpasste Hausaufgaben kannst du doch sicherlich nachreichen. Ms. Rowland ist doch eigentlich ziemlich fair. Niemals würde sie dich deswegen durchfallen lassen.”
„Neun.”
„Neun was?”
Nun drehte Peter sich vollends seitlich auf seinem Sitz. Seine Knie bohrten sich in Bobs Oberschenkel, doch Peter schien das gar nicht wahrzunehmen. „Ich habe neun Hausaufgaben nicht eingereicht.”
Bob konnte nur mehrfach blinzeln. „Wie geht denn sowas?”
Peters Augen huschten über Bobs Gesicht — oder das, was trotz Sonnenbrille davon zu sehen war — als würde er dort nach etwas suchen. Ob er es auch fand, konnte Bob nicht so recht beurteilen, ehe sein Freund abermals in sich zusammensank. „Ich weiß doch auch nicht. Wir hatten all diese Fälle und wenn ich an einem Tag schon mit einer Pistole bedroht wurde, oder—oder entführt wurde, oder zugesehen habe, wie mein bester Freund brutal niedergeschlagen wurde, dann—dann kann ich mich abends nicht einfach an meinen Schreibtisch setzen und Hausaufgaben machen, okay? Ich weiß wirklich nicht, wie du und Justus das anstellt, aber ich zumindest kann es nicht.”
Justus ist ein verdammtes Genie und ich schlafe im Durchschnitt nur knapp fünf Stunden, antwortete Bob beinahe, schluckte die Worte aber im letzten Moment hinunter. „Dass das ab und zu vorkommt, kann ich ja verstehen”, sagte er stattdessen, „aber, Peter, neun Mal?”
Ein kläglicher Laut kam über Peters Lippen. „Keine Ahnung, wie ich dir das erklären soll. Am Anfang dachte ich noch, ich hole das irgendwie nach, aber dann waren es irgendwann so viele Arbeiten, die ich nicht abgegeben hatte, dass es sich fast schon bescheuert angefühlt hätte, doch noch damit anzufangen und. . . ja.”
Wie er da so saß wie ein übergroßes Häufchen Elend, konnte Bob gar nicht anders, als auf seinem eigenen Sitz bis an die Kante vorzurücken und die Arme um ihn zu legen. Peter, der selten halbe Sachen machte und ganz bestimmt nicht dann, wenn es um Umarmungen ging, schlang sofort seine eigenen Arme um Bob und legte seinen Kopf dankbar auf dessen Schulter ab.
„Ich bin so ein Idiot.”
„Das bist du überhaupt nicht”, murmelte Bob. Und obwohl er normalerweise versuchte, Peters Umarmungen mit allen Sinnen zu genießen, war er dieses Mal nicht so richtig bei der Sache. In seinem Kopf malte er sich nämlich aus, was es tatsächlich bedeuten würde, wenn Peter noch ein Jahr länger in Rocky Beach bliebe, während er selbst und Justus zu neuen Stationen aufbrachen.
All die Neuanfänge, die ihnen bevorstanden, wären seine und Justus', aber eben nicht Peters. Für die neuen Leute, die sie an der Uni kennenlernen würden, wäre Peter nur der Typ, von dem Justus und Bob zwar ständig redeten, den aber niemand von ihnen kannte. Von all den Eigenheiten des Lebens als Studierende würden sie Peter zwar berichten, aber es würde für ihn eine fremde Welt bleiben und die Probleme, mit denen sie sich herumschlugen, so ganz anders als seine eigenen sein.
Klar, in einem Jahr könnte er ihnen dann theoretisch folgen, aber wer wusste schon, ob er mit knapp zwanzig nicht doch lieber direkt in einen Job einsteigen würde, anstatt seinen Kollegen auf ewig ein Jahr hinterherzuhinken. Noch dazu würden Bob und Justus sich an diesem Punkt bereits über solche Dinge wie Auslandssemester und Praktika Gedanken machen müssen und dadurch vielleicht nicht einmal in Kalifornien sein. Und über kurz oder lang würden sie sich voneinander entfernen. Schlimmer noch, Peter würde vielleicht von sich aus den Kontakt langsam einschlafen lassen, weil er lieber in Frieden seinen eigenen Weg gehen wollen würde anstatt ständig daran erinnert zu werden, was sie eigentlich mal geplant hatten. Und Bob, der würde— der würde—
„Bob? Alles in Ordnung?”
Bob realisierte erst, dass er sich wohl recht unvermittelt aus ihrer Umarmung gelöst hatte, als Peters besorgtes Gesicht in den Fokus kam. Peter, um den ja eigentlich er sich Sorgen machen sollte, nicht andersherum.
Er blinzelte mehrfach und sperrte seine beängstigende Vision von der Zukunft in einen gedanklichen Schrank. Schob einen dicken Riegel vor. Wenn er nicht wollte, dass irgendetwas davon wahr wurde, dann musste er eben selbst dafür sorgen, dass es anders kam.
„Los, komm mit.”
Verdutzt blickte Peter zu ihm auf. Bobs Knie fühlten sich ein bisschen zu weich an und das leichte Gefühl in seinem Kopf machte deutlich, dass es alles andere als eine kluge Idee war, unvermittelt aufzustehen. Aber jetzt war es erstens sowieso schon zu spät und zweitens hatte er eine Mission.
„Okay. . . Und wohin gehen wir?”
Es sprach für das blinde Vertrauen, das seit jeher zwischen ihnen existierte, dass Peter Bob bereits die Treppen der Tribüne hinunter folgte, ohne die Antwort auf diese Frage zu kennen.
„Zu Ms. Rowland”, sagte Bob, als sie unten auf dem Rasen angekommen waren. „Wenn sie dir wirklich wegen ein paar Hausaufgaben den Schulabschluss verweigern will, dann soll sie dir das gefälligst ins Gesicht sagen.”
???
„Es tut mir wirklich leid, Peter. Ohne Leistungen kann ich nun einmal keine Credits vergeben. Auch dann nicht, wenn das bedeutet, dass du das Schuljahr nicht bestehst.”
Entgegen Bobs Erwartungen schien Ms. Rowland überhaupt kein Problem damit zu haben, zu ihrer Entscheidung zu stehen. Ernst und vollkommen ruhig blickte sie ihnen von der anderen Seite des Pults entgegen. Selbst das Modell eines menschlichen Skeletts in der Ecke des Raumes schien mehr Gefühlsregungen auf seinem knochigen Gesicht zu zeigen als die Biologielehrerin.
Peter, der Bob wie ein geprügelter Hund in den Unterrichtsraum gefolgt war, ließ den Kopf noch etwas mehr hängen. „Ich weiß, und es ist ja auch meine eigene—”
„Es muss doch irgendetwas geben, das sie tun können”, unterbrach ihn Bob. „Ein Weg, wie Peter das nachholen kann. Irgendwelche Zusatzaufgaben, ein paar Tage im Labor, irgendwas.”
Ms. Rowland faltete die Hände auf dem Schreibtisch ineinander. „Ich kann nicht einfach die Regeln—”
„Es ist doch aber nicht irgendein Schuljahr.” Bob wusste, dass es unfassbar unhöflich war, nicht nur Peter, sondern dann auch noch seiner Lehrerin einfach ins Wort zu fallen, aber seine Kopfschmerzen wurden langsam wieder schlimmer und er konnte sich jetzt nicht mit irgendwelchen Plattitüden aufhalten. „Es ist das letzte. Peters Abschluss. Unser Abschluss.”
Die Verzweiflung in seiner Stimme konnte Bob selbst hören. Und wahrscheinlich hätte es ihm peinlich sein sollen, dass das garantiert auch Peter und Ms. Rowland konnten, doch er konnte sich nicht so recht dazu bringen, sich darum zu scheren. Eine befangene Stille legte sich über den Raum.
Schließlich räusperte sich Peter. „Lass gut sein, Bob. Es ist schon in—”
„Vielleicht gibt es wirklich etwas, das du tun könntest, Peter, um die fehlenden Credits doch noch zu sammeln.” Ms. Rowland fuhr sich nachdenklich durch ihr kurzes, krauses Haar. „Ich hatte das bisher nicht vorgeschlagen, weil die Zeit bis zum Schuljahresende theoretisch dafür zu knapp ist. Wenn du aber bereit wärst, in den Frühjahrsferien quasi Vollzeit zu arbeiten, dann hättest du noch eine Chance.”
„Ist er”, antwortete Bob prompt. „Nicht wahr, Peter?”
„Naja, eigentlich. . .”, druckste Peter herum, knickte dann aber unter Bobs strengem Blick ein. „W-woran hatten Sie denn gedacht?”
Ms. Rowland stieß sich mit ihrem Bürostuhl von ihrem Schreibtisch ab und rollte das kurze Stück zu einem niedrigen Aktenschrank. Kurz studierte sie die Schubladen, bevor sie eine davon zielstrebig aufzog und eine dicke Mappe daraus zutage förderte. Mit dieser kehrte sie an das Pult zurück und legte die Handflächen darauf ab.
„Ein Independent-Study-Projekt”, sagte sie. „Eigentlich ist das etwas, das ich besonders ambitionierten Leuten vorschlage. Die Projekte erfordern eine hohe Eigenständigkeit und eine wissenschaftliche Arbeitsweise. Ich will ehrlich sein — was beides angeht, bin ich mir nicht sicher, ob du die Voraussetzungen erfüllst, Peter. Aber es ist das Einzige, das ich dir in deiner momentanen Lage anbieten kann.”
„Ich, ähm, kann es ja zumindest mal versuchen?”
Peter klang herzzerreißend unsicher und Bob, der eigentlich am liebsten Ms. Rowland für ihre unsensiblen, direkten Worte angegangen wäre, schluckte und rang sich stattdessen ein ermutigendes Lächeln ab, als Peter zu ihm sah.
„Was sind das für Projekte, die Peter machen könnte?”, fragte er, ehe ihm doch noch irgendetwas Dummes über die Lippen kommen konnte.
Ms. Rowland sah zwischen ihnen hin und her, seufzte dann aber und schlug die Mappe auf. Darin befanden sich, nach farblichen Registern sortiert, einzelne Portfolios. Bob fiel direkt auf, dass diese nicht im Stil der sonstigen Dokumente, die sie in der Schule normalerweise ausgehändigt bekamen, gestaltet waren.
„Die Independent-Study-Projekte sind in der Regel kleinere Forschungsvorhaben, die von externen Organisationen an die Schule herangetragen werden”, erklärte Ms. Rowland, als hätte sie Bobs Gedanken gelesen. „Über die Jahre haben sich viele gute Partnerschaften zu Zoos, Reservaten, Nationalparks, aber auch Forschungseinrichtungen und Unternehmen entwickelt. Sie sind daran interessiert, Nachwuchs für die biologische Forschung zu begeistern und erhalten im Idealfall sogar ein paar verwertbare Daten aus den Projekten. Die Schülerinnen und Schüler können dafür bereits Kontakte knüpfen, die ihnen, sollten sie später tatsächlich Biologie studieren, nützlich sein könnten.”
„Klingt spannend”, sagte Bob höflich und versuchte, nicht ungeduldig auf seinem Stuhl herumzurutschen.
„Schon gut.” Ms. Rowland zog einen Mundwinkel hoch — der erste Anflug eines Lächelns, seit sie ihr Klassenzimmer betreten hatten. „Ich weiß ja, dass ihr nicht hier seid, um mich für meine Bemühungen in Sachen Talentförderung zu loben. Also, dann wollen wir mal sehen.” Sie setzte ihre Brille auf und fuhr mit dem Daumen an der obersten Registerkarte entlang, ehe sie Peter über den Brillenrand ansah. „Ich denke, wir sind uns einig, dass wir Projekte aus dem pharmazeutischen Bereich und der Genforschung direkt ausklammern können, oder?”
„Äh, ja.” Peter kratzte sich am Kopf. „Daran würde ich ziemlich sicher kläglich scheitern.”
Ms. Rowland nickte, was Bob, der grundsätzlich davon überzeugt war, dass Peter unter den richtigen Bedingungen alles schaffen konnte, maßlos ärgerte. Er biss sich auf die Lippe, um ihrer Lehrerin nicht schon wieder ins Wort zu fallen. Die blätterte inzwischen zur nächsten Registerkarte und murmelte dabei vor sich hin.
„Hier, das könnte schon eher. . . Ach, nein. Das ist auf die Wintermonate ausgelegt, aber wir suchen ja etwas, das jetzt passt. Hm, was ist das hier. . . Algenwachstum an den Stränden zwischen Santa Monica und Long Beach. Das könnte doch. . . Oh. Das ist auf Probenentnahmen über mehrere Monate ausgelegt. Also auch nichts für etwas Kurzfristiges."
Peter, der bei dem Wort ,Strand’ sichtbar die Ohren gespitzt hatte, sank wieder mehr in sich zusammen. Und mit jedem Portfolio, das Ms. Rowland aussortierte, wurde er auf seinem Stuhl ein bisschen kleiner.
Schließlich landete auch das letzte Dokument auf dem Stapel von Projekten, die entweder aus zeitlichen Gründen nicht infrage kamen, inhaltlich viel zu anspruchsvoll waren oder schlichtweg schon an Mitschüler*innen vergeben und falsch einsortiert waren.
Nun sah Ms. Rowland tatsächlich ein wenig bedrückt aus. „Das tut mir leid. Ich hätte wirklich gedacht, wir würden hier drin etwas Passendes finden.”
„Schon gut. Dann ist es eben so, wie es ist.”
Man musste kein Empath sein, um die Enttäuschung in Peters Stimme zu hören. Bob hätte sich selbst ohrfeigen können. Anstatt einfach für seinen Freund da zu sein, hatte er ihn hierher geschleift und ihm falsche Hoffnungen gemacht. Was stimmte eigentlich nicht mit ihm?
Er wollte schon Peter tröstend den Arm um die Schultern legen, als sein Blick auf ein bedrucktes Papier fiel, das ganz hinten ein Stück aus Ms. Rowlands Mappe herausragte. Er runzelte die Stirn.
„Was ist das? Doch noch ein weiteres Projekt?”
Ms. Rowland folgte seinem Blick. Täuschte er sich, oder spannte sich ihre Haltung etwas an, als sie sah, was er meinte?
„Oh, das.” Sie zögerte kurz und schob dann das Dokument wieder vollständig zurück in den Ordner. „Das kommt ebenfalls nicht in Betracht."
„Wieso, worum geht es denn?” Auf seinem Stuhl lehnte sich Bob etwas nach vorne, so als könnte die veränderte Perspektive ihm einen Röntgenblick verleihen. Von dem geheimnisvollen Dokument sah er aber natürlich auch so rein gar nichts.
„Der Inhalt dieses Projekts spielt eigentlich keine Rolle”, sagte Ms. Rowland, die nun eindeutig etwas verlegen wirkte. „Genau genommen hat es hier drin überhaupt nichts verloren und ich hätte es schon längst aussortieren sollen. Es handelt sich um ein Überbleibsel von meiner vorherigen Stelle oben im Norden und ist dementsprechend viel zu weit entfernt von Rocky Beach, um sich für jemanden, der hier zur Schule geht, umsetzen zu lassen. Eigentlich albern von mir, dass ich es nicht schon längst entsorgt habe.”
Das nervöse Lachen und die leichte Rotfärbung ihrer Wangen hätte wahrscheinlich auch jemandem, der nicht schon seit Kindheitstagen regelmäßig mit Zeug*innen und verdächtigen Personen zu tun hatte, ahnen lassen, dass hinter dem Projekt-Portfolio mehr steckte, als Ms. Rowland zugeben wollte. Und eigentlich ging das Bob und Peter — als ihre Schüler — ja auch überhaupt nichts an, wäre da nicht der Umstand, dass dieses Stück Papier über den weiteren Verlauf ihrer Zukunft entscheiden könnte.
Bob lehnte sich auf seinem Stuhl etwas nach vorn, sodass er die Ellenbogen auf seinen Knien abstützen konnte. Er sah Ms. Rowland eindringlich an. „Ich weiß nicht, wie viel sie von unseren. . . Aktivitäten außerhalb der Schule wissen, aber ich kann ihnen versichern, dass keiner von uns ein Problem damit hat, auch mal eine weitere Strecke für einen Auftrag zurückzulegen.”
Ms. Rowland lächelte. „Ich weiß, was du meinst, aber hier handelt es sich nun einmal nicht um einen Fall für euer — zugegebenermaßen recht beeindruckendes — Detektivunternehmen. Es sei denn, ihr zählt seit Neuestem auch Vögel zu eurem Klientel.”
Während sie noch über ihren eigenen Witz lachte, hob Peter, der sich aus dem Gespräch weitgehend ausgeklinkt zu haben schien, den Kopf. „Vögel? Ich mag Vögel. Ist es das, worum es in diesem Projekt geht?”
Ihre Biologielehrerin sah eindeutig aus wie jemand, der bereute, überhaupt etwas gesagt zu haben. „Ja, schon”, druckste sie herum. „Es geht darum, möglichst viele Beobachtungen über den Bestand verschiedener Vogelarten in einem begrenzten Gebiet festzuhalten, um ableiten zu können, wie wirksam die bisherigen Maßnahmen zur Artenerhaltung waren.”
„Von wie weit nördlich reden wir denn, wenn Sie vom Norden sprechen?”, mischte Bob sich erneut ein.
„So nördlich, wie es quasi nur geht, ohne die Staaten zu verlassen. Washington, Olympic-Halbinsel.” Ms. Rowland blickte noch einmal entschuldigend zu Peter. „Und selbst wenn dir diese weite Reise egal wäre, käme das Projekt trotzdem nicht infrage. Das ist etwas, das auf zwei Personen ausgelegt ist. Der Projektplan sieht unter anderem mehrtägige Wanderungen vor und auch ganz allgemein reden wir hier vom Arbeiten in ziemlicher Abgeschiedenheit. Das einem jungen Menschen allein zuzumuten, wäre vollkommen unverantwortlich.”
„Oh.” Peter rieb sich mit der Hand über die Stirn. „Ja, da haben Sie natürlich recht. Ich habe selbst genug Erfahrung mit brenzligen Situationen in Wäldern und im Gebirge, um zu wissen, dass man so etwas besser nicht als Einzelperson in Angriff nimmt.”
„Aber was, wenn du gar nicht allein wärst?”
Sowohl Peter als auch Ms. Rowland blickten Bob überrascht an. „Wie meinst du das?”, fragte Peter.
„Na, wie wohl. Ich komme einfach mit.” Bob sah zu ihrer Lehrerin. „Sie sagen, das ist ein Projekt für zwei Personen. Wir sind beide Ihre Schüler und beide im selben Biologiekurs. Noch dazu haben wir reichlich Erfahrung im gemeinsamen Arbeiten und kennen uns auch mit anspruchsvolleren Wanderungen aus.”
„Aber Bob, du musst doch nicht—”
„Ich will aber”, würgte Bob Peter, der ihm wahrscheinlich erklären wollte, dass er sich seinetwegen keine Umstände machen sollte, ab und verschränkte stur die Arme vor der Brust. „Also?”
Der letzte Part war an Ms. Rowland gerichtet, die hinter ihrem Schreibtisch eindeutig verdutzt aussah. „D-du hast zusätzliche Credits aber doch gar nicht nötig. Den Kurs wirst du auch so mit einer hervorragenden Note abschließen — deine letzte Arbeit zur Proteinbiosynthese hat mich wirklich beeindruckt und du—”
„Dann sollte ich mich ja erst recht als die Art von Schüler qualifizieren, denen Sie solche Projekte normalerweise anbieten”, sagte Bob und setzte ein triumphierendes Lächeln auf.
Ms. Rowland blickte mit gerunzelter Stirn von Bob zu Peter zu dem Dokument auf ihrem Schreibtisch und wieder zurück. „Ich kann euch nicht versprechen, dass das Projekt überhaupt noch aktuell ist. Schließlich liegt das Portfolio schon einige Jahre in meinem Ordner. Auch wie es mit der Finanzierung der Flüge aussehen würde, kann ich nicht sicher sagen. Die Organisation vergibt zwar ein Stipendium, aber ob das reicht. . .”
„Im Zweifelsfall steuern wir selbst noch etwas bei. Wir haben ein paar Rücklagen.”
Den Protest, der jetzt sicherlich gleich von Peter kommen würde, erstickte Bob mit einem bedeutungsvollen Blick. Das Geld, das sie eigentlich für eine größere Reise im Sommer zurückgelegt hatten, würde er ohne zu zögern für diesen Zweck opfern. Denn wenn Peter den Schulabschluss nicht schaffte, würde es ohnehin keine Reise geben, mit der sie eben jenen eigentlich hatten feiern wollen.
Diese Nachricht schien auch bei Peter anzukommen und er sah wieder zu Ms. Rowland. „Sie würden aber zumindest nachfragen, ob es so kurzfristig möglich ist?”
Mit einem weiteren Blick auf die Unterlagen seufzte Ms. Rowland schließlich. „Ich befürchte, ihr werdet sonst ja ohnehin nicht locker lassen. Und ihr seid euch ganz sicher, dass ihr das wirklich machen wollt? Zwei Wochen, mehr oder weniger zu zweit in dichten Wäldern und mit einer anspruchsvollen Aufgabe, die von euch vollständiges Teamwork verlangt?”
Für einen kurzen Moment spürte Bob bei ihren Worten ein leichtes Flattern in der Magengegend. Vielleicht war das aber auch nur die lästige Übelkeit, die sich wieder meldete. Er schluckte. „Ganz sicher. Peter?”
Peters Augen suchten sein Gesicht ab, als Bob sich ihm zuwandte. Dann nickte auch er, wenn auch etwas zögerlich. „Wenn das meine Chance ist, noch einmal die Kurve zu kriegen, dann muss ich es ja versuchen.”
„Also gut.” Ein weiteres Seufzen von Ms. Rowland. „Ich werde ein paar Anrufe machen müssen. Ihr hört bis heute Abend von mir, ob ihr die Reise antreten könnt. Bis dahin könnt ihr schon einmal Flüge nach Seattle suchen, damit ihr, wenn es dann klappt, direkt buchen könnt. Wir arbeiten hier schließlich unter ziemlichem Zeitdruck.”
Bob nickte. „Alles klar. Danke, Ms. Rowland.”
Er hätte gerne noch mehr zu dem Projekt, zu der Gegend in die sie reisen würden und der Organisation, für die sie arbeiten würden, gefragt. Aber weil es ohnehin schon nicht ganz einfach gewesen war, ihre Lehrerin zu überreden, wollte er nicht riskieren, ihre Geduld weiter zu strapazieren. Daher schob er seinen Stuhl nach hinten und stand auf. Peter hingegen blieb sitzen, als würde er auf einen Bus warten, der noch nicht angekommen war.
„Peter?” Bob zupfte Peter am Rücken seines T-Shirts. „Kommst du?”
„Was? Oh, äh, ja. Klar.” Eilig stand nun auch er auf. „Vielen Dank, dass sie sich die Mühe machen, Ms. Rowland.”
Ihre Lehrerin nickte nur abwesend, die Augen bereits wieder auf die Blätter Papier vor sich gerichtet. Sie hatte inzwischen zur letzten Seite geblättert und schien die Kontaktdaten, die ganz am Ende des Dokuments aufgeführt waren, mit einem starren Blick zu fixieren. „Ja, ja, schon gut. Macht die Tür hinter euch zu, wenn ihr rausgeht. Hierfür brauche ich absolute Ruhe.”
Auf dem Weg aus dem Klassenzimmer sah Peter Bob fragend an, was der mit einem Schulterzucken quittierte. Offensichtlich hatte Ms. Rowland noch andere Gründe, den Anruf in ihre alte Heimat nicht tätigen zu wollen, doch so lange sie es trotzdem machte und Peter so die letzte Chance auf einen diesjährigen Abschluss verschaffte, war es ihm ehrlich gesagt egal, was diese waren.
Nachdem er die Tür zum Biologiesaal hinter sich zugezogen hatte, drehte Bob sich zu Peter um. Der stand ein paar Schritte hinter ihm und starrte mit zusammengezogenen Brauen auf den Boden. Als er Bobs Blick bemerkte, sah er auf und lächelte zaghaft, allerdings ohne Bob dabei so richtig in die Augen zu schauen. „Ich schätze, dann wissen wir, was wir den Rest des Tages zu tun haben, oder?”
Bob nickte langsam. „Ich kann mich um das mit den Flügen kümmern. Du könntest schon einmal die ganze Outdoor-Ausrüstung checken. Müsste eigentlich noch bei dir im MG liegen.”
„Klar.” Peter rieb sich mit der Hand über den Nacken. Bob hatte das Gefühl, dass er noch etwas loswerden wollte, ihm aber die richtigen Worte fehlten. Schließlich ließ er die Hand wieder fallen. „Wir telefonieren einfach später, okay? Wenn Ms. Rowland sich gemeldet hat.”
„Ja, in Ordnung.”
Mit einem merkwürdigen Gefühl sah Bob Peter nach, als dieser sich umdrehte und den Gang hinunterlief. Kam es ihm nur so vor, oder war das eben irgendwie unangenehm zwischen ihnen gewesen? Aber dafür gab es ja überhaupt keinen Grund. Wahrscheinlich waren es nur die elendigen Kopfschmerzen, die Bobs Urteilsvermögen trübten.
Apropos. Er sah auf die große analoge Uhr am Ende des Ganges und seufzte. Noch immer nicht Zeit für eine weitere Schmerztablette. Aber zumindest hatte er jetzt etwas, womit er sich die Stunden bis dahin vertreiben konnte. Das, und es würde ihn hoffentlich auch von dem Gedanken ablenken, dass das Gespräch mit Ms. Rowland nur der erste von vielen Schritten gewesen war. Noch war rein gar nichts in trockenen Tüchern und seine Vision von einer Zukunft, in der er Peter hier in Rocky Beach zurücklassen müsste, könnte noch immer wahr werden.
Er schüttelte den Kopf und atmete die Angst, die ihm schon wieder die Brust zuschnüren wollte, einigermaßen erfolgreich weg. Eins nach dem anderen. Und für heute hieß das: ab in den PC-Pool und Flugverbindungen recherchieren. Und nebenbei vielleicht noch herausfinden, wie man innerhalb weniger Tage zu einem einigermaßen fähigen Vogelbeobachter wurde.
Konnte ja eigentlich nicht so schwer sein. Oder?
