Actions

Work Header

So ein Seminar ist lustig, so ein Seminar ist schön

Summary:

Das Rostocker Team fährt auf Fortbildung.

Spielt nach „Sabine“

Notes:

(See the end of the work for notes.)

Work Text:

Teambuildingseminar.
Wohl eher Hölle auf Erden.
Als ob sie das nach über einem Jahrzehnt noch nötig hätten. Sascha mochte den aufkeimenden Verdacht nicht, dass Henning das ganze geplant haben könnte, damit Volker seine wertvollen Urlaubstage nicht verschwenden musste.
Urlaubstage, die er ja schließlich auch auf Familienurlaub verwenden könnte…
Außerdem hatte Henning unbedingt nach Wangerooge wollen.
„Muss es denn eine ost-friesische Insel sein?“, er seufzte.
„Schlucken‘ se mal den FDJ-Stolz runter, auf Rügen hab‘ ich jedenfalls keinen Bock!“, kam giftig hinter einem Stapel Ordner hervor, den Pöschel gerade am Versammlungstisch vorbeischleppte.
Er hatte dafür seinen Termin beim Endokrinologen vorverlegen müssen und lag allen damit, seit das Seminar feststand, in den Ohren.
Henning verzog das Gesicht und schob ihm das Fax zu.
„Gebucht ist jetzt alles.“

Kaum hatten sie sich in ihrem Abteil eingefunden, hatte er Katrin die Psychologie Heute zugesteckt, die er im Bahnhof noch schnell für sie gekauft hatte.
„Die Kunst des sich Fallen Lassens?“, sie zog die Augenbrauen hoch und schielte dann zu Volker hinüber.
Der verzog über sein blaues Auge und den Schmiss an seiner Nase hinweg aber nur den Mund.
„Das war mein letztes Mal als Heimwerker!“, brummelte er dann schließlich.

Nach fast acht Stunden Zug- und Schifffahrt hatte Sascha eigentlich nur noch ins Bett fallen wollen, aber er musste geduldig warten, bis Katrin einen Stock runter zu ihm getrottet kam.
Henning hatte erklärt, warum er kein Doppelzimmer für die zwei hatte Buchen können, aber mussten die denn so weit auseinander sein?
Er könnte Volker frage, ob der tauschen wollte, schob den Gedanken aber ganz schnell beiseite. Auf den komischen Beigeschmack, dass Volker schon wieder zwischen ihm und seinem Sexleben stand, hätte Sascha nun wirklich verzichten können.
Da klopfte es aber auch schon an der Tür.

Sie waren am ersten Tag aus dem Programm rausgeflogen.
Sascha hatte es nicht selbst gehört, er stand ja schließlich Rücken an Rücken mit Volker im Wasser, aber er hatte es gesehen.
Einer der Coaches hatte in Richtung von Pöschels Brust gestikuliert, irgendetwas von sich gegeben und Pöschel hatte den Mann prompt niedergestreckt.
Volker und er hatten sich nur kurz angesehen und waren sich entschieden einig nur sehr gemächlich einzuschreiten. Er brauchte Pöschel nur anzutippen da sprang der schon auf, riss Sascha das ihm angebotene Handtuch aus der Hand und brauste in Richtung Pension zurück.
Er drehte sich um und schaute in Katrins absolut entgeistertes Gesicht.
„Was war das bitte?!“

Sascha wich ihrem Blick aus und schaute auf den Coach, der gerade von einem verzweifelten Henning in Beschlag genommen wurde. Volker war nirgends mehr zu entdecken, vermutlich hatte der sich Pöschel an die Fersen gehängt.

„Irgendwas über seine Narben.“
„Oh.“
„Ja, oh.“
„Was ein Arschloch!“
Henning schaute pikiert zu den beiden hinüber.

Zurück in der Pension bot Katrin sich überraschender Weise an ihm die Haare zu waschen.
„Ich muss‘ mich ja nur kurz abbrausen, Henning und ich sind ja trocken geblieben.“, sie zwinkerte ihm zu.
„Ey Volker hat mich fallen lassen, nich‘ umgekehrt!“
Sie küsste ihn nur.
Nur. Wie könnte es bei Katrin König denn jemals ein nur sein?
„Jetzt hock‘ dich schon in die Dusche!“

Etwas unbequem war, das schon. Die Duschwanne war definitiv nicht zum Sitzen für jemanden von Saschas Statur gedacht. Aber als er Katrins eingeseifte Finger im Haar spürte, hätte sie auch ganz Wangerooge überfluten können und es wäre ihm egal gewesen.
Kaum fertig aus der Dusche entknotet stellte sie sich auf die Zehenspitzen, um Saschas kurze dunkle Haare trocken zu rubbeln.
Eigentlich hatte er sich revanchieren wollen, Katrins kreisende Gedanken zumindest kurz einfangen.
Doch sie hatte seinen Kopf einfach in ihren Schoß gezogen und war ihm unaufhörlich durchs Haar gefahren. Sascha brummte zufrieden.
„Ich will dich ja nicht, wie ne Katze diagnostizieren, aber ich glaube du fühlst dich sicher.“
Als Sascha aufwachte lag sein Kopf immer noch auf Katrins Schoß.

Henning hatte kurze Zeit später alle zu einer kleinen Wirtschaft beordert.
Volker und er saßen schon beisammen Pöschel fehlte noch.
Zwei Bier und einen Doppelkorn später fing Katrin an zu frotzeln.
„Traurig über den Mangel an Herrendampfbädern hier Herr Röder?“
Der prustete in sein Glas.
„Hä? Es gibt hier doch ne Saune beim Schwimmbad-ohhhhhh!“, Volker ging ein Licht auf.
„Da wär‘ ich früher aber auch noch mitgegangen.“, gab er zu. Katrin und er hatten noch nie über dieses Thema geredet. „Also vor Vivian…“, er rutschte auf seinem Stuhl hin und her.
„Ich auch!“, meldete sich Volker wieder zu Wort. „Bierchen war mir aber immer die liebere Variante.“
Katrin und Henning blinzelten sich überrascht und überrumpelt an.
„Worum geht’s?“, bohrte Pöschel, der eben von der Toilette gekommen war.
„Männer.“, sagten Katrin und er gleichzeitig.
Pöschel kniff die Augen zu und blinzelte einmal, zweimal.

Nach der nächsten Runde klärte Katrin den Armen endlich auf.
Er lief etwas rot an und murmelte dann: „Also ich steh‘ ja nur auf Frauen.“
„Das dacht‘ ich auch mal!“, schoss Katrin zurück.
Sascha klopfte ihm auf den Rücken. „Bist‘ halt unsere Quotenhete!“, fügte aber noch seine Sorge wegen mittags hinzu.
„Ach‘ das hat‘ sich dann ja geklärt… Sorry Henning!“, grummelte Pöschel vor sich hin.
„War aber verdient!“, sagte Volker. Katrin nickte zustimmend und Henning legte Pöschel die Hand auf die Schulter.
„Auf richtiges Teambuilding!“
„Auf richtiges Teambuilding!“

Notes:

Joa, einfach mal die kleinen Problemchen und der Fluff, die sie verdienen im Gegensatz zu sonst.
Und das ganze Team is queer.
Und das ganze Team steht hinter trans Pöschel.