Actions

Work Header

Bad Mix-Up (German/Deutsch)

Summary:

Stan Pines wurde sein ganzes Leben lang bewusst von vielen Leuten beleidigt. Aber er hatte sich noch nie so beleidigt gefühlt, wie in dem Moment, in dem Soos ihn zufällig mit diesem abscheulichen, haarigen Monster verwechselte.

Notes:

Dies hier ist die deutsche Übersetzung meiner gleichnamigen Fanfiktion.

Ich hab mich entschlossen, alle meine Fanfiktions nach für nach auf deutsch zu übersetzen. Der Grund wieso ich meine Storys ursprünglich auf englisch geschrieben habe, war der, dass ich mich mehr in englisch versuchen wollte - und weil ich Gravity Falls nur auf englisch gesehen habe (ich bevorzuge fast immer die originalen Versionen bei Serien und Filmen).
Dementsprechend bin ich auch nur mit den original englischen Namen und Begriffen wirklich vertraut. Ich werde versuchen, alles so gut es geht ins deutsche zu übersetzen, bloß manche original englischen Begriffe wie Weirdmageddon (= Seltsamageddon) oder Waddles (= Schwabbel) werde ich im englischen Original belassen, um es mir einfacher zu machen. Ich hoffe, dass stört euch nicht.

 

Ich hatte mir mal wieder „Dipper's Guide To The Unexplained“ („Dipper erforscht das Unerklärliche“ auf deutsch) angesehen und mir war der Gag am Ende der Süßigkeitenmonster-Episode aufgefallen, in dem Soos das Monster für Stan hält. Zuerst war ich über den Gag amüsiert. Dann hab ich angefangen, über die Implikationen nachzudenken. Dann hab ich diese Fanfiktion geschrieben. Viel Spaß.

Work Text:

Stan Pines wurde sein ganzes Leben lang bewusst von vielen Leuten beleidigt. Von Klassenkameraden, von seinen eigenen Verwandten, von ehemaligen Partnerinnen, von wütenden Kunden, von alten Geschäftspartnern, von Gesetzeshütern, was auch immer. Es war nichts neues und er hatte schon vor langer Zeit gelernt, sich davon nicht so sehr runterziehen zu lassen. Immerhin, wie schon seit Vater ihm einst beigebracht hatte, musste man sich ein dickes Fell zulegen, um im Leben voranzukommen.

Aber er hatte sich noch nie so beleidigt gefühlt, wie in dem Moment, in dem Soos ihn zufällig mit diesem abscheulichen, haarigen Monster verwechselte.

Er erinnerte sich, wie er an diesem Abend an dem Wohnzimmer vorbeigeschlendert war und Soos mitsamt den Kindern erblickte hatte, wie sie sich alle um die Couch versammelt hatten und Fernsehen schauten, zusammen mit einem seltsamen, nackten, kleinen Biest, welches dabei war, alle ihre Golfschläger zu verzehren. Es war definitiv seltsam gewesen, aber nicht so seltsam wie manch andere Phänomene in dieser Stadt und so hatte Stan dem ganzen keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt und war einfach weiter Richtung Küche gelatscht, um sich eine Dose Pitt Cola zu holen.

Zumindest, bis er Soos hörte, wie dieser vor Überraschung laut aufkeuchte und direkt danach ausrief: „Stan?! Was - Was machst du da drüben? Ich dachte, du wärst hier, ich...“ Seine Stimme wurde immer leiser, bis sie schließlich komplett verstarb. Stan wandte sich seinem Handwerker zu und besah diesen mit einem leicht verwirrten und genervten Gesichtsausdruck.

„Ja, ich war dabei, mir einen Drink zu holen. Was glaubst du, warum ich in der Küche bin? ...Und was meinst du mit 'Ich dachte, du wärst hier'?“

Soos sah tatsächlich ein wenig verlegen aus, als sein Blick von dem kleinen Biest auf der Couch rüber zu Stan wanderte und dann zurück zum Biest, bevor er schließlich auf den Boden starrte, nicht in der Lage, seinem Boss ins Gesicht zu schauen. Das war der Moment, als es Stan dämmerte. Soos hatte ihn mit diesem Ding verwechselt!

Für einen Moment stand er nur da, völlig baff, und starrte seinen Handwerker komplett schockiert an. Dann nahm er sich wortlos seine Pitt Cola und kehrte in sein Zimmer zurück, unwillig, diese Szene mit irgendeinem Kommentar zu würdigen.

In dieser Nacht lag er hellwach in seinem Bett und brütete über das Geschehene.

Er fühlte sich durch Soos Verwechslung persönlich beleidigt. Er war wütend darüber, mit so einer hässlichen Kreatur verwechselt zu werden, frustriert über Soos Dummheit... und seltsamerweise auch verletzt, dass sein eigener Angestellter - einer, der seit so vielen Jahren schon für ihn arbeitete und auf gewisse Art und Weise fast schon zur Familie gehörte - ihn nicht von irgendeiner Kreatur unterscheiden konnte.

 

Er ließ sich niemandem gegenüber anmerken, wie sehr ihn die ganze Sache mitnahm. Am nächsten Tag, während der Arbeitszeit, war er nach außen hin wieder ganz der Alte gewesen und hatte seine Mitarbeiter und die Kinder wie üblich behandelt, selbst wenn er innerlich noch immer verletzt war. Soos schien das gestrige Ereignis auch mitgenommen zu haben. Er war trübseliger drauf, als sonst, und hatte sich in Stans Gegenwart recht ungeschickt und beschämt gezeigt. Nicht einmal hatte er dem Älteren in die Augen sehen können - noch etwas, was Stan störte.

Die seltsame Atmosphäre zwischen den beiden blieb natürlich nicht unbemerkt für Wendy und die Kinder. Die drei hatten oft seltsame Seitenblicke in deren Richtung geworfen und einmal hatten Wendy und Mabel Soos sogar zur Seite gezogen, um mit ihm unter vier Augen zu reden. Stan versuchte, dies alles zu ignorieren und richtete seine Aufmerksamkeit stattdessen voll auf seine Arbeit und Kunden, was ganz gut funktionierte.

Doch sobald die Kunden gegangen waren und der Mystery Shack geschlossen wurde, kehrten Stans Gedanken zu der Verwechslung zurück. Der alte Mann stieß nur ein genervtes Grummeln hervor, während er aus seinem Anzug schlüpfte und seine Alltagsklamotten anzog, und setzte sich vor den Fernseher - denselben Platz, an dem Soos und diese Kreatur den einen Abend gesessen und sich diesen dummen Film angesehen hatten!

Stan erhöhte die Lautstärke des Fernsehers, um seine eigenen Gedanken zu überdröhnen.

 

Die nächsten zwei Tage über passierte nichts besonderes.  Die Arbeit lief wie sonst und obwohl Stan und Soos sich gegenüber immer noch ein wenig unbehaglich zeigten, war es nicht super auffallend. Stan tat immer noch so, als wenn nichts los wäre und Soos versuchte offensichtlich, diesen peinlichen Moment hinter ihnen zu lassen, indem er es seinem Boss nach tat. Alles war normal.

 

Bis zu dem Tag danach. Wendy hatte als allererstes an diesem Morgen die Pines Familie und Soos aufgesucht und ihnen alles über ihren bevorstehenden Familienausflug erzählt: Darüber, wie ihr Vater sie und ihre Brüder über's Wochenende auf eine kleine Autoreise mitnehmen wollte. Darüber, wie sie geplant hatten, die ganze Fahrt über verschiedene Orte zu besuchen: Einige historische Plätze, ein paar Nachbarstädte, verschiedene Attraktionen... Und dann hatte sie die anderen gefragt, ob sie bei dem Ausflug mitkommen wollten.

Die Kinder waren natürlich sofort dafür und flehten ihren Gronkel um Erlaubnis, mitzukommen. Außerdem versuchten sie, Soos - der noch immer ein wenig betrübt wirkte - dazu zu überreden, sie zu begleiten. Sie argumentierten, dass es bestimmt großartig werden würde, eine große Familienreise zu machen und vor allem Mabel hatte darauf bestanden, dass Autoreisen ja sowas von das Beste überhaupt wären, wenn man mal einfach entspannen und seinen Kopf auf fröhlichere Dinge lenken wollte. Stan hatte eine leichte Ahnung, dass der ganze Trip von Wendy und den Kindern inszeniert wurde, um Soos aufzumuntern, aber selbst wenn dies nicht der Fall wäre, klang die Idee ganz gut. Vielleicht war so eine Autoreise genau das, was Stan brauchte, um ihn von seinen eigenen Gedanken abzulenken. Und so hatte er die Erlaubnis gegeben.

 

Die ersten Zwischenstopps waren ganz lustig und interessant gewesen. Sie waren durch einige alte Wälder gefahren, wobei Dan ihnen allen ein paar Fakten über Bäume und Aufforstung und dergleichen beibrachte; sie hatten eine alte Nachbarstadt besucht, welche viel an Geschichte und Museen zu bieten hatte; Dan hatte ihnen allen dort ein Essen in einem Restaurant ausgegeben, von dem er behauptete, dass er und seine frühere Frau in der Vergangenheit oft dort gegessen hatten; und sie hatten draußen im Wald gezeltet, wo sich jedermann gruselige Geschichten am Lagerfeuer erzählte.

Stan war besonders gut darin, all seine angsteinflößenden Geschichten wiederzugeben und jedermann war komplett hingerissen von denen. Nun, jedermann außer Soos, der noch immer halb in seinen eigenen Gedanken versunken schien. Stan fiel das natürlich auf, doch er zeigte nach außen hin keine Reaktion, indem er immer noch sein eigenes Schauspiel weiterführte, dass nichts verkehrt war. Alles war normal.

 

Am nächsten Tag reisten sie durch eine weitere Stadt und Dans Jungen flehten ihren Vater geradezu um Erlaubnis an, den örtlichen Zoo besuchen zu dürfen, welche er letztendlich erteilte. Und so ergab es sich, dass Stan die nächsten drei Stunden über von den Kindern von einem Gehege zum nächsten mitgeschliffen wurde. Ihn interessierte es nicht viel, sich irgendwelche seltsamen Tiere anzusehen, es sei denn, er könnte sie als Inspiration für seinen Mystery Shack verwenden, aber er kam den Kindern zuliebe mit. Soos auf der anderen Seite schien in dieser Umgebung richtig aufzublühen. Er machte jede Menge Fotos von den verschiedenen Tieren und kaufte sich sogar einige Souvenirs im örtlichen Souvenirladen.

Sie kamen an einem Reptilienhaus vorbei und Soos, welcher nun in deutlich besserer Laune war, drehte sich automatisch Stan zu und fragte diesen, ob er mit ihm zusammen die Reptilien ansehen wollte. Stan konnte nicht anders, als seine Augenbraue anzuheben. Oh, jetzt redete er vernünftig mit ihm und sah ihm in die Augen, nachdem er die letzten Tage noch so komisch drauf gewesen war. Stan konnte sich eine spitze Bemerkung nicht verkneifen: 

„Wieso fragst du nicht den Gorilla dort drüben, ich bin mir sicher, dass dieser dich gerne begleiten würde. Nicht, dass es irgendeinen Unterschied machen würde, ob ich oder er dich begleitet, nicht wahr?“

Kaum das die Worte seinen Mund verlassen hatten, bereute er sie auch schon. Besonders dann, als er Soos Gesichtsausdruck sah. Die Miene des Handwerkers wechselte schnell von hoffnungsvoll, zu schockiert, zu verletzt, zu schuldig, bis sie schließlich traurig wurde. Er wich dem Blick seines Bosses aus und gab ein schwaches Lachen von sich, immer noch in dem Versuch, mit Stans Schauspiel mitzuspielen und dessen spitze Bemerkung als einfachen Scherz abzutun:

„Hehe... ja... vielleicht würde es ihm gefallen. Ich meine, ich bin mir sicher, dass Gorillas sich gerne Reptilien ansehen würden... wahrscheinlich.“

Die Atmosphäre war mit einem male sehr bedrückt. Wendy, Mabel und Dipper waren still geworden, nachdem sie die Szene aus der Ferne mitbekommen hatten und schauten nun in deren Richtung. Soos rieb sich verlegen seine Schulter und schien sogar ein wenig zu welken, bevor er sich ein schwaches Lächeln auf die Lippen zwang und sprach: „Nun, ich werde dennoch reingehen. Schauen, was die dort so haben.“

Und mit diesen Worten entfernte er sich von seinem Boss und ging in das Haus, wobei er den ganzen Weg über die Schultern hängen ließ. Stan gab einen langen, gequälten Seufzer von sich, kaum das Soos gegangen war. Gut gemacht, Stan. Hast dir den Moment schön ruiniert.

Der alte Mann blieb eine kleine Weile hier stehen, hin- und hergerissen darüber, ob er Soos folgen oder einfach hier draußen bleiben sollte. Er blickte auf das Haus, dann auf seine Großnichte und -neffen, die beide ihren Gronkel erwartungsvoll anstarrten und mit einem leisen „Was soll's“ auf den Lippen ging er schließlich hinein.

 

Zu seiner eigenen Überraschung erblickte er Soos, wie dieser alleine auf einer Bank saß und betrübt den Boden anstarrte, anstatt sich die Ausstellungen anzusehen. Erst als Stan sich direkt neben ihn setzte, sah der Handwerker vom Boden auf. Seine Augen waren feucht.

„Hey, hör mal...“, fing Stan an und rieb sich ein wenig unbehaglich den Hals. Er war überhaupt nicht gut in solchen emotionalen Dingen. „Der Witz, den ich vorhin gerissen habe... der war dumm gewesen. Keiner meiner besten Witze. Ig-... Ignorier einfach, was ich gesagt hab. Es ist nicht wichtig.“

Zu seiner zweiten Überraschung schüttelte Soos entschieden den Kopf. „Nein. Nein, es ist wichtig. Es ist meine Schuld.“

Sein Boss sah ihn nur perplex an, was Soos dazu veranlasste, fortzusetzen: „Ich bin immerhin ein schlechter Angestellter. Ich ruiniere Sachen, ich mach alles falsch, ich bin nicht gut, ich zeige nicht genügend Anerkennung, ich-“

Soos Stimme stieg immer höher und höher, je länger er sprach und er schien kurz davor, in Tränen auszubrechen. Stan hob sofort seine Hände und unterbrach den Redefluss des Anderen: „Whoa, whoa, whoa! Ich hab das nicht gesagt! Niemand hat das gesagt! Du bist ein guter Angestellter, Soos, du solltest nicht-“

„Aber ich bin noch nicht mal in der Lage, dich wiederzuerkennen!!“, schluchzte Soos und mit diesem Ausruf kamen nun auch endlich die Tränen. Er vergrub sein Gesicht in seinen Händen und sprach leise, zwischen seinen Schluchzern: „Du hast soviel für mich getan... Hast mir so sehr geholfen... Mir Arbeit gegeben... Und ich kann dich nicht mal wiedererkennen! Ich hab diese Kreatur total mit dir verwechselt! Was für ein Angestellter bin ich überhaupt? Ich bin... Ich bin einfach nur dumm!“

„Was?! Nein, Soos, nein...“ Stan, überfordert durch Soos plötzlichen Gefühlsausbruch, legte sofort seine Hand auf die Schulter des Anderen, in dem verzweifelten Versuch, ihn zu beruhigen. „Du – Du bist nicht dumm, Soos. Du bist immerhin mein zuverlässigster Angestellter.“

„Aber ich ruiniere ständig alles!“

„Nein, tust du nicht. Du machst einen großartigen Job-“

„Aber ich mache so vieles kaputt und bring uns immer in Schwierigkeiten! Ich hab letzte Woche das Fenster zerdeppert...“

„Nun, das war einfach-“

„...ich hab dein eines Ausstellungsstück umgeschmissen...“

„Ich mein, um mal fair zu sein-“

„...wir hätten uns meinetwegen fast in dieser unterirdischen Miene verirrt, als wir nach Mabels Schwein suchten...“

„Nun...“

„...und jetzt bin ich nicht mal mehr in der Lage, dich wiederzuerkennen!“

„...“

Stan war einen Moment lang still, während er das eben gesagte verarbeitete. Es stimmte, was Soos da von sich gab: Er hatte eine Neigung dazu, öfter mal Dinge zu ruinieren. Und ja, meistens konnte es auch frustrierend sein. Aber zu hören, wie sein Handwerker in solch einer erniedrigenden und selbstzerstörerischen Weise über sich selbst sprach... es gefiel ihm nicht.

Der alte Mann stieß einen lautlosen Seufzer aus und bewegte seine Hand von Soos Schulter runter zu seinem Rücken, um ihn beruhigend über diesen zu streichen. Dies tat er für mehrere Sekunden, während er in seinem Kopf nach den passenden Worten suchte.

Als er endlich die Worte gefunden hatte, sprach er langsam und ruhig: „Soos. Hör mir zu. Es stimmt, dass du manchmal einiges verkehrt machst.“ Soos stieß an der Stelle einen neuerlichen Schluchzer aus. „Und ja, als du mich mit diesem Ding verwechselt hattest... das hatte geschmerzt.“  Noch ein Schluchzer. „Aber ich hab nie gesagt, dass du dumm bist oder das du ein schlechter Angestellter wärst. Das stimmt einfach nicht. Du warst viele male sehr hilfreich gewesen und du kannst brillante Momente haben. Es ist nur... manchmal machst du halt Fehler. Wir alle tun das. Da ist nichts schlimmes dran.“

Als das schluchzen immer noch nicht versiegte, setzte er fort: „Hör mal, es ist nicht so, dass ich dich deswegen hasse. Und ich werde es dir auch nicht nachtragen. Ich mein, wir kennen uns nun schon seit so vielen Jahren und du hast mir in all der Zeit mit meinem Shop geholfen. Wenn ich dich wirklich hassen oder für inkompetent halten würde, hätte ich dich schon vor Jahren gefeuert. Nein, du bist mein bester Angestellter, Soos. Oder vielleicht bist du auch mittlerweile mehr sowas wie eine Vertrauensperson, oder eine Art guter Freund oder wie ein lange verlorener Sohn, den ich nie gehabt hatte, keine Ahnung.“

Dies erregte Soos Aufmerksamkeit. Er hob sofort seinen Kopf und blickte Stan mit großen, glasigen Augen an, seine Trauer momentan vergessen. „W-was? Sag das noch einmal.“

„Häh? Sag was noch einmal?“

„Den... den letzten Part.“

„Oh. Nun, wie ich bereits sagte, du bist mein bester Angestellter.“, wiederholte Stan, in dem Glauben das das war, was Soos gemeint hatte.

Doch der Handwerker schüttelte seinen Kopf und sprach in einer leisen Stimme: „Nein, danach. Du sagtest, dass ich sowas wie eine Vertrauensperson für dich wäre oder wie ein Freund oder......“ Er stoppte an der Stelle, in der Hoffnung, dass Stan den Part nochmal wiederholen würde. Zur Hälfte glaubte er, dass er sich vielleicht auch nur verhört hatte. Es war nicht möglich, dass Mr. Pines tatsächlich zu ihm gesagt hatte-

„...oder wie ein lange verlorener Sohn. Was auch immer am besten passt.“, beendete Stan den Satz für ihn mit einem Schulterzucken. Soos starrte seinen Boss danach nur ehrfürchtig an, nicht in der Lage, irgendwas zu sagen.

„Ähh... alles in Ordnung?“, fragte Stan nach mehreren, langen Momenten der Stille, besorgt darüber, dass er etwas falsches gesagt haben könnte. Soos nickte auf die Frage nur mit dem Kopf, während sich ein ehrliches Lächeln auf seinem Gesicht bildete. Er wischte seine Tränen weg und antwortete in einer zittrigen, erleichterten Stimme: „Ja... Ja, ich bin jetzt okay.“

Stan entspannte sich endlich und zog seine Hand von Soos Rücken zurück. „Nun, ich bin froh, dass wir das klären konnten. Aber so langsam sollten wir zurückkehren. Die Kinder wundern sich bestimmt schon, wo wir beide abgeblieben sind.“

„Wahrscheinlich...“, stimmte Soos zu, doch dann wurde sein Lächeln breiter: „Aber wenn wir schon mal hier sind, können wir uns auch ebenso gut ein wenig hier umsehen, bevor wir zurückkehren. Meinst du nicht?“

Stan dachte eine Sekunde über das Angebot nach, ehe er mit den Schultern zuckte: „Sicher, warum nicht?“

Immerhin waren sie schon mal hier. Da konnten sie auch ebenso gut einen Blick auf diese Reptilien werfen.

Series this work belongs to: