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Fandom:
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Characters:
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Language:
Deutsch
Series:
Part 55 of Perogiveric
Stats:
Published:
2021-12-13
Words:
3,002
Chapters:
1/1
Comments:
1
Kudos:
25
Bookmarks:
2
Hits:
230

wie man seelen verbindet

Summary:

Hogwarts ist groß, Hogwarts ist beängstigend und Oliver ist die einzige Konstante in einem tobenden Meer voll Unsicherheiten und Wankelmütigkeiten, der Leuchtturm am Ufer, der Percy davon abhält auf Riff aufzulaufen.

Notes:

turns out, ich kann percy nicht auf englisch schreiben, also ... hier ist die originalversion ig?

CN: Sex (erwähnt)

Work Text:

Hogwarts ist groß, Hogwarts ist beängstigend und Oliver ist die einzige Konstante in einem tobenden Meer voll Unsicherheiten und Wankelmütigkeiten, der Leuchtturm am Ufer, der Percy davon abhält auf Riff aufzulaufen. Er ist im Schlafsaal, sein Bett nur einen kurzen Meter von Percys entfernt und die Füße über dem Boden baumelnd, als Percy zum allerersten Mal den Raum betritt. Seine Hände liegen auf der Bettdecke und seine großen Augen treffen auf jeden, der den Saal betritt. Er fragt Percy nach seinem Namen, so wie er jeden anderen der Jungs auch fragt, und er grinst, bis seine Pausbacken ganz rot werden.

 

Als Percy seinen ersten Aufsatz wiederbekommt und ein großes, rotes E in einem ebenso großen, roten Kreis auf der ersten Seite steht, wird ihm der Atem für einen Moment knapp und er weiß so lange nicht, wohin mit sich, bis er nach dem Abendessen den Schlafsaal betritt und unter seine Bettdecke kriecht, wo die Tränen, die sich den ganzen Tag schon in seinen Augenwinkeln sammeln, sich ihren Weg endlich über seine Wangen bahnen, bis ihm ganz heiß und schwindelig ist.

Der Schlafsaal ist still und unbelebt, bis die Tür das erste Mal aufgeht und einer seiner Genossen hereinkommt, der, statt Percys kindischen Ausbruch fehlgeleiteter Unzulänglichkeitsgefühle zu ignorieren, seinen Weg vorsichtig und langsam zu Percy findet und sich neben ihm auf die Bettdecke setzt, als wäre es vollkommen in Ordnung, einem greinenden Fremden so nahe zu kommen, ohne sich bemerkbar zu machen.

„Oh, wow“, sagt Oliver Wood mit Staunen in der Stimme, „Du hast ein E!“ Percy zieht verwirrt die Decke von seinem Kopf, um zu sehen, wie ernst es Oliver mit seiner Aussage ist. „Ich hab nur ein M, weil Gryffindor draußen trainiert hat und ich die zweite Hälfte nicht geschafft hab. Aber ein E, mannomann, das ist so cool.“

 

„Nun komm schon, Perce“, pienst Oliver, während er Percy immer wieder mit dem spitzen Zeigefinger zwischen die Rippen sticht, „es ist mein allererstes Spiel, Du kannst mich nicht allein lassen. Wer soll mich denn anfeuern, wenn ich mein erstes Tor halte?“

„Du wirst schon jemanden finden“, erwidert Percy, während er Olivers Finger, so gut es geht, ignoriert. „Ich kenne die Regeln ja noch nicht einmal.“

Olivers Finger verschwindet aus Percys Seite und seine Hände landen stattdessen auf Percys Schultern und drehen ihn zu Oliver um, der ihn voller Ernsthaftigkeit und Sorge aus großen Augen anblickt, während er sagt: „Du kennst die Regeln des wichtigsten Spiels auf diesem Planeten nicht, Perce?“ Er wartet keine Antwort ab, sondern zieht Percy stattdessen auf die Beine. „Das geht so nicht, wir müssen das ändern. Sofort.“

„Wie willst Du das jetzt ändern?“, fragt Percy, aber, nach einem wehmütigen Blick auf seinen Zaubertränkeaufsatz, zieht er sich Schuhe und ein Jäckchen an und wird auch schon von Oliver aus dem Schlafsaal hinunter zum Quidditchfeld gezogen.

Oliver ruft: „Ravenclaw trainiert gerade und ich kann Dir all die Spielzüge und Fouls erklären, die Du bis zu meinem ersten Spiel übernächste Woche kennen musst.“

„Ich werde mir Dein Spiel nicht ansehen!“, ruft Percy über den spätsommerlichen Wind zurück, aber seine Worte werden entweder vom Wind fortgetragen oder von Oliver schlichtweg ignoriert.

Und dann stehen sie plötzlich vor der Tribüne, die hoch und wackelig und hoch vor ihnen aufragt, die Ränge beinahe in den Wolken. Oliver rast die Treppe nach oben und Percy stolpert hinterher, immer bemüht nicht nach unten zu sehen. Seine Finger krallen sich in Olivers Hand, als wäre er das Schilf, das Percy davon abhält, den Fluss nach unten gezogen zu werden. (Oliver lässt auch nicht los, als sie sich hinsetzen und er zu erklären beginnt. Gedankt sei‘s.)

 

„Percy?“

Olivers Stimme ist leise und mehr wie ein Flüstern in der Dunkelheit ihres Schlafsaals, während die anderen Jungen schon schlafen, und Percy hätte ihn vermutlich auch nicht gehört, wenn er nicht sowieso wach dagelegen hätte und sich gefragt hätte, wie er den kommenden Tag überstehen und Bestleistungen erzielen können soll, wenn er nicht hundertprozentig da ist.

„Ja?“

Percys Stimme ist nicht viel lauter und für einen Moment befürchtet er, dass Oliver ihn überhaupt nicht hören kann, aber dann ertönt das leise Rascheln einer Bettdecke, die zur Seite geschoben wird, bevor nackte Füße auf dem Boden aufkommen und mit einem Patsch-Patsch-Patsch über den kalten Fliesenboden die drei Schritte bis zu Percys Bett überbrücken.

„Ist da noch frei?“, fragt Oliver, als würden sich nachtnächtlich Leute in Percys Bett verirren und als wäre es nicht Oliver allein, der keine Vorstellung davon hat, was persönlicher Raum und Anstandsdistanz sind. Und er wartet auch gar nicht auf Percys Antwort, bevor er sich unter die Decke schiebt und seinen Kopf neben Percys aufs Kopfkissen legt. „Kannst Du auch nicht schlafen?“

„Nein“, erwidert Percy, während er sich auf die Seite dreht. Sie sind sich so nah, dass er trotz Dunkelheit und Brillenlosigkeit beinahe etwas von Olivers Gesichtszügen erkennen kann. „Aber hier wirst Du auch nicht besser schlafen können.“

Olivers Mundwinkel ziehen sich nach oben und er rutscht sogar noch ein bisschen näher; seine rechte Hand windet sich um Percys linke und Percys Wangen brennen und er weiß noch nicht einmal, wieso.

„Hier kann ich immer besser schlafen, Perce“, erwidert Oliver, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. Vielleicht ist es das auch für Menschen, die nicht Percy heißen und dreizehn Jahre zwischen Weasleys gelebt haben. „Du bist wie ein Talisman gegen schlechte Träume und unruhige Gedanken.“

Das Einzige, das Percy vielleicht ist, ist ein Magnet für böse Blicke und bös gemeinte Streiche und, anscheinend, Olivers Hände, die ihn packen und ziehen, schieben und umfassen, und die ihn irgendwie immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen, wenn er zu weit aufs offene, tobende Meer geschwommen ist.

„Wenn Du das meinst“, erwidert Percy, vielleicht ein wenig bitter, und Oliver öffnet seinen Mund erneut, um etwas zu sagen, aber dann schließt er ihn doch wieder und schüttelt den Kopf, als könne er Percy so überhaupt nicht fassen.

Dann ist da nur noch Stille und Percy traut sich nicht mehr, zu fragen, warum Oliver eigentlich nicht schlafen kann.

 

Percys Koffer ist ordentlich zusammengepackt, auf einen Blick komplett überschaubar aufgeteilt in Sektionen. Olivers Koffer steht daneben, kreuz und quer durcheinandergeworfene Kleidung und ein halb geöffneter Kulturbeutel, aus dem Shampoo und Duschgel herauslugen, während Oliver seine Zahnbürste und -pasta dazu steckt.

„Bist Du bereit für die Ferien?“, fragt Oliver plötzlich und als Percy sich aufrichtet, bemerkt er, dass Oliver zu ihm herüber getreten sein muss, ohne dass er es bemerkt hat. Seine Nase schrammt beinahe an Olivers vorbei und ihm fällt zum ersten Mal auf, dass er irgendwann in diesem Jahr Oliver überholt haben muss, weil er ein klitzekleines Stückchen größer als Oliver ist auf einmal.

Percy zuckt etwas atemlos mit den Schultern, weil er daheim wieder nur ein gewöhnlicher Tropfen in einem Meer voller herausragender Individuen sein wird, der durch Eintönigkeit und absolute Langweiligkeit glänzt. Er ist nicht unbedingt in Vorfreude darüber, die lange Zugfahrt nach Hause anzutreten und sich dort wieder einmal allein so vielen Weasleys gegenüber zu sehen, zwischen denen er nur positiv auffallen kann, wenn er gute Noten schreibt.

„Ich hab meine Eltern seit Weihnachten nicht mehr gesehen“, fährt Oliver also fort, „und ich kann’s kaum erwarten, ein paar Bälle mit meinem Vater zu werfen. Wir spielen meistens Fußball, aber meine Mum geht manchmal mit mir zu Puddlemere United-Spielen.“

Er quasselt. Oliver tut das manchmal, wenn er besonders aufgeregt ist, und Heimaturlaub regt ihn immer noch ein bisschen mehr auf. Meistens weiß Percy nicht, was er darauf erwidern soll, weil Oliver immer gleich so unfassbar viel ist.

„Ich bin gern in Hogwarts“, sagt er also leise, weil es sich so anfühlt, als sollte er auch langsam etwas zu ihrem Gespräch beitragen.

Oliver grinst breit und stemmt die Hände in die Hüften, während er erwidert: „Ich bin auch gern in Hogwarts.“

Für einen Moment überlegt Percy, die Hände in die Hosentaschen zu stecken, weil sie nur tatenlos an seinen Seiten hängen, aber er entscheidet sich dagegen, und als er: „Nur, weil Du hier Quidditch spielen kannst“ sagt und Oliver plötzlich nach seinen Händen greift, ist er froh drum.

„Ach, Papperlapapp“, erwidert Oliver beinahe atemlos und—ist er gerade noch nähergekommen oder war er Percy schon die ganze Zeit so nah, dass Percy seinen Atem auf den Lippen spüren konnte? „Ich meine, natürlich, klar. Aber ich bin auch gerne in Hogwarts, weil Du hier bist.“

Die Luft fühlt sich ein bisschen elektrifiziert an, Olivers Hände an seinen sind warm und ein wenig feucht und Percys Mund ist so trocken auf einmal, dass ihm die Zunge am Gaumen klebt. So einen Moment hat es zwischen ihnen beiden noch nie gegeben und Percy weiß nicht, was anders ist, aber er weiß auch nicht, wie er sich nun verhalten soll. Soll er überhaupt irgendetwas tun?

Und dann liegen Olivers Lippen auf seinen, bevor er eine Entscheidung treffen kann.

Percys Gehirn ist absolut leer und bevor er reagieren kann, sind sie auch schon wieder weg und Oliver wünscht ihm mit einem Grinsen: „Schöne Ferien“, als ob sie sich am Bahnhof nicht mehrsähen.

 

 

Oliver hätte Percy nicht küssen dürfen vor den Ferien, das ist ihm vollkommen klar. Es war eine Spontanentscheidung, eine impulsive Tat, die er nicht durchdacht hat, weil: Oliver war vierzehn und sorglos und schrecklich verliebt. Jetzt ist er fünfzehn und ein bisschen weiser und immer noch schrecklich, schrecklich verliebt.

Zuerst denkt er, dass der irgendwie-Kuss und sechs Wochen auseinander ihm dabei helfen würden, sich zu entlieben, aber er hat es tief in sich bereits gewusst, als er Percy das erste Mal gesehen hat, verloren in ihrem Schlafsaal stehend und die Schultern bis zu den Ohren gezogen, während er die Nase so hochhielt, wie nur Percy es konnte. Er hatte Percys blasse, sommerbesprosste Wangen gesehen und gewusst, dass er ihn nicht mehr loslassen können würde.

Selbst wenn er nicht jede freie Minute damit verbrachte, an Percy zu denken, war ihm doch irgendwie immer klar, dass da jemand neben ihm fehlte, vor allem, wenn es dunkel draußen wurde und er viel zu allein in seinem viel zu großen Bett lag und nicht schlafen konnte.

Und als er Percy jetzt in ihrem Schlafsaal wiedersieht, den scharlachrot-goldenen Aufnäher der Vertrauensschüler*innen auf seiner Robe und die Wangen vor lauter Aufregung und Freude gerötet, nachdem er die Erstklässler*innen zum Gemeinschaftsraum führen durfte, kann er nicht anders, als nach vorne zu stürzen und ihn in die Arme zu schließen, weil sie sich sechs Wochen lang nicht gesehen haben und er fünfzehn ist und vielleicht ein bisschen weiser, aber immer noch so furchtbar schrecklich verliebt wie das letzte Mal, als sie sich gesehen haben.

„Herzlichen Glückwünsch zum Amt des Vertrauensschülers“, flüstert Oliver in Percys Nacken, während der die Umarmung noch nicht einmal erwidert.

„Alles Gute nachträglich zum Geburtstag“, flüstert Percy ebenso leise in Olivers Nacken und Oliver drückt ihn noch ein wenig fester an sich, weil er noch gar nicht so recht glauben kann, dass sie wieder zusammen sind und Percy ihn noch nicht von sich geschubst hat, weil Oliver es sich unreparierbar mit ihm verscherzt hat.

Für einen Moment stehen sie gemeinsam mitten im Raum, weil sonst keiner da ist und sie es machen können, und Olivers Herz resoniert wie die Saite einer Harfe, die sanft angeschlagen wurde, mit Sehnsucht. (Das ist, was er immer haben möchte. Das ist, woran er in schwachen Momenten seine Tagträumereien anknüpft, die nicht immer so unschuldig bleiben, aber immer genauso sanft enden. Das ist, was die Unruhe aus seinem Mark treibt und nichts zurücklässt als die geerdete In-sich-Gekehrtheit, die ihn bis zum Schlaf lullen kann.)

„Es tut mir leid“, flüstert Oliver schließlich und er meint den irgendwie-Kuss, aber auch, dass er seine Gefühle nicht ändern kann und nicht ändern will.

„Okay“, flüstert Percy zurück, aber er klingt eher kleinlaut, als müsste er sich Anschuldigungen und Diskussionen von der Zunge schlucken. Als Oliver ihn loslässt und sie sich wieder gegenüberstehen, sieht Percy ihn mit einem Blick an, den Oliver nicht lesen oder interpretieren kann. Er ist fünfzehn und unbedacht und so verliebt, dass es manchmal ein bisschen weh tut. „Das ist okay.“

 

„Penny hat mich geküsst und Ginny hat es gesehen“, sagt Percy in die Stille ihres schlafenden Schlafsaals und Oliver ist mit einem Schlag hellwach. „Was soll ich tun, Oliver?“

„Willst Du Penny denn küssen?“, fragt Oliver zurück, während er seine rasenden Gedanken irgendwie zu zähmen versucht.

Percy schnaubt ein humorloses Lachen und antwortet: „Ich dachte, ich wollte sie küssen.“

„Du denkst nicht mehr?“, fragt Oliver weiter, bevor er sich zu einer endgültigen Erwiderung hinreißen lassen muss, aber er versucht der Hoffnung in seiner Brust keinen Platz einzuräumen, weil es überhaupt nichts heißen muss, dass Percy Penny vielleicht nicht mehr küssen möchte. Das heißt noch lange nicht, dass er Oliver küssen möchte, egal, wie sehr Oliver das auch möchte.

Ein paar tiefe Atemzüge ertönen von Percy, bevor er leise zugibt: „Ich konnte nicht aus meiner Haut, konnte nicht aufhören, darüber nachzudenken, dass ihre Lippen so trocken sind und ich noch den Aufsatz für Binns fertigschreiben muss.“ Er holt tief Luft. „Ich hab über alles und nichts nachgedacht und konnte nicht aufhören, nicht so wie bei—“

Percy unterbricht sich selbst und beißt sich auf die Unterlippe, Oliver kann es sogar im Dunkeln sehen, und Oliver hofft, er betet zu allem, das ihm in den Sinn kommt, dass er Percy richtig versteht und seinen Satz richtig beendet. Er hofft, dass es in Ordnung ist, dass er seine Hände an Percys Wangen legt, und dass Percy der Atem stockt, weil er nicht glauben kann, dass ihre Nasen sich sanft berühren. (Oliver kann es mit Gewissheit nicht glauben, dass er kurz davor ist, Percy Weasley zu küssen, der immer so erhaben und weitab von allen anderen wirkt, wenn er nicht allein mit Oliver ist, der noch ganz andere Seiten aus Percy herauszulocken vermag.)

Ihre Lippen berühren sich, Olivers Kopf ist leer und sein Herz so unglaublich voll, dass es sich anfühlt, als sei es zum Zerreißen gespannt vor lauter Positivität und Glücksgefühle.

Oliver will vom Eulenturm rufen, dass es nur zwei Dinge gibt, die er liebt, aber stattdessen vertieft er ihren Kuss und erntet Finger, die sich in sein Pyjamaoberteil krallen.

„Du hast Dich entschuldigt für den Kuss“, sagt Percy leise, als sie sich nicht mehr küssen. „Als sei es ein Fehler gewesen.“

„Ich dachte, Du hättest ihn nicht gewollt“, erwidert Oliver.

„Ich wusste nicht, dass ich ihn wollte“, stimmt Percy entschuldigend zu und Oliver presst einen Kuss gegen seine Stirn, weil er kann.

 

Percy küsst Oliver nie.

Wobei das nicht so ganz stimmt, weil sie gerade auf Percys Bett liegen und Oliver Percys Oberlippe zwischen den Zähnen hat und Percy ihm noch näherkommt, obwohl eigentlich kein Blatt mehr zwischen sie gepasst hätte. Aber Percy beginnt keine Küsse mit Oliver, egal, wie sehr Oliver auch davon tagträumt, dass er eines Tages in den Schlafsaal kommt und Percy ihn an sich zieht, um sein Gesicht mit Küssen zu bedecken und ihn dann zum Bett zu ziehen, um endlich einen Schritt weiterzugehen als bisher.

Percy hält sich bedeckt, er erwidert Olivers Küsse unter dem Silencio seines Bettes und jagt manchmal Olivers Lippen hinterher, wenn der sich zu weit von ihm entfernt, aber er beginnt nie damit und wenn Olivers Hand ihren Weg unter sein Hemd findet, spannt er sich an, als stünde er unter Strom, und entspannt sich erst wieder, wenn Oliver seine Hand zurücknimmt. Also bleibt Oliver mit seinen Händen auf Percys Armen und über seinem Hemd und genießt die Art und Weise, wie Percy dahin schmilzt.

Und manchmal, so wie jetzt, verliert Oliver sich ein bisschen zwischen Percys Sommersprossen und er hört sich selbst unüberlegte Dinge sagen. Während er noch dabei ist, einen Kuss auf Percys Amorbogen zu setzen, rutschen ihm bereits die ersten unbedachten Worte über die Lippen direkt in den Kuss.

„Ich liebe Dich“, flüstert Oliver und es ist wahr, aber es ist auch viel zu früh, weil Percy auf keinen Fall bereit ist, es zu hören. Und tatsächlich erstarrt er in Olivers Armen und Oliver könnte sich verfluchen.

„Ich“, beginnt Percy und Oliver fürchtet, „werde nicht mit Dir schlafen, nur weil Du so etwas sagst.“

Ein ungläubiges Lachen stolpert über Olivers Lippen und er erwidert: „Ja, ich weiß, absolut.“ Und dann küsst er Percy noch einmal, weil er immer noch kann.

 

„Oliver!“

Percys Ohren glühen und bevor Oliver irgendetwas erwidern kann, hebt Percy das Schulsprecherabzeichen an seiner Robe an und präsentiert es, während er noch im Türrahmen des Schlafsaals steht und Oliver auf halbem Weg zu ihm mitten im Raum.

„Bei Merlin!“ Oliver überbrückt den Abstand zwischen ihnen und schließt Percy in seine Arme. „Und Du hast nichts erzählt!“

„Ich wollte Dein Gesicht sehen“, erwidert Percy peinlich berührt. „Penny reagiert nie so überschwänglich. Eigentlich reagiert nie jemand so wie Du.“

Oliver brummt als Antwort erst nur und presst einen Kuss auf Percys Schläfe und Wange. Dann fügt er leise hinzu: „Es sind gute Neuigkeiten. Du hast Dich auch gefreut, als ich Kapitän wurde.“

„Nun“, beginnt Percy, weil er Oliver ein wenig widersprechen will, weil er nie so ausufernd reagiert wie Oliver, aber dann scheint er es sich anders zu überlegen, und er sagt: „Ich habe eine Entscheidung getroffen.“

„So?“, erwidert Oliver und tritt einen Schritt zurück, um Percy den Platz zu lassen, den er braucht.

„Ja.“ Percy verlagert sein Gewicht auf den linken Fuß und schluckt einmal schwer, dann sagt er: „Ich liebe Dich“ und Oliver wird warm bis in die Zehenspitzen, weil er siebzehn ist und Percy so schrecklich liebt.

 

Oliver hat gleich gewusst, dass sie seelenverwandt sind, als er den Schlafsaal betreten hat, aber Percy erging es anders, und Oliver weiß, dass das in Ordnung ist, weil Percy jeden Tag wieder aufsteht und sich dafür entscheidet, Oliver mit seinem ganzen Herzen und jeder Faser seines Körpers zu lieben. Und Oliver ist da, egal wie groß und beängstigend die Aufgaben auch sein mögen, die sie in einer Welt ohne Voldemort und voller alleiniger Weihnachtsabende bei ihren Familien erwarten, weil Percy ihn als Seelenverwandten ausgewählt hat – mit voller, präzisierter Absicht und ohne jegliche Reue – und das das Einzige ist, das zählt.

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