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Der Himmel war klar und die Luft noch schwer von der Sommerhitze am Tag. Bobs Käfer fuhr die gerade Landstraße entlang, Links das Meer, rechts eine weite Grünfläche und über ihnen der Himmel voller Sterne.
Die Jungen waren eine knappe halbe Stunde vor Rocky Beach als der Käfer begann komische Geräusche zu machen.
„Das ist alles normal“, versicherte Bob.
“Das ist nicht normal“, sagte er dann allerdings als der Wagen plötzlich stehen blieb und nicht mehr ansprang. Planlos stieg Bob aus und öffnete die Motorhaube…ja…der Motor war noch da…mehr Ahnung hatte er dann doch nicht von Autos.
Peter drängte sich neben ihn und probierte ein wenig herum bis er zu dem Endschluss kam, die Batterie sei schuld. Geschlagen schoben die drei den Käfer an den Straßenrand und setzten sich rein. „Kann uns dein Onkel abholen?“, fragte Peter seinen Kollegen. Dieser zuckte mit den Schultern und griff nach seinem Handy in der Ablage und wählte die Nummer.
„In zwei Stunden will er hier sein. Er holt gerade meine Tante aus LA ab“, meinte Justus nachdem er das Gespräch beendet hatte und lehnte sich etwas zurück und machte es sich gemütlich, „Also heißt es warten Kollegen“.
„Wir hätten Morton anrufen können“, warf Peter ein. Er hatte sich auf die Rückbank gelegt, wobei er allerdings die Beine anwinkeln musste um in dieser Position liegen zu können. „Morton hat Urlaub“, Bob rieb sich die Augen und schob dabei seine Brille hoch. Er war schon lange gefahren und wollte eigentlich nur in sein Bett.
„Haben wir Morton je nach seinem Vornamen gefragt?“, fragte Peter nachdenklich. Kurz schienen die drei zu überlegen. „Nein“, Justus schien ein wenig frustriert, dass er die Antwort nicht wusste. „Hat sich irgendwie nie ergeben“, antwortete Bob irritiert, „nicht mal als wir dachten er sei tot. Vielleicht sollten wir ihn mal fragen“.
„Vielleicht ist Morton ja sein Vorname und wir kennen seinen Nachnamen nicht“, Peter gestikulierte mit seinen Fingern in der Luft und schien die Worte über sich zu verschieben als würde er gerade die Verschwörungstheorie des Jahrhunderts lösen. Die drei lachten über diese Aussage bis Justus einwarf: „So fern ist das nicht. Der Name Morton ist die skandinavisch-anglische Form vom Namen Martin und bedeutet so viel wie Sohn von Mars“.
„Warum du so was weißt, will ich gar nicht wissen Justus“, Peter schielte aus seiner liegenden Position zu seinem Kollegen nach vorne. Seine wuscheligen Haare lagen auf dem Sitz um seinen Kopf verteilt und sahen aus wie eine rot-braune Sonne. Plötzlich lachte Peter los. „Was ist den so lustig, Zweiter?“, fragte Bob ebenfalls schon lachend, angesteckt von Peter.
„Vielleicht heißt er ja Morton Morton“, bekam Peter zwischen seinen Lachern raus. Die anderen beiden stimmten ein. „Morton Morton, in gehobenen Kreisen auch bekannt als Mr. M&M oder was?“, Bob erstickte fast vor lachen. Es war einer dieser Momente, der nur halb so lustig war, wenn man versuchte jemandem anderes davon zu berichten.
„Wo wir schon bei unbekannten Vornamen sind: wir hätten auch Cotta anrufen können“, Sagte Bob als sie sich wieder beruhigt hatten und lehnte sich auch zurück im Fahrersitz. „Na der hätte sich gefreut uns einzusammeln um halb zwei“, kam es vom Rücksitz.
„Sogar seine Schwester nennt ihn Cotta“, Justus begann seine Unterlippe zu kneten, „das ist ein Rätsel, was es noch zu lösen gibt Kollegen“
„Ich weiß seinen Vornamen“, meinte Peter beiläufig und fuhr sich durch die Haare. Schlagartig drehten sich seine Kollegen zu ihm um. „Glaubt ihr mir etwa nicht?“, er richtete sich empört auf, „Aber ich sage es euch. Ich weiß, wie er heißt“. Peter zog das letzte Wort unnötig lang und wackelte mit den Augenbrauen.
„Jetzt spucks schon aus Zweiter!“, Justus wirkte ungeduldig.
„Was bekomme ich dafür?“, fragte Peter und verschränkte die Arme. „Du darfst nicht den Rest nach Rocky Beach laufen wenn der Wagen wieder geht“, meckerte Bob aber man merkte den Humor in seiner Stimme. „Okay ich sag es euch. Ich sollte mich doch mal in seinem Büro umsehen während dem Fall mit den Autodieben“, begann er und seine Kollegen verfolgten gespannt jedes Wort, „und da habe ich sein Portemonnaie gefunden und war halt neugierig“
„Nun sag schon Peter!“, Bob klang gespannt. „Sein Name ist italienisch“, Peter gestikulierte mit seinem Finger in der Luft. „Seine Eltern sind doch aus Colorado“, unterbrach Justus ihn verwirrt. „Ja, vielleicht sagt er deshalb niemanden seinen Namen. Er heißt Panna“, Peter grinste seine verwirrten Kollegen an. „Panna….“, Bob lies sich den Namen durch den Kopf gehen bis er stockte, „Moment mal, Panna?! Zweiter du spinnst!“.
„nein, wirklich!“, Peter hob verteidigend die Hände. „Aber Panna ist ein Mädchenname, heißt Weisheit übersetzt und ist nicht italienisch Zweiter“, Justus knetete immer noch seine Lippe. „Justus, denk mal in eine andere Richtung“, versuchte Bob ihm auf die Sprünge zu helfen, er selbst unterdrückte schon ein Lachen.
„Aber es stand auf dem Ausweis! Ich sags euch! Inspektor Panna Cotta“, Peter konnte nicht mehr ernst bleiben als er den Namen so aussprach und seine ernste Miene zerbrach. Die Drei begannen laut los zu lachen als auch Justus den Wortwitz realisierte.
„Peter du bist so ein Idiot“, lachte Bob, „wolltest du uns als nächstes weismachen, seine Schwester hieß mal Terra bis zu einer Änderung wegen Kindeswohlgefährdung?“. Erneut lachten sie los.
Plötzlich zuckten die drei zusammen als jemand an der Scheibe klopfte. Als die drei in das Gesicht des Inspektors blickten prusteten sie wieder los. Bob kurbelte das Fenster runter. „Was macht ihr hier Jungs?“, fragte der Inspektor leicht verwirrt die Drei so vorzufinden. „Nun ja“, überlegte Bob, „wir Tauschen Rezepte für Nachspeisen“. Die drei versuchten angestrengt ernst zu bleiben, Peter entwich dann allerdings doch ein kichern. „Habt ihr getrunken?“, fragte der Inspektor sichtlich verwirrt. „Nein, wir vertreiben uns nur die Zeit bis Justus Onkel kommt“.
Cotta war eindeutig zu alt um drei kichernde Detektive zu verstehen, vielleicht wollte er es auch gar nicht. „Kommt ich gebe euch Starthilfe“, er nickte mit seinem Kopf zu dem Streifenwagen mit dem er unterwegs war, „ich glaube ich will nämlich gar nicht wissen was ihr da redet“.
Mit Cottas Hilfe war das Auto schnell gestartet und so fuhren die drei endlich Richtung Heimat. Sie wussten immer noch nicht die Vornamen der beiden Männer. Aber vielleicht mussten sie diesen Fall auch gar nicht lösen, denn eigentlich hatten sie schon beschlossen, dass es Inspektor Panna Cotta und der Chauffeure Morton Morton waren.
