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Barbara hatte lange darauf gewartet. Es war unmöglich zu planen, wann sich endlich die Gelegenheit ergab, einfach eine Pause einzulegen und Spaß zu haben. Normalerweise gab es in Gotham immer irgendwo ein Verbrechen, aber manchmal … manchmal war die Nacht auch so ruhig, dass sie die heiligen Worte sprechen konnte.
„Leute“, sprach sie jeden im allgemeinen Sprachkanal an, „Habt ihr Lust ein Spiel zu spielen?“
Sofort war es schlagartig still. Sie hatte noch genau gehört, wie Steph und Cass miteinander getuschelt hatten, aber jetzt hörten sie zu.
„Darauf kannst du wetten, Barbie“, durchbrach Jason die Stille und sie schmunzelte, als sie sah, dass sich sein Tracker etwas bewegte.
„Du kennst die Regeln, Jay. Solange, bis die Stoppuhr nicht gestartet wurde, darf sich niemand bewegen. Fair ist fair.“
Er grummelte etwas Unverständliches und sofort hörte Barbara, wie Dick das Lachen anfing.
„Sei nicht so gemein. Gibt das Stichwort. Wir sind alle bereit, dieses Mal zu gewinnen.“ Stephanie klang sehr selbstsicher und Barbara musste grinsen.
„So, wie ihr auch die letzten zehn Male gewonnen habt?“, fragte sie nach. Viele andere Spiele konnte sie leider nicht mitspielen, aber im Verstecken, hatte sie bisher niemand geschlagen. Es galt sie gegen alle und … nun ja, es war eben Barbaras Job Leute und Informationen zu finden. Sie war verdammt gut darin.
„Dieses Mal werden wir nicht scheitern“, versprach Damian und Barbara wusste, dass er in diesen Fall nur aus der Sicht des Teams sprach, weil er niemals zugeben würde, dass er alleine verloren hatte.
„Auf los geht’s los“, antwortete Barbara nur und machte sich bereit, ihre Bildschirme für eine kurze Spanne von fünf Minuten auszuschalten. Sie durfte nicht sehen, wohin ihre Familie verschwand, würde aber im Notfall (Arkham-Ausbruch) trotzdem jederzeit darauf Zugriff haben. Barbara hoffte nicht, dass dies heute der Fall sein würde.
Ihre Finger berührten den Knopf. Der Bildschirm wurde schwarz. Sie lächelte.
„Los!“
Tim … hatte ein Problem und das war eine Untertreibung. Er war vor zwei Minuten aufgewacht und hatte sich im ersten Moment noch über seinen steifen Nacken beschwert. Vermutlich war es nicht gerade gut im Sessel vor dem Batcomputer zu schlafen, aber das musste ja niemand erfahren. Doch leider, hatte er kurz darauf langsam aber sicher mitbekommen, dass er etwas wichtiges verpasst hatte.
Seine Geschwister hatten sich auf die Suche nach einem Versteck gemacht. Sie spielten Verstecken. Und er war ein Teil davon. Nur, dass seine Zeit zum Verstecken fast abgelaufen war.
„Jason?“, fragte er leise über die Comms nach. Es war wichtig, dass sie alle während dem Spiel in Kontakt bleiben konnte. Barbara hatte für den Moment ihren Zugang zu der Leitung ausgeschalten, könnte aber in einem Notfall jederzeit ihnen allen Bescheid geben. Es hatte auch den netten Nebeneffekt, dass einem beim Verstecken nicht langweilig wurde.
„Hmm, normalerweise würde ich dich ja ignorieren, Timbo“, antworte ihm Jason und Tim konnte sein Lächeln ganz genau hören, „Aber ich habe dich den ganzen Abend noch nicht gehört und bin mir sicher, dass das jetzt richtig gut wird.“
„Sei nicht so, Jay“, wand Dick ein und bekam dafür ein Knurren. Tim war in diesem Fall auf Jasons Seite. Wenn es nach ihm ginge, dann hätte er nur Jasons kontaktiert, aber Jason hatte nur eine private Leitung mit Barbara und eine Gruppenleitung gestattet. Anscheinend hatte ihn Tim zu oft wegen Nichtigkeiten kontaktiert. Als ob es ein Verbrechen war, sich danach zu erkunden, wie viel Säure man für die Beseitigung von Leichen benötigte oder wie viele Messerstiche nötig waren, um jemanden langsam aber immer noch qualvoll verbluten zu lassen. Tim konnte doch nichts dafür, dass er für seine Fälle diese Informationen benötigte!
„Psst, das ist ein Gespräch zwischen mir und Jason.“
Jetzt lachte auch Stephanie. „Oh, das wird definitiv gut.“
„Leise, Steph. Lass den Jungen reden.“
Es kostete Tim viel, um nicht darauf hinzuweisen, dass er kein Junge mehr war. Immerhin benötigte er einen Ratschlag. „Nun mal angenommen, dass ich bisher noch kein Versteck gefunden habe und momentan in der Bathöhle bin … Was wäre das beste Versteck, damit Barbara mich nicht findet?“
Tim konnte genau hören, wie Stephanie schon zum Lachen anfing und Jason kurz davor war. „Timmbers… Warum bist du noch in der Bathöhle und warum hast du dich noch nicht versteckt?“
„Weilichgeschlafenhabe“, nuschelte Tim.
„Was war das?“, fragte Jason nach, wobei sich Tim sicher war, dass er es sehr wohl verstanden hatte. Dieser Mistkerl.
„Ich habe bis jetzt geschlafen.“
Und da war es. Auch Jasons Lachen ertönte und Tim hasste es.
„Jetzt hört auf und seid lieber hilfreich! Was soll ich machen?“
„Tzz“, kam es fast sofort von Damian, „War ja klar, dass Drake sich erneut als nutzlos erweisen würde. Es ist wohl das Beste, wenn wir ihn gleich aus unserem Team verstoßen.“
„Damian“, kam es ermahnend von Dick, „Bei Verstecken gibt es nur zwei Teams und wir wollen Tim ganz bestimmt nicht gegen uns haben. Wenn wir schon kaum gegen Barbara eine Chance haben, dann können wir gegen die Beiden sofort aufgeben.“
Jason seufzte. „Ich geb’s ungern zu, aber Dick hat recht. Ich würde sagen, Tim, du musst schauen, dass du so schnell wie möglich die Spielzone erreicht. Wenn du dich beeilst, schaffst du es noch in den nächsten fünf Minuten, wenn nicht, bist du sowieso disqualifiziert. Aber es wird so gut wie unmöglich noch ein gutes Versteck zu finden, welches Barbara nicht im Blick haben wird.“
Tim seufzte, sprang aber auf und rannte zu seinen Bikes. Sobald diese Spielrunde beendet war, würde er beantragen, dass die Batcave ebenfalls zum Spielfeld zählte. Sie hatten es bisher aufgrund von Alfred ausgeschlossen, aber er würde es trotzdem versuchen.
Duke würde sich wirklich einmal freuen, wenn diese Familie ihm etwas erklären würde, bevor es wichtig wurde. Er hatte seit Jahren nicht mehr Verstecken gespielt, aber er war sich sicher, dass die Batfamily es nochmal ein wenig anders spielte. Fazit: Er hatte keinen blassen Schimmer davon, was er tat.
„Verschwinde Thomas! Ich war zuerst hier“, knurrte ihn Damian an, als er in die Gondel des Riesenrades stieg. Verdutzt blickte er zu dem Jungen. Wie hieß es so schön? Zwei Dumme ein Gedanke? Duke hatte mittlerweile aber gelernt, dass man sowas lieber nicht laut sagen sollte. Damian mochte es nicht gerne, als Dumm bezeichnet zu werden.
„Können wir uns nicht beide hier verstecken?“
„Nein! Es gibt nun wirklich nicht viele Regeln. Wie schaffst du es, dir trotzdem nicht alle zu merken?“
Duke würde sich wirklich wünschen, dass man ihm die Regeln erklären würde, bevor das Spiel los ging. Er hatte jetzt schon keine Lust mehr.
Dick hätte nur zu gerne Duke oder Tim geholfen, aber war selbst damit beschäftigt sich in den Lüftungsschacht zu pressen und dabei sicher zu gehen, dass keine Kamera ihn dabei beobachtete.
Nur noch zwei Minunten. Dann würde Barbara anfangen alle Kameras dieser Stadt zu hacken und sich auf die Suche nach jedem einzelnen von ihnen machen. Sie hatte dafür nur sechzig Minuten Zeit, aber mit Barbaras Fähigkeiten waren das oftmals dreißig Minuten zu viel. Leider wusste Barbara dies auch, weswegen sie sich einen Spaß daraus machte, Hinweise zu anderen Spielern erst einmal zu ignorieren und sich nur darauf zu konzentrieren Dick als ersten zu finden.
Der Lüftungsschacht war kaum groß genug für Tim, aber zum Glück schaffte es Dick trotzdem sich reinzuquetschen. Für irgendwas musste es gut sein sich zusammenfalten zu können, als hätte man keine Knochen.
„Drei“, ertönte nun Barbaras Stimme in seinem Ohr und sofort spannte sich alles in ihm an. Seine Hände fingen schon zum Schwitzen an. Vielleicht … Vielleicht würde er ja dieses Mal doch eine Chance haben zu gewinnen. „Zwei… Eins! Ob ihr versteckt seid oder nicht … Ich finde euch.“
Nun galt es abzuwarten. Nicht gerade Dicks größte Stärke, aber für den Sinn dieses Spieles, würde er es schaffen. Wenn da nur nicht diese leise Stimme in seinem Kopf wäre, dass sie sowieso nicht gewinnen konnten…
„Dick?“, fragte ihn Barbara direkt nach einer Minute, aber Dick machte sich nichts vor: Alle hörten mit. „Hast du dich wirklich im Lüftungsschacht auf dem Dach von BigBelly Burger versteckt? Wie passt du da überhaupt rein?“
Dicks Gesicht kam einem geschlagenen Welpen gleich, aber er streckte bereits den Kopf aus dem Lüftungsschacht. Nur, dass er immer noch keine Kameras in der Nähe entdecken konnte.
„Will ich überhaupt wissen, wie du mich gefunden hast?“
Es war gemein, wie sehr er ihr Lächeln heraushören konnte. „Ich glaube, das findest du alleine raus, wenn du kurz auf YouTube schaust.“
Dick ließ die Schultern hängen. Er trug nun wirklich keine Robin-Farben mehr, wieso also mussten ihn die Leute trotzdem noch bei solchen Sachen filmen? Er nahm sich extra die Zeit finster zu jedem einzelnen Fenster in der Nähe zu schauen. Wenn ihn jemand weiterhin beobachtete, dann hatte er diesen Blick verdient!
„Hör auf zu Lachen“, schmollte Dick und brachte Jason damit nur dazu, noch mehr zu Lachen. Es kam nicht oft vor, dass sich Jason in diesen Spielen amüsierte, aber momentan hatte er die Zeit seines Lebens. Er konnte sogar ganz entspannt seine Füße hochlegen und Chips essen, während seine Geschwister weit hilfloser zu sein schienen. Vermutlich sollte Jason nicht so von seinem Versteck überzeugt sein, aber das viel schwer, denn er hatte sich eindeutig das Beste von allen gesucht.
„Das könnte noch dauern. Ich höre auf, sobald es nicht mehr witzig ist“, antworte Jason und hätte einiges dafür gegeben nun auch Dicks Gesicht zu sehen. Doch der Funkaustausch musste reichen.
„Mal sehen, ob du auch noch so lachst, wenn Babs dich findet“, murmelte Dick, aber jeder in der Leitung hatte es wohl verstanden. Außer jemand hatte sich an einem lauten Ort versteckt, aber das konnte sich Jason kaum vorstellen.
„Glaub mir. Das wird noch dauern.“
Kurz herrscht Schweigen und dann kam die Frage, mit welcher Jason bereits gerechnet hattest. „Wo bist du?“
Jason grinste dreckig. „Du erinnerst dich noch an meine Zeit als Crime Boss?“
„Jaaaaa“, antworte Dick vorsichtig.
„Nun, ich wurde damals auch zu ein paar Poker-Abende eingeladen und habe noch ein paar Gefallen offen. Demensprechend hat mir Riddler dankeswerterweise einer seiner alten, unentdeckten Verstecke zur Verfügung gestellt.“
„Was zum Henker?“, kam es von Duke. Jason wusste selbst, dass seine Familie gut darin war eine schockierende Nachricht nach der anderen in den Raum zu werfen, als wäre es nichts Besonderes. Er hoffte, dass Duke seine Normalität – Naivität – nicht so schnell verlieren würde. Sie war durchaus erfrischend und erinnerte sie daran, dass ihre Familie alles andere als normal war.
„Warum überrascht mich das nicht?“, fragte Stephanie laut in die Runde, aber Jason konnte ganz genau ihren Neid heraushören.
„Das …“, meinte schließlich auch Dick, „… ist wirklich ein gutes Versteck.“
„Jap“, antworte Jason und zog sein Buch aus seiner Cargo-Hose. Er war wirklich froh, dass er sich heute für die mit den extra großen Taschen entschieden hatte. So hatte er zumindest ein paar Minuten Zeit zum Lesen, während seine Geschwister in ihren Verstecken schwitzen mussten. Die Definition von einem erfüllten Abend.
Barbara war durchaus zufrieden mit sich selbst. Sie hatte noch fünfzig Minuten und hatte bereits einen von sieben Personen gefunden. Nicht gerade ihre Bestleistung, aber man musste auch mit einkalkulieren, dass ihre Familie in diesem Spiel immer besser wurde. Sie machten sich mehr Gedanken, achteten auch außerhalb des Spieles mehr auf die verschiedenen Kameras in Gotham und wurden auch listiger. Mit jedem Sieg mehr, wurde Barbara immer unsicherer, wie lange ihre Siegessträhne noch anhalten würde.
„Weißt du“, sagte sie laut in den Raum und konnte nicht verhindern, dass sie lächelte. Ihre Finger flogen weiterhin über die Tastatur und sorgten dafür, dass neue Kameraansichten auf ihrem Bildschirm auftauchten. Sie hatte einen verdächtig aussehenden, lilanen Stoff an einer Ecke entdeckt. Jetzt musste sie nur noch herausfinden, wo es Stephanie hinverschlagen hatte. Aber sie musste sich auch noch parallel um eine andere Gelegenheit kümmern. „Ich habe es früher immer gehasst, wenn Batman plötzlich unangekündigt und ohne Vorwarnung neben einem stand. Aus diesem Grund habe ich wirklich jede Lücke in diesem Glockenturm mit Bewegungsmeldern versehen.“
Damit blickte Barbara kurz nach oben. Auf einen der vielen Balken im Glockenturm saß Cass bewegungslos und senkte enttäuscht den Kopf.
„Mach dir nichts draus. Die Idee war nicht schlecht, immerhin habe ich dich tatsächlich nicht gehört.“
Barbara wusste, dass es nur ein schwacher Trost war, aber in ihrem eigenen Terrain war es nun mal unmöglich sich an sie heranzuschleichen. Dafür hatte sie vor langer Zeit gesorgt.
Bevor Stephanie Cass auch nur hatte fragen können, wo sie sich verstecken würde, war diese bereits verschwunden. Stephanie hasste dieses Spiel. Sie war schon als Kind schlecht darin gewesen. Gut vielleicht lag es daran, dass sie immer die auffälligste Farbe in der gesamten Klasse trug oder auch daran, dass ihre Wohnung eben nicht viele Versteckmöglichkeiten geboten hatte. Trotzdem hatte sie früh genug festgestellt, dass sie daran keine Freude hatte. Gerade mit Babs als Gegnerin konnte man nur verlieren.
Dick würde jetzt bestimmt irgendwas davon erzählen, dass man eben Kampfwille zeigen musste und nicht aufgeben durfte. Dick wollte aber eben auch nicht als Erster gefangen werden. Stephanie hingegen … Stephanie war das sowas von egal.
Sie schnappte sich eine Reihe von Donuts und setzte sich entspannt in eine Ecke des Diners, welche nicht von einer Kamera gefilmt wurde. Nicht die beste Idee in Gotham, aber für eine kleine einstündige Pause, durchaus passend.
Stephanie würde nicht gewinnen, das war ihr klar, aber dafür hatte sie zumindest eine Donut-Pause.
„Nimmst du mir auch einen mit?“, fragte Barbara nach und Stephanie war stolz, dass sie nicht zusammenzuckte. Stattdessen machte sie eine Daumenhoch-Bewegung mit ihrer rechten Hand und stopfte sich einen weiteren Donut mit ihrer linken Hand in den Mund.
Stephanie hatte keine Ahnung, wo sich die Kamera befand, aber anhand von Babs Kichern, war sie sich ziemlich sicher, dass sie nicht unbemerkt blieb.
Duke war nicht begeistert. Eines Tages, da war er sich sicher, würden ihn diese „harmlosen“ Spielchen noch umbringen. Beweisstück Nummero Uno: Momentan saß er gefangen in einem Fischernetz und anstatt sich zu befreien, um keine leichte Beute abzugeben, konzentrierte er sich darauf unsichtbar zu bleiben, damit Barbara ihn nicht finden würde.
Früher hatte er geglaubt zu den Schlaueren in seiner Klasse zu zählen. Mittlerweile befürchtete er, dass diese Familie viel zu sehr auf ihn abgefärbt hatte.
Er hoffte, dass Barbara sich Damian zuerst vorknöpfen würde. Verdient hätte er es, nachdem er Duke aus der Gondel geworfen hatte. Vielleicht war wichtig zu erwähnen, dass die Gondel sich nicht nahe des Bodens befunden hatte.
„Ich hasse dieses Spiel“, murrte er.
„Ich auch, aber dafür habe ich zumindest Donuts.“
Duke stöhnte laut auf. Das Einzige, was er hatte, waren ein paar tote Fische, die sich ebenfalls im Netzt befunden hatte. Er würde diesen Geruch ewig nicht rausbekommen. Da machte er sich nichts vor.
Bevor Damian die Stimme hörte, wusste er bereits, dass er versagt hatte, denn das Riesenrad begann sich zu drehen.
„Das ich diesen Anblick noch erlebe: Robin im Riesenrad. Na, macht es Spaß?“
„Tzz.“
Damian würde diese Frage bestimmt nicht mit einer Antwort versehen. Barbara war eine würdige Gegnerin, aber wie jeden anderen Gegner zuvor, würde er sie früher oder später schlagen.
„Wir können uns eben nicht alle unsichtbar machen“, murmelte er.
„Duke ist unsichtbar?“, fragte Barbara nach und Damian verdrehte die Augen. Dukes Fähigkeit sich unsichtbar zu machen, war nichts Besonderes. Wenn Damian eins mit seiner Umgebung wurde, das war etwas Besonderes!
„Ach, Robin. Du hättest ihr wirklich nicht helfen müssen“, seufzte Dick theatralisch, während Todd einfach nur lachte. Er war bisher noch nicht gefunden worden, schien aber kein Problem damit zu haben, sich in das Gespräch einzumischen.
„Na, dann kriegst du mächtige Probleme, Barbie! Sicher, dass du Duke finden kannst?“
Damian wunderte sich, ob er jemals den Tag erleben würde, an welchem Todd jemand nicht unnötig provozierte. Zumindest sorgte Barbara dafür, dass er es bereute.
„Ich an deiner Stelle würde nicht lachen, J. Denkst du wirklich, ich weiß nicht, dass du dich in Riddlers altem Versteck befindest?“
Ein Husten ertönte, als hätte sich Todd an etwas verschluckt. Geschah ihm recht!
„Ich habe auch meine Beziehungen, weißt du?“
Eine wirklich würdige Gegnerin, beschloss Damian aufs Neue.
Tim war kurz davor wieder einzuschlafen, war aber froh, dass er trotzdem mitbekommen hatte, wie Damian gefunden wurde. Vielleicht etwas gemein, aber der kleine Gremlin hatte es definitiv verdient. Sonst immer hieß es „Es ist nun wirklich nicht schwer, erst nach Drake gefunden zu werden“ und Tim konnte auf diese Aussage sehr gut dieses Mal verzichten.
„Nur noch zwei Spieler im Rennen und nur noch zehn Minuten Zeit. Wird es Orakel schaffen ihre Siegessträhne aufrecht zu erhalten oder muss sie schon bald ihre Niederlage eingestehen?“
„Muss das sein?“, fragte Stephanie und klang dabei so genervt, wie sich Barbara vermutlich gerade fühlte.
„Hey“, beschwerte sich Dick, „Ich möchte das alles doch nur etwas spannender machen. Außerdem bin ich immer noch der Meinung, dass ich einen exzellenten Kommentator abgebe.“
„Das Einzige, was du tust, ist uns alle nerven und Barbie anzustacheln, die Leute schneller zu finden“, grummelte Jason. Tim hätte sich vielleicht auch in das Gespräch eingemischt, aber er wollte nur ungerne durch Hintergrundgeräusche verraten, wo er sich momentan befand. Es war schon schlimm genug, dass er sich überhaupt zu diesem Versteck hatte herablassen müssen.
„Oh Signal“, murmelte Babs und das klang alles andere als gut. Wenn Tim ehrlich sein sollte, hatte er bis eben angenommen, dass Duke die Runde definitiv gewinnen würde. Selbst, wenn Barbara wusste, dass sie nach jemand unsichtbaren schauen musste, war dies mitunter eine sehr anstrengende Aufgabe. Gerade, da Duke wirklich überall stehen konnte, ohne, dass ihn Kameras wahrnehmen würden.
„Ich … Ich stecke vielleicht fest“, erklärte Duke wehleidig und Tim verstand sehr gut, dass Duke keine Lust mehr auf dieses Spiel hatte. Tim konnte sich aber nicht vorstellen, dass Dukes Versteck schlimmer als Tims war.
„N, ich schicke dir Signals Position. Anstatt zu kommentieren, könntest du vielleicht versuchen ihn aus dem Fischnetz zu befreien.“
„Alles klar. Wir kriegen das hin, Kumpel“, meldete sich Dick sofort, während Tim eindeutig Damians Lachen hören konnte. Was nicht ganz fair war, war, dass Stephanie und Jason ihre dummen Kommentare zurückhielten. Für Tim würden sie das nie machen, selbst, wenn er gewinnen sollte.
„Drei Minuten noch“, meinte Dick, sobald er Duke befreit hatte.
Barbar fing innerlich das Schwitzen an. So lange hatte sie bisher noch nie gebraucht, um Tim zu finden. Normalerweise war Cass die Schwerste zu finden, allein durch ihr schwarzes Outfit, aber dieses Mal schien es fast unmöglich Tim ausfindig zu machen.
Sie hatte bisher herausgefunden, dass Tim sich zu Beginn des Spiels in der Batcave befunden hatte und erst in die Spielzone hatte, fahren müssen. Das schränkte die Orte zwar ein, aber nicht gut genug.
„Hey, wird da jemand verzweifelt?“, zog Jason sie auf und Barbara nutzte eine halbe Sekunde ihrer wertvollen Zeit, um sein Mikrofon stummzuschalten. Aus dem Augenwinkel sah sie genau, wie Cass ihr einen Daumen nach oben streckte und Stephanie den Glockenturm durch ein oberes Fenster betrat.
„Zwei Minuten“, zählte Dick weiter auf.
„Wir sind gleich im Glockenturm“, meinte Duke, „Und wenn ich mich nicht täusche, habe ich gerade auch Jason gesehen. In Live wirst du ihn schlecht stummschalten können.“
„Leider“, dachte sich Barbara, sprach es aber nicht aus, da es nur ihre Konzentration gestört hatte.
„Eine Minute“, meinte Dick viel zu schnell neben ihr. Auch Damian hatte den Weg zum Glockenturm gefunden, was dazu führte, dass jeder ihre hastigen Tippbewegungen verfolgen konnte. Sie versuchte wirklich jede Kamera anzuzapfen, die ihr helfen könnte.
Aber nicht schnell genug. Der Timer lief ab.
Dick fing das Jubeln an. Damian verschränkte beleidigt die Arme. Stephanie blickte ungläubig auf die Bildschirme. Cass schien stolz zu lächeln. Duke war generell nur verwirrt und Jason schüttelte bei all den Reaktionen einfach nur den Kopf und klopfte Barbara auf die Schulter.
„Mach dir nichts draus. Du hast immer noch zehn andere Spiele gewonnen.“
Barbara lächelte, musste aber zugeben, dass sie trotzdem ziemlich enttäuscht in sich selbst war. Seufzend schaltete sie wieder den Bildschirm mit den Tracker-Locations an, um endlich Tim zu finden. Sie hatte den Radius tatsächlich richtig eingeschränkt, aber nie im Leben wäre sie darauf gekommen, dass sich Tim ausgerechnet an diesem Ort versteckte.
„Du… Du bist bei Red Robins? Dem Restaurant?“
„Jap“, antwortete Tim beschämt.
Barbara konnte nicht anders und griff auf die Kameras zu. Doch selbst mit diesen konnte sie Tim nicht sehen. Die anderen blickten ebenfalls auf die Bildschirme und Dick beugte sich über ihre Schulter.
„Tim“, meinte er geschockt, „Steckst du im Vogel-Kostüm?“
„… Ja.“
Und Barbara konnte nicht anders, sie fing zum Lachen an. Ein geniales Versteck, ungelogen, aber die Vorstellung, dass Red Robin in einem Red Robins in einem roten Vogel Kostüm steckte, war einfach zu gut.
