Work Text:
Manchmal fragte Cotta sich, wie viel Geld sich eigentlich auf Victor Hugenays Konto befand. Oder vermutlich eher: seinen Konten. Dann beschloss er jedoch meistens ganz schnell wieder, dass er es gar nicht so genau wissen wollte.
Er saß in der Vormittagssonne vor einem Café in La Jolla, einem der teuersten Orte der Vereinigten Staaten, und sah lächelnd dem Kunstdieb neben sich dabei zu, wie er sich genüsslich eine Zigarette anzündete. So richtig wusste er immer noch nicht, wie er hier gelandet war, aber beschweren würde er sich sicherlich auch nicht.
Im nächsten Moment kam die Kellnerin mit ihrem Kaffee.
„Ein doppelter Espresso und ein Milchkaffee, bitteschön“, sagte sie, während sie die Tassen auf den kleinen Tisch stellte. „Der Rest kommt gleich!“
Victor lächelte sie an. „Merci beaucoup.“
Die junge Frau erwiderte das Lächeln, wurde rot und trat den Rückzug an.
„Jetzt kriegen wir gleich entweder irgendwas extra, weil sie dich beeindrucken will, oder sie lässt vor Verlegenheit irgendwas fallen“, stellte Cotta fest. Dieses Muster hatte er inzwischen schon ein paar Mal beobachtet – nicht zuletzt bei sich selbst.
Mit einem Funkeln in den Augen begegnete Victor seinem Blick. „Eifersüchtig?“
Cotta nahm seine Hand, dachte an die vergangene Nacht und schmunzelte. „Nein.“
