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Es ist nicht so, wie es aussieht

Summary:

Siehe Titel. 😁 Noah plagt das schlechte Gewissen ...

Notes:

(See the end of the work for notes.)

Work Text:

Oh, Fuck! Noah starrt auf Colins Handy, das er immer noch hält. Das schlechte Gewissen packt ihn mit voller Wucht, das hätte er echt nicht tun dürfen! Er wird es Colin auf jeden Fall gleich beichten und-

„Naaaa, hast du mein Handy bald lange genug angeguckt?“

„Colin.“ Oh nein! Er lässt das Handy so schnell los, als habe er sich verbrannt. Nun liegt es neben ihm auf der Couch.
Colin trägt jetzt Schlafkleidung, die Haare sind leicht feucht. Unwiderstehlich findet Noah seinen Freund wieder mal, gut, er findet ihn ja immer unwiderstehlich.
„Du warst ja schnell im Bad fertig.“ Spinnt er? Er steckt eh schon in Schwierigkeiten, damit macht er's jetzt bestimmt nicht besser.

„So so, hast du mich erst später erwartet?“ Colin verschränkt die Arme vor der Brust.

„Nee! Es ist nur ...“ Warum hat er das nur getan?

„Ja?“

„Es ist nicht so, wie es aussieht!“ Er kann selbst nicht fassen, dass er diesen dämlichen Satz gerade gesagt hat, und das zu Colin. Wie in einem ganz ganz ganz schlechten Film kommt er sich vor. Wäre die Situation nicht so ernst, könnte er vielleicht sogar lachen, aber nach Lachen ist Noah im Moment ganz und gar nicht zumute.

„Aha.“ Colin legt etwas den Kopf schief. „Wie sieht's denn aus?“

„Ich-Ich weiß nicht.“

„Du weißt nicht?“

„Na ja, ich-ich hab nicht ...“

Was hast du nicht, Noah?“ Colin lässt die Arme sinken und kommt langsam auf ihn zu, bis er vor ihm steht.

Sein Puls schießt noch höher als eh schon. Was, wenn Colin ihm gleich ernsthaft böse sein wird? Verdient hätte er's ja, aber er will doch nicht, dass Colin böse auf ihn ist. Tja, das hätte er sich ja wohl vorher überlegen müssen, bevor er einfach ...
„Ich hab nicht in deinem Handy rumgeschnüffelt!“ Endlich ist wenigstens das raus. „Ehrlich nicht! Das würde ich niemals tun!“

„Ich weiß“, sagt Colin zu seiner Überraschung ganz ruhig. „Ich vertrau dir.“

Noah schluckt den ekligen Kloß weg, der sich da in seinem Hals gebildet hat, und er wird von einem unglaublichen Glücksgefühl überflutet. Colin vertraut ihm. Natürlich vertraut Colin ihm. Er vertraut Colin auch, immer. Das schlechte Gewissen pikst leider trotzdem noch.
„Mein Handyakku ging leer, mitten im Gespräch mit Mama. Na ja, und du hast ihre Nummer ja schon länger eingespeichert, dein Handy lag da und ich ... Fuck, Colin, ich hab mir einfach überhaupt nichts dabei gedacht, sie von deinem Handy aus anzurufen.“

„Deshalb fühlst du dich jetzt schlecht?“

„Natürlich! Ich hätte niemals einfach an dein Handy gehen dürfen. Sorry.“

Colin schiebt das Handy zur Seite, und setzt sich neben ihn. „So schlimm ist das doch nicht.“

„Ich hätte dich vorher fragen sollen.“

„Ja, okay, das vielleicht schon ...“

Sein Herz rutscht wieder ein paar Etagen nach unten. „Es tut mir echt leid.“

„Noah.“ Colin legt die Hand auf sein Knie. „Ich will nicht, dass du Angst hast, wenn du irgendeinen Fehler machst. Wobei ich das in diesem Fall nicht mal wirklich als Fehler sehe. Ja, du hättest fragen können, aber du hast eben in dem Moment nicht daran gedacht, ist doch nicht so tragisch.“

„Ich hab keine Angst, na ja, nicht direkt zumindest.“ Er legt seine Hand auf Colins. „Ich will nur nicht, dass du böse auf mich bist.“

„Ich bin nicht böse, ehrlich nicht.“

„Okay.“

„Aber selbst wenn ich mal böse auf dich sein sollte oder aber du auf mich, ist das doch nicht so schlimm, so lange wir darüber reden und das klären.“

Leichtes Nicken. „Ich will nicht, dass du böse auf mich bist, aber immer wird sich das wohl kaum vermeiden lassen.“ Noah kennt sich ja.

„Nein, wahrscheinlich nicht. Ich dreh dir dann aber schon nicht den Hals um.“ Ein verschmitztes und ziemlich süßes Lächeln huscht über das Gesicht seines Freundes. „Ich küsse ihn nämlich viel lieber.“

„Das weiß ich.“ Er spürt, wie er rot wird, aber es ist kein unangenehmes Gefühl. Und die Schmetterlinge sind schon wieder ganz schön wild am Flattern. Er lächelt zurück, ehe er direkt wieder ernst wird. „Es tut mir leid. Ich nehm' nie mehr einfach so dein Handy, versprochen.“

„Entschuldigung angenommen.“

„Ich fühl mich immer noch etwas mies“, gibt er offen zu. Es erstaunt ihn ja immer noch manchmal, dass er sich bei Colin inzwischen so gut öffnen kann und ihm das auch immer leichter und leichter fällt mit der Zeit. Es tut ihm vor allem gut, so offen sein zu können bei seinem Freund, der ihm auch niemals einen Grund dafür gibt, das nicht sein zu können, der ihn immer ernst nimmt, völlig egal um welches Thema es geht.

„Komm mal her. Bitte.“

Er steht schnell auf, kuschelt sich seitlich auf Colins Schoß und schmiegt sich fest in Colins Arme. Nie in seinem Leben hat er sich so geborgen gefühlt wie mit und bei Colin. Sein Freund zeigt ihm jeden Tag, wie sehr er ihn liebt, und er liebt Colin auch unglaublich. Ein Leben ohne Colin ist längst absolut unvorstellbar geworden für ihn.

Colin streichelt sanft an seiner Wirbelsäule entlang. „Ich weiß genau, was du jetzt willst.“

„Ach ja? Was denn?“

„Das hier.“ Colin beugt sich ein Stück vor, atmet warm gegen seinen Hals, wartet einen kurzen Moment und küsst die Haut dann zart zweimal hintereinander.

Er seufzt glücklich, während ihm immer heißer wird. „Okay, du hast richtig geraten. Genau das will ich gerade.“

„Pfft, von wegen geraten!“ Colin küsst und saugt etwas energischer, aber immer noch zärtlich.

„Colin?“, raunt er.

„Ja?“

„ich glaube, mein schlechtes Gewissen ist jetzt fast wieder weg.“

„Sehr gut. Und bald hoffentlich komplett und nicht nur fast.“

„Bestimmt.“ Sie gucken sich an. Langsam bewegt Noah seine Lippen auf Colins zu. Es wird ein langer und liebevoller Kuss. Und es folgen noch so einige weitere danach.

 

„Was wollte deine Mutter eigentlich?“

„Erzähl ich dir gleich, können wir erst noch ein bisschen kuscheln?“

Colin lacht sanft. „Klar.“

„Danke.“ Nicht nur fürs Kuscheln. Er ist sich sicher, dass Colin das weiß.

Notes:

Danke fürs Lesen. ❤️