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Characters:
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Language:
Deutsch
Series:
Part 3 of Pranz AUs
Stats:
Published:
2025-02-04
Words:
981
Chapters:
1/1
Comments:
4
Kudos:
3
Hits:
18

Streitfragen

Summary:

Markus muss einfach nur schnell durch die Kontrollen am Fluhafen. Aber vor ihm ist so ein Typ, der alles aufhält. Wie soll man da bitte keinen Streit vom Zaun brechen?

[AU in der Richard und Markus sich nicht kennen]

Work Text:

Wer zur Hölle nimmt so viel Metall mit auf eine Flugreise? Markus‘ Blick fiel im Wechsel auf seine metallisch glänzende Armbanduhr und auf den Typen, der hier gerade alles aufhielt.
Um ein Haar hätte er ihm irgendetwas zugerufen, aber diesmal ließ er es. Vielleicht war der Typ gerade selbst im Stress und ärgerte sich, dass das alles so lange dauerte.

Irgendwas mit ‚don‘t judge a book by its Karnevals-Vampiroutfit‘, oder was auch immer der da anhatte. Das konnte doch nicht wahr sein! Jetzt wegen irgendeinem Fremden den Abflug zu verpassen, wäre wirklich das Letzte. Je länger er ihn anschaute, desto mehr hatte Markus das Gefühl, er würde sich absichtlich Zeit lassen.

Ein paar tiefe Atemzüge später war Markus endlich dran und oh Wunder, seine Kontrolle dauerte überhaupt nicht lange! Wer hätte das nur erahnen können!
Jetzt wo er durch und sein Flug zum Glück auch noch nicht in der Luft war, ließ er sich dazu hinreißen, etwas vor sich hinzumurmeln.
„Ging ja schneller, als erwartet.“ sagte er leise, aber bewusst in die Richtung des Mannes, der vorher alles aufgehalten hatte.

Dieser antwortete zwar nicht, aber er starrte Markus wütend an. Egal, jetzt war doch sowieso keine Zeit mehr, dachte Markus augenrollend, bevor er weiterlief.

Kurz bevor er sich auf den Weg nach draußen machte, drehte er sich nochmal um. Das hatte der fremde Mann wohl auch bemerkt, denn als Markus sich zu ihm drehte, musste er erstmal kurz blinzeln. Aber als er seine Augen wieder öffnete, hatte sich nichts geändert.

Er zeigte ihm den Mittelfinger. Dieser langhaarige Idiot zeigte ihm einfach grinsend den Mittelfinger.

Jetzt war das Fass übergelaufen. Markus hatte schon so lange gewartet, bis er durch die Kontrollen gekommen war, da machte das jetzt auch keinen Unterschied mehr.

„Ich kann doch nichts dafür, wenn Sie hier alle aufhalten.“ Markus sprach ruhig, aber das beruhigte sein Gegenüber nicht gerade, im Gegenteil.
„Wenn Sie sich streiten wollen, dann kommen Sie wenigstens her, sonst muss ich Sie zwangsläufig anschreien!“ schrie der andere Typ erstaunlich pragmatisch und gegen jeglichen gesunden Menschenverstand folgte Markus seiner Anweisung. Seinen Koffer ließ er am Rand stehen.

Markus‘ Wut war noch nicht abgeklungen und dem anderen ging es vermutlich genauso, zumindest sah er so aus. Heute hatte er auch nicht sooo einen tollen Tag gehabt, aber die Verknüpfung davon zu seiner Wut auf einen völlig fremden Mann konnte er gerade nicht treffen. Dafür war er zu wütend.

Jetzt stand er direkt vor ihm. Sie waren ähnlich groß und der Typ war jetzt auch nicht hässlich. Markus würde sich am liebsten einmal Ohrfeigen für diesen Gedanken.
Aber egal, es kommt schließlich auf die Persönlichkeit an und die stimmte hier ganz und gar nicht.

„Sie wissen, dass Beleidigung strafbar ist?” fragte Markus.
„Und wo hab ich Sie bitte beleidigt? Außerdem sind Sie doch der, der die ganze Zeit Stress gemacht hat.”
„Ich bin nicht blind, Sie haben mir den Mittelfinger gezeigt. Und auch, wenn Sie das vielleicht nicht wissen, das gilt rein rechtlich als Beleidigung.”
„Auch wenn Sie das vielleicht nicht wissen.” machte der Typ Markus nach. „Haben Sie keine Möglichkeit, das zu beweisen.”

„Das hier ist ein Flughafen, Sie können mir glauben, dass ich hier einen Zeugen finden werde.” Markus schaute sich demonstrativ um. Nur leider fiel ihm dabei auf, dass hier nur vereinzelt Leute herumliefen und die meisten von ihnen wie gebannt auf ihre Handys starrten. Das schien der Mann auch zu bemerken, denn er lachte.

„Ja ja.”
Markus wusste zwar, dass er im Recht war, doch so langsam bemerkte er auch, dass das hier zu nichts führte.
„Übrigens habe ich relativ lange Judo gemacht.” sagte der Andere ganz beiläufig.

„Sagen Sie, drohen Sie mir gerade?”
„Ach was, ich dachte nur, wenn Sie und ich gerade so im Gespräch sind, erzähle ich Ihnen eben von meinen Hobbies. Da fällt mir ein, ich kenne Ihren Namen ja noch gar nicht.” sagte der Typ mit einer ironischen Freundlichkeit, die ungefähr so glaubhaft war wie Friedrich Merz’ Brandmauer.
„Wirklich? Ihren kenne ich auch nicht, was ein Zufall.” antwortete Markus ebenfalls ironisch.

„Na dann.” Er trat an Markus heran, dessen erster Reflex es eigentlich wäre, einen Schritt zurückzugehen, aber er stoppte sich rechtzeitig. „Ich bin Richard.”
Richard streckte Markus fordernd die Hand entgegen, doch dieser schüttelte sie nicht, weil er die Judo-Bemerkung nicht vergessen hatte und ganz sicher keine Lust darauf hatte, gleich am Boden zu liegen. Trotzdem zwang ihn sein Anstand dazu, seinen Namen zu verraten, wenn auch widerwillig.
„Markus.”

Richard starrte ihn nach wie vor an und nickte, als Markus ihm seinen Namen sagte.
„Schön, sie kennenzulernen.” erwiderte er und Markus konnte nicht so wirklich deuten, ob er das ernst meinte, wahrscheinlich aber eher nicht.
„Ist das so ihre Art, Typen anzuflirten?” fragte Markus halb ironisch.
Richard lächelte schon wieder so, dass es Markus schwerfiel, seine Wut aufrechtzuerhalten.
„Normalerweise nicht, aber wenn das immer so gut klappt, sollte ich es wohl öfter machen.
Streiten ist schließlich auch nur eine aggressive Art zu flirten.”

Markus schüttelte den Kopf und musste sich dabei ein Lächeln verkneifen.
„Zum Wohle aller Flughafenbesucher rate ich ihnen davon ab. Zu ihrem eigenen übrigens auch, es sind nicht alle so pazifistisch wie ich.”

„Ach, so eine kleine Prügelei ist doch auch manchmal ganz befreiend. Als Kind hab ich mich dauerhaft geprügelt.”
„So sehen Sie auch aus.” gab Markus zurück, obwohl er wusste, dass er sich damit selbst ins Gesicht log. Richard sah eher aus wie die Kernzielgruppe des Literarischen Quartetts.
Plötzlich hörte Markus eine Durchsage. Die Tonqualität war so gut, wie man es auf Flughäfen gewöhnt war, aber, obwohl er nichts verstand, wurde ihm schmerzlich bewusst, was gerade gesagt worden war.
Sein Flugzeug erhob sich gerade in den Himmel und sein Koffer stand noch immer einsam am Rand.

„Wie lange müssen sie bis zum nächsten Flug warten?” fragte Richard, der offensichtlich bemerkt hatte, was los war.

„Drei Stunden.”
„Das trifft sich ganz gut, meiner hat nämlich Verspätung.”

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