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Mittelpunkt

Summary:

"Deiner Welt vielleicht."
Als diese Worte seinen Mund verließen, blieb meine Welt kurz stehen.

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Oder: Wie sich dieses Gespräch hätte entwickeln können, wäre Leo ihm nachgelaufen.

Work Text:

„Deiner Welt vielleicht.“

Als diese Worte seinen Mund verließen, blieb meine Welt kurz stehen.

Ich konnte nichts anderes tun, als ihm dabei zuzusehen, wie er den Augenkontakt abbricht und wegläuft, raus aus dem Krankenhaus und weg von mir.

So sehr ich mich auch bemühe, ich kann mich einfach nicht vom Fleck bewegen. Dumpf spüre ich, wie mein Puls in die Höhe schießt und es fühlt sich an, als könnte ich meine Lungen einfach nicht mit Luft füllen, egal wie sehr ich mich bemühe.

Er hat mir ja schon viel an den Kopf geworfen, wenn ihn mal wieder Panik überkommt, aber bisher hat er mich noch nie so getroffen wie mit diesem Kommentar. Und zwar, weil er recht hat. Weil er verdammt nochmal recht hat und das weiß er auch. Ich hätte nicht gedacht, dass er mal so weit gehen würde, das auch noch gegen mich zu verwenden. 

Sobald ich den Schock überwunden habe und meine Beine wieder spüren konnte, war ich schon auf dem Weg nach draußen. Als ich ihn am Ende des Parkplatzes sehe, geht mein Laufen in ein Rennen über und ich reiße ihn fast um, als ich nach seiner Schulter greife und ihn zu mir drehe.

„Adam, hör endlich auf damit. Hör endlich auf, immer alles allein regeln zu wollen und rede ein verdammtes Mal mit mir. Das kann doch nicht so schwer sein verdammt.“ Einen Moment lang hat sein tränenüberlaufenes Gesicht mir fast die Sprache verschlagen, aber ich kann das einfach nicht noch länger in mich hinein fressen. Wenn er jetzt nicht mit mir redet, wird er das wohl niemals tun.

Das erste Mal seit Langem kann ich seinen Augen nicht ablesen, was er denkt, so sehr scheint er mit sich zu ringen.

Auch eine Minute später hat er noch kein einziges Wort rausgebracht.

„Jetzt sag doch endlich was, verdammt.“

„Leo, i-ich…“ Als er mir nichts weiter als Gestammel entgegen bringt, platzt mir endgültig der Kragen, auch wenn ich genau weiß, wie schwer ihm das fällt. Ich kann so einfach nicht mehr leben.

„Entweder du sagst mir ab jetzt, was du vorhast, oder du machst es alleine. Und wenn ich alleine sage, dann meine ich auch alleine. Ich kann so einfach nicht mehr weitermachen. Weißt du was, du hast sogar recht damit, dass du der Mittelpunkt meiner Welt bist.“ Der Blick, den er mir bei den letzten Worten zugeworfen hat, hat mich wieder einmal fast aus dem Konzept gebracht.

„Und weißt du auch, wieso? Weil ich mir den lieben langen Tag lang Sorgen um dich machen muss. Weil ich dir einfach nicht vertrauen kann, so sehr ich es auch versuche. Ich würde dir wirklich gern vertrauen und zwar weil du mein Freund bist und ich dich mag, zugegeben vielleicht sogar etwas mehr, als man seine Freunde mögen sollte. Aber ich schaffe es einfach nicht, deinen Worten Glauben zu schenken, wenn du mir so viel verschweigst.“ Ich spüre, wie mir das Blut in die Wangen schießt, nachdem mir klar wurde, was ich ihm da eigentlich offenbart habe. Vielleicht sollte ich mir mal ein Beispiel an ihm nehmen und nicht immer alles erzählen.

„W-Was soll das heißen, mehr als Freunde?“

„Das ist es, was dir daran jetzt wichtig ist?“ Wäre mir mein Geständnis nicht so unfassbar peinlich, wäre ich an dieser Stelle wohl wieder wütend darauf, dass er dem Rest meines Monologs keine Bedeutung beimisst. Und wäre ich in dieser Sekunde nicht damit beschäftigt gewesen, zu versuchen, im Erdboden zu versinken, wäre mir der Funke von Hoffnung in seinem Blick sogar aufgefallen.

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