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it will be worthwhile

Summary:

Sie hatte das Gefühl, in Flammen zu stehen.

Notes:

Whumptober #14: "In the end, it's worthwhile." | Ignoring an Illness | Body Bag | Wounded Caretaker

Inspiriert von den fünf Sätzen Hintergrundgeschichte, die wir in Blutroter Kondor zu Lys' und Yans Familie bekommen, und sicherlich auch von Jeannette McCurdys "I'm Glad My Mom Died", was darauf hindeuten sollte, worum es hier gehen wird.

Work Text:

Sie hatte das Gefühl, in Flammen zu stehen. Ihre Stirn schien zu glühen, bei jeder unvorsichtigen Bewegung geriet die Welt vor ihren Augen ins Wanken. Mühsam kämpfte sie sich in die Kleidung, die ihre Mutter für sie herausgelegt hatte.

Das Shirt saß enger, als ihr so ganz recht war, aber diesen Kampf hatte sie aufgegeben. Manchmal hätte sie gerne mit Yan getauscht – der durfte wenigstens ganz normale T-Shirts tragen. Mit vorsichtigen, langsamen Bewegungen hob sie ihren Lieblingspullover vom Boden auf, den übergroßen weißen, den ihr letztes Jahr ein anderes Mädchen am Set geschenkt hatte, und zog ihn über. Trotz des Feuers in ihren Adern zitterte sie.

Aus dem Flur rief ihre Mutter nach ihr, die vertraute Ungeduld in der Stimme. Ohne sie würde Lys ständig zu spät zu Terminen kommen.

Hastig verließ sie ihr Zimmer – zu hastig. Bunte Punkte tanzten vor ihren Augen und sie musste sich an der Garderobe festhalten.

„Vorsichtig, Lys“, mahnte ihre Mutter. „Wir wollen doch nicht, dass du auf dem Laufsteg stolperst!“ Eine Sekunde Pause. „Und warum hast du denn schon wieder diesen hässlichen Pulli an?“

Immer noch rang Lys um ihr Gleichgewicht. Die Punkte schwirrten immer wilder, Schwärze kroch an den Rändern ihres Sichtfeld entlang.

Sie hatte keine Wahl. Sie musste es versuchen, auch wenn ihre Mutter nicht begeistert sein würde. „Mir geht es nicht so gut, glaube ich“, brachte sie vorsichtig heraus.

„Ach, Unsinn.“ Ihre Mutter hakte sie unter, steuerte sie zur Tür. „Das sind nur die Nerven. Am Ende wird es das wert sein! Wenn du dich benimmst und die Leute nicht wieder mit unnützen Fakten irritierst, bieten sie dir sicherlich einen Folgevertrag an!“

Lys sagte lieber nicht, dass genau das ihre Befürchtung war. Es hätte doch nichts gebracht. Außerdem musste sie sich darauf konzentrieren, bei Bewusstsein und auf den Beinen zu bleiben.

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