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Lebenspartner

Summary:

Fünfzehn Jahre später wird Rodney eines besseren belehrt. Pride Month-Ficlet.

Notes:

Disclaimer: Leider gehört nichts was mit Stargate zu tun hat mir oder sonst jemanden, der sich dafür interessiert. Geld macht nur MGM damit.

Warnings: Asexualität, Bisexualität, DADT

Pairings: McShep, Rodney/Jennifer, Sheyla, Erw, von diversen anderen Pairings

McShep und Ace Sheppard sind im Fandom wahnsinnig beliebt. Ich konnte beides nie sehen. Dieses Ficlet ist die Challenge an mich selbst beides möglich zu machen.

(See the end of the work for more notes.)

Work Text:

Lebenspartner


 

 

15 Jahre später:

 

„Komm schon, das ist doch lächerlich. Wie oft hast du irgendeine dahergelaufene Frau von einem fremden Planeten als heiß bezeichnet? Oder mit jemanden vor aller Augen geflirtet? Du bist der Captain Kirk der Pegasus-Galaxis!“

„Kirk hat viel geflirtet und geküsst, aber mehr auch wieder nicht.“

„Falsch. Er hatte einen unehelichen Sohn! Und mehr als nur eine Frau im Bett!“

„Aber haben wir das gesehen?“

„Lenk nicht vom Thema ab!“

John Sheppard war immer schon sehr gut darin gewesen vom Thema abzulenken, das wusste Rodney. Über Gefühle zu sprechen war nicht sein Ding, nicht wenn Teyla nicht als „Übersetzerin“ beispringen konnte. In ihrer langen Freundschaft hatten sie viele Männergespräche geführt, aber rückblickend wurde Rodney klar, dass die meisten ihrer Gespräche daraus bestanden hatten, dass er John von seinem Privatleben vorgejammert hatte und der unterstützende Kommentare dazu abgegeben hatte. John wusste alles über Rodney. Angefangen der Atombombe, die er als Kind gebaut hatte, über seinen Klavierlehrer, über Jeannie und alle Probleme zwischen Bruder und Schwester, er wusste definitiv zu viel über Katie Brown und diese jämmerliche Affäre sowie alles darüber was Zelenka Rodney jemals wirklich und eingebildet angetan hatte. Er wusste alles über Jennifer und Rodney.

Umgekehrt aber hatte Rodney ihm mehr oder weniger aus der Nase ziehen müssen, dass er einmal verheiratet gewesen war und einen Bruder hatte. Das war’s dann auch schon wieder. Wenn man von der Genialität von Johnny Cash absah sprach John selten über private Dinge. Sogar, dass seine Familie reich war, wusste Rodney nur, weil es ihm Ronon erzählt hatte.

Aber er kannte John Sheppard seit zwanzig Jahren und hatte angenommen ihn nach all der Zeit wirklich gut zu kennen. Was offenbar ein Irrtum gewesen war.

„Du warst verheiratet“, betonte er dann.

„Ja, und das war ein Fehler. Einer, den ich nie wiederholen wollte. Was denkst du warum ich als einziger von uns in den letzten beiden Jahrzehnten niemals …“ Er musste es nicht aussprechen, es war klar, was er meinte.

Teyla hatte Kanaan kennengelernt und Torren geboren. Ronon hatte Amelia gedatet. Rodney Katie Brown (oh weh) und Jennifer schließlich sogar geheiratet. Carson hatte mehrere unglückliche Affären hinter sich. Sam hatte mit General O’Neill was auch immer laufen. Lorne hatte eine Botanikerin geheiratet. Sogar Zelenka hatte es irgendwie geschafft eine unglückliche Seele zu finden, die ihn geehelicht hatte. Nur John Sheppard war all die Jahre Single geblieben.

„Um ehrlich zu sein, dachte ich du wartest auf deine Chance mit Teyla“, gab Rodney zu.

„Zwei Jahrzehnte lang?“

Rodney zuckte die Schultern. „Es gibt Verrückteres“, behauptete er.

John warf ihm nur einen vielsagenden Blick zu. „Ich dachte auch mal, dass du und Guide eine … nicht-hetero-normative Liebesbeziehung führen, von der einfach niemand was wissen darf“, gab Rodney dann zu.

„Er mag das vielleicht so sehen“, räumte John ein, „Das heißt aber nicht, dass es wahr ist.“

„Trauer im Elizabeth?“, schlug Rodney vor.

„Elizabeth? Du dachtest ich würde...?!“ John wirkte ernsthaft schockiert.

„Nun, es waren zwei Jahrzehnte. Ich habe mir so meine Gedanken gemacht“, verteidigte sich Rodney, „Ich dachte nur nicht…“ Er verstummte.

„Es ist nicht so, dass ich andere nicht als attraktive Wesen wahrnehme. Ich flirte gerne, ich habe Gefühle romantischer Natur, ich verspüre … eine gewisse Verbundenheit. Es ist nur anders als bei dir oder den meisten anderen“, erklärte John, „Das musste ich auf die harte Tour rausfinden. Daher wollte ich das niemand anderen mehr antun.“

„Antun?“ Rodney spürte Empörung in sich aufsteigen. „Als ob es in Beziehungen nur um Sex geht?!“

John sah ihn nur stumm an.

„Okay, bei den meisten ist es so, aber … Katie und ich haben niemals…“

„Ja, und deswegen war es ja auch eine so gesunde funktionierende Beziehung“, spottete John, „Ich war nie … Ich war froh, dass du Jennifer gefunden hast. Es mag im Endeffekt nicht funktioniert haben, aber ich war froh. Auch wenn ich vielleicht eine Weile lang gehofft hatte du wärst wie ich, habe ich dir das nie missgönnt. Genauso wenig wie ich Teyla ihr Glück mit Kanaan missgönnt habe.“

Rodney seufzte. „John, wir … wir sind doch Freunde, oder?“, wollte er dann wissen.

„Natürlich!“, erwiderte John nun seinerseits empört als würde es ihn ärgern, dass das überhaupt zur Debatte stand. Das sagte er immer, wenn es um Fragen dieser Natur ging, als würde er nicht bemerken, dass sein Abwehrhaltung genau das war, was zu sämtlichen Unsicherheiten, die Rodney jemals in Bezug auf ihn empfunden hatte, führte.

„Warum sagst du mir dann nie Dinge?“, wollte Rodney wissen, „Wir kennen uns seit zwanzig Jahren. Du weißt, dass ich keine Vorurteile habe, auf Vegas Hochzeit war, ein Ally bin. Und trotzdem …“

„Ich habe es dir doch gesagt. Gerade eben“, gab John zurück.

„Weil ich es dir aus der Nase ziehen musste. Wie ich dir alles immer aus der Nase ziehen muss.“ Rodney seufzte. „Ich bin mir durchaus meiner vielen Fehler bewusst. Es ist eine lange Liste wie Jeannie sagen würde. Ich arbeite an mir. Vielleicht nicht so stark wie ich sollte, wie Jennifer sagen würde, aber ich versuche es, wie sie ebenfalls sagen würde. Aber trotzdem…“

„Ich …“ John zögerte. „Ich bin ein sehr privater Mensch“, sagte er dann, „weil ich ständig das Gefühl habe alle zu enttäuschen. Meinen Dad, Dave, Nancy, Hollander, Colonel Sumner, Ford, Elizabeth … Ich schätze, ich halte mich deswegen bedeckt, sogar gegenüber denen, die mir am nächsten stehen, oder eher gerade vor denen. Teyla kann man natürlich nichts vormachen, und Ronon kommt es auf diese Dinge nicht an, und die anderen Soldaten … Nun, ich bin deren Boss.“ Er schwieg einen Moment lang versonnen. „Aber du hast recht. Du bist der beste Freund, den ich jemals hatte. Auch wenn du das offenbar nicht weißt. Was an mir liegt. Ich sollte mich ändern. Ich sollte ebenfalls an mir arbeiten, schätze ich.“ Er schenkte Rodney ein schiefes Lächeln. „Ich werds versuchen.“

„Okay.“ Rodney seufzte. „Und du willst wirklich niemals … Du weißt, dass das kein Grund ist alleine zu sterben, oder? Viele Leute, die sind wie du, führen trotzdem erfüllte Beziehungen.“

John sah ihn leicht spöttisch an. „Und woher willst ausgerechnet du das wissen?“, gab er zurück.

„Ich lese viel“, behauptete Dr. Rodney McKay, Ally und Leser von der Frauenmagazine seiner (inzwischen Ex-)Frau.

John lachte. „Ich will nicht alleine sterben“, gab er dann zu, „Ich dachte … Nun, ich hatte das schon mit Woolsey abgesprochen um ehrlich zu sein. Ich könnte auch als Zivilist Kommandant von Atlantis sein.“

„Oh?“

„Und dann könnte ich heiraten. So wie Vega…“

„Verstehe. … Und wer ist der Glückliche? Ich glaube nicht, dass Ronon sich auf so was einlässt, der ist jünger als wir und sehr in Sex investiert, wenn man Amelia trauen kann… Ja, vielleicht habe ich das mal gehört, als ich zum Frauenpokerabend nach Hause kam und von Jennifer gezwungen wurde mitzuspielen…“

John lachte. „Ich mochte eure Eheleben. Ihr wart gut zusammen“, gab er zu, „Deswegen will ich das ja auch.“

„Okay…“

„Mit jemanden, dem ich vertraue, der immer an meiner Seite ist, egal wie sehr ich ihn enttäusche. Mit meinem queer-platonischen Lebenspartner der letzten zwei Jahrzehnte, der mir gerade erklärt hat, dass es in einer Beziehung nicht nur um Sex geht…“

„Oh.“ Rodney schwieg einen Moment lang. „Du weißt also, dass ich genau genommen nicht unbedingt ein Ally bin…“

„Ich kenne dich seit zwanzig Jahren, Rodney. Und weiß wie oft du mich in dieser Zeit auf die eine oder andere Art als attraktiv bezeichnet hast.“

Rodney nickte. „Verstehe. Wir müssen also beide aneinander arbeiten, besonders an der Kommunikations-Sache.“

John sah ihn erwartungsvoll an. „Und?“

„Ich vermisse es auch verheiratet zu sein“, räumte Rodney ein, „Jennifer vermisse ich nicht, denn Jennifer sehe ich ja noch oft genug. Und wir beide haben auch immer wieder mal Sex. Was wohl aufhören müsste, wenn ich stattdessen mit dir verheiratet bin, schätze ich, weil ich dich zu sehr respektiere um dich zu betrügen. Und ich sagte es ja: Ich brauche es nicht. Das ist es nicht worauf es ankommt. Aber … das würde viele Fragen aufwerfen und alte… Unterstellungen aufwärmen.“

„Also vielleicht?“

Rodney verdrehte seine Augen. „Nein, natürlich ist meine Antwort ja. Wer würde schon nein zu John Sheppard sagen?“

„Ich bin nicht mehr so heiß wie vor zwanzig Jahren, habe ich mir sagen lassen….“

„Na dann muss ich mir wenigstens keine Sorgen machen, dass jemand versuchen könnte dich mir auszuspannen. Aber wir sollten es vorher Teyla und Ronon erklären. Und – ehm - Jennifer natürlich.“

„Teyla weiß alles. Ronon wird es egal sein, und Jennifer wird es verstehen. Sie wartet seit eurer Scheidung darauf. Das hat sie mir selbst gesagt.“

„Oh. Okay. Offenbar lag es doch an mir. Ich war nicht so … aufmerksam wie ich dachte“, stellte Rodney fest.

„Nein, nein, es gibt Dinge, die ich gezielt vor dir verborgen habe. Aber jetzt nicht mehr. Nie wieder. Okay? Keiner von uns beiden mehr. Wir sind zu alt für so was.“

„Einverstanden.“

Sie blickten einander einen Moment lang an.

„Weißt du welcher Tag heute ist?“, wollte John dann wissen.

„Ja, ich schätze schon. Alles Gute zum Jahrestag, du Bastard. Zum Zwanzigsten.“ Rodney schauderte. „Auf zwanzig weitere Jahre.“

John grinste. „Mit dir an meiner Seite? Da wird das kein Problem werden“, erwiderte er nur, „Ich liebe dich, Rodney McKay.“

„Und ich liebe dich, du verdammter Bastard.“

Und damit war dann endlich alles gesagt.


Fin.

Notes:

Guide ist Todds wahrer Name laut den Legacy-Büchern.

Hitzwellenbedingt wird das wohl wirklich das letzte Pride Month-Ficlet sein.
Dies hier entstand als Reaktion auf die Ankündigung einer neuen Stargate-Serie, meinen Teilretwach von Atlantis, der Cancellation der neuen Serie, bevor sie gemacht werden konnte und der Erkenntnis, dass wir eigentlich im Jubiläumsjahr sind.
Es ist ewig her, dass ich das letzte Mal für dieses Fandom geschrieben habe. Keine zwanzig Jahre, aber fast.
Ich wollte eine große Rückkehr feiern, aber nach dem Verrat von Amazon wird es wohl bei dem hier bleiben.

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