Work Text:
Erschöpft ließ Cotta sich in seinen Bürostuhl fallen.
Die Hitze machte ihm zu schaffen und auch der Fall den er soeben abgeschlossen hatte, war nicht der ruhigste gewesen.
Doch was hatte er auch erwartet, als Justus ihn angerufen hatte, nur um ihn mit den nötigsten Details zu versorgen, ehe im Hintergrund Schüsse zu hören gewesen waren.
Seufzend sah er auf seinen dunklen Bildschirm, aus dem ihm seine verschwommene Reflektion anschaute.
Mit einer Hand fuhr er sich durch die grau werdenden Haare und lockerte seine Krawatte.
Seine goldenen Jahre waren vorbei, das spürte er genau, besonders in seinen Knochen.
Sein Blick schweifte ab, verfing sich im in der Ferne liegenden Wasser.
Es war komplett still im Präsidium, bis auf das Hintergrundgemurmel der Kollegen die sich auf den Feierabend vorbereiteten und dem Ventilator, welcher unermüdlich seine Kreise an der Decke zog.
Ein weiterer tiefer Seufzer entfuhr dem Mann, bevor er sich aufraffte und seine Sachen zusammenräumte.
Als er das Gebäude verließ und zu seinem Wagen ging, begann der Feuerball am Horizont seine Flammen in die Wellen zu tauchen und ließ alles in einem gleißenden Licht erscheinen.
Er empfand das Naturspektakel jeden Abend aufs Neue als wunderschön.
Sobald er im Auto saß entledigte er sich seiner Krawatte und öffnete die oberen Knöpfe seines Hemdes.
Es war trotz der untergehenden Sonne noch ziemlich warm und das Haar klebte ihm bereits in einzelnen Strähnen am Kopf.
Als er in seine Auffahrt einbog und parkte klebte ihm auch das Hemd am Körper.
Er benötigte auf der Stelle eine Dusche.
Ermattet schloss er die Tür auf und wurde begrüßt von einem himmlischen Duft nach Pastete.
Verdutzt suchte er nach dem Ursprung des Geruchs und in der Küche wurde er fündig.
"Goodween?"
Der Angesprochene drehte sich zu ihm um und lächelte ihn an.
"Willkommen zuhause."
Fassunglos starrte Cotta den jungen Mann an.
"Aber- du solltest doch bei deiner Tante in LA sein...", murmelte er nach einem Moment der Stille.
"Ich hatte erfahren was für einen Fall du heute hattest...ich hörte einer deiner Schützlinge ist einem Streifschuss unterlegen? Da bin ich sofort zurückgefahren. Ich kenne dich doch, du gibst dir nur die Schuld, wenn du Zeit hast darüber nachzudenken.", antwortete Goodween und löste währenddessen die Schleife seiner Schürze.
Dann nahm er sanft Cottas Hand in seine eigene.
"Heute nicht. Ich bin da, ich hör dir zu. Ich geb dir deine Zeit, wenn du das möchtest. Oh, und ich hab Pastete gemacht. Ich war mir ziemlich sicher, das letzte was du gegessen hast ist Frühstück und selbst das war nur ein trockenes Käsebrot. Wer soll auf dich Acht geben, wenn ich nicht da bin, hm?", schimpfte Goodween doch die Worte bargen nichts als Fürsorge.
Der Ältere wusste nicht was er sagen sollte.
Nichts was er in diesem Moment fühlte, hätte er in Worte fassen können.
Nichts hätte er erwidern können, was seine Liebe und Dankbarkeit widerspiegelte.
Nichts, außer...
"Willst du mit mir den Sonnenuntergang anschauen?"
