Work Text:
Es war dunkel im Zelt. Die drei Detektive lagen nebeneinander in ihren Schlafsäcken und nachdem sie viele Stunden hierher gefahren waren, waren sie alle müde. Doch einer von ihnen konnte nicht schlafen. „Ich habe so einen Hunger“, sprach Justus verzweifelt in die Dunkelheit.
„Mach einfach die Augen zu“, kam es müde von Peter, der die ganze Fahrt hier her am Steuer gesessen hatte.
„Aber auch dann denke ich noch ans Essen. Zumal es so nah ist.“ Bob und Peter wussten, dass er von der Dose Ravioli sprach, die sie eingepackt hatten. Leider ohne Dosenöffner und damit unerreichbar. „Ich kann sie förmlich spüren.“
Justus richtete sich auf, knipste seine Taschenlampe an und kramte im Rucksack. „Was machst du denn da?“, fragte Bob aus seinem Schlafsack heraus.
„Ich muss dieses Ding öffnen“, rief Justus verkniffen. „Ich brauche was zu essen.“ Peter stöhnte und Bob vergrub sich in seinem Schlafsack. Justus ruckelte an der Dose, schlug mit der Taschenlampe darauf und versuchte es sogar mit den Zähnen.
„Das solltest du lassen“, meinte Peter mit einem unterdrückten Lachen. „Wenn du deine Zähne behalten willst.“ „Aber ich habe so Hunger.“ „Aber ohne Zähne“, kam es murrend aus dem Schlafsack von Bob. „Kannst du nichts mehr essen.“ Das schien Justus zu überzeugen, denn er ließ von der Dose ab.
„Können wir nicht mit einem Stein drauf schlagen?“, fragte ihr Erster. „Abgesehen davon, dass das Walt wecken würde“, meinte Peter und dachte mit verzogenem Mund an den grantigen Campingplatz-Wart. „Hast du dann ein Loch in der Dose. Das bringt dir auch nichts. Den ganzen Deckel abzuschlagen, kriegst du nicht hin. Es sei denn du möchtest dich damit stundenlang befassen.“
Mit einem beinahe weinerlichen Laut stellte Justus die Dose wieder in eine Ecke. „Meine Erlösung ist so nah und doch so fern. Es ist die reinste Folter.“
Peter blickte zu Bob, der sich nun auch aus dem Schlafsack erhob. „Wir müssen ihn ablenken“, meinte Peter schulterzuckend, schließlich konnte es so nicht weitergehen. „Und wie?“, fragte Bob, dem man deutlich anmerkte, wie diese Situation an seinen Nerven zehrte.
Peter blickte zu Justus. „Du hast doch deine kleine Reisezahnbürste, Erster. Nimm die. Der Geschmack von Minze mindert vielleicht das Hungergefühl.“
Justus schien zu überlegen, dann wühlte er in seinem Rucksack. Kurz darauf zückte er die kleine blaue Bürste, die er immer dabei hatte, sobald sie irgendwo unterwegs waren. Mit ein bisschen Wasser aus ihren Flaschen und etwas Zahnpasta putzte er sich die Zähne und spuckte die Überreste aus ihrem Zelt.
„Und?“, erkundigte sich Bob hoffnungsvoll. „Ich habe immer noch Hunger“, murrte Justus. Peter und Bob seufzten leicht auf und tauschten einen Blick. Eine andere Idee musste her.
„Leg dich mal hin, Erster“, meinte Peter nur und Justus tat wie geheißen. „Komm, Bob leg dich zu ihm. Wir kuscheln ihn ein bisschen.“
„Wie sollte mich das ablenken?“, fragte Justus zweifelnd. Bevor Peter etwas sagen konnte, forderte Bob: „Probier es!“ Seine Tonlage war so scharf, dass Justus genau wusste, dass mit dem Dritten nicht gut Kirschen essen war.
Justus behielt stillschweigen, als sich nun seine beiden Kollegen zu ihm legten. Bob hatte sich auf Justus’ Schulter gebettet, Peter seine Nase in Justus’ Haar vergruben, während ihre Arme ihn umschlagen.
Peter konnte Bobs Hand auf Justus’ Brust fühlen und begann auch sie leicht zu streicheln. „Das hält uns immerhin warm“, murmelte Justus mit einem genießerischen Seufzen, was auf den Gesichtern seiner Freunde ein kleines Lächeln hervorrief. Es war wirklich schön. Peter war seinen beiden Freunden gerne so nah. Er fühlte sich dann immer so sicher, vor allem in einem Zelt irgendwo im Wald auf einem Campingplatz im Nirgendwo mit einem unfreundlichen, mürrischen Campingplatzwart.
„Und? Wie ist es?“, erkundigte sich Bob. Seine Stimme war deutlich entspannter und Peter wusste, dass ihn ihre körperliche Nähe beruhigt hatte. Bob ließ sich in erster Linie durch Berührungen erden.
„Sehr schön“, sprach Justus mit sanfter Stimme. „Aber Hunger habe ich immer noch.“
Genervt stöhnten Peter und Bob auf. Peter prustete Luft aus seinem Mund. Es brauchte also eine neue Idee. Diese kam, als sich Justus’ Brust deutlich unter seiner Hand hob und senkte. Ja, vielleicht würde das helfen.
Peter ließ seine Hand über Justus’ Brust bis zu seinem Bauch gleiten. Dort schlüpfte er mit der Hand unter sein Shirt. Justus atmete scharf ein. „Was wird das?“, fragte er leicht panisch.
„Wenn es okay für dich ist, streichle ich deinen Bauch ein wenig. Das hilft dir zu entspannen und einzuschlafen.“ Justus überlegte einige Momente, dann nickte er. „Einen Versuch ist es wert.“ „Bestens“, rief Bob, doch klang er nicht so zuversichtlich wie Peter sich fühlte.
Dieser begann Justus’ Bauch in sanften, kreisenden Bewegungen zu streicheln. Der erste Detektiv entspannte sich bereits nach wenigen Augenblicken spürbar.
Seine Atmung wurde ruhiger, ein leises Seufzen entwich ihm und Peter fühlte mit jedem Moment der Stille mehr Hoffnung in sich aufkeimen. Vielleicht hatte er wirklich eine Möglichkeit gefunden, Justus zum Einschlafen zu bringen und darüber seinen Hunger zu vergessen.
So gleichmäßig wie es ihm möglich war, streichelte er weiter und weiter. Justus’ Atmung wurde tiefer und noch ruhiger. Peter lächelte. Noch etliche Minuten setzte er das fort.
„Ich glaube, er schläft“, flüsterte er. Ein erleichterter Laut erklang von Bob. „Das war erstklassig!“, flüsterte er anerkennend. Peter grinste. „Fand ich auch.“
Peter atmete tief ein und aus. Endlich herrschte Ruhe. Das war wirklich nicht mehr zum Aushalten gewesen.
„Gute Nacht, Zweiter“, kam es sanft von Bob. Peter löste seine Hand von Justus’ Bauch und erwiderte: „Gute Na“ „Hunger“, kam es von ihrem Ersten.
„Das gibt es doch nicht!“, rief Bob aufgebracht und setzte sich auf. „Schlaf endlich ein“, fauchte er ihn an
„Ich kann nicht.“ Justus klang wirklich verzweifelt. „Ich habe immer noch“ „Wissen wir“, unterbrachen die beiden ihn genervt, bevor er weitersprechen konnte. Bob blickte zu Peter, die seinen leidenden Blick teilten.
„Was sollen wir denn noch tun?“, fragte der Blonde in die Runde. „Vielleicht eine Geschichte?“, meinte Justus hoffnungsvoll.
Bob seufzte, dann nickte er. Er senkte seine Stimme und begann in geheimnisvoller Tonlage zu sprechen: „Die Geschichte spielt in einem Wald; einem Wald wie es ihn überall gibt, doch der Wald in meiner Geschichte war etwas Besonders.“
„Es rankten sich Geschichten um diesen Wald; Erzählungen von Geräuschen und Stimmen, Erscheinungen und“ Bob sah mit leuchtenden Augen in die Runde, bevor er vorfreudig hinzufügte: „Verbrechen.“
Peter verzog das Gesicht. „Nicht weitersprechen“, rief er. „Da kriege ich ja Albträume.“ Es schüttelte ihn.
Justus brummte ebenfalls nur: „Hat auch nicht geholfen. Ich habe immer noch Hunger.“ „Ist ja schon gut“, fauchte Bob, bevor ihm Peter eine Hand auf die seine legte, um ihn zu beruhigen.
„Wir sollten ihm Rätsel stellen“, überlegte der Zweite. Bob äußerte: „Dann viel Glück ein Rätsel zu finden, das Justus nicht lösen kann.“ „Schauen wir mal“, frohlockte Peter.
„Was hat viele Zähne, kann aber nicht beißen?“, fragte er ihren Ersten. Bob verzog den Mund. „Das ist zu einfach.“ Sie blickten zu Justus, dessen Augen hin und her huschten. „Ernsthaft?“, fragte Bob, als die Antwort nicht sofort kam. Justus schüttelte den Kopf. Bob stöhnte die Antwort: „Eine Briefmarke.“ Peter nickte.
Obwohl er wusste, dass Hunger Justus’ aufs Gehirn schlug, war er doch überrascht, dass er sich so schlecht konzentrieren konnte. Er versuchte es mit einem weiteren Rätsel: „Je mehr du nimmst, desto mehr lässt du zurück.“ Er blickte den Ersten abwartend an. Dieser sah richtig verzweifelt aus, während er fieberhaft nachdachte.
Dann erhellte sich sein Gesicht schlagartig: „Schritte!“, rief er triumphierend. „Na bitte!“, rief Bob mit einem Lächeln. Offenbar war auch ihm nicht wohl bei dem Gedanken, dass ihr Erster so sehr durch seinen Hunger beeinträchtigt wurde.
„Dann noch eins“, sprach Peter. „Ich bin leicht wie eine Feder, doch selbst der stärkste Mann kann mich nicht lange halten. Was bin ich?“
Justus überlegte und überlegte, doch kam er zu keinem Ergebnis. Er verzog den Mund, sah gleichermaßen enttäuscht und verzweifelt aus. „Ich weiß es nicht“, jammerte Justus. „Ich kann mich einfach nicht konzentrieren.“
„Es ist der Atem“, sprach Peter sanft.
Es war nicht klar, ob Justus ihm überhaupt zugehört hatte. „Was machen wir denn jetzt?“, fragte Justus weinerlich. „Ich bin so müde. Und ich habe Hunger.“
„Wissen wir“, kam es synchron. Auch Bob war mit seinem Latein am Ende. So meinte er: „Versuch einfach zu schlafen, Erster. Und wenn es nicht geht, sei einfach leise, damit wenigstens Peter und ich Schlaf kriegen.“
„Ich versuch’s“, murmelte Justus und alle drei ließen sich zurück in ihre Schlafsäcke sinken. Peter schaltete die Taschenlampe aus. Vielleicht würden sie jetzt endlich Ruhe haben.
Es vergingen einige Minuten in Schweigsamkeit und im Zelt wurde es stiller. Peter glitt in einen leichten Dämmerschlaf. Ein plötzliches Rumpeln ließ ihn aufschrecken. „Was war das?", fragte er flüsternd, horchte in die Stille.
„Mein Magen“, jammerte Justus zum unzähligsten Male. „Ich habe so großen Hun“ „Oh man, Justus!“, rief Peter aufgebracht, endgültig am Rande seiner Belastungsgrenze. Dieses Genöle war ja nicht zum Aushalten.
„Was kann ich dafür?“, patzte Justus. „Es ist mein Magen. Ich kann nicht schlafen. Und an nichts anderes mehr denken. Ich“
„Das endet jetzt!“, rief Peter schlagartig explodierend, schnappte sich die Taschenlampe und verließ wutschnaubend das Zelt.
„Was hat er vor?“, fragte Bob besorgt. „Ich weiß es nicht“, rief Justus leidend. „Ich weiß überhaupt nichts mehr.“
Wenige Minuten später kam ein leicht keuchender zweiter Detektiv ins Zelt zurück. In seiner Hand: Ein Dosenöffner.
Justus’ Augen wurden groß. Er starrte auf Peters Mitbringsel als wäre es der Heilige Gral. „Woher…?“, stotterte er beinahe. Es war bezeichnend dafür wie hungrig er war, dass er nicht selbst darauf kam, woher Peter einen Dosenöffner hatte.
Dieser grinste. „Ich habe mir bei unserem reizenden Walt Zutritt verschafft und ihn mir geborgt.“ Justus begann zu strahlen, doch Peter war noch nicht fertig. „Und dazu habe ich noch“ Er holte Streichhölzer hinter seinem Rücken hervor und präsentierte sie stolz seinen Freunden. „Wir können ein Feuer machen.“
Justus’ Augen wurden so groß, dass es beinahe unheimlich wurde. „Du meinst wir können die Ravioli essen? Warme Ravioli?“ „Ja.“ „Peter! Du bist mein Held. Du bist großartig. Ein wahres Wunder. Ich könnte dich küssen“, prasselten die Komplimente nur so auf ihn ein.
„Ähm, danke. Aber jetzt lass zur Feuerstelle laufen, um deinen Hunger zu lindern.“ Sie nickten sich zu. „Eine großartige Idee, Zweiter.“ Von neuem Elan gepackt, sprang Justus förmlich auf.
Sie liefen über den Campingplatz. Es dauerte etwas bis sie die Feuerstelle direkt neben dem Wald gefunden hatten. Bob sammelte ein bisschen Holz zusammen, und schnell hatte Peter ein kleines Feuer entfacht. Sie stellten die große Dose erwartungsvoll hinein. Wind rauschte durch Blätter der Bäume, fachte auch das Feuer zusätzlich an.
„Wie lange dauert das denn?“, fragte Justus weinerlich, als sich die Minuten hinzogen und neben dem Rauchen des Windes wieder deutlich vernehmbares Rumpeln des Magens zu hören war.
„Bald, Erster“, sprach Bob zuversichtlich. Ein Knacken hinter ihnen ließ Peter sich erschrocken umwenden. „Mir gefällt es hier nicht“, murmelte er und starrte in die Dunkelheit, in der vage Schemen auszumachen waren.
Peter blickte wieder zu der Dose, testete mit seinen Fingern die Temperatur des Inhalts, dann rührte er mit einem Löffel um. „Wird“, meinte er nur.
Das Rufen eines Käuzchens lenkte seine Aufmerksamkeit wieder auf den Wald. Peter schauderte. Es war so dunkel hier. Und kalt. Er wickelte seinen Pullover enger um sich. Er wollte hier nur noch so schnell es ging verschwinden.
Immer wieder blickte sich Peter um. Das Rauschen des Windes und das Knacken in den Bäumen waren ihm nicht geheuer. Erst recht nicht nach der Gruselgeschichte, die Bob begonnen hatte. „Lasst uns zurück ins Zelt gehen“, meinte Peter nur. „Hier behagt es mir nicht und es ist auch ziemlich kalt.“
Justus stöhnte. „Komm schon, Erster“, meinte Bob nur. „Die paar Meter zurück ins Zelt schaffst du noch.“ „Und wie sollen wir die Dose transportieren?“, kam es verzweifelt. „Die ist doch heiß.“
Peter stöhnte. „Also wirklich, Erster. Der Hunger hat dir ganz schön das Gehirn vernebelt.“ Er zog sich seinen Pulli über den Kopf und fasste damit die Dosen, während Bob das Feuer gründlich löschte und mit Erde bedeckte.
So liefen sie schnell zurück ins Zelt, wo Peter die heiße Dose samt Pulli abstellte und sich schnell aus seinem Rucksack seine Jacke holte. Es war wirklich empfindlich kalt. Das änderte sich bald, als Bob das Zelt hinter ihnen schloss und die Dose ihre Wärme abstrahlte.
Peter holte schnell Gabeln aus dem Rucksack und reichte sie herum. Während Peter und Bob ein Grinsen tauschten, piekste Justus bereits eine der Ravioli auf, pustete und ließ sie dann in seinem Mund verschwinden. Ein sinnliches Stöhnen war die Folge.
Die beiden ließen ihren Ersten noch dreimal zulangen, dann nahmen auch sie sich etwas. Und auch wenn Peter ganz gut mit längeren Fastenphasen zurecht kam, genoss er diese improvisierte Mahlzeit sehr. Es war warm und schmeckte. Ein Seufzten entkam auch ihm, wurde aber von Justus übertönt.
„Hm!“, kam es wieder und wieder genießerisch von Justus.
„Der ist im siebten Himmel“, kommentierte Bob mit einem Grinsen zu Peter hin. „Klingt beinahe etwas anrüchig“, gab Peter zu bedenken, woraufhin die beiden in Gelächter ausbrachen.
„Sagt, was ihr wollt“, rief Justus gut gelaunt mit vollem Mund. „Ich bin selig, dass unser Zweiter nicht nur sportlich ist, sondern auch einen Dietrich nutzen kann.“ Peter lachte stolz, schließlich gab es Lob von Justus nicht so oft.
Und so schmausten sie voller Freude die gesamte Dose leer, die Justus abschließend sogar mit einem Löffel auskratzte. „Ahhhh“, entkam es Justus gedehnt, während er eine Hand auf seinen Bauch legte. „Zweiter, du warst echt meine Rettung. Das war großartig.“
Peter gluckste. „Dann sollte ich dir wohl nicht verraten, was ich noch im Haus des Campingplatzwarts mitgenommen habe.“ Neugierig richteten sich zwei Augenpaare auf ihn. Peters Hände verschwanden unter seinem Shirt.
Im nächsten Moment zog er eine Packung Schokoriegel hervor. Justus sah aus, als wäre er angezündet worden, so sehr strahlte sein Gesicht in Peters Richtung. „Du bist mein Held“, rief er ungewöhnlich emotional.
Er war so glücklich, dass er Peters Wangen in einem emotionalen Ausbruch umfasste, seinen Kopf zu sich zog und ihm einen dicken Schmatzer aufdrückte. Sie strahlten sich an, etliche Sekunden lang, Peter etwas verlegen, aber sehr glücklich und Justus voller Dankbarkeit.
Bob räusperte sich. „Jetzt hört mal auf mit dem Rummachen“, grummelte er.
Peter wandte sich ihm zu, grinste immer noch, was nur noch breiter wurde als er Bob verzogenen Mund sah. „Du willst auch einen Kuss?“, fragte er keck. „Ja“, kam es leicht beleidigt.
Peter grinste und schnappte sich Bobs Gesicht, um ihm einen Schmatzer zu geben. „Zufrieden?“, flüsterte er unweit seiner Lippen. „Beinahe“, kam es herausfordernd.
„Was denn noch?“, wollte Peter wissen. „Einen Schokoriegel“, sagte Bob und Peter lachte. „Kriegst du, Dritter.“ Er löste sich von ihm und griff zu der 500g Packung mit bunt gemischten Riegeln.
Er reichte Justus einen seiner Lieblingen und Bob ebenso. Dieser öffnete die Verpackung und fragte dann nachdenklich: „Ist das nicht Diebstahl?“ Offenbar plagte ihn ein schlechtes Gewissen.
Peter beruhigte ihn sofort. „Ich habe ihm zehn Dollar auf den Tisch gelegt, das sollte mehr als genug sein.“ „Mein ehrliches Peterle“, sprach Bob voller Zuneigung. „Lass das Gesülze, damit hat mich Justus schließlich schon überhäuft.“ Sie kicherten, doch Justus ließ sich davon nicht beeindruckten. Er kaute genüsslich seinen Riegel und sah noch seliger aus als zuvor.
Kaum, dass sie alle ihren ersten vertilgt hatten, verteilte Peter wortlos einen zweiten. Justus sah ihn so schmachtend an, dass Peter dem anstehenden Lob zuvorkommen wollte und die Hand hob. „Schon gut, Just. Ich finde dich auch toll.“ Sie teilten ein warmes Lächeln, bevor auch der nächste Schokoriegel genüsslich von jedem von ihnen verspeist wurde.
Eine Hand krabbelte in Richtung der offenen Packung. Peter sah es natürlich sofort. „Ne!“, sprach er energisch und legte seine Hand auf die von Just, pinnte sie auf seinem Schlafsack fest.
„Noch einen!“, bat Justus, doch Peter schüttelte den Kopf. „Nein, Just. Du freust dich morgen auf der Wanderung umso mehr, wenn wir noch ein paar haben.“ Justus seufzte. „Da hast du auch wieder recht.“ Er atmete tief ein und aus, dann zog er seine Hand weg.
„Gut Kollegen. Ich lege mich jetzt schlafen. Mit meinem wunderbar vollen Bauch.“ Er seufzte genüsslich und kroch in seinen Schlafsack.
Peter und Bob tauschten einen amüsierten Blick, dann wandten sie sich wieder den letzten Resten ihres Schokoriegels zu. „Das tat wirklich gut“, meinte dann auch Bob und Peter konnte nur zustimmen. „Wir sollten aber morgen möglichst früh aufbrechen, bevor noch unserer reizender Gastgeber aufwacht“, gab Peter zu bedenken. Bob stöhnte genervt. „Erinnere mich bloß nicht an den.“ Sie seufzten synchron auf.
Bob fuhr sich mit einer Hand durchs Gesicht. „Was für ein Trip bisher.“ „Das kannst du laut sagen“, murmelte Peter und rieb sich über den Nacken, wo ihn diese irre Frau erwischt hatte.
„Tut es noch weh?“, fragte Bob, dem Peters Bewegung natürlich nicht entgangen war. „Etwas“, gab dieser zu. „Soll ich mal gucken?“, bot Bob hilfsbereit an.
Peter brummte seine Zustimmung und beugte seinen Kopf nach vorne. Bob rutschte an ihn ran. „O man, du hast da einen ganz schön blauen Fleck“, sprach er leise und berührte sanft Peters Schulter. Dieser zuckte. „Entschuldige.“
Peter brummte nur, bevor ihm ein Gähnen entwich. Was war er müde! Er hob den Kopf, wobei sein Blick Justus streifte, was ein zärtliches Lächeln auf seinem Gesicht entstehen ließ. „Schau mal, unser Erster ist eingeschlafen.“ Nur noch seine Nase schaute aus dem Schlafsack.
„Du warst wirklich sein Held heute“, konnte Bob neidlos anerkennen.
„Fängst du jetzt auch mit der Lobhudelei an?“, fragte Peter stöhnend.
„Ehre, wem Ehre gebührt“, meinte Bob nur, was Peter zu der trockenen Erwiderung „Und Schlaf, wer schlafen will.“ veranlasste.
Sie legten sich in ihre Schlafsäcke, was einiges Rascheln zur Folge hatte. Dann knipste Peter die Taschenlampe aus und Dunkelheit umfing sie. Müde kuschelten sie sich noch weiter in ihre Schlafsäcke.
„Schlaf gut, Retter der Verhungernden“, sprach Bob mit einem Lächeln in der Stimme.
„Es reicht so langsam mal“, murrte Peter, was Bob noch mehr amüsierte. „Macht aber so Spaß.“
Peter musste lachen. „Daran erinnere ich dich morgen noch mal.“
„Mach das“, sprach Bob warm.
„Gute Nacht, Bob.“ „Gute Nacht, Peter.“ Endlich konnten sie in aller Ruhe schlafen.
???
