Actions

Work Header

Merry-go-Rabbit

Summary:

Er hielt noch ein letztes Mal inne, bevor er die Tür öffnete. Klaus konnte jetzt schon Getrampel und Zekes dröhnendes Lachen hören, richtete seinen Rücken dennoch auf und schob endlich den Türriegel auf.

Er hatte vieles erwartet, aber nicht, dass Eos ihn sofort mit einem Blick anschaute, der förmlich ‘Hilf mir’ schrie.

 

Oder:
Fips hat die Zoomies und Klaus möchte sich einfach nur hinlegen.

Notes:

(See the end of the work for notes.)

Work Text:

Klaus gab sein Bestes, seine Füße nicht auf den abgenutzten Holzdielen des Flurs schleifen zu lassen. Nach dem stundenlangen Schuften konnte er sich nichts Besseres vorstellen, als das – wenn auch nicht bequeme – Bett,  selbst wenn er mit Sicherheit nicht direkt schlafen konnte. Irgendein Lied, das Fips heute morgen vor sich her gesungen hatte, plagte ihn schon den gesamten Tag lang. 

Die anderen waren wahrscheinlich schon längst auf ihrem Zimmer. Zumindest hatte er sonst niemanden außer Rhun gesehen, welcher vor einer Weile noch beim Messdienst ausgeholfen hatte. Allerdings hieß das auch, dass er auf dem Zimmer keine Ruhe erwarten konnte. 

Klaus unterbrach sein Summen mit einem Seufzen und stellte sich schon mal mental darauf ein Zeke und Fips später zu überreden, schlafen zu gehen, obwohl sie es immer vehement verneinten. Wenn er darüber nachdachte, sprach nicht viel dagegen, einfach Eos dazu zu verdonnern und sich selbst ins Bett zu legen. Jedoch zweifelte er daran, dass Eos mehr Erfolg haben würde. 

Er hielt noch ein letztes Mal inne, bevor er die Tür öffnete. Klaus konnte jetzt schon Getrampel und Zekes dröhnendes Lachen hören, richtete seinen Rücken dennoch auf und schob endlich den Türriegel auf. 

Er hatte vieles erwartet, aber nicht, dass Eos ihn sofort mit einem Blick anschaute, der förmlich ‘Hilf mir’ schrie. 

Rhun saß wie er dachte schon am Tisch, war aber, trotz des Lärms, bereits am Wegdösen. Zeke, die Quelle des gesamten Kravals, fiel im selben Moment durch das ganze Lachen vom Bett, in dem Klaus gerade den Raum betreten wollte. Er hielt für einen Moment inne, als die Tür sich öffnete, und schaute hinüber. Als er Klaus erkannte, befiel ihn sein Lachkrampf jedoch aufs Neue.

Der Grund dafür war Fips, welcher aus einem unerklärlichen Grund um Eos herum rannte, als wäre dieser ein Baum auf einem Spielplatz. Eos verhielt sich auch genau wie einer, als hätte er an dem Platz Wurzeln geschlagen. Er bewegte sich kein Stück und zog die Schultern hoch, mit der Sorge, dass er Fips aus Versehen schlagen könnte. 

Auch ein leichtsinniges Kichern von Fips begleitete die ganze Aktion, welches sich fast schon wie ein glückliches Fiepen anhörte. Er lief weiter und weiter, in einem Tempo, bei dem Klaus selbst beim Zuschauen schon schwindelig wurde. 

Zuerst starrte er nur kurz, ohne einen Plan, wie er überhaupt auf so eine Szene reagieren sollte, bevor er sich mit seiner Hand das Gesicht abwischte. 

“Weiß irgendwer warum er das dieses Mal macht?” fragte er, obwohl ihm völlig bewusst war, dass Fips sie hören konnte. 

Das letzte Mal, als Fips so etwas abgezogen hatte, hatte er nur aufgehört, weil er dazu gezwungen wurde. Es war zwar ein paar Monate her, aber Klaus wusste noch ganz genau, wie Zeke sich angestellt hatte, als er das gewählte Opfer war. Zuerst war er ziemlich verwirrt, bevor es ihn so nervte, dass er Fips pronto ein Bein gestellt hat, ohne den Jüngsten überhaupt darum zu bitten, aufzuhören – was natürlich dazu führte, dass Fips volle Kanne auf die Schnauze geflogen war. 

Das Ganze endete dann nicht nur mit einer blutigen Nase und einem genervten Rhun, welcher vergeblich versuchte, den Boden zu reinigen, sondern auch, dass der Jüngste Zeke tagelang ignoriert hatte.

Jedes Mal, wenn Zeke versucht hatte, sich ihm zu nähern, drehte er seinem Brüder einfach den Rücken zu und machte etwas ganz anderes. Und wenn Zeke dann trotzdem versuchte, sich auf ihn drauf zu werfen, als seine eigene Art sich zu entschuldigen, quietschte Fips nur und floh vor ihm, indem er sich woanders hin saß. 

Das wiederum führte dazu, dass Zeke angespannt war. Zum ersten Mal seit langem war die Konsequenz nicht nur ein Schlag zurück, sondern komplette Distanz. Es hatte mehrere Tage gebraucht, bis die zwei sich dann wieder vertrugen, und das während die anderen drei emsig versucht hatten, das Problem zu lösen. 

Also wusste Klaus, warum Eos da so still und hilflos und verzweifelt stand; er wollte nicht, dass sich ein Fall wie der mit Zeke wiederholen würde. 

“Ich habe absolut keine Ahnung,” sagte Eos mit solch einer Erschöpfung, dass Klaus sich dann etwas schlecht fühlte. Irgendwo war das ganze ja dann schon noch lustig, aber wahrscheinlich dachte er das nur, weil er selber noch nicht den Mittelpunkt des Kreises spielen musste. 

Genau dann blieb Fips kurz stehen, was sie alle ziemlich wunderte, und schaute voller Erwartung zu Eos hinauf. Sogar Zeke hielt kurz den Atem an, um zu verstehen, was gerade passierte, und alles, was Klaus von Zeke hören konnte, war ein zittriges Ausatmen, das sein vorheriges Lachen unterdrückte.

Eos Blick sprang dabei von Fips zurück zu Klaus, mit hochgezogenen Augenbrauen und Schultern. Er hatte immer noch keine Ahnung, was er tun sollte.

Amüsiert kratzte sich Klaus am heranwachsenden Bart, während sich seine Mundwinkel in einem Lächeln nach unten zogen. “Sag mal, Fips,” nahm er endlich Gnade mit Eos, “was machst du da eigentlich?”

Dieser drehte sich nicht einmal um, um ihn zu antworten, sondern erwiderte mit, “Wonach sieht’s denn aus?” bevor er wieder anfing, in die andere Richtung loszurennen. 

Zeke ließ seinen Kopf fassungslos auf den Boden fallen, was Rhun beinahe aufweckte. Er setzte sich allerdings bloß anders hin und aus irgendeinem Grund fand Zeke das natürlich wieder so lustig, dass er begann seine Arme um seinen vom Lachen verkrampften Bauch zu wickeln und nach Luft zu schnappen. 

“Ich glaube Eos wird schwindelig, wenn du so weiter machst.” 

“Mir ist bereits schwindelig!” kam die Bestätigung, welche dazu führte, dass Fips weiter kicherte. “Dann mach was dagegen!”

Das ließ sich Eos natürlich nicht zweimal sagen. Sofort timete er den korrekten Moment und schnappte Fips am Kragen. Er hob ihn leicht hoch, sodass Fips Beine leicht in der Luft baumelten. Der Ruck und die Schwerkraft wurden zu Fips persönlichen Gegnern, als die vordere Seite seines Kragens sich deswegen in seine Kehle bohrte. Er jaulte, zog mit seinen Fingern den Stoff von seinem Hals um zu Atmen und rammte Eos seinen Ellenbogen in die Seite. 

Im nächsten Moment lag Fips hustend auf dem Boden, während Eos sich endlich auf das Bett setzte. Die Verschnaufpause hielt nicht allzu lange an, jedoch gab es Fips genug Zeit, kurz auf dem Boden liegen zu bleiben. Zeke hatte sich in der Zeit zu ihm rüber gerobbt und stupste ihn nun periodisch an, nur um ihm auf den Sack zu gehen. 

“Hat sich dein Wunsch damit erfüllt?” fragte Eos. 

“Du Pissflitze,” hieß es dann noch von Zeke, jedoch wurde dieser Kommentar direkt mit einem Tritt von Fips erwidert. "Gar nicht. Ihr seid alle Arschlöcher.” 

Klaus lehnte sich mittlerweile gegen den Tisch, an dem Rhun schlief, nur um für einen Moment seine Beine zu entlasten. Mit einem skeptischen Blick schaute er einmal über die unleserlichen Notizen, die Rhun hinterlassen hatte, nur um feststellen zu müssen, dass er nichts verstand. Vorsichtig versuchte Klaus auch, die Feder aus seiner Hand zu ziehen, ohne ihn zu wecken – ein wenig Tinte war bereits in Rhuns Gesicht verschmiert. 

Mit der neu ergatterten Feder in der Hand wandte Klaus sich um. Fips hatte sich auf die Seite gedreht und war am schmollen. Zeke versuchte noch eine Reaktion aus ihm herauszukitzeln, merkte dann allerdings selbst, dass das nun nicht der richtige Moment für so etwas war. 

Klaus räusperte sich. Zeke sah auf, verstand, dass er etwas ausprobieren wollte und bewegte sich ein wenig weg. 

“Fips?” 

Stille. Zeke schaute gespannt zwischen den beiden hin und her. Eos zuckte lediglich mit den Schultern und schaute ebenfalls interessiert zu. 

“Willst du, äh – noch eine Runde drehen? ” Das ergriff dann Fips Aufmerksamkeit. Anscheinend war er auch noch so Energiegeladen, dass er sich blitzschnell aufsetzte. Fips kniff seine Augen zusammen, noch verwirrt darüber, was Klaus genau meinen könnte.

Dieser legte die Feder auf den Tisch, weit weg von Rhuns Gesicht, und machte eine Handbewegung, dass Fips zu ihm kommen sollte. Zusammen bewegten sie sich dann in die Mitte des Raumes, bevor Klaus den Jüngsten einfach an den Beinen packte und kopfüber drehte. 

“Hey – “

“Warte, warte. Hab ein wenig Geduld.” Er griff noch einmal um, damit er sichergehen konnte, dass Fips gleich nicht von dem Momentum wegrutschen würde, bevor er anfing, Fips um sich herum zu drehen. 

Fips fing schnell an zu grinsen nachdem er kurz kreischte, gab aber sonst aber nur noch Kichern und Anmerkungen wie “Schneller!” von sich. Klaus gab sein Bestes, auch wenn die Aktion an seinen müden Muskeln zerrte. Fips war noch klein und leicht, vor allem wenn er ihn mit sich selbst verglich, aber das hieß noch lange nicht, dass er nach einer Weile trotzdem schwerer wurde. 

Er wurde allmählich wieder langsamer und ließ Fips anschließend auf das Bett fallen. “Zufrieden?”

“Bitte – “ fing er sofort an zu flehen, “können wir das nochmal machen?”

Oh Gott. Damit hatte er sich jetzt irgendetwas eingebrockt. “Später irgendwann mal, okay? Ich bin echt kaputt.”

“Aber ich will dann auch,” verkündete Zeke, welches Klaus gekonnt ignorierte. Solange die Luft jetzt raus war, konnte er sich endlich ins Bett legen. Eos lächelte ihn nur an, als er sich daneben saß. 

“Also bei mir hast du das nie gemacht,” kam es dann aus der Ecke mit dem Tisch.

“Seit wann bist du denn bitte wach?”

Notes:

Hasen rennen um Leute herum wenn sie sie begrüßen wollen, sie sich sehr (über sie) freuen, oder einfach generell spielen wollen. Außerdem tendieren sie dazu, dich zu ignorieren, wenn sie sauer auf dich sind.