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Counting Bunnies

Summary:

Fips rührt sich ein wenig, und nach weiterem Anstupsen reagiert er endlich.

“Was’n?” Er war noch vollkommen schlaftrunken und seine Augen verblieben verschlossen.

“Alles gut?” fragte Rhun und ließ etwas Sorge in seinen Ton fließen.

 

Oder:
Rhun kann wegen Fips nicht schlafen, aber dieser bemerkt es nicht einmal.

Notes:

Mein Beta-Reader und ich haben einfach zu viele Fips headcanons. Und weil wir sowieso mehr Young!Wächter content in der Fandom brauchen (sowie Happiness) dachte ich mir, dass ich mich daran setze, dass es auch ein richtiges Tag wird :)

(Aka mein Beta-Reader wünscht sich als Entschädigung für mein Konjunktiv Fips content und zwingt mich dazu zu lernen wie man Fluff schreibt)

(See the end of the work for more notes.)

Work Text:

Es war unglaublich ruhig im Zimmer der Jungs. Der Winter war angebrochen, was bedeutete, dass es nicht nur nachts, sondern auch tagsüber unfassbar kalt war. Die Nonnen heizten das Kloster meist auch nur auf Temperaturen, die das Überleben sicherstellten; Fips und Zeke bedienten sich übermütig an den etwas größeren Pullovern von Klaus und Eos, doch niemand hatte schlussendlich etwas dagegen auszusetzen. 

Anders als die anderen, war Klaus am Ende des Tages nicht so völlig erschöpft wie sie. Es passierte nicht selten, dass die Mehrzahl dann frühzeitig schlafen gehen wollte – Klaus, der von Fips schon liebevoll ‘Kamin’ getauft wurde, wurde dann immer von Zeke und Fips mitgezerrt. 

Rhun hatte absolut nichts dagegen; für ihn hieß es mehr Ruhe, vor allem von den Jüngsten, und so konnte er bei schummrigen Kerzenlicht nachts weiter arbeiten, ohne gestört zu werden. Weder Mörsen von getrockneten Pflanzen, noch das Abfüllen in die entsprechenden Behälter war filigrane Arbeit, weshalb er nicht einmal genau hinschauen musste, also waren die Umstände für ihn perfekt. 

Er pausierte kurz und blickte für einen Moment über die Schulter, um die angenehme Ruhe der Situation wahrzunehmen. Die zwei Jüngsten – Zeke und Fips – hatten sich schon längst im Bett eingenistet. Eos war ebenso schon im Bett, schaute noch in die Ferne, in Gedanken vertieft, aber die anderen beiden schliefen bereits tief und fest. 

Klaus, der in der Mitte des Bettes lag, schaute kurz auf um seinen Blick zu treffen, lächelte und gestikulierte in die Richtung von Zeke. Wie immer war dieser komplett über die anderen verteilt, doch dieses Mal war klar zu erkennen, wie sehr er sich an Eos klammerte. Rhun unterdrückte ein Lächeln und als Eos bemerkte, wie die beiden sich still über ihn lustig machten, antwortete er Rhun mit einem Mittelfinger. 

Das Eos Klaus keinen zeigt, stört Rhun kein bisschen und er erlaubte es sich, einen Mittelfinger, begleitet von einem schaden freudigen Grinsen, zurückzuschicken. Immerhin war Zeke nicht mehr wach, um es zu sehen. Danach drehte er sich wieder um, um weiterzuarbeiten. 

Nach einer Weile fühlte er Augen auf seinem Rücken und sah sich um, nur um zu bemerken, dass Klaus etwas von ihm wollte. 

“Rhun,” flüsterte er so leise, sodass Rhun eher die Lippen seines Bruders lesen musste, als das Wort tatsächlich zu hören. Fips, welcher sich auf der anderen Seite halb unter Klaus vergraben hatte, regte sich kurz. Klaus und Rhun hielten ihren Atem gespannt an, mit der Sorge, dass er eventuell aufwachen würde, doch er rührte sich danach nicht noch einmal.

Rhun fragte Klaus also nicht verbal, sondern kniff seine Augen mit einem fragenden Blick zusammen. Was denn?

Mit seiner freien Hand winkte Klaus ins Bett, doch Rhun erwiderte mit einem Kopfschütteln und formte mit seinen Lippen ein tonloses ‘Später’. 

Wenn er es richtig gesehen oder interpretiert hatte, dann hatte Klaus gerade spöttisch die Augen gerollt. Frech. Es war immerhin seine Entscheidung, wann er schlafen ging – genauso sehr, wie es seine Schuld war, wenn er morgen übermüdet wäre. 

Also brannte seine Kerze weiterhin ab. Als Rhun bemerkte, dass sie jeden Moment ihr Leben aufgeben würde, konnte er gerade noch verhindern, dass das weiche Wachs umkippte und den Tisch ruinierte. Er wäre beinahe fertig geworden, aber dass die Kerze ihren Geist aufgab, war wohl sein endgültiges Zeichen, ins Bett zu gehen – er versuchte noch, den Docht wieder zum Brennen zu bringen, doch jegliche Versuche scheiterten. 

Als er aufstand, schaute er kurz aus dem Fenster. Der Himmel war stockfinster und auch der Mond war nicht zu sehen. Wenn er sich recht erinnern konnte, hatte Eos etwas vom Neumond vor sich her geschwafelt. Die Sterne lieferten leider nicht genug Licht, um den stockfinsteren Raum einwandfrei zu navigieren, aber das hatte er schlussendlich sich selbst zu verantworten. 

Mit großer Acht setzte er sich neben Fips ins Bett. Klaus war mit dem Nacken auf dem Kopfende endlich eingeschlafen und auch Eos schien trotz des Klammeraffen um ihn herum im Land der Träume zu sein. 

Rhun genoss den ruhigen Moment. Es passierte nicht allzu oft, dass sie alle versammelt und wohlauf hier lagen, ohne jeglichen Gedanken an mögliche Gefahren verschenken zu müssen. Er hörte dem leisen Atmen von Fips und Eos zu, versuchte das Schnarchen von Klaus und Zeke zu ignorieren, bis er dann selber auch anfing zu schlummern. 

Er konnte schon immer besser einschlafen, mit dem Gewissen, dass es seinen Brüdern gut geht. Es half auch immens, dass er so lange wach geblieben war; es würde sicherlich nicht länger als fünf Minuten dauern, bis er auch tief schlafen würde. 

Es war absolut lautlos, bis er ein nervtötendes Geräusch hören konnte. 

Knarren und knirschen.

Seine Augen öffneten sich, um sicherzustellen, dass er das Geräusch nicht nur halluzinierte – aber da war es schon wieder. Direkt neben ihm. Rhun drehte sich um und blickte auf Fips, welcher mehrmals seinen Kiefer mit einem Knirschen hin und her bewegte. 

Aha.

Vorsichtig raffte Rhun sich wieder auf und wartete ab, ob Fips mit dem Geräusch aufhören würde. Nach wenigen Minuten, in denen Rhun immer stärker von Gänsehaut geplagt wurde, hatte er aber die Schnauze bereits so voll, dass er Fips einfach griff und ein wenig hervorzog. Normalerweise war die Schlafposition der Auslöser für solch ein Verhalten – oder eben Stress. 

So ein Ruck würde den Jüngsten eigentlich wecken, allerdings kuschelte er sich einfach nur wieder an Klaus zurück und zog Rhuns an seiner Kleidung an sich heran. Das Zähneknirschen nahm kein Stück ab. 

Normalerweise würde Rhun versuchen, es zu ignorieren und ihn schlafen zu lassen, allerdings war es einfach so schlecht für seine Zähne, abgesehen von dem Schmerz, der alles begleitet. 

Er tätschelte Fips leicht gegen die Schulter. “Psst. Fips.” Es war leise genug, dass nur Fips ihn hören sollte, insbesondere weil er ohnehin ein extrem sensitives Gehör hatte. 

Fips rührte sich ein wenig, und nach weiterem Anstupsen reagierte er endlich. 

“Was’n?” Er war noch vollkommen schlaftrunken und seine Augen blieben verschlossen. 

“Alles gut?” fragte Rhun und ließ etwas Sorge in seinen Ton fließen.

Fips antwortete für eine Weile nicht, bevor er wieder mit seinem leisen Zähneknirschen anfing. War er ernsthaft wieder eingeschlafen?

Rhun legte ihm seine Hand auf die Schulter und drückte sanft zu. “Hey. Lass das.” 

Fips machte sich keine Mühen, die Hand wegzuschieben, lehnte sich stattdessen mit seiner Stirn gegen Rhuns Schulter. “Ich mach’ doch gar nichts.” 

“Naja, schon. Doch.” Rhun seufzte und lehnte sich wie Klaus gegen das Kopfende, ohne Fips zu viel zu bewegen. “Tun deine Zähne nicht weh?”

“Nö.”

“Sicher?” 

“Mhm,” kam die sichere Antwort. 

Normalerweise wäre Fips an diesem Punkt schon hellwach, aber er war so verschlafen, dass Rhun ihn beinahe mit Zeke verwechselt hätte.

Also wird er wahrscheinlich keine besseren Antworten als diese bekommen. Na dann müssen Ja–und–Nein Fragen hinhalten.

“Liegst du bequem?”

“Ja–ha.” 

“Ist da irgendwas, von dem ich wissen sollte? Ich erzähle es auch niemandem. Die anderen schlafen alle tief und fest.” 

Fips schüttelte lediglich seinen Kopf gegen seine Schulter. Rhun presste bei der Antwort seine Lippen zusammen und fing an, mit seinen Fingern durch Fips Haare zu kämmen. 

Dieser schmolz dabei förmlich weiter in die Matratze hinein, während das leise Zähneknirschen sofort wieder einsetzte. Rhun musste sich schon sehr darauf konzentrieren, um es überhaupt mitzubekommen. 

Für einen Moment zog er seine Finger wieder zurück und das Knirschen wurde fast schlagartig weniger. Verdutzt fing Rhun wieder an, kämmte Fips Haare, sodass sie richtig lagen, und musste sich ein Schmunzeln verkneifen, als das Knirschen wieder mehr wurde.

“Kann nicht wahr sein.” 

Rhun beobachtete Fips nochmal genauer, sofern die Dunkelheit es zuieß, nur um zu bemerken, dass sein Kiefer sich nicht von links nach rechts bewegte, sondern von hinten nach vorne. 

Komisch. Das hatte er bei den anderen noch nicht gesehen. Aber wann war schon etwas normal bei den fünf. Das heißt auch, dass sein Bruder seinen Kiefer nicht so verspannte, wie Rhun es von Stress kennt. 

Wenn Fips das Ganze also machte, weil er so tiefenentspannt war – dann sollte er es doch dieses eine Mal genießen können. So etwas passierte leider nicht oft genug. 

Rhun streichelte ihm also weiter durch die Haare, gab sein Bestes nicht vom Knirschen gestört zu sein, und wenn er am nächsten Tag noch müder war als sonst, dann konnte ihn Klaus ausschimpfen wie er wollte. 

Gerade genoss er einfach diesen Augenblick.

Notes:

Dieser One shot basiert darauf, dass Hasen ihre Vorderzähne leicht zusammenreiben, wenn sie sich wohl fühlen und entspannt sind. Es funktioniert fast so, wie das Schnurren einer Katze !!